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420er Radiatoren im Vergleich

Letztes Jahr nahmen wir uns dem Trend zu den größeren 140 mm Lüftern an und testeten die noch recht kompakten 280er Dual Radiatoren. Dieses Jahr jedoch packen wir noch einen drauf und lassen die aktuellen 420er Modelle an die Startlinie treten. Die Zahl der kompatiblen Gehäuse für solche großen Radiatoren ist zwar noch recht überschaubar, doch es werden mehr und mehr.

So zum Beispiel das erst kürzlich getestete NZXT Switch 810. Gerade bei Systemen mit einer hohen Wärmeabgabe bieten diese alle Vorteile des größeren Lüfterformats, welches sich durch bessere Leistung bei weniger Lärm auszeichnet. Und bei dem bevorstehenden Sommer ist es vielleicht eine Überlegung wert doch mal eine Nummer größer zu denken als bisher. Zumal diese Radiatorkategorie auch die derzeit größte ist, die man noch in ein Gehäuse eingebaut bekommt. Größer geht dann meist nur durch Verwendung mehrerer Einzelradiatoren oder über die Auslagerung der Wärmeabfuhr aus dem Gehäuse. Welcher der aktuellen Hersteller dabei die Nase vorn hat und ob Leistung wirklich alles ist wird sich dabei in diesem Duell zeigen müssen. <p style="text-align: center;"> </p> <p style="text-align: center;"></p> <p style="text-align: center;"> </p> Wir danken an dieser Stelle den Firmen Aquatuning.de, Caseking.de, Watercool und Aqua Computer für die Bereitstellung der zahlreichen Testmuster.

Watercool HTF4-420 White Extern


Das erste Mal können wir bei einem Radiatortest einen Wärmetauscher aus dem Hause Watercool mit in den Test einbeziehen.  Eigentlich war das schon längst überfällig, da man gerade mit den MORA Modellen sehr erfolgreich ist. Für den heutigen Test schickte man einen brandneuen HTF4-420 in der White Edition in die Redaktion.

 

Der Kern des HTF4 besteht klassisch aus Kupferrohren mit aufgesteckten Aluminiumlamellen. Die Lamellen weisen dabei, bis auf ein leichtes Wellenmuster im Bereich der Steckverbindung zum Rohr, keinerlei Besonderheiten auf. Wir vermuten jedoch, dass dieses eher durch die Fertigung kommt, als das es gewollt ist. Den Kern umhüllt in allen Versionen des HTF4 Edelstahl.  In der White Edition ist dieser an den langen Seitenblenden in Schneeweiß lackiert. An Kopf und Fuß wurden die Blenden dagegen anscheinend verchromt oder vernickelt. Der Radiatorkopf ist mit seinem mittig liegenden Anschlusspanel aus POM/Acetal Material sehr kompakt gestaltet. An Ober wie Unterseite befinden sich jeweils zwei Anschlüsse.  Davon steht einer für den Ein und einer für den Ausgang bereit. Man könnte hier im Prinzip den Radiator anschließen wie man möchte. Im schlimmsten Fall wird dadurch aber Leistung verschenkt, da man aufgrund des neuen Kühlkonzepts eine Kleinigkeit beachten sollte.

 

Update: Wie uns Watercool mitteilte bestehen die Seitenteile des HTF4 aus pulverbeschichtetem Stahlblech. Bei den am Kopf befindlichen Blenden handelt es sich um polierten Edelstahl.

 

Das neue Konzept basiert auf einem veränderten Strömungsverlauf im Radiator selbst. Dieser läuft nicht wie sonst auf der gesamten Höhe des Radiators auf der einen Seite hin und auf der anderen zurück, sondern durchläuft die Struktur auf der gesamten Breite in 4 Etagen von oben nach unten. Das Temperaturgefälle liegt so nun also genau entgegengesetzt dem Luftstrom. Diese Konstruktion soll laut Watercool zu eine effizienteren Nutzung der Oberfläche führen. Zu beachten ist dabei nun, dass die kalte Austrittsseite des Wärmetauschers immer auf der Seite der einströmenden Luft liegt und die warme Einströmseite auf der Seite der ausströmenden Luft. Ob sich diese Arbeitsweise in der Praxis bewährt, wird sich zeigen müssen.

 

Das Zubehör ist als standardmäßig zu bezeichnen. Neben den Schrauben zum befestigen der Lüfter finden sich noch zwei Blindschraubverschlüsse für die nicht benutzten Ein- bzw. Ausgänge am Anschlusspanel. Zusätzlich zu diesem Material gibt es in der externen Version noch zwei schwarze POM/Acetal Standfüße dazu, welche durch Magnete an dem Radiator festhalten.

 

In der Praxis war der Aufbau und Betrieb des Wärmetauschers sehr einfach, sofern man einmal begriffen hat wo das Wasser rein und wieder raus kommen sollte, um die bestmögliche Leistung zu erzielen. Auch das Entlüften war unproblematisch, den das übernahm der Radiator auch ohne ewiges drehen und wenden nahezu „selbstständig“.

 

Phobya G-Changer 420


Wie schon im letzten Test ist auch das Technologiebündnis Phobya wieder mit von der Partie. Im letzten Jahr konnte man sich in der 280er Klasse spielend an die Spitze kämpfen und auch in allen anderen Radiatorformaten läuft es gut für den Hersteller. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob man dies mit dem 420er Modell im heutigen Vergleich wieder unter Beweis stellen kann.

 

Die technisch Basis hat das heutige Modell mit allen anderen Radiatoren von Phobya gemein.  Es handelt sich um einen klassischen Aufbau mit großen Messing Flutkammern am Ein- und Ausgang und Aluminiumlamellen. Neben dem großen Lamellenabstand, welcher vor allem bei niedrigen Drehzahlen von Vorteil ist, sind alle Lamellen im Kern noch geschlitzt. Die Flutkammern verfügen über jeweils zwei Anschlüsse. Damit ist dem Nutzer die nötige Flexibilität gegeben ist, den Radiator günstig in das eigene System einzubinden. Ein paar Änderungen haben in der Zeit aber doch Einzug gehalten. So wich die damals noch glatte seidenmatte Lackierung einer eher rauen Oberfläche. Man kann hier gespaltener Meinung sein, aber wir fanden die alte Version in der Hinsicht qualitativ ansprechender. Unter dem Preisdruck scheint auch die Liebe zum Detail etwas gelitten zu haben, denn auch das einst so prägnant an der Seite eingestanzte Firmenlogo, wirkt am neuen 420er eher wie ein Schatten seiner selbst und ist nur noch schwach ausgeprägt.

 

In Sachen Zubehör ist aber zum Glück alles beim alten geblieben. Denn davon gibts beim G-Changer 420 eine Menge. Es ist bisher noch keinem anderer Hersteller gelungen hier mit Phobya gleich zu ziehen. Neben normalen Kreuzschrauben zur Lüfterbefestigung liegen noch schicke schwarze Inbusschrauben und auch wieder drei  Antivibrationsmatten bei.

 

Im Praxistest ergab sich noch, dass man die Empfehlungen des Herstellers ernst nehmen sollte, und den Radiator wirklich vorher mal durchspülen sollte. In einem Filtertest, welchen jeder Radiator durchlaufen musste, zeigte sich, dass vor allem der Phobya G-Changer noch einiges an Verarbeitungsresten in sich trug. Ein gründliches spülen ist hier also dringend durchzuführen.

 

Aqua Computer Modularity 420 Aluminium und Kupfer


Besonders gespannt waren wir auf die von Aqua Computer hoch angepriesenen Modularity Serie. Diese soll mehr Flexibilität bieten als jeder Radiator davor. Und das ist kein leeres Versprechen. So gibt es zum einen verschiedene Anschlussmodule, wie z.B. das normale Anschlusspanel mit jeweils drei Ein und Ausgängen, ein Anschlusspanel das es ermöglicht zwei getrennte Kreisläufe mit nur einem Radiator zu betreiben und verschiedene Pumpenmodule, welche neben Pumpe auch den Ausgleichsbehälter und einen Durchflussmesser beinhalten. Zusätzlich kann man die Modelle untereinander auch unendlich mit neuen Radiatoreinheiten erweitern. Es ließe sich also auch ein 420 + 140 oder ein 240 + 360 Modul zu einem Radiator zusammenbauen.   Ermöglicht wird das durch optionale Anschlusselemente aus schwarzen POM/Acetal. Dem Kunden sind hier also keine Grenzen gesetzt. Einzige Voraussetzung ist die gleich Lüftergröße der Module.

 

Die Verarbeitung unserer zwei Modelle kann sich dabei sehen lassen und ist auf einem sehr hohem Niveau. Äußerlich gibt man sich dahingehend keine Blöße und verpackt den Radiator in ein schlichtes aber sehr eckiges Design. Als einer der wenigen Hersteller bietet Aqua Computer seine Radiatoren noch in einer Aluminium und einer Kupferlamellen-Version an. Dabei unterscheidet die Radiatoren neben dem Lamellenmaterial auch die Lamellendichte. Diese ist beim Kupfermodell mit vier Lamellen/cm genau eine Lamelle/cm größer. Alles andere, wie die 21 Kupferrohre, bleibt identisch. Merklich ist das vor allem im Gewicht. Die Kupferversion ist ein wahrer Brocken im Testfeld. Ob man sich damit Leistungstechnisch absetzen kann bleibt abzuwarten. Der reine Materialeinsatz lässt gutes Hoffen.

 

Sein  kompaktes Format verdankt der Airplex Modularity vor allem den beiden sehr flach gehaltenen Endteilen. Der Überhang an allen Seiten ist verschwindend gering. Trotz alledem hat man es geschafft sechs Anschlüsse unterzubringen. Dabei sind jeweils zwei klassisch an Ober- und Unterseite vorhanden. Aber auch in der Ebene der Seitenteile befindet sich jeweils ein Ein- und Ausgang. Ebenfalls zum kompakten Design betragend, sind die leicht nach innen versetzen Anschlussstellen. An dieser Stelle muss man jedoch mit Adlersaugen auf die Breite seiner Anschlüsse achten - maximal 19 mm. Sind diese zu breit ist ein einschrauben in die Öffnungen am Radiator nicht möglich. Auch sollte der geriffelte Griffbereich der Anschlüsse lang genug sein, um sie ordnungsgemäß eindrehen zu können. Die von uns verwendeten Alphacool  45° Anschlüsse für 13/10 mm Schläuche erwiesen sich hier als optimal. Unsere auch in Verwendung befindlichen geraden 13/10 mm Anschlüsse von Aquatuning waren hier z.B. zu breit.

 

Mit sonstigem Zubehör hält man sich dezent zurück, denn es gibt keines. Eigentlich etwas schwach für einen deutschen Premiumhersteller, vor allem wenn man den Preis der neues Radiatorserie betrachtet. Schrauben zur Lüftermontage sollten eigentlich selbstverständlich sein.

 

Koolance Radiator 420


Koolance stellt in diesem Jahr den dünnsten Radiator im Testfeld. Mit gerade einmal 30 mm ist er gegen seine 60 mm Kollegen eine echte Flunder. Das macht ihn aber auch zu einem Radiator der, sofern das Gehäuse 420er Radiatoren unterstützt, wenig Probleme macht, welche durch zu dicke Radiatoren meist entstehen können. Um dabei trotz der geringeren Größe nicht an Leistung zu verlieren verpackt Koolance auf dem Wärmetauscher so viele Lamellen wie auf keinem Anderen. Zudem sind die Lamellen auch aus Kupfer gefertigt. Dieses dichte Netz bietet zwar eine große Oberfläche aber auch einen enormen Luftwiederstand. Man hat es also eher mit einem performanceorientierten Radiator zu tun als mit einem auf Silence ausgelegten Modell.

 

Mit der Flexibilität hält es sich beim 420er von Koolance in Grenzen. Mehr als die üblichen zwei Anschlüsse für Ein- und Ausgang sind nicht vorhanden. Dafür ist Koolance immer noch der einzige Hersteller der seine Modelle mit einem Durchdrehschutz ausstattet. Das bedeutet, dass sich unter allen Gewindebohrungen kleine Platten befinden, welche verhindern das man ausversehen die Schrauben zu weit eindreht und damit schlimmstenfalls die Kanäle und Lamellen beschädigt und es zu Leckagen kommt.

 

An der allgemeinen Verarbeitungsqualität können wir an dieser Stelle nichts bemängeln. Sowohl an der Lack- als auch der Lötqualität des mattschwarzen Radiators ist nichts zu bemängeln. Wie schon beim 280er Modell ist auch der 420er Radiator von groben Verarbeitungsproblemen verschont.

 

Das Thema Zubehör wird ja nun bisweilen von einigen Herstellern recht Stiefmütterlich behandelt. Immerhin spendiert Koolance jedoch Montageschrauben für jeden der drei Lüfter und noch ein zusätzliches Paar Schrauben. Jedoch vermissen wir die noch im Vorjahr beigelegten Abstandsgewinde für die Anschlüsse.Wir vermuten, dass es hier beim Packen des Radiators zu einer Verwechslung kam, denn offiziell gehören diese Abstandhalter zum Zubehör.

 

 

 

Hardwarelabs Black ICE SR1 420


Es kommt selten vor, dass man einen Radiatortest über die Bühne bringt bei dem Hardwarelabs mal nicht den teuersten Radiator stellt. Denn sonst bewegt sich HWLabs mit seinen Black ICE Modellen eher in der oberen Liga. Bei der aktuellen Konkurrenz findet er sich aber lediglich in der Mittelklasse wieder. Das hat natürlich nichts mit den Qualitäten des Radiators zu tun, ist aber mal ein angenehmer Umstand am Rande.

 

Technisch haben wir es bei dem Black ICE SR1 mit einem seit jeher konservativen aber durchdachten Radiator zutun. Er bietet als einziger einen asymmetrischen Aufbau der Lüftervorkammern. Das heißt, dass die Luftkammern unterschiedlich groß sind. Durch die größere Luftkammer auf einer der beiden Seiten wird so aktiv der Totpunktzone der Lüfter zu Leibe gerückt. Mehr Effizienz bei der Luftnutzung ist die Folge. Sein Aufbau ist im Vergleich zu den anderen Modellen recht kompakt und reiht sich bei den „dicken“ Radiatoren am unteren Ende ein. Neben seinen geringen Abmessungen bietet der Black ICE SR1 420 aber auch die geringste Lamellendichte im Testfeld. Das lässt ihn zu mindestens auf der technsichen Seite perfekt für den Betreib mit langsam drehenden Lüftern erscheinen.  Mit der Flexibilität hat man es bei Hardwarelabs noch nicht so ernst genommen und so bietet der Radiator lediglich einen Aus- und einen Eingang. Das Zubehör fällt allein mit Montageschrauben für die Lüfter ebenfalls dünn aus.

 

An der allgemeinen Verarbeitungsqualität des Black ICE SR-1 420 ist nichts zu bemängeln, sowohl Lackierung als auch Lötstellen hinterließen einen sauberen Eindruck. Übermäßig viele Verarbeitungsreste ließen sich beim Spülen auch nicht nachweißen.

 

 

 

Übersicht: Testsystem, technische Daten, Durchfluss


Um die die Radiatoren möglichst in real vorkommender Umgebung zu testen nutzten wir unser erst vor kurzem neu aufgebautes Testsystem.

 

Der Wasserkreislauf sollte dabei einen guten Schnitt durch einen Standard Wasserkreislauf in modernen PCs darstellen. So kühlen wir den Phenom II X6 1090T BE mit EK Supreme. Auf der Grafikkarte AMD Radeon HD7950 kommt ein EK Waterblock HD7950 zum Einsatz. Zur Kontrolle der Wasserkühlung setzten wir auf eine Aquaero 5 LT Steuerung aus dem Hause Aqua Computer. Für die Messung der Durchflusswerte stellte uns Aqua Computer für den Test noch einen der neuen High-Flow-Durchflussmesser zur Verfügung.

 

Um den Radiatoren auch genug Arbeit mit auf den Weg zu geben, testen wir die Komponenten natürlich nicht mit Standard Takt. Wir übertakten für die Leistungsmessung der Radiatoren die CPU auf 4,0 Ghz bei 1,45V und die GPU läuft auf  1200/1450 Mhz bei 1,25V.

 

Als weitere Komponenten des Wasserkreislaufes setzen wir in unserem Testsystem auf eine Phobya DC-400 Pumpe und durchgängig 13/10 mm Schlauch samt 13/10 mm Schraubanschlüssen.

 

 

Für die Belastung der einzelnen Komponennten nutzen wir zum einen Prime65 und den MSI Kombustor. Damit eine gleichmäßige und möglichst hohe Systemlast erzeugt wird, kümmern sich drei Kerne des AMD Hexacors um Prime95 und die anderen drei sorgen für einen gute Auslastung der Grafikkarte im Kombustor Test.

 

 

Technische Daten


Hier haben haben wir die wichtigestens Eckdaten der Radiatoren noch einmal kurz zusammengefasst und auf die für die Montage und den Betrieb wichtigsten Merkmale reduziert.

 

 

Leistungsvergleich: Durchfluss


Im ersten Vergleich schauen wir, wie restriktiv die einzelnen Radiatoren zu Werke gehen. Dabei fallen die Unterschiede zwar etwas größer aus als noch bei den 280er Modellen. Mit maximal ca. 27 l/h Differenz zwischen der Spitze und dem Letztplatzierten ist aber wieder zu erwähnen, dass diese keine messbare Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems haben. Als Ausgangsbasis ist es aber nicht verkehrt von vorn herein nicht schon beim Radiator zu restriktiv zu Werke zu gehen, um noch genug Kapazität für weitere Kühler zu haben.

 

 

Mit knapp 242 l/h setzen sich dabei mit dem Phobya G-Changer und dem Watercool HTF4 zwei Radiatoren an die Spitze, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Mit 230 l/h knapp dahinter rangiert der HWLabs Black ICE SR-1. Etwas überrascht waren wir von den geringen Durchflusswerten des Aqua Computer Modularity. Bauartbeding liegen Alu wie auch Kupfer Version sehr nah beieinander. Weniger verwunderlich ist allerdings der geringe Flow des Koolance Radiators. Wie schon im Vorjahr fordert die flache Konstruktion ihren Tribut. Leistungsvergleich: Temperatur


Der wirklich spannende Part folgt mit der Leistungsbetrachtung. Wie üblich geben wir die Temperatur als absolute Differenztemperatur zwischen Wasser und Lufttemperatur an. Für möglichst genau Messungen nutzen wir für jeden Messwert mind. drei einzelne Sensoren, welche später in der Aquasuite 2012 gemittelt werden. Um einen Vergleich zu den letztes Jahr getesteten 280er Radiatoren zu ermöglichen, haben wir uns entschlossen den Sieger, Phobya G-Changer 280, des letzten Vergleichs als Referenzwert erneut zu testen.

 

 

 

Gleich auf den ersten Blick fällt der steile Anstieg des Koolance Radiators im Low-rpm-Bereich auf. Mit seiner sehr dichten Lamellenstruktur und dem damit einhergehendem hohen Luftwiederstand ist er einfach nicht für dieses Bereich ausgelegt, obwohl das System auch bei 26,6 °C dT immer noch stabil lief. Wer nicht viel Platz hat, aber dennoch im Low-rpm-Bereich noch eine passable Leistung erhalten will, sollte sich vielleicht mal Magicools Slim 420 anschauen, dieser war für einen Test leider nicht zu bekommen, sollte aus der Erfahrung heraus aber deutlich besser abschneiden.

 

Die weiteren Modelle bündeln sich bei 400 rpm in einem Spektrum von gerade einmal ca. 2,2° C dT. So reiht sich überraschenderweise die Kupfer Version (19,6 °C dT) des Aqua Computer Modularity knapp hinter die Alu Version mit 18,8°C dT ein. Wir hätten an dieser Stelle eher das Gegenteil erwartet, jedoch kann dies auch schon direkt eine Folge der höheren Lamellendichte der Kuper Version sein. Direkt darunter duellieren die verbliebenen drei Radiatoren um die Silentkrone. Mit gerade einmal 0,3°C dT trennen den Phobya G-Changer (18,2°C dT) und den Watercool HTF4 (17,9°C dT) nur ein Wimpernschlag. Die Silentkrone für sich gewinnen konnte aber der HWLabs Black ICE SR-1 (17,4°C dT).

 

Im mittleren Bereich bei 800 rpm kommt es wie gewohnt zur Neusortierung des Leistungsfeldes. Und ein vorher verlorenes „Kind“ (Koolance) kehrt wieder zurück in das Ranking und schiebt sich mit 11,2°C dT auf Augenhöhe mit der Kupfer Version des Aqua Computer Modularity (11,2°C dT). Die Alu Version liefert zwar eine solide Leistung (11,8°C dT), im Vergleich ist sie aber immer noch das Schlusslicht. Das zeigt aber auch gut, das Koolance trotz der sehr dichten Lamellenstruktur schon ab dem mittleren Drehzahlbereich durchaus mitthalten kann. Weiterhin ist auch interessant,  dass sich nun auch endlich die die teure und schwere Kupferversion des Modularity von seinem Bruder mit Alu-Lamellen absetzen kann, wenn auch nur leicht. Im Führungstrio geht es nicht ums mitthalten, sondern um die Krone, und man könnte fast meinen, das sich die Ingenieure von Watercool, HWLabs und Phobya mal eben im Cafe um die Ecke getroffen haben, um die Leistungswerte ihre Radiatoren anzugleichen. Zwar büßt HWLabs mit dem Black ICE SR-1 seinen ersten Platz ein und wandert auf den Dritten. Davon unbeeindruckt ziehen Watercool und Phobya mit nahezu identischer Leistungskurve an und trennen sich im mittleren Bereich mit gerade einmal 0,1°C dT.

 

In unserer letzten Betrachtung lassen wir die Radiatoren mit einer für 140 mm Lüfter üblichen Maximaldrehzahl von ca. 1100 rpm laufen.  Dabei spreizt sich das Feld wieder deutlich auf und verteilt sich gleichmäßig über den Bereich von 8,0 bis 10,0°C dT. Somit liegen allen Kontrahenten, wie schon vorher, in einem sehr schmalen Fenster. Von hinten angefangen kommt als erster der Aqua Computer Modularity 420 Alu mit 10,0°C dT, welcher sich seinem Kupfer Alter Ego mit 9,2°C dT geschlagen geben muss. Die restlichen Kontrahenten schieben sich konsequent unter die 9,0°C Marke und ballen sich auf nur noch 0,6°C Temperaturdifferenz zusammen. Das Feld wird - fast schon nicht mehr überraschend - angeführt vom Phobya G-Changer (8,0°C dT). Dahinter reihen sich in dichter Folge HWLabs Black ICE SR-1 (8,1°C dT), Watercool HTF4 (8,2°C dT) und zu guter letzte der Koolance Radiator mit 8,6°C dT ein. Fazit:

 

 

Wie immer in einem Roundup bleibt es kaum vermeidbar, dass es einen ersten und letzten Platz gibt. Doch nicht nur die Leistung spielt eine Rolle, auch die Funktionalität ist ein immer wichtigerer Kaufgrund. Denn jedes System ist anders, und ein Radiator ist nichts was man sich immer wieder neu kaufen will. Auf das heutige Testfeld trifft genau das gut zu, denn die Leistungsdifferenzen bewegen sich mit unserer Testkonstellation in einem Rahmen, welcher im Alltag fast vernachlässigbar ist.  Denn grade einmal 3,6 °C dT sind es, die das Testfeld im Durchschnitt unterscheidet.

 

 

Und als wäre es nicht fast schon zu erwarten gewesen, schafft es Phobya, wie schon in der 280er Serie, mit dem G-Changer 420 einen der leistungsfähigsten Radiatoren zum echten Kampfpreis auf den Markt zu werfen. Konkurrenzlose Ausstattung und eine gute Funktionalität sowie Qualität lassen eigentlich nichts an diesem Radiator vermissen. Von daher der Preis/Leistungstipp schlechthin und eine gute Investition für Sparfüchse. Leistungsmäßig muss sich der Phobya aber sehr knapp dem neuen Watercool HTF4 geschlagen geben. Dieser trumpft ebenso mit perfekter Verarbeitung und einem luxuriösem Finish auf und erkämpft sich so die PCMasters.de Empfehlung. In dieser Leistungsklasse sollte man aber definitiv auch einen Blick auf den Hardwarelabs Black ICE SR1 420 werfen, denn dieser liegt Preislich zwischen Phobya und Watercool und bietet vor allem im Silentbereich die beste Leistung. Qualitativ kann dieser vollends überzeugen, nur leider  ist die eher magere Ausstattung nicht wegzureden und hängt dem Standard etwas hinterher. Da es aber auch in großen Gehäusen mal eng zugehen kann, ist nicht überall Platz für Radiatoren mit über 4cm Dicke. Für genau diese User hat Koolance, neben dem Magicool Slim (nicht im Test), die flachste Leistungsmaschine im Test. Im praktischen Einsatz zeigt sich aber auch dessen größte Schwachstelle. Das immer noch verwendete sehr dichte Lamellennetz macht den Radiator für leistungsstarke Systeme, welche auch mal leise kühl gehalten werden wollen nahezu unbrauchbar. Erst mit hohen Drehzahlen kommt „Ami“ in Fahrt. Wie schon beim 280er meinen wir: Das ist nicht mehr Zeitgemäß! Die rundere Alternative, auch wenn hier nicht getestet ,ist da unserer Meinung der Magicool Slim 420. Wer nach nahezu grenzenloser Funktionalität sucht, wird diese seit kurzem bei Aqua Computer und der Modularity Serie finden. Die Erweiterungsmöglichkeiten sind derzeit im Radiatorbau konkurrenzlos und einzigartig. Das sonst makellose Bild wird nur von der etwas schlechteren Leistung und dem höchsten Preis getrübt. Hier sei auch gesagt, dass sich der Kauf der wesentlich teureren Kupferversion eigentlich nicht lohnt. Im Gesamtpaket haben sich die Aqua Computer Ingenieure für ihr neues modulares Konzept aber einen Innovations Award verdient.
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