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Von: S. Bäumer

 |  18.10.09 23:45

Sockel 1156 ein (zu) heißes Eisen?

Mit der Vorstellung des Sockels 1156 wollte Intel die neue Nehalem Architektur den Massen zugänglich zu machen. Waren die Bloomfield Prozessoren mit dem Sockel 1366 nur für Server sowie High-End User gedacht, so sollte der Sockel 1156 dank einer günstigeren Plattform den Mainstream User, der Leistung auf hohem Niveau zu einem angemessenen Preis fordert, zufriedenstellen. Kosten entsprechende Sockel 1366 Mainboards ab 120€ aufwärts, so listet der Preisvergleich P55 Boards für den Sockel 1156 schon für 40€ weniger. Um Mainboards mit genau diesem Chipsatz geht es nun im Detail, genauer um den Sockel selbst.


 

Gebaut werden die Sockel nicht von Intel selbst, sondern von Auftragsfertigern wie Foxconn oder LOTES / Tyco AMP, und genau hier liegt das Problem: Intel musste den Sockel 1156 billiger machen, um ihn wirklich erfolgreich auf dem Markt zu etablieren. So wurden aus 1366 Kontakten nur noch 1156, wobei Intel vor allem bei den stromführenden Pins den Rotstift ansetzte, um die Boards in der Produktion billiger zu machen. So wurden aus 250 „Stromversorgern“ 175, was eine Reduktion um 30% ausmacht. Gleichzeitig brachte man den Lynnfield Prozessoren trotz 43 Millionen zusätzlicher Transistoren das Sparen bei: Statt 130 Watt konsumieren diese lediglich 95 Watt. Jetzt kommen die Computerspezialisten ins Spiel, deren PCs nie schneller genug sein können. Was macht man also? Richtig, der brandneue Prozessor erhält eine Übertaktung, die bei dem 1156 jedoch gefährlich werden könnte.

 

Betreibt man Prozessoren beider Plattformen, also Sockel 1366 und 1156, bei einer Frequenz von 4 GHz und mehr, so konsumieren beide abzüglich der Verluste der Stromversorgung 130-140 Watt. Für den Sockel 1156 bedeutet dass 36% mehr Strom bei einer 30% kleineren Kontaktfläche. Dass das Material hier am äußersten Limit arbeitet, ist nicht schwer zu erkennen. Kommen wir zurück zu den Sockelfertigern: Diese bekommen von Intel die Spezifikationen, wie ein Sockel gebaut sein muss, welchen Belastungen er standhalten muss und wie groß die Fertigungstoleranz sein darf.

 

 

Foxconn, der größte Fremdfertiger auf diesem Gebiet, fertigt(e) seine Sockel wohl ziemlich nah an der Toleranzgrenze, was an den nicht vorhandenen Druckstellen der Pins, welche gegen die Kontaktflächen (Pads) drücken, sichtbar wird.

 

Zurück zu unserer Rechnung: Die ohnehin schon stark belasteten Kontakte werden durch fehlerhafte Verbindungen bei ihresgleichen noch weiter belastet. Die logischen Folgen sind Materialermüdung durch Überspannungen, reden wir hier schließlich von bis zu 100 Ampere starken Strömen, die durch etwa 6 mm² große Flächen übertagen werden. Besonders die Kollegen von Anandtech.com hat es schwer getroffen, denn dort haben sich mehrere Mainboards und zwei teure Intel Core i7-870 Prozessoren verabschiedet. Die Ergebnisse sagen mehr als 1.000 Worte, lassen wir die Bilder sprechen.

 

 

 

Auf den Bilder unschwer zu erkennen: Überspannungsschäden, zerplatze Kontakte sowie fehlende Druckstellen, begründet durch mangelhafte Sockel. Zwar treten solche Probleme nur bei extremem Overclocking auf, jedoch sollte man die Gefahren nicht unterschätzen, sonst verabschieden sich der Prozessor sowie das Mainboard ins digitale Nirwana.

 

Nun werden sich einige von euch die Frage stellen, wie man denn an einen ordentlichen Sockel kommen kann, beziehungsweise wo die minderwertigen Sockel verbaut sind. Leider kann man dies nicht genau sagen, denn alle großen Hersteller (inklusive MSI, ASUS und Gigabyte) verwenden - wenn auch manchmal nur zum Teil - Sockel von Foxconn. Die Chance einen schlechten Sockel zu erwischen liegt also bei über 50%. Daher sollte beim Einbau eines Lynnfield Prozessors besonders viel Vorsicht herrschen: Hat man einen schlechten Sockel und setzt den Prozessor nur minimal schief ein, sieht es um dessen Lebensdauer im überzüchteten Zustand ehr schlecht aus.

 

Um es auf den Punkt zu bringen: Bei extremem Overclocking kann es durch minderwertige Ware zum Ausfall kommen, muss aber nicht. Wer trotzdem auf Nummer sicher gehen will, sollte die Kontaktflächen bei seinem Prozessor überprüfen und gegebenfalls die Pins extrem vorsichtig nachbiegen.

 

Quelle: Anandtech.com

Kommentare (9)


Push

Datum: 19.10.2009
nunja bei mehr als ~4ghz sollte man evtl auch mal damit rechnen
für ottonormal verbraucher , oder sei es normal übertakter besteht doch ansich relativ wenig gefahr
mit wieviel V wurden die CPU's betrieben ?
irgendwann ist es normal das da irgendwas durchbrennt und wenn ich es auf anderen Sieten inkl der original seite richtig gelesen hab , wurde die CPU auf 5,4ghz übertaktet ! mit Luftkühlung ... wer macht denn sowas bitte schon ?
wer die CPU's nur leicht über referenz volt betreibt sollte ansich auch keine Probs bekommen ...

Urkman

Datum: 19.10.2009
Der Eindruck abgespeckter LGA 1366er MoBos hatte ich ja schon, seit ich mir die Daten der ersten Bretter angeschaut hatte, dass sich aber solche Probleme "einschleichen", hätte ich dann doch nicht gedacht.
Natürlich, muß mich da @Push anschließen, betreibt nicht jeder seinen i5er mit solch einer Leistung, aber stellt sich mir trotz allem die Frage, wie es mit der Haltbarkeit auch bei ungetakteten oder nur Leicht übertakteten CPUs und den Sockel dann bestellt ist?
Ob dann ein Sockel und seine CPU änlich lange "leben" kann, wie man es in der Regel eigentlich gewohnt ist, bezweifel ich an dieser Stelle mal ganz einfach.
Ob man hier im Forum einen i5er dann noch für OCler bedenkenlos empfehlen kann halte ich dann geradezu für riskannt.
Letzten endes muß sich dann wohl Intel die Frage gefallen lassen, warum die Qualität zu kosten des Preis ging. Was nutzt mir ein günstiger Sockel nebst CPU, wenn es anscheinend Qualitative Nachteile gibt, die dazu nicht unerheblich sind?!

Deathy1990

Datum: 19.10.2009
Also ich finds ja auch etwas dreist. Auf der eine Seite sparen wollen aber dann etwas rausbringen was Qualitativ nicht den Ansprüchen gerecht wird, was es aber sollte!

Da überlegt man sich lieber zwei mal ob man auf den neuen Sockel umsteigen will.

seluso

Datum: 19.10.2009
Hab ich mir auh nicht gedacht, mal abwarten wie miener so läuft.
Wollte eigentlich gerne Übertakten, warte nur noch auf die LGA 1156 Halterung für mienen TRUE Black.

Alles in allem bin ich bis jetzt aber sehr zufrieden, nur das ich nicht übertakten kann ist sehr enttäuschent. Bis jetzt habe ich aber auch schon von vielen gelesen die mit einem GA P55 UD3 übertaktet haben und sehr zufrieden damit sind. Teilweise auch an die 4-4,2GHz und bis jetzt sei noch nichts passiert, obwohl die GA P55 UD3 von Foxconn sind.

nVIDIA SLi

Datum: 19.10.2009
Klar kannst du OCen. Und vllt schaffst du auch 4 GHz, nur dann takte ihn doch im 24/7 Betrieb auf 3-3,5 GHz und nur zum benchen so hoch.

Schade eigendlich, dann werde ich doch bei AMD bleiben .

Civi-Civical

Datum: 19.10.2009
Das mit der abgespeckten Version ist die eine Sache, dass Foxcann jedoch so nah an der Fertigungstolleranz baut finde ich ziemlich traurig. Wahrscheinlich auch mal wieder um Kosten zu sparen.

Bin mal gespannt wie das in nen Paar Monaten aussieht wenn die 1156er mehr verbreitet sind, ob es dann vermehrt Ausfälle gibt.

nixchecker14

Datum: 19.10.2009
Ruhig Blut !

Muss ja nicht bei jedem Brett so sein und du kannst ruhig einen Core i5 kaufen.
Wenn das so schlimm wäre, dann würde es auch viel mehr Meldungen dazu geben.
Dieses Problem hat vielleicht jeder 6.-7. wenn nicht so weniger.
Ic3M4ster
Datum: 19.10.2009
jeder 6-7. ist zuviel.
Ich meine, es gibt viele leute die berichten sie haben Probleme mit ATI Grafikkarten. Ich war mit den Grakas immer zufrieden und werde mir sicher nochmal ne Radeon holen.

Ich denke da hats nur einer übertrieben (Vcore!), und will dafür sorgen, das AMD "beliebter" wird. Das war damals genauso, als behauptet wurde ATI Grakas zerstören massenhaft Bildschirme. War nur mist der erzählt wurde.

nixchecker14

Datum: 19.10.2009
Sicher ist das zuviel, aber man muss sich ja nicht gleich in die Hosen machen.
Ich glaube das Problem betrifft nur ganz bestimmte Boards und Serien.
Der Großteil sollte dieses Problem nicht kennen.