Von: F. Schwarz

 |  01.09.06 15:30

SCSI im Desktop-PC mit der Seagate 15K.4 + Intel SRCU42E

Mit der WD Raptor haben wir schon eine High-End Festplatte mit SATA-Schnittstelle und 10.000 rpm vorgestellt. Wem das noch nicht genug ist und noch mehr Leistung will, also die Königsklasse mit 15.000 Umdrehungen, der muss zwangsweise zu SCSI greifen. Gedacht sind diese Laufwerke eigentlich für Highend-Server. Aber was für Server gut ist, kann in Desktop-PC's auch nicht schaden.


Vorwort
 
Es gibt Prozessoren für bis zu 1000 Euro und High-End Grafikkarten im Doppelbetrieb für über 1000 Euro. In solchen High-End PCs darf es aber auch nicht an der nötigen Festplatten-Power fehlen. 10.000 Umdrehungen sind schnell und sind auch einfach bekömmlich dank der Raptor von Western Digital. Aber wer noch schneller sein will, mit 15.000 Umdrehungen, der muss zwangsweise zu SCSI greifen.
Der Intel SRCU42E ist ein Zweikanal U320-SCSI Hostadapter, der verschiedene RAID-Modi in Hardware beherrscht. Außerdem verfügt er über einen DDR-RAM Slot, wo bis zu 512MB (DDR1; 333MHz, ECC) montiert werden können, die als Cache dienen. Die x8 PCI-Express Schnittstelle des Adapters ermöglicht eine Bandbreite von bis zu 2 GB/s gleichzeitig in beide Richtungen.

 

Zum Vergleich: PCI-X in seiner besten und teuersten Variante mit 64Bit und 133 MHz bringt es "nur" auf ca. 1 GB/s und das auch nur in eine Richtung. Zusammen mit unseren vier 147 GB großen Seagate Cheetah’s (15K.4) wollen wir eine maximale Festplattenperformance erreichen. Dabei müssen sich die Festplatten nicht in den typischen Server-Benchmarks beweisen, sondern den gleichen Benchmark-Parcours durchmachen wie unsere SATA-Festplatten.

 

SCSI im Detail

 

SCSI steht für Small Computer Standard Interface und wurde bereits 1979 eingeführt, wo es damals noch unter „SASI“ bekannt war. SCSI ist damit ein sehr alter, aber stets weiterentwickelter Standard. Um SCSI Laufwerke nutzen zu können, braucht man natürlich einen SCSI Hostadapter (wird fälschlicherweise gerne als SCSI Controller bezeichnet; dabei ist der SCSI-Controller i.d.R. direkt im SCSI-Gerät implementiert). Manche Server-Mainboards haben diese bereits onboard. Aber im Desktop-Bereich gibt es sowas nicht, daher muss man eine Steckkarte einsetzen. In aktuellen PCs haben wir PCI-Express und PCI zur Verfügung. SCSI im RAID0-Verbund würde die Bandbreite des normalen PCI-Bus sprengen, da dieser auf 133 MB/s (theoretisch - praktisch noch etwas weniger) limitiert ist. Dafür gibt es SCSI Hostadapter auch in der 64 Bit PCI Variante, welche die doppelte Bandbreite besitzt und unterstützt mit 66 MHz den doppelten Takt, was wiederum die Geschwindigkeit verdoppelt. Des Weiteren gibt es Highend PCI-X Slots (Nicht zu verwechseln mit PCIe/PCI-Express) mit bis zu 133 MHz und 64 Bit. Damit wird eine Bandbreite von rund 1 GB/s realisiert. Das ist zwar alles schön und gut, doch leider nützt es uns wenig, da diese Highend-PCI-X Slots den Server-Mainboards vorenthalten sind (mit sehr seltenen Ausnahmen).
 
Für uns heisst das, wir müssen mit dem klassischen PCI Bus mit 33 MHz und 32 Bit oder mit PCI-Express auskommen. Zum Glück sind PCI SCSI Hostadapter mit 66 MHz i.d.R. kompatibel zu unserem "minderwertigeren" PCI. Wenn man nur eine einzelne SCSI-Festplatte einsetzen will, wäre diese Lösung ausreichend. Für unsere vier Festplatten muss allerdings eine PCIe-Karte her. Falls jemand gedenkt, sich eine einzelne SCSI-Festplatte mit einem PCI Hostadapter zu kaufen, sollte er folgende Voraussetzungen beachten:


Der PCI Bus sollte durch nichts anderes belastet werden, denn eine moderne SCSI Festplatte ist schnell genug, um fast die gesamte PCI Bandbreite für sich alleine zu benötigen. PCI-Sound- oder Netzwerkkarten sind damit tabu. Weniger problematisch sind dagegen Modems oder Netzwerkkarten für den Internetzugang.

Die PCI Slots dürfen keinesfalls übertaktet werden! Selbst 1 MHz mehr reicht, damit ein SCSI Hostadapter seine Arbeit verweigert.

Man sollte einen ausgereiften/stabilen PCI Bus haben, Verwendung von SCSI auf labilen Plattformen wie z.B. dem Nforce2 Chipsatz wird abgeraten.


Alle diese Probleme existieren mit PCI-Express nicht. Man muss lediglich ein Mainboard mit zwei PCIe x16 Slots kaufen, da ein Slot für gewöhnlich von der Grafikkarte in Anspruch genommen wird. Ein x8 Slot würde auch reichen, diese sind allerdings auf Desktop-Mainboards nicht verbreitet.

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