Von: P. Trulson

 |  14.11.11 09:01

Intel Sandy Bridge-E - Die neue Speerspitze

Man könnte fast meinen, dass es aktuell auf dem Prozessormarkt ziemlich einseitig zugeht. Intel hatte mit den ersten Sandy Bridge CPUs die Messlatte bereits zu Beginn des Jahres mächtig hochgeschraubt. Viel schlimmer war jedoch der Flop der vor Kurzem veröffentlichten Zambezi CPUs von AMD. Diese sollten mit ihrem völlig neuen Design alles besser machen als das etwas gescheiterte K10-Design, allerdings unterlagen sie letztendlich teilweise ihren Vorgängern und auch die Leistungsaufnahme lag jenseits von Gut und Böse. Aber darum soll es heute gar nicht gehen, wir wenden uns nämlich dem neuesten Spross von Intel zu - den Sandy Bridge-E Prozessoren.


Ohne Frage liefern die normalen Modelle bereits eine sehr hohe Leistung, doch bisher fehlte noch das i-Tüpfelchen. So etwas wie damals bereits der Sockel LGA1366 mit seinen Bloomfield und Gulftown Vertretern. Und genau das bekommen wir heute auch geliefert. Einen mächtigen neuen Sockel, den LGA2011, einen neuen Chipsatz und natürlich auch eine Hand voll neuer Prozessoren, die auf dem Desktopmarkt die absolute Speerspitze darstellen sollen.

 

 

Wie man am Namen schon erkennen kann bleibt das grundsätzliche Design gleich und so ändert sich am aktuellen "Tock" nicht viel. Sandy Bridge-E basiert ebenso wie die kleinen Geschwister auf einem Design, das im 32 Nanometer Prozess gefertigt wird. Zu Beginn wird es verschiedene Modelle mit vier oder sechs Kernen und einem vergleichsweise riesigen L3 Cache geben – dazu wird es auch die übliche Einteilung in normale, "Unlocked" und "Extreme" Versionen geben, die durch kleine Anhängsel an den Namen signalisiert werden.

 

Mit Sicherheit werden sich nicht alle über den neuen Sockel freuen, da ein einfaches Aufrüsten über die Jahre nicht möglich ist und durch den Mainboard Wechsel auch deutlich teurer wird. Immerhin bringt man ein paar Neuerungen mit, denn erstmals wird es hier Mainboards geben, die ganze vier Speicherkanäle gleichzeitig ansprechen können. Auf Englisch nennt sich das Ganze dann "Quad-Channel Support". Für die absolute High End Plattform gibt es dann auch noch 40 PCIe Lanes für einen großen Grafikkartenverbund, nur an USB 3.0 Anschlüssen mangelt es etwas, dazu aber später mehr.

Nun aber genug um den heißen Brei geredet. Im heutigen Test darf sich das Top Modell der neuen Reihe gegen die etablierte Konkurrenz in Form eines Core i7-2600K behaupten. Aufgrund des Zeitmangels waren umfangreichere Tests nicht möglich, werden aber so bald wie möglich nachgeholt.

Kommentare (9)


Reggea Gandalf

Datum: 14.11.2011
Wie zu erwarten, ist es der Overkill. Die Sechskernprozessoren spielen in einer anderen Liga.
Preis und Stromverbrauch aber leider auch. Eben etwas für Enthusiasten.

bolef2k

Datum: 14.11.2011
Grundsätzlich ist der ja nett, aber 100 Watt mehr Verbrauch bei 10-20% mehr Leistung, ist nicht so wirklich toll, zumal der Neupreis auch sehr happig ist. EnthusiastenPlattform hin oder her, User die das Maximum an leistung wollen, können sich den zwar kaufen, aber man kann sicherlich auch Dual-XEON System bauen, wo man 2 CPUs mit vile mehr Kernen bei geringerem verbrauch bekommt. Dazu dient ein LGA1155er Sockel auch bestens...

Reggea Gandalf

Datum: 14.11.2011
Man muss das Einsatzgebiet sehen. Lass mal die Spiele raus, dann ist der Vorsprung gleich viel größer als 10-20%. Bei entsprechenden Anwendungen wird dieser Hexacore mit SMT deutlich vor einem i7 2600K liegen und noch weiter vor einem Bulldozer mit vier Modulen.

ClisClis

Datum: 14.11.2011
Naja, ich denke auch, dass die Leistung nicht so schlecht ist. Wenn die Entwickler dann ihre Software auch noch etwas optimieren auf Multicore, was ja in den letzten Jahren auch langsam kam, geht der neue i7 schon ganz gut ab. Und der Preis war ja mit ca 1000Euronen schon länger vermutet. Ist doch meistens so bei den Enthusiasten CPU's von Intel. Mich stören eher die deaktivierten Kerne..

Reggea Gandalf

Datum: 14.11.2011
Die kosten ja nicht alle 1000€. Das Topmodell zu kaufen, ist sowieso recht unsinnig.
Hier zum Beispiel eine Nummer kleiner mit 6 x 3.2 GHz: http://geizhals.at/deutschland/691075
Dürfte sich in absehbarer Zeit bei 400-450€ einpendeln.

Ich hatte anfangs auch von einem Achtkerner mit SMT für Sandy Bridge-E gelesen.

Mr.Silt

Datum: 14.11.2011
Ich glaub ich werde meinen X4 mal ersetzen *freu*

(natürlich nicht mit der 1000€ version sondern mi dem kleinen)

Horst58

Datum: 14.11.2011
Die Welt wird sich auch weiter drehen, wenn so ein Dickschiff bei mir niemals ins System einziehen wird. Und deshalb stört mich nicht einmal der nicht ganz so volkstümliche Preis.
Aber die brachiale Rechenpower, die das Ding, eine entsprechende Software vorausgesetzt, entwickeln kann, ist schon stark beeindruckend.
So manchem Early-Adopter wird da wohl der Geifer vom Kinn tropfen.

bolef2k

Datum: 14.11.2011
Also ich meine ja auch, dass es für Arbeiten mit einem 1155er ausreicht, hab da letztens einen XEON auf 1155 für Office Rechner gekauft und das mit 16 GB RAM rennt einfach nur perfekt. Jedoch muss ich auch sagen, dass ich zwischen meinem i7 940 auf LGA1366er Basis und diesem XEOn kaum Untershciede beim Arbeiten merke. Der 1155er ist etwas schneller, aber merkt man so generell nicht. Wenn man fast doppelt so viele Pins hat, ohne dabei eine GPU damit betreiben zu müssen, heisst auch massiv mehr Bandbreite für RAM und CPU Anbindung, was sich einfach in leistung wiederspiegeln muss! Fand aber den Anstieg um 100 Watt bei Vollast etwas arg...

PS: Dickes Dankeschön an Phil, der sein Review in kürzester Zeit on gebracht hat - 1,5 Tage waren es gerademal, wenn ich mich nicht irre...

incredible-olf

Datum: 14.11.2011
Die theoretishc vorhandene Leistung kann sich aber nur dann wiederspiegeln wenn man sie auch abruft bzw. mehr Leistung abruft als 1155er Systeme bereitstellen können.

Für die allermeisten PCs die sich in Büros befinden dürfte das aber nicht gelten, Office, Internet und Grafikbearbeitung würden die neue Plattform wohl deutlich unterfordern.

Technisch interessant ist das was Intel da wieder abgeliefert hat natürlich schon...ohne eine gewisse Technikaffinität würden wir uns ja kaum in einem Hardwareforum rumtreiben

Hevorragendes Review, dickes Lob an den Kollegen.