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Von: D.Sielicki

 |  21.02.12 18:18

Foxconn erhöht Mitarbeiterlöhne nach FLA-Ermittlungen

Der weltgrößte Elektrogeräte-Produzent Foxconn war bereits mehrmals durch schlechte Arbeitsbedingungen, größeren Arbeitsunfällen und sogar Berichten über Selbstmorde unter den Mitarbeitern negativ in die Schlagzeilen gekommen. Doch nicht nur Foxconn, sondern auch der kalifornische Konzern Apple kam ins schlechte Licht, denn dieser wusste angeblich von den schlechten Arbeitsbedingungen und nahm diese stillschweigend hin.


Nach mehreren negativen Schlagzeilen wurde auch Apple die Situation zu brisant, so dass der Konzern selbst die Fair Labor Association, kurz FLA, kurzerhand zu den Foxconn-Werken schickte, die die Arbeitsbedingungen und Umstände innerhalb der Werke untersuchen sollte. Kurz danach erhöhte Foxconn die Löhne der Mitarbeiter um 16 bis 25 Prozent, was zu Verwunderung führte. Man könne glauben, Foxconn möchte nur schnell auf die negativen Kritiken reagieren, um halbwegs gut aus der Sache raus zu kommen, doch die Lohnerhöhung soll schon am 1. Februar stattgefunden haben. Eine Ankündigung gab es bisher nicht, denn man hätte bisher aufgrund der Ermittlungen in Bezug auf die Arbeitsbedingungen keine Möglichkeit dazu gehabt. Die höheren Kosten sollen sich aber im Endeffekt nicht auf die Produktpreise auswirken, so Sprecher Simon Hsing.

 

 

Laut FLA-Mitarbeiters, der die Bedingungen in den Werken mituntersucht, erleben Apple und Foxconn einen „Nike Moment“. Mitten in den 90ern kam der Hersteller Nike ebenfalls in Bezug auf die Arbeitsbedingungen in die Kritik. Die schlechtesten Bedingungen waren sie zwar nicht, allerdings wurde es sehr von der Öffentlichkeit hochgespielt und so wurde der Konzern zum handeln gedrungen. Genau dies erlebt Apple zur Zeit.

 

Die ausführlichen Ergebnisse der Untersuchungen sollen im März präsentiert werden. Spätestens dann wird sich zeigen, ob die Bedingungen in den Werken so schlecht sind, wie sie in den Medien beschrieben wurden.

 

Quelle: Hamburger Abendblatt, VR-Zone

Kommentare (5)

BitGNU
Datum: 22.02.2012
Ich denke immer noch, das irgendetwas an dieser ganzen Foxconn-Geschichte Faul ist. Ich vermute hier gezielte Propaganda bestimmter Konzerne um Apple in ein schlechtes Licht zu rücken. Denn wer sich ein bisschen mehr mit China aus kennt der weiß eigentlich:

- Bei Foxconn werden keine Niedriglöhne gezahlt. Bereits 2010 zahlte Foxconn 2000 Yuan (ca. 240&#8364 Lohn nebst Verpflegung der Mitarbeiter. Sprich: Betriebsrente, Essen, Schlafplatz wird noch zusätzlich gezahlt. So bleibt den Mitarbeitern 2000 Yuan Reallohn (und jetzt kommen noch mal 25% drauf). Und um dort zu arbeiten muss man nicht mal etwas gelernt / studiert haben. Alles Firmeninterne Schulungen. Im direkten Vergleich: Meine Frau hat an einer FirstLevel Universität studiert und verdiente im ersten Jahr im Exportmanagement 2500 Yuan und musste selbst für Verpflegung und ihre Wohnung aufkommen. 2000 Yuan reichen übrigens selbst in Shenzhen aus um über die Runden zu kommen. Wenn man dann noch heiratet und 2 Leute verdienen sowieso. Daraus lässt sich aber generell mal schließen, das im Verhältnis in China die Menschen besser bezahlt, auch handwerkliche Arbeit, einfach mehr Wert ist als in bspw. in Deutschland. Hier verdienen Universitätsabgänger teilweise direkt 3000€ Brutto und Mitarbeiter an Fließbändern werden im Zeitarbeitsverhältnis mit 400-500€ abgespeist - oder selbst ausgelernte Handwerker wie Tischler oder Köche teilweise mit lächerlichen 1200€ Brutto.

- In China herrscht im Gegensatz zu Deutschland keine Job-Knappheit. Das heißt: Wenn die Leute kein Bock mehr haben oder irgendetwas nicht stimmig ist, wird einfach gekündigt bzw. da in China auch Kündigungsfristen nicht ernst genommen und ggf. verfolgt werden, kommt man einfach am nächsten Tag nicht mehr zur Arbeit. Daher kann ich mir nicht vorstellen, dass sich irgendwer bei Foxconn wegen den schlechten Arbeitsbedingungen selbst umbringt. Hier spielen wohl eher familiäre und soziale Probleme eine Rolle. Chinesen setzen sich selbst unter einen ungeheuren Druck möglichst viel im Leben zu erreichen. Das ganze ist ein Auswuchs der knallharten Ausrichtung einer gesamten Gesellschaft auf Konkurrenzdenken, nachdem Generationen im real gelebten Sozialismus aufgewachsen sind. Solche Probleme haben wir in Deutschland bspw. überhaupt nicht. So bringen sich auch dauernd irgendwelche Studenten an Universitäten um, obwohl das Universitätsleben in China generell sehr gut ist. Bei Foxconn arbeiten 1.2 Millionen Menschen. Wer sich die Selbstmordstatistiken in China anschaut, der wird feststellen das die paar Selbstmorde überhaupt nicht ins Gewicht fallen. Ist aber natürlich gefundenes Fressen um Apple ein schlechtes Image aufzudrücken.

PS: Was macht das Ganze im Hardware-Forum ?

KeKs

Datum: 22.02.2012
Och ich denke schon, dass die Newsmeldung ihre Daseinsberechtigung hat, da sie doch in Zusammenhang mit Computertechnik steht.
Deinen Beitrag finde ich nichts desto trotz sehr aufschlussreich. Es ist sicherlich schwer, Klischees bezüglich China zu brechen, was man doch hier eher als Fernes, billig produzierendes Land mit armer Bevölkerung kennt... anscheinend geht das ja auch immernoch so durch die Medien. Selten hört man auch mal was aus der anderen Richtung von Leuten, die wirklich mal dort waren und sich ein Bild gemacht haben.
BitGNU
Datum: 22.02.2012
Eine Daseinsberechtigung auf jedenfall

Ich dachte nur der Pfad > PCMasters Hardware Forum > Hardware > Hardware Allgemein > Seite 1 > Foxconn erhöht Mitarbeiterlöhne nach FLA-Ermittlungen Diskussion passt eher ins Weltgeschehen Forum.

KeKs

Datum: 22.02.2012
Das mag sein, hab das mal so gemacht.
BitGNU
Datum: 22.02.2012
Noch mal zur Diskussion

Ja so wird China wirklich gesehen. Dabei ist China der Zweitgrößte Absatzmarkt für Luxusgüter nach den USA und löst diese in wenigen Jahren ab.