In diesem HowTo möchte ich euch eine Hilfestellung geben wie ihr die Fehlerquelle bei den häufigsten Problemen selbst feststellen und eventuell auch beheben könnt.
Wählt einfach euren Fehler aus und geht dann die Diagnosemethoden durch, solltet ihr die Fehlerquelle nicht mit den typischen Diagnoseschritten für den jeweiligen Fehler gefunden haben geht am besten alle Schritte der Reihe nach durch.
Der Rechner startet sich selbst neu, eventuell mit extrem kurzer Anzeige eines Bluescreens Sollte sich der Rechner einmal ohne erkennbaren Grund selbstständig neustarten empfiehlt es sich den automatischen Neustart bei Systemfehlern abzuschalten um sich ggf einen Bluescreen anzeigen zu lassen. Dies kann in den Eigenschaften vom Arbeitsplatz unter Erweitert -> Starten und Wiederherstellen / Einstellungen vorgenommen werden, ist das Häkchen bei „Automatisch Neustart durchführen“ gesetzt startet sich der Rechner neu und ein eventueller Bluescreen kann nicht gelesen und analysiert werden. Jetzt empfehle ich je nachdem ob ein Bluescreen angezeigt wird oder nicht folgendes Vorgehen:
Der Rechner friert ein. In den meisten Fällen liegt das Einfrieren des Rechners an einem Defekt (meist Speicher oder Grafikkarte) oder thermischen Problemen. Ich Empfehle daher folgendes Vorgehen:
Der Rechner zeigt kein Bild. Dieser Fehler kann viele Ursachen haben, am häufigsten sind aber kleine Fehler bei der Rechnermontage sowie defekte Komponenten. Meine Empfehlung fürs Vorgehen:
Der Rechner reagiert nicht auf den Einschalter (höchstens Lüfter versuchen anzulaufen). Das der Einschalter Korrekt verkabelt ist setze ich an dieser Stelle einfach mal vorraus Dieser Fehler liegt meist an unsauberer Rechnermontage oder defekten Komponenten, meine Empfehlung zum Vorgehen:
Der Rechner ist seit kurzer Zeit ungewöhnlich langsam. Dieser Fehler deutet auf ein Softwareproblem hin, meist sind Viren, fehlerhafte Treiber oder ein beschädigtes Betriebssystem verantwortlich. Ich empfehle folgendes Vorgehen:
Alle Verkabelungen und Steckkontakte überprüfen.
Häufig liegen Fehler daran das nicht alle Komponenten korrekt miteinander verbunden sind, mal steckt eine Karte oder ein Rammodul nicht korrekt im Slot, mal hat man ein Stromkabel vergessen. Also Rechner vom Strom abklemmen, Seitenwand öffnen und dann den korrekten Sitz aller Steckkarten und Rammodule in ihren Slots sowie die komplette Verkabelung überprüfen. In der Regel sind folgende Kabel nötig:
Stromkabel vom Netzteil zum Mainboard
Zusatzstromkabel vom Netzteil zum Mainboard
Stromkabel vom Netzteil zu allen Laufwerken
Stromkabel vom Netzteil zur Grafikkarte
Datenkabel vom Mainboard zu den Laufwerken
Kabel vom Anschaltknopf am Gehäuse zum Mainboard
Stromkabel von allen verbauten Lüftern, entweder zu dafür vorgesehenen Anschlüssen auf dem Mainboard, oder direkt zum Netzteil.
Den Arbeitsspeicher auf Fehler überprüfen.
Um den Arbeitsspeicher auf Fehler zu überprüfen gibt es verschiedene Tools, am weitesten verbreitet ist Memtest. Dieses kann hier heruntergeladen werden. Am einfachsten ist hierbei die Methode eine bootfähige CD zu erstellen. Wenn das Tool einmal läuft überprüft es den Arbeitsspeicher vollständig, dieser Test sollte mindestens einmal komplett durchlaufen. Wenn nach dem vollständigen Test keine Fehler gemeldet werden kann davon ausgegangen werden das der Arbeitsspeicher inordnung ist.
Die Arbeitsspeicherbestückung verändern.
Häufig liegen Fehler daran das die momentane Art wie die Rammodule auf dem Mainboard angebracht sind sich nicht mit dem Mainboard "verträgt". Hier gibt es 2 Methoden das auszuschliessen:
Die Anordnung der Module in allen denkbaren Kombinationen ausprobieren.
Bei hoher Anzahl an Modulen (z.B. 4*1GB) die Anzahl der Module reduzieren (z.B. auf 2*1GB).
Beide Methoden können kombiniert werden.
Einzelkomponenten durch Austauschgeräte überprüfen.
Das ist die Methode zu der auch Firmen (z.B. der kleine Computerladen um die Ecke) greifen. Man wechselt also jeweils ein Gerät aus und schliesst im Gegenzug dafür ein neues, bei dem man sicher ist das es Funktioniert, an. Ist der Fehler damit verschwunden dürfte geklärt sein welche Komponente den Fehler ausgelöst hat.
Die Festplatte mit Diagnosesoftware testen.
Praktisch jeder Hersteller bietet Diagnosesoftware um die Funktionstauglichkeit der Festplatten zu überprüfen zum Download an. Häufig handelt es sich dabei um Images aus denen man eine bootfähige CD erzeugen kann, ähnlich wie bei Memtest. Achtung: Die meisten Programme fordern den Anwender zu einem vollständigen Backup der Daten auf der Festplatte auf, dies sollte dringend beachtet werden (eigentlich hat der verantwortungsbewusste User ohnehin immer ein halbwegs aktuelles Backup seiner wichtigsten Daten). Diese Software ist in der regel selbsterklärend, so das ich hier darauf verzichte näher auf diese einzugehen. Auch hier gilt: Die Überprüfung mindestens einmal vollständig durchlaufen lassen.
Den Rechner mit Antivirensoftware untersuchen.
Häufig liegen Probleme an Viren. Diese kleinen unscheinbaren Programme die oft große Auswirkungen haben sind meist nur schwer wieder weg zu bekommen. Die besten Chancen dazu hat man mit einem Antivirenprogramm. Es gibt eine Vielzahl von Kostenlosen aber auch Kostenpflichtigen Antivirenprogrammen. Diese Programme und ihre Installer sind in der Regel selbsterklärend, deshalb verzichte ich hier auf eine Detailierte Beschreibung des Vorgangs. Die beliebtesten Vertreter der Kostenlosen Antivirenprogramme sind Avira AntiVir PersonalEdition Classic und avast! Antivirus Home Edition. Eine Installation eines Antivirenprogramms nach dem Virenbefall ist häufig schwierig, weshalb der verantwortungsbewusste User immer ein Antivirenprogramm installiert hat. Sollte einmal der Fall eintreten das man einen Virus vermutet aber kein Antivierenprogramm mehr installieren kann, kann man auf ein eine sogenannte Notfallcd zurückgreifen, das sind bootfähige CDs mit einem kleinen Mini-Betriebssystem und einem integrierten Antivirenprogramm. In den meisten Fällen löst nur eine Windows neuinstallation das Problem endgültig, aber der Versuch den Virus mit Software zu bekämpfen schadet nie und erhöht die Chancen an ungesicherte Wichtige Dateien nochmal heranzukommen.
Mit einem neu installierten Windows arbeiten Im laufe der Lebenszeit eines Betriebssystems werden natürlich immer wieder Treiber aktualisiert, Programme installiert und deinstalliert, Einstellungen geändert, Dateien erstellt, verschoben und gelöscht. All diese Voränge nehmen einen Einfluss auf das Betriebssystem und es kann durchaus vorkommen das irgendwann einer dieser Vorgänge oder eine Kombination aus mehreren dieser Vorgänge einen Punkt im System berührt der dafür sorgt das das ganze System instabil, langsam oder sonstwie unbrauchbar wird. Um diesen Fehler zu bestätigen oder auszuschliessen ist es das einfachste eine andere Festplatte herzunehmen, die eigentlich aktive abzuklemmen, und dort ein „frisches“ Windows mit aktuellen Treibern zu installieren. Wenn das neue Windows das gleiche Fehlverhalten zeigt wie das alte kann ein Softwareproblem praktisch ausgeschlossen werden.
Die Kühlung der Hardware überprüfen Moderne Hardware verbraucht viel Strom und dabei entsteht viel Abwärme! Um die Hardware vor Schäden durch zu hohe Temperaturen zu schützen ist eine gute Kühlung unerlässlich. Mittlerweile gibt es recht zuverlässige Schutzfunktionen mit denen sich Hardware selbstständig vor eben diesen Schäden schützt, so schalten viele Mainboards den Rechner ab wenn die Prozessortemperatur eine bestimmte Schwelle überschreitet oder takten sich Grafikkarten selbstständig herunter wenn eine bestimmte Temperatur erreicht wird. Eine ausreichende Kühlung hängt in erster Linie von zwei Faktoren ab: Korrekter Sitz der Kühlkörper und ausreichende Belüftung. Der Korrekte Sitz eines Kühlkörpers lässt sich durch leichtes Wackeln an diesem bereits überprüfen, lässt er sich ohne großen Kraftaufwand bewegen sitzt er nicht optimal auf der zu kühlenden Komponente. Die Belüftung des Systems sollte so aufgebaut sein das es eine einheitliche Richtung für den Luftstrom gibt, die meisten User verwenden dazu das Prinzip vorne am Gehäuse kalte Luft von einem Lüfter hereinholen zu lassen, welche sich danach an der Hardware vorbei bewegt und diese damit kühlt und letztendlich durch einen Lüfter im hinteren Teil des Gehäuses die nun warme Luft nach außen zu transportieren. Sitzen alle Kühlkörper korrekt und werden mit Luft versorgt. Um letzte Sicherheit zu erhalten sollte man die Temperaturen der Hardware unter Last und im „Leerlauf“ überprüfen. Hierfür eignet sich am ehesten Everest. Dieses Programm liefert äußerst viele Informationen über den Rechner, unter anderem auch die Temperaturen der verschiedenen Komponenten. Die Leerlauftemperatur lässt sich einfach ermitteln wenn man keine besonders leistungshungrigen Programme laufen hat und dann die Temperaturen mit dem Programm ausliest. Die Temperatur unter Last ermittelt man am besten mit Benchmarks (mehrmals laufen lassen schadet hier nicht) oder Spielen (Eine halbe Stunde sollte hier als absolutes Minimum gesehen werden).
Everest kann hier kostenlos heruntergeladen werden.
Das Dateisystem überprüfen Einige Fehler können durchaus an einem Defekt am Dateisystem liegen, dieses lässt sich häufig mit der Windows CD reparieren. Beim Systemstart bootet man von dieser und bahnt sich seinen Weg durch die Menüs zur Wiederherstellungskonsole. In der Konsole tippt man „chkdsk“ ein, dieser Befehl überprüft die Festplatte bzw Partition auf die derzeit zugegriffen wird. Mit „chkdsk /?“ lassen sich die weiteren Funktionen des Befehls zur Reparatur eventueller Defekte anzeigen.
Windows Bluescreens deuten
Nachfolgend habe ich die häufigsten Bluescreens und ihre Bedeutung für euch zusammengestellt.
IRQ_NOT_LESS_OR_EQUAL
Deutet auf einen Fehler im Treiber oder in der Zusammenarbeit zwischen Soft- und Hardware hin. Gelegentlich erzeugt defekte Hardware einen Fehler mit diesem Code.
KMODE_EXCEPTION_NOT_HANDLED
Deutet auf fehlerhafte Installation von Soft- oder Hardware hin. Häufig in Zusammenhang mit USB-Geräten, gelegentlich ist die Schuld beim Grafiktreiber oder der Grafikkarte zu suchen.
INACCESSIBLE_BOOT_DEVICE
Deutet auf defekte Hardware hin, häufig ist die Festplatte oder ihr Controller defekt. Gelegentlich ist auch der RAM betroffen. In Einzelfällen habe auch Ressourcenkonflikte oder falsche Bioseinstellungen diesen Fehler zur folge.
KERNEL_DATA_INPAGE_ERROR & KERNEL_STACK_INPAGE_ERROR
Einige Daten aus der Auslagerungsdatei konnten nicht gelesen werden. Meist sind die Systemdaten kaputt, auch defekter RAM kann diesen Fehler hervorrufen.
DATA_BUS_ERROR
Bei der Datenübertragung kam es zu Fehlern, in den meisten Fällen ist der RAM defekt.
STATUS_SYSTEM_PROCESS_TERMINATED
Das Untersystem für die Benutzeranmeldung ist defekt oder gefährdet.
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Die Anwendung sämtlicher Software- sowie Hardwarediagnoseschritte geschieht auf eigenes Risiko, weder ich noch PCMasters.de sind für etwaige Beschädigungen, Datenverluste oder sonstige Probleme in Folge der Anwendung dieses Howtos verantwortlich.
Folgende 27 Benutzer haben sich für das Thema bedankt:
Endlich ist es online
Ein sehr nützlicher Beitrag, danke dir Olf für deine Mühen.
Wer noch Tipps hat, soll diese bitte hier reinposten.
25.05.2008, 13:07
FredoGonzo
Wirklich große klasse! Hat mir sehr geholfen! Vor allem, dass sich der PC nicht direkt ausschaltet und man den Bluescreen in ruhe lesen kann...
Allerdings waren meine genauen Fehlermeldungen nicht oben vermerkt:
PAGE_FAULT_IN_NONPAGE_AREA
sowie
PFN_LIST_CORRUPT
Diese Fehlermeldungen kamen bei mir im normalen WinXP-Betrieb (also kein Bench/Spiel oder sonst was offen) beim Surfen im www!
Bei der ersten Fehlermeldung wurde das Problem lt. Bluescreen möglicherweise durch die Datei win32k.sys ausgelöst.
Lösung des Problems: Keine Ahnung bzw. die von ]hat zu keinen Ergebnissen geführt!
Bei der zweiten Fehlermeldung (PFN_LIST_CORRUPT) habe ich Hilfe im Web gefunden:
Zitat:
PFN steht für "Page Frame Number" und beschreibt die Einteilung der einzelnen Seitenrahmen des Arbeitsspeichers in welchem die Programmbefehle ablaufen oder Treiber arbeiten
]
Zitat:
[...] Übertaktete Systeme können anfällig auf solche Bluescreens sein, da das Timing des Arbeitsspeichers nicht mehr auf herkömmlichem Wege arbeitet und die oben erwähnte PFN Liste beschädigt wird.
ebenda
Habe dann die Timings wieder auf Auto gestellt und habe seitdem keine Probleme mehr!
Unter der verlinkten Seite sind auch weitere Problemlösungen für diese Fehlermeldung aufgelistet, falls es nicht wie bei mir, an den Timings liegen sollte!
grüße
Geändert von FredoGonzo (25.05.2008 um 13:09 Uhr).
07.07.2008, 13:59
Malli
ist wirklich sau gut geworden ^^
16.09.2008, 14:18
ChiefAlex
vielen danke für den guide! es war genau das, was man bei "freezes" erwarten würde: der RAM. obwohl memtest stundenlang gelaufen ist und keine errors gezeigt hat!
16.09.2008, 14:53
MasterOne
Sowas hat aufjedenfall hier noch gefehlt !!
Gute Arbeit !!
Wird von mir bistimmt bei Problem Fragen von Usern hier im Forum verlinkt.