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Ashampoo Burning Studio 12 - gelungener Alleskönner?

Für die Datenspeicherung waren CDs und DVDs früher ein beliebtes Instrument. Mit der Zeit wurden USB-Sticks immer beliebter und stoßen die Rohlinge vom Thron, da Datenverwaltung mit ihnen deutlich leichter möglich war. Allerdings bieten sich CDs und DVDs auch heute noch an: Möchte man zum Beispiel eine CD mit Bildern und einer Diashow erstellen oder einen selbsterstellten Film auf DVD brennen, dann ist ein Rohling nicht nur günstiger, sondern auch praktischer. Doch wie kriegt man die Diashow oder den Film überhaupt auf die CD/DVD?

Ashampoo Burning Studio 12

Eine mögliche Antwort könnte lauten: mit dem Ashampoo Burning Studio 12. Wir möchten euch die aktuelle Version des Brennprogramms zeigen und vorstellen. Ihr werdet erfahren, was das Tool kann, ob es benutzerfreundlich ist, was uns gefällt und was weniger gelungen ist. Im Zeitalter der LightScribe-Technologie dürfte es sicher auch den ein oder anderen interessieren, ob sich mit dem Ashampoo Burning Studio 12 Disc-Cover erstellen lassen oder nicht.

„Läuft Ashampoo Burning Studio 12 auf meinem Rechner überhaupt?“, „Bringt es versteckte Adware mit sich?“, „Lassen sich CDs rippen?", „Unterstützt es Blu-ray Rohlinge?“ und *„Gibt es auch eine kostengünstigere Alternative?“ dürften einige der Fragen sein, die man sich stellt, bevor man das Programm erwirbt. All diese Fragen werden wir auf den kommenden Seiten klären, damit ihr euch einen eigenen Eindruck von der Software machen könnt.

Vorab lässt sich bereits sagen: Ashampoo Burning Studio 12 läuft so gut wie auf jedem Computer, der auf Windows XP (oder neuer) basiert und dabei gleichzeitig die Systemanforderungen des jeweiligen Betriebssystems erfüllt. Erfreulicherweise gibt es jedoch auch genauere Werte, die Ashampoo für einen angenehmen Betrieb der Software empfiehlt.

Ashampoo Burning Studio 12

Die Grafikkarte sollte eine Mindestauflösung von 800 x 600 Pixel sowie 16-bit-Farbe unterstützten und mindestens 1 Megabyte Speicher aufweisen können. Empfohlen wird jedoch eine Grafikkarte, die DirectX 9, Pixelshader v2.0, eine Mindestauflösung von 1.024 x 768 Pixel sowie 32-bit-Farbe unterstützt und über 128 Megabyte Speicher verfügt. Benötigt wird – je nach Bedarf – ein CD-/DVD- und/oder BD-Brenner. Der Prozessor sollte einen Takt von mindestens 1.200 MHz oder mehr aufweisen können. Es werden sowohl Prozessoren der x86- als auch jene der x64-Architektur unterstützt. Optimal wäre hingegen ein Prozessortakt von 3.000 MHz oder mehr, da dies die Dauer beim Brennen von Video Discs oder Diashow Discs (abhängig von der Datenmenge) deutlich verkürzen kann.

Spannend wird es bei den Speicherplatzanforderungen: 1.024 Megabyte Arbeitsspeicher werden mindestens benötigt, 2.048 Megabyte werden für Blu-ray Video empfohlen. Es sollten noch mindestens 350 Megabyte freier Speicherplatz für die Software vorhanden sein sowie weitere 8 Gigabyte für temporäre Dateien, die unter Umständen erzeugt werden können. Für Blu-ray Video werden sogar 50-100 Gigabyte zusätzlicher freier Speicherplatz empfohlen. Wer die LightScribe-Technik nutzen möchte, sollte die LightScribe System Software mit der Versionsnummer 1.17.90.1 (oder neuer) und Microsoft .NET Framework 4.0 (oder neuer) installiert haben.

Wir testeten Ashampoo Burning Studio 12 auf unserem Acer Aspire 7750G mit folgenden Spezifikationen:

  • Prozessor: Intel Core i5-2450M @ 2,5 GHz
  • Arbeitsspeicher: 4 GB DDR3-RAM
  • Grafikkarte: AMD Radeon HD 7670M mit 1 GB VRAM
  • Festplatte: 500 GB HDD
  • DVD-Laufwerk: DVD-Super Multi DL Brenner
  • Betriebssystem: Windows 8 Pro x64

Unser System übertrifft die Mindestanforderungen bei Weitem, weshalb wir keine Leistungsprobleme erwartet haben. Es gibt das Ashampoo Burning Studio 12 zwar nicht direkt in mehreren Editionen, allerdings gibt es ein abgespecktes Ashampoo Burning Studio 6, das auch kostenlos erhältlich ist. Es beschränkt sich jedoch auf seine Kernfunktionen. Wer also nur selten oder schlichtweg in kleinerem Umfang mit dem Brennproramm arbeiten möchte, der kann jederzeit einen Blick auf die kostenlose Alternative werfen.

Der rund 171 Megabyte große Installer lässt sich kostenlos aus unserer Downloadsektion oder von der offiziellen Ashampoo-Homepage herunterladen. Der Download dauert – je nach Internetanbindung – wenige Sekunden bis hin zu einigen Minuten. Mit einer 6-Mbit-Anbindung dauert es ca. 4 Minuten, bei 50 Mbit/s nur rund 30 Sekunden. Der Installer liegt anschließend als ausführbare EXE-Datei vor.

Ashampoo Burning Studio 12

In gewohnter Ashampoo-Manier öffnet sich der Setup-Assistent, der uns entweder einen Blick auf die Systemvoraussetzungen gewährt oder uns direkt fortfahren lässt. Anschließend müssen wir den Lizenzvereinbarungen zustimmen und können mit einem Klick auf „Weiter“ entscheiden, ob wir die Express-Installation oder die benutzerdefinierte Installation verwenden möchten. Wenn wir damit einverstanden sind, dass ein Desktop-Symbol erstellt wird und Ashampoo Burning Studio 12 selbstständig die Suche nach Programm-Updates ausführt, dann können wir getrost die Express-Installation ausführen. Andernfalls wählen wir die benutzerdefinierte Installation und wählen ab, was wir nicht wollen.

Die Installation von Ashampoo Burning Studio 12 dauert nur einige Sekunden, ehe wir es starten können. Bevor wir aber einen Blick auf die Funktionen werfen, lässt sich die Testphase von 10 auf 30 Tage verlängern, indem wir uns mit unserer E-Mail bei Ashampoo registrieren. Anschließend wird uns ein Code zugesandt, mit dem wir die Testphase verlängern können. Solltet ihr bereits einen gültigen Key haben, dann könnt ihr diesen auch gleich verwenden, um das Programm dauerhaft zu aktivieren. Die Installation bringt nur indirekt Adware mit sich: Nach der Installation finden wir ein „YourSoftwareDeals“-Icon auf unserem Desktop mit Weiterleitung zum Ashampoo-Shop. Diesen könnt ihr einfach per Rechtsklick/Löschen entfernen. Toolbars oder Ähnliches werden nicht installiert. Soviel also zur Installation.

Ashampoo Burning Studio 12

Jetzt, wo Ashampoo Burning Studio 12 installiert ist, können wir einen Blick auf die Benutzerfreundlichkeit werfen. Das Startmenü wirkt einladend und gut strukturiert. Auf der linken Seite sehen wir eine Liste mit den verfügbaren Hauptfunktionen, die nochmals gegliedert sind. Wer also Daten brennen möchte, klickt auf das hierfür vorgesehene Menü. Wer Musik brennen möchte, geht ebenfalls so vor. Die Menüleiste bietet uns eine vereinfachte Übersicht über alle Funktionen. Außerdem lassen sich die Programmeinstellungen nur über die Menüleiste erreichen. Wer öfters bei Ashampoo einkauft, kann über den Menüpunkt „MyAshampoo“ auf sein Benutzerkonto zugreifen und gelangt direkt zur Website, zum Shop oder auch zum Kundensupport.

Die einzelnen Funktionen wurden ebenfalls sehr übersichtlich umgesetzt. Möchte man Dateien und Ordner brennen, legt man die CD einfach ein und zieht die gewünschten Dateien und Ordner einfach per Drag & Drop in das dafür vorgesehene Fenster. Wir würden sagen, dass Ashampoo das Programm gut aufgebaut und mit hilfreichen Benutzerhinweisen versehen hat. Zwar wird der Benutzer nicht ausschließlich vom Programm geleitet, allerdings machen die Hinweise und der übersichtliche Aufbau die Navigation deutlich leichter, als man das von so manch anderem Programm kennt.

Das Funktionsspektrum der Burning Suite ist sehr umfangreich. Die Hauptfunktionen sind folgenden Bereichen zugeordnet:

  • Daten brennen
  • Sichern + Wiederherstellen
  • Musik (Erzeugen + Brennen)
  • Film + Diashow (Erzeugen + Brennen)

Unter „Daten brennen“ lassen sich Datendiscs erstellen, Discs verteilen und mit einem Autostart versehen. Wer eine alte CD-RW aktualisieren will, der findet hierfür ebenfalls die richtige Funktion. Das Prinzip für alle Optionen ist ähnlich: Ihr zieht (per Drag & Drop) die Dateien, die ihr brennen möchtet, in das Fenster, das Programm errechnet die Dateigröße und zeigt zum Beispiel, wie groß die Dateien auf einer CD wären, wie viel freier Speicher auf einer CD verbleiben würde oder ob die Dateien zu groß für eine CD sind und ob ihr infolgedessen auf eine DVD zurückgreifen müsst. Außerdem werden rechts unten sämtliche Medientypen (unter anderem CD-R/RW, DVD-RAM, DVD+R/RW usw.) angezeigt, auf die sich die Dateien kopieren lassen.

Ashampoo Burning Studio 12

Ähnlich umfangreich ist die Sicherung- und Wiederherstellungsfunktion. Die Funktion bietet euch die Möglichkeit, Dateien und Ordner zu sichern. Es ist dabei egal, ob das Backup auf einer CD/DVD/BD oder auf der Festplatte, einem USB-Stick oder einer SD-Karte abgelegt wird. Die Einstellungen bieten einige zusätzliche Möglichkeiten: Archive können per Passwort geschützt werden. Sie lassen sich komprimieren oder in gleichgroße Datenmengen aufspalten. Das Backup liegt dann im Ashampoo-eigenen .ASHBACK-Dateiformat vor.

Die Wiederherstellungsfunktion wirkt einladend: Alle Backups, die ihr erstellt habt, werden gespeichert. So müsst ihr diese nicht erst suchen und könnt sie direkt auswählen. Allerdings müsst ihr – wenn ihr das Backup auf einem Rohling oder einem USB-Stick (oder Ähnlichem) abgelegt habt – das Medium zuvor einlegen bzw. anschließen. Sowohl die Sicherung als auch die Wiederherstellung klappte bei uns einwandfrei. Ein Ordner mit 220 Megabyte an gemischten Daten (Dokumenten & Bildern) wurde sogar auf 105 Megabyte komprimiert, was ebenfalls sehr erfreulich ist. Auch interessant: Es lassen sich nicht nur Audio-, MP3- und WMA-CDs erstellen, Audio-CDs können auch gerippt werden. Das ist zwar nicht selbstverständlich und auch nicht unbedingt notwendig, da Microsoft im Media Player schon eine ähnliche Funktion verarbeitet hat, aber es schadet keinesfalls.

Weit umfangreicher sind allerdings die Film- & Diashow-Funktionen. Während sich sowohl Film- als auch Diashow-DVDs sowie Blu-ray Discs ohne Probleme erstellen lassen, können auch gerippte Filme auf DVD und Blu-ray gebrannt werden. (Es ist jedoch zu beachten, dass das Kopieren von urheberrechtlich geschützten Datenträgern illegal und daher zu unterlassen ist.) Wem das noch nicht reichen sollte: Es besteht auch die Möglichkeit, Video-CDs zu erstellen.

Abgesehen von diesen Hauptfunktionen bietet Ashampoo Burning Studio 12 noch einige weitere Möglichkeiten, Daten auf Rohlingen zu verarbeiten. Weiteres erfahrt ihr auf der folgenden Seite.

Das übrige Funktionsspektrum umfasst folgende Kategorien:

  • Disc kopieren
  • Disc Image
  • Erweiterte Funktionen
  • Löschen + Finalisieren
  • Cover (Design + Drucken)

Die Funktion „Disc kopieren“ darf bei keinem Brennprogramm fehlen. Ihr habt einen Datenträger für euch selbst erstellt und ein Freund hätte gerne eine Kopie davon? Kein Problem. Mit der Kopierfunktion erstellt ihr problemlos eine Kopie eurer CD oder DVD. Blu-rays werden in diesem Fall nicht unterstützt. Ihr braucht für die Kopie lediglich ein Laufwerk. Im ersten Schritt liest und speichert das Burning Studio 12 den Inhalt, im zweiten Schritt müsst ihr einen beschreibbaren Rohling einlegen, auf den dann das Abbild dupliziert wird.

Ashampoo Burning Studio 12

Unter „Disc Image“ befinden sich vier weitere Funktionen: „Image brennen“, „Image erzeugen“, „Image aus Projekt erzeugen“ sowie „Imagedatei einsehen“. Die erste der vier Funktionen erlaubt es euch, Images der Dateiformate „ISO“, „CUE“, „BIN“ und „ASHDISC“ zu brennen. Erzeugen lassen sich allerdings nur Images der letzten drei Dateiformate. Mit „Image aus Projekt erzeugen“ könnt ihr ein Image aus einer zum Beispiel selbstgebrannten Datendisc erstellen. Mit der letzten Funktion könnt ihr eure Erzeugnisse dann auch noch einsehen, solltet ihr dazu nicht WinRAR, PowerISO oder ein ähnliches Programm verwenden.

Ihr habt eine Disc, möchtet diese Kopieren aber noch die eine oder andere Datei hinzufügen? Mit der Funktion „Modifizierte Kopie einer bestehenden Disc erzeugen“ dürfte das kein Problem sein. Darüber hinaus lassen sich auch problemlos die Boot- und Dateisystemeinstellungen ändern, wenn ihr eine modifizierte Kopie erstellen wollt. Ebenso lassen sich mit Ashampoo Burning Studio 12 wiederbeschreibbare CDs und DVDs löschen und finalisieren.

Für viele Anwender dürfte folgende Funktion sicher auch alles andere als unwichtig sein: die Cover-Funktion. Mit ihr lassen sich Cover entwerfen und drucken.

Hierfür lassen sich Cover entwerfen:

  • DVD Hülle
  • DVD Booklet
  • Slim Case
  • Jewel Case
  • Blu-ray Hülle
  • Disc

Ihr könnt also sowohl Cover für die Disc als auch für alle wichtigen Hüllenarten erstellen. Es besteht die Wahl zwischen unzähligen Papierformaten, auf die das Cover dann gedruckt wird. Beim Bedrucken des Rohlings könnt ihr unter anderem das Papierformat, einen von vielen aufgelisteten Druckern oder euer LightScribe-fähiges Laufwerk wählen. Die Einstellungsmöglichkeiten sollten keine Fragen offenlassen.

Zugegebener Maßen ist das Tool, mit dem ihr das Cover/die Hülle designt, nicht besonders professionell. Es umfasst nur die notwendigsten Funktionen. Für aufwendigere Coverkreationen empfehlen wir auf Alternativen zurückzugreifen. Für kleinere Drucke reicht es aber allemal. Bitte achtet für den LightScribe-Druck darauf, dass ihr mindestens die LightScribe System Software mit der Versionsnummer 1.17.90.1 und Microsoft .NET Framework 4.0 installiert habt. Sollte das nicht der Fall sein, kann ein einwandfreier Druck nicht gewährleistet werden.

Ashampoo Burning Studio 12 erwies sich in unserem Test als solide. Das Programm ist umfangreich, bietet die wichtigsten Funktionen und darüber hinaus noch einige Features, die man von einem Brennprogramm nicht unbedingt erwartet. Für den stolzen Preis von 49,99 Euro pro Lizenz muss man einen solchen Funktionsumfang jedoch sogar erwarten. Das Upgrade von der Vorgängerversion kostet 14,99 Euro. Der Preis ist also relativ hoch, wenn man bedenkt, dass Ashampoo mit dem Burning Studio 6 eine vergleichbare kostenlose Version bereitstellt, die die wichtigsten Funktionen umfasst und eigentlich auch vollkommen ausreichen würde. Wer also nicht regelmäßig mit Rohlingen arbeitet, der sollte sich nach günstigeren Alternativen umsehen. Ansonsten gibt es an Ashampoo Burning Studio 12 nur Folgendes auszusetzen:

Ashampoo Burning Studio 12

Zwar ist es schön, dass eine Backup- und Wiederherstellungsfunktion angeboten wird, mehr unterstützte Backupformate wären dennoch kein Fehler. Dasselbe gilt auch für die Erzeugung von Images: Warum wird nicht wenigstens das ISO-Format unterstützt? Auf diese Weise würde das Burning Studio 12 noch universaler sein. Die teilweise Blu-ray-Unterstützung ist sicherlich lobenswert, wenn dieser Bereich in Zukunft noch weiterentwickelt wird. Es gefällt uns sehr, dass sich Audio-CDs rippen lassen. Für die Zukunft wäre es sicher gut, das Programm um weitere Funktionen zu erweitern, da es etablierten Programmen wie Nero dann noch mehr Konkurrenz machen könnte.

Im Vergleich mit dem mehrfach ausgezeichneten Programm Nero Burning Rom 12 bietet Ashampoo Burning Studio 12 ähnlich viele Funktionen. Der Preis ist mit 49,99 Euro derselbe. Es wäre sicher empfehlenswert, wenn man das Burning Studio um die Funktionen erweitern würde, die wir angesprochen haben. Umso mehr Eingabe- und Ausgabeformat unterstützt werden, umso attraktiver wird Ashampoos Burning Suite.

Ashampoo Burning Studio 12 ist ein Programm, das hält was es verspricht. Wenn die Entwicklung nicht aufhört und man an den richtigen Enden weiterarbeitet, dann könnte es sich zum besten und benutzerfreundlichsten Programm seiner Art entwickeln.


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