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1Password - Download des Monats

Den meisten Internetnutzern dürfte das Problem geläufig sein, sich viele Passwörter auf einmal merken zu müssen. Die Entwickler des kanadischen Unternehmens AgileBits wollten für dieses Problem Abhilfe schaffen – ihr Ziel erreichten sie schließlich mit dem Programm 1Password. Die Software dient als Datenbank für alle eingegeben Passwörter und soll den Nutzern den Umgang mit Passwörtern erleichtern. Doch das Programm kann mehr: Es wurden viele Zusatzfunktionen, wie zum Beispiel ein umfangreicher Passwortgenerator, integriert. 1Password dürfte somit für jedermann eine interessante Erleichterung sein.

Zu allererst bleibt die Frage zu klären, wie das Programm die Passwörter verwaltet und wie man als Nutzer überhaupt auf seine Datenbank zugreifen kann. Das Ganze geschieht durch ein sogenanntes Masterpasswort – also durch ein Passwort, welches den Zugang zu dem Programm und damit zu allen Passwörtern, welche in den Datenbanken eingespeichert sind, ermöglicht. Bereits im Voraus sei gesagt, dass dieses Masterpasswort ähnlich wie eine PIN-Nummer für ein Bankkonto sicher verstaut sein muss – am besten im Kopf. Doch dazu erfahrt ihr später mehr.


Die kanadischen Entwickler haben nicht nur für Abhilfe für alle Windows-Nutzer geschaffen – nein, auch Mac-, iPhone/iPod-, iPad- und Android-Nutzer können in den Genuss von 1Password kommen. 1Password ist in der Version für die mobilen Geräte jedoch abgespeckt. Während die App für Android kostenlos ist, werden für die Windows- und Mac-Variante einige Euros fällig. Dies ist vor allem durch den deutlich größeren Funktionsumfang bedingt. Die PC- und Mac-Version des Programms erhält regelmäßig Updates. Interessenten können 1Password kostenlos herunterladen und es sich selbst einmal anschauen.


Systemanforderungen & Installation Der Download von 1Password erfolgt durch das Internet. Die Installationsdatei ist rund 6 MB groß. Der Download der Datei stellt damit auch kein Problem für User mit einer langsamen Internetleitung dar. Bereits bei der Installation sollten sämtliche installierte Browser geschlossen sein. Ist dies nicht der Fall, so weist die Installationsroutine ausdrücklich darauf hin, den respektive die jeweiligen Browser zu schließen. Wenige Klicks und ein paar Sekunden später ist die Installation auch bei älteren Systemen abgeschlossen. Vor der Installation sollte man sich vergewissern, dass auf dem Computer Windows XP, Windows Vista oder Windows 7 installiert ist. Die Mac-Version setzt Mac OS X 10.6 (Snow Leopard oder neuer) voraus. Sollte man 1Password auf seinem iPhone oder iPod installieren wollen, so sollte auf dem jeweiligen Gerät mindestens iOS 3.1.3 installiert sein. Die kostenlose Android-Variante setzt Android 2.1 oder eine neuere Version des mobilen Betriebssystems voraus.
Offizielle Systemanforderungen bezüglich der Hardware gibt es nicht. Bei uns im Test verbrauchte das Programm direkt nach dem ersten Start rund 10 MB des Arbeitsspeichers, zumindest ist dies bei Windows 7 der Fall. Die Auslastung des RAMs kann auf anderen Betriebssystemen und je nach der Intensivität der Nutzung des Programms leicht abweichen. Für die eigentliche Nutzung des Programms sollte man sich bereits jetzt ein Masterpasswort überlegen. Das Masterpasswort wird beim Starten benötigt, um auf die Datenbanken zugreifen zu können. Wird das Masterpasswort vergessen, gibt es unter Umständen keine Möglichkeit mehr auf die gespeicherten Passwörter zuzugreifen. Das Masterpasswort sollte unbedingt notiert und sicher verwahrt werden oder sicher auswendig gewusst werden. Funktionen & erster Eindruck 1Password bietet auf den ersten Blick sehr viele Funktionen an. Nach dem Erststart wird man gebeten, das Masterpasswort einzugeben. Währenddessen müssen alle Browser auf dem Computer geschlossen sein. Danach kann der Nutzer den Browser wieder starten und die Menüoberfläche von 1Password begutachten. Auf der linken Seite finden sich mehrere Auswahlpunkte, darunter auch der Punkt „Logins“. Loggt man sich in seinem Browser nun zum Beispiel auf Facebook ein, so fragt 1Password ob die Login-Information in die Datenbank aufgenommen werden soll. Klickt man schließlich auf „Save“, so werden die Daten gespeichert. Der Nutzer hat dabei die Möglichkeit, den Anzeigenamen der Daten noch beim Speichern zu ändern. Zudem kann die Login-Information in einem Ordner gespeichert werden. Beispielsweise hat der Nutzer die Möglichkeit einen Ordner nur für Kreditkartenlogins und einen Ordner nur für Accounts von sozialen Netzwerken zu erstellen.

Ist dies getan, finden sich die jeweiligen Login-Daten mit Name, Web-URL, Veränderungsdatum und einer von 1Password bewerteten Passwortsicherheitsanzeige unter dem Punkt „Logins“ wieder. Durch Doppelklick auf eine gespeicherte Zeile lassen sich alle Anmeldeinformationen anzeigen. Dort hat man noch die Möglichkeit diverse Einstellungen zu ändern und Notizen hinzuzufügen. Im Programm lassen sich auch Daten wie Kontodaten, Kreditkartendaten, Software-/Lizenzkeys usw. einspeichern. Dies geschieht jeweils durch einen der Icons unter der obersten Menüleiste. Wir empfinden dies als sehr angenehm und einfach, da die Benutzeroberfläche von 1Password wirklich sehr simpel strukturiert ist.

Neben dem Icon „New Folder“ findet sich noch ein kleines Bild mit der Unterschrift „Auto-Type“. Auch diese Funktion dürfte vielen Nutzern aus den Browsern selbst bekannt sein: Man wählt Daten aus, ordnet diese einem laufenden Prozess – einem Browser – zu und 1Password fügt die Daten schließlich selbst ein. Dies ist auch bei Anmeldungen zu Online-Kaufhäusern und Online-Shops oder Newslettern sehr hilfreich, da man in 1Password auch eigene Identitäten einspeichern kann. Dort kann der Anwender mehrere Menschen/Nutzer samt allen persönlichen Daten einspeichern, damit das Programm diese schließlich – falls gewollt – auf ein Formular, welches im Browser geöffnet ist, übertragen kann. Wie wir finden erspart dies einige Zeit und ist eine angenehme Funktion, gerade wenn es um das Ausfüllen längerer Formulare geht.

Wie wir finden ist eine weitere tolle Funktion der automatische Passwortgenerator. Beim Eintragen eines neuen Logins bietet sich auf dem Button „Generate“ die Möglichkeit ein neues Passwort zu erstellen an. Es erscheint ein kleines Fenster, in welchem man zum einen die Länge des zu generierenden Passworts eintragen kann. Zum anderen kann man in den erweiterten Optionen, welche sich im Übrigen direkt unter den Passwortlängeneinstellungen befinden, auch die Anzahl von Zahlen und Symbolen einstellen. Die beiden nächsten größeren und integrierten Funktionen sind der Phishing- und der Keylogger-Schutz. 1Password merkt sich die URLs exakt, so dass man bei einem Phishing-Link nicht automatisch seine Login-Information preisgibt. Der Keylogger-Schutz kann gewährleistet werden, da 1Password Benutzername und Passwort vollkommen automatisch eingibt, falls dies vom User so gewollt wird. Eine Autologin-Funktion ziert die beiden genannten Features noch, diese dürfte jedoch eher für Nutzer interessant sein, welche 1Passwort mit einem iPhone, einem iPod, einem iPad oder einem Android-Gerät verwenden. 1Password lässt sich auch bequem mit einem iPhone oder iPod synchronisieren. Durch die Autologin-Funktion muss man schließlich keinen Benutzernamen oder Passwort mehr eingeben, sollte man mit einem der beiden Geräte surfen. Dadurch wird dem Benutzer das Surfen im Internet deutlich erleichtert, wie wir finden. Es bleibt zu erwähnen, dass 1Password für Mac OS X deutlich ausgeschmückter ist als für Windows.

Im Programm des kanadischen Unternehmens AgileBits finden sich auch eine Backup-Funktion und eine „Lock“-Funktion wieder. Das Backup-Feature ermöglicht das Speichern einzelner oder aller Datenbanken, während man bereits gespeicherte Backups auch wiederherstellen kann. Die Lock-Funktion rundet alle Hauptfeatures ab: Klickt man auf das Schloss mit der Unterschrift „Lock“ so wird das Programm gesperrt und man ist gezwungen das Masterpasswort erneut einzugeben. Dieses Feature ist sehr wichtig wenn man den Computer für einige Minuten alleine lässt. Alles in allem gibt es bei 1Password jedoch zu beachten, dass das Masterpasswort womöglich von einem Keylogger abgehört werden könnte. Als Nutzer sollte man deshalb äußerst vorsichtig mit dem Masterpasswort umgehen und es im besten Fall regelmäßig ändern, da sich potenzielle Angreifer ohne weiteres Zugang zu allen persönlichen und vertraulichen Daten sichern könnten. Sonstiges

1Password ist bisher nur in Englisch erhältlich. Jedoch sollte es aufgrund der einfachen Gestaltung auch für Englischanfänger nicht allzu schwer sein sich auf der Benutzeroberfläche zurechtzufinden. Die Software kostet sowohl für Mac als auch für Windows 49,99 US-Dollar pro Lizenz. Aktuell entspricht dies rund 36,67 Euro. Potenzielle Käufer haben die Chance das Tool 30 Tage im Voraus uneingeschränkt zu testen.

1Password wird von AgileBits regelmäßig aktualisiert. Ein wichtiger Punkt ist, dass eine finale Version eines jeden Browsers installiert ist. 1Password unterstützt zwar auch Browser, welche lediglich in der Beta-Phase sind, allerdings kann der volle Funktionsumfang dann nicht gewährleistet werden. Der Internet Explorer in Version 6 wird nicht unterstützt. Der Internet Explorer wird erst ab Version 7 unterstützt. Firefox-User sollten mindestens Firefox 3, höchstens jedoch Firefox 7 installiert haben. Bei Google Chrome werden alle stabilen und in der Betaphase befindlichen Versionen unterstützt.

Wie bereits erwähnt ist 1Password für Android kostenlos. Die Applikation für das mobile Betriebssystem Android bietet folgende Funktionen:
  • Speichern von Nutzernamen und Passwörtern
  • Sichern der persönlichen Daten mit einem Code (4-stelliger Zahlencode oder ganzes Passwort)
  • Synchronisation der Daten mit 1Password für Mac sowie mit 1Password für Windows
  • Hintergrundsynchronisation
  • Automatisches Einfügen von Login-Informationen
  • Multitaskingfähigkeit
Für die iOS-Applikation des Tools werden dagegen 14,99 US-Dollar fällig. Der Funktionsumfang fällt jedoch auch etwas größer aus als bei der Version für Android, wodurch das Preis-/Leistungsverhältnis zumindest halbwegs ausgeglichen wird. So wurde 1Password im iOS komplett in Safari integriert. Die Synchronisationen sind abgesichert und die Login-Informationen werden auf der jeweiligen Seite gespeichert, so dass die Eingabe der Daten überfällig wird.
Fazit Zugegeben: Mac-User dürfen in 1Password ein wesentlich schöneres Design genießen. 1Password sieht jedoch auch in Windows sehr schön aus – es ist übersichtlich und klar strukturiert. Nach wenigen Minuten hat man sich total in das Programm eingewöhnt. Am meisten profitieren von dem Tool Internetnutzer, welche für jede Seite ein eigenes Passwort haben, was jedem zu empfehlen ist. Sollte dies noch nicht der Fall sein, so bietet 1Password einfach Abhilfe. Der Preis von rund 37 Euro ist angesichts der Funktionen durchaus angemessen, wobei ein paar Euro weniger wohl am angemessensten wären, wie wir finden.

Die App für iOS und Android wurde von uns zwar nicht getestet, sollte sie jedoch versprechen was sie hält, so dürfte sie eine sinnvolle Erleichterung im Umgang mit dem mobilen Internetbrowser sein. Außerdem hat man durch sie immer alle Kontodaten in der Hosentasche, wenn man es denn so möchte. Eher unverständlich für uns ist jedoch, dass die iOS-App mit 11 Euro zu Buche schlägt, während die App für Android kostenlos ist.


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