Multimedia Hardware Testbericht

Ein erster Einblick in Windows 7 - Bericht

Die Installation des neuen Betriebssystems ist wenig umständlich. Nach ca. 30 Minuten ist die Installations- und Einrichtungsphase beendet. Es werden nach der Installation der Computername, sowie das Administrationskonto und die Netzwerkverbindungen festgelegt und eingerichtet.


Nach dem ersten Neustart fällt sofort der Ladebildschirm auf, der einer Kompletterneuerung unterzogen wurde. Anstatt eines schon fast trist wirkendem XP- oder Vista-Logos erscheint eine Animation. Vier Kugeln in den Windowsfarben erscheinen, kreisen umeinander und vereinen sich zum Windows-Logo.
Der Anmeldebildschirm wurde gegenüber Vista nur wenig verschönert. Die Farbkombination wurde geändert, weiterhin befindet sich das Logo des Benutzers über dem Passworteingabefeld.

Die Desktopoberfläche bekam ein neues Layout, das nun etwas näher beschrieben wird. Als erstes fällt ein neues Hintergrundbild auf, welches sich selbstverständlich ändern lässt. Nahezu das gesamte Layout der Oberfläche lässt sich nach eigenen Vorstellungen anpassen. Eine weitere Auffälligkeit ist die geänderte Taskleiste, die nun (je nach Wunsch) auch Transparenz zeigt. Sie heißt nun nicht mehr Taskleiste, sondern Superbar. Der „Start-Button“ wurde auch etwas verändert, er dimmt nun auf und etwas Licht fällt an seinen Seiten vorbei. An sich ein nettes Extra, aber nicht von Vorteil. Das „Start-Menü“ hat die Schnellsuche behalten und ist nach wie vor sehr hilfreich. Wie unter Vista ändert sich ein Logo in dem Menü sobald man einen anderen Menüpunkt mit der Maus berührt. Die Verknüpfungen auf dem Desktop sind ähnlich wie bei Vista kastenförmig umrandet.    
Der häufig genutzte Taskmanager hat sich nicht sonderlich verändert. Er ist wie bei XP und Vista strukturiert und hat auch den gleichen Funktionsumfang behalten.

 
Testsystem
Prozessor Intel Core 2 Duo E6300 @2,33 Ghz
Mainboard MSI P965 Neo (Express Chipsatz)
Grafikkarte Nvidia Geforce 7600GT
RAM 2048 Mb Corsair DDR2
Festplatte Samsung SP2504C 250GB

Erfreulicherweise ließ sich beim Testen auch einige Software von einer zweiten Festplatte ausführen, welche einwandfrei lief. Ohne Neuinstallation konnten Firefox (Version 3.0), OpenOffice (Version 2.4.1), SuperPI, CPU-Z (Version 1.48), Foxmail (Version 6.5), Paint.NET, Auslogics Disk Defrag (Version 1.5) und 3DMark05 genutzt werden.

Zum Testen wurden die Hardwaretreiber des Systems anstelle von Treibern des Herstellers genutzt.

3DMark06 hatte einen DirectX-Error, weshalb das Programm zuerst nicht getestet werden konnte. Nach einer Neuinstallation konnte es allerdings benutzt werden und lief stabil.
Cinebench 2003 wurde installiert und lief anfangs gut, bei den Testphasen gab es jedoch ernsthafte Probleme. Der Test des C4D Shading brachte das Programm zum Absturz und musste beendet werden. Windows bot noch einen Service zur Lösung des Problems an, was jedoch damit endete, dass man das Programm beenden sollte.

Beim Test des OpenGL SW-L lief das Programm derart ruckelig und instabil, dass der Test abgebrochen werden musste.
Der OpenGL HW-L Test brachte die Anwendung ebenfalls zum Absturz. Wahrscheinlich lag dies an den nicht vorhandenen Treibern der Grafikkarte, trotz der Soforterkennung und Installation der Windowstreiber. Unter XP liefen die Tests reibungslos; dort waren Herstellertreiber installiert. GPU-Z konnte leider nicht gestartet werden, CPU-Z hingegen schon.


Die Hardware-Erkennung ist beim neuen Betriebssystems etwas verbessert worden. Geräte werden (nach Gefühl gemessen) etwas flotter gegenüber dem XP-System erkannt und lassen sich in komplettem Umfang nutzen. Ein nach der Auskunft von Windows 7 defekter USB-Stick konnte „repariert“ und schließlich genutzt werden. Diese Reparaturfunktion ist bereits aus Vista bekannt und wurde ins neue System übernommen.

Eine vereinfachte Bedienung hatte Microsoft angekündigt, dies hat man auch eingelöst. Ein besonderer Aspekt dabei ist das „Fenster-Management“, mit dem sich die Anordnung, Größe und das Verhalten der Fenster sehr einfach steuern lässt. Zieht man ein offenes Fenster an den linken Rand, so nimmt dieses Fenster die linke Hälfte des Bildschirms ein. Genauso funktioniert es auf der rechten Seite. Wenn ein Fenster an den oberen Rand gezogen wird, so vergrößert es sich und nimmt den kompletten Bildschirm ein. Des Weiteren gibt es eine Funktion, die sich „Window-Shake“ nennt. Diese ermöglicht beim „schütteln“ eines Fensters, dass alle anderen Fenster minimiert werden. Erneutes schütteln holt diese in den Hintergrund hervor. In der Superbar versteckt sich ganz rechts außen ein kleiner Streifen. Dieser ermöglicht die sofortige Anzeige des Desktops, womit alle Fenster in die Superbar minimiert werden. Hält man den Mauszeiger darüber, werden alle Fenster bis auf einen kleinen schwarzen Rand transparent.


Jeder Nutzer kennt es sicher, dass sich nach einer gewissen Arbeitszeit eine große Anzahl offener Fenster ansammelt, die dann unstrukturiert in der Taskleiste zu finden sind. Durch Ziehen lässt sich die Reihenfolge einfach und intuitiv ändern, was die Arbeit doch erheblich übersichtlicher und einfacher macht. Auch die Vorschau (Thumbnails) der einzelnen offenen Tabs über die Superbar ist oft sehr hilfreich und zeitsparend. Fenster werden weiterhin wie unter XP und Vista schon bekannt gruppiert. Sind von beispielsweise Firefox zwei Fenster geöffnet, so sieht man bei einer Mausberührung des Firefox-Icons beide Thumbnails des Programms.
Weitere Bilder:

Es wird angezeigt, in welchen Ordner eine Datei verschoben wird

Bei Mausberührung werden Infos zum jeweiligen Icon angegeben    

Die Sidebar aus Vista ist weggefallen, dafür gibt es jetzt Gadgets, die frei beweglich sind    

Nicht alle Formate sind sofort mit dem WMP abspielbar    

Im Datei-Browser werden Bilder als Vorschau angezeigt  


Sogar bei Videos gibt es ein "Preview" - somit kann man sich manchen Klick ersparen    

Per Alt+TAB lässt sich auch weiterhin schnell die Anwendung wechseln  

  Eigentlich ist Windows 7 ein gelungenes Betriebssystem, jedoch wurde über Windows Vista dasselbe gesagt. Für viele galt und gilt weiterhin Vista nur als ein aufgehübschtes XP.

Windows 7 in der 64bit-Version lief auf dem Testsystem einwandfrei, womit folglich jeder momentan handelsüblich Rechner dies ebenfalls schaffen sollte. Einzig sollte die Grafikkarte DirectX 10 unterstützen, auch wenn Microsoft eine Emulation für Karten mit DirectX9 implementieren möchte. Die Berechnung der Grafik wird mit Hilfe der Emulation auf die CPU ausgelagert, womit dieser doppelte Arbeit und die Grafikkarte nichts mehr zu tun hat.

Windows 7 hat viele Details versteckt, diese hier aufzuzählen, wäre zu viel. Sie verbessern meist den optischen Gesamteindruck, haben jedoch nicht wirklich eine bedeutende Funktion. Was wirklich in Windows 7 steckt, wird man erst erfahren, wenn die Beta-Phase beendet ist. Ob man sich dann zu einem Umstieg auf Windows 7 entscheiden sollte, bleibt fragwürdig. Schließlich steht Vista noch nicht allzu lange in den Regalen, XP ist weiterhin sehr beliebt und Vista ist auf den meisten Komplettsystemen vorinstalliert. Wenn Windows 7 zum Verkauf bereitsteht, sollte man sich jedenfalls mit Bedacht zum Kauf entscheiden, denn schließlich zieht der Kauf bei den meisten eine Hardware-Aufrüstung mit sich. Einige Quellen behaupten, dass Anfang 2009 die ersten Komplettsysteme mit Windows 7 ausgeliefert und das Betriebssystem zum Kauf erhältlich sein soll. Bis dato ist davon nichts zu sehen.

Bei uns hat Windows 7 auf jeden Fall einen guten Eindruck hinterlassen und das nicht nur aus dem Grund, dass es während der gesamten Testphase nicht ein einziges Mal abgestürzt ist. Die veränderte Arbeitsoberfläche kann sich sehen lassen und auch die vereinfachte und zum Teil innovative Steuerung ist unserer Meinung nach hervorragend. Wer einen Touchscreen (wie den HP Touchsmart) sein Eigen nennt, kann sich zusätzlich an der mit Windows 7 eingeführten Fingersteuerung erfreuen.

Welovetech