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Webseiten und Apps: Zwei Bereiche, ein Ziel

Das sogenannte Responsive Design, also die Gestaltung von Webseiten speziell für die Bedürfnisse mobiler Endgeräte, gehört längst zum guten Ton. Nur noch wenige Unternehmen verzichten auf die verbesserte Anzeige auf kleinen Bildschirmen, da die meisten eines längst erkannt haben: Wer nicht „responsive“ ist, verliert Nutzer.

Nun sind die Webseite und auch Browser-Anwendung nicht die einzige Option, um Usern mit modernen Smartphones Zugang zu Inhalten zu ermöglichen. Auch die App als eigene Anwendung zum Download kann Vorteile mit sich bringen und sich in manchem Fall sogar besser eignen. Wann das der Fall ist und wann doch der Browser gewinnt, erfahren Interessierte in den folgenden Abschnitten.

Smart bedeutet nicht immer das Gleiche

Eine eindeutige Antwort auf die Frage, ob nun eine App oder eine responsive Webseite besser ist, lässt sich nicht geben. Das liegt vor allem daran, dass Anwendungsfälle äußerst vielfältig sind und verschiedene Bedürfnisse sowie Erfordernisse mit sich bringen können. Wo eine App in einem Fall das beste Erlebnis bietet, kann sie in einem anderen Fall kläglich versagen.

Auch im Gaming zeigt sich eine gewisse Verschiebung bisheriger Geschehnisse. Während Apps lange Zeit als Optimum auf Smartphones und Tablets galten, unterstützen leistungsstarke Geräte und Technologien längst auch umfangreiche Browsergames wie beispielsweise Genshin Impact. Die Browseranwendung genießt vor allem deshalb so eine steigende Beliebtheit, weil immer mehr Kunden auf zusätzliche Downloads verzichten wollen. Viele Anbieter aus der Unterhaltungsbranche erkennen diese Tendenz und verzichten deshalb bewusst auf eine zusätzliche App. Neue Online-Casinos etwa konzipieren ihr Angebot häufig so, dass kein Download einer App nötig ist. Alle Funktionen sind problemlos über den Browser von Smartphone und Tablet abrufbar, wodurch das Spielerlebnis selbst, die Eingabe von Bonus Codes oder der Austausch mit anderen Spielern nicht eingeschränkt wird. All das ermöglicht die mobile und responsive Website der Anbieter genutzt werden.

Es bleibt folglich sehr individuell abhängig von Wünschen, Zielen und auch dem Zweck einer Anwendung, welche Form überlegen ist.

Die Vor- und Nachteile von Apps

Bei einer App handelt es sich um eine, auf das Betriebssystem eines (mobilen) Geräts angepasste Anwendung, welche sich vom Browser abgegrenzt nutzen lässt. Apps sind folglich kleine, auf dem Gerätespeicher gesicherte Programme. Das bringt mehrere Vorteile mit sich. So sind Apps

  • auch offline verwendbar
  • mit zusätzlichen Berechtigungen (z.B. Kameranutzung) verknüpfbar
  • in der Lage, zeitnahe Benachrichtigungen zu senden
  • und mit lokal speicherbaren, persönlichen Daten ergänzbar

Zu den Nachteilen von Apps gehört hingegen die Tatsache, dass diese bei Fehlern oder auch Problemen im Funktionsumfang nicht in kürzester Zeit aktualisiert werden können. Nutzer müssen bis zur Freigabe der neuen Version warten. Auch gelten Apps nicht selten als „Datenkraken“ und greifen mehr Informationen ab, als es Nutzern lieb ist. Wer Apps aus unseriösen Quellen lädt, läuft außerdem Gefahr, sich Schadsoftware auf das Smartphone zu holen.

Die Vor- und Nachteile browserbasierter Anwendungen Die responsive Webseite bietet ebenfalls mehrere klare Vorteile. So ist sie auf allen Geräten mit dem jeweils genutzten Browser aufrufbar, was die Kompatibilität als Hürde bei Apps clever umschifft. Zudem ist auch der Zugang unkomplizierter als bei Apps. Es muss nicht extra ein Programm heruntergeladen und eingerichtet werden. Für den Nutzer vorteilhaft bei responsiven Webseiten ist auch, dass diese

  • abgesehen vom Cache keinen internen Speicherplatz benötigen
  • in Echtzeit aktualisierbar und optimierbar sind
  • keine unerwünschten Berechtigungen erfordern.

Zu den Nachteilen bei mobilen Webseiten gehört, dass sie ausschließlich bei bestehender Internetverbindung genutzt werden können, mehr Daten verbrauchen als offline nutzbare Apps und zur Sicherung individueller Informationen die Anlage eines Accounts notwendig machen.

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Soziale Netzwerke: Wenn Apps auf Datenfang gehen

Ein Problem, das viele Nutzer mit Apps haben, ist deren oftmals großzügiger Zugriff auf persönliche Daten und teilweise auch sensible Informationen. In einer Studie des Unternehmens Clario zeigt sich das sehr deutlich. Hier greift beispielsweise Facebook äußerst viele Daten ab. Auch Instagram und Tinder sind eifrige Datensammler. Wertvolle Informationen wie beispielsweise solche über Religionszugehörigkeit, den Beziehungsstatus und die eigene sexuelle Orientierung werden von Facebook gesammelt.

Als Ausweg aus dieser Misere gelten sogenannte Wrapper-Apps, welche etwas mehr Schutz vor dem Abgreifen von Daten und Tracken bieten sollen. Solche Apps sind laut berliner-zeitung.de jedoch eher in App-Stores abseits der gewohnten Pfade zu finden. Der Weg lohnt sich mitunter, denn Wrapper-Apps können tatsächlich datenschutzfreundlicher sein.

Gehört die Zukunft der Browser-App? Ob die Browser-Anwendung in Zukunft an Boden gewinnen wird, haben sich Technik-Experten schon vor einigen Jahren gefragt. Etwas Nostalgie bietet ein Blick auf einen Artikel der PC-WELT aus 2015: „Auch komplexe Spiele in 3D werden zukünftig in Browsern laufen. Webstandards wie WebGL, der eine 3D-Programmierschnittstelle ohne Plugins im Browser bereitstellt, ermöglichen die Entwicklung von spielerfreundlichen Browsergames.“ (Quelle: PCwelt)

WebGL ist längst normal und komplexe Browsergames sind keine Zukunftsmusik mehr. Inzwischen steht mit WebGPU der Nachfolger von WebGL in den Startlöchern und könnte schon bald für noch fortschrittlichere Ergebnisse sorgen. Ob das die klassische App als Einzelprogramm obsolet macht, bleibt allerdings unklar. Wahrscheinlicher wird auch in der Zukunft eine friedliche Koexistenz beider Optionen herrschen.