Auch wenn mittlerweile fast alle Online Casinos Pokerspiele in ihrem Angebot haben und dadurch der Eindruck entstehen könnte, es würde sich um ein Glücksspiel handeln, muss man dies vehement verneinen. Es gibt nämlich durchaus etliche Spieler, die ihren Lebensunterhalt mit Poker verdienen. Und niemand ist in der Lage, regelmäßig und langfristig mit einem Glücksspiel mehr Geld zu gewinnen als zu verlieren. Es ist also eine Menge Können und taktisches Geschick erforderlich, um bei diesem Spiel zu bestehen. Aber jeder kann das Spiel erlernen. Egal, ob Sie im Casino, zu Hause mit Freunden oder ob es Texas Holdem Poker am PC spielen ist, mit etwas fachlichem Hintergrundwissen und genügend Spielpraxis sind schnelle Fortschritte sehr wahrscheinlich.

Glücksspielvertragänderung

Die rechtliche Situation

Interessant ist, dass Poker rechtlich nach wie vor als Glücksspiel klassifiziert ist, auch wenn sich Gerichte fast permanent mit dieser Streitfrage befassen. Diese Unterscheidung mag auf den ersten Blick unerheblich sein, jedoch ist sie rechtlich von hoher Relevanz, denn eine Einstufung als Glücksspiel bedeutet, dass Poker unter das Glücksspielgesetz fällt und daher ein freies Spiel um Geld - egal ob online oder offline - nicht überall oder nur unter strengen Auflagen möglich ist. Für Geschicklichkeitsspiele wie Schach, Skat oder auch das in Bayern und Österreich sehr beliebte "Schafkopf" gilt dies nicht. Doch nach welchen Kriterien wird eigentlich entschieden, ob ein Spiel ein Glücks- oder Geschicklichkeitsspiel ist?

Paragraf 1, Absatz 3 im Glücksspielstaatsvertrag definiert es folgendermaßen: „Ein Glücksspiel liegt vor, wenn im Rahmen eines Spiels für den Erwerb einer Gewinnchance ein Entgelt verlangt wird und die Entscheidung über den Gewinn ganz oder überwiegend vom Zufall abhängt.“ Diese Formulierung ist insofern etwas schwammig und beschäftigt daher Gerichte in hohem Ausmaß, dass es nicht einfach zu benennen ist, bis zu welchem Grad der Zufall beteiligt ist. Gerne wird der Vergleich zum Schachspiel gezogen. Klar ist natürlich, dass beim Schach ein Amateur, der gerade mal die Regeln kennt, in keinem Fall eine Gewinnchance gegen einen Großmeister hätte. Glück ist hierbei also kein Faktor. Dagegen kann natürlich ein Pokeranfänger durchaus auch einen absoluten Champion und Profispieler schlagen, sofern er gute Karten und das nötige Glück auf seiner Seite hat. Doch Wissenschaftler der Uni Heidelberg haben ein System entwickelt, welches ganz deutlich aufzeigt, dass der Glücksfaktor beim Poker abnimmt, je langfristiger der Betrachtungszeitraum ist. Würde also ein erfahrener Profi viele Partien gegen einen Einsteiger bestreiten, stellte sich sehr schnell ein deutlicher Vorteil für den Profi heraus. Dies belegt eindeutig, dass beim Poker zwar der Faktor Glück immer eine Rolle spielt, Können und Geschick jedoch auf Dauer den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage macht.