Achtung: Verletzungsgefahr Bastelei im Heck

Sachsemania

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Eine wattstarke HiFi-Anlage, mit der sich ein spektakuläres, schon von weitem vernehmbares Bass-Wummern erzeugen lässt, ist für manche Autofahrer unverzichtbar. Viele geben sich daher nicht mit den ab Werk eingebauten Musiksystemen zufrieden, sondern rüsten ihre Karossen mit Verstärkern, Subwoofern und Lautsprechern aus dem Zubehörhandel auf.

Bevorzugter Platz für den Einbau ist die Hutablage im Heck. Was viele HiFi-Fans dabei nicht bedenken: Bei einem Unfall stellen schlecht befestigte Lautsprechersysteme ein hohes Verletzungsrisiko dar.

So ist nach Angaben von Stephan Schlosser, Kfz-Sachverständiger und Unfallanalytiker der Sachverständigenorganisation Dekra in Stuttgart, bei Soundsystemen Marke Eigenbau nicht gewährleistet, dass die Befestigungen den Belastungen einer Vollbremsung oder eines Aufpralls standhalten. Die Verschraubung von Lautsprecherboxen, die auf der Hutablage montiert wurde, kann sich lösen oder brechen, wenn das Fahrzeug abrupt zum Stehen kommt. Dann schießen die Lautsprecher mit der ursprünglichen Geschwindigkeit des Fahrzeuges durch den Innenraum und können Insassen treffen. «Da sind schwere Magneten drin, das hat eine verheerende Wirkung.»

Wird nicht auf eine sichere Befestigung geachtet, kann bei einem Unfall sogar ein im Kofferraum platzierter Subwoofer zur Gefahr für Passagiere auf den hinteren Sitzen werden. Bei einem Frontal-Crash könne die zwischen 10 und 20 Kilogramm schwere Bassbox aus ihrer Verankerung gerissen werden und gegen die hintere Rückenlehne geschleudert werden, so Schlosser. Durch die Wucht des Aufpralls könnten auch Insassen im Fond verletzt werden.

Noch gefährlicher sind aus massiven Brettern gefertigte Soundboards, die anstelle der Hutablage als Laderaumabdeckung verwendet werden, warnt Hubert Paulus, Ingenieur für Fahrzeugsicherheit am ADAC-Technikzentrum in Landsberg (Bayern). Bei einem Aufprall könnten diese mit schweren Lautsprechersystemen bestückten Bretter die Halterungen durchbrechen und in Kopfhöhe nach vorne katapultiert werden.

Derartige selbst gebauten Soundsysteme seien im Grunde zu betrachten wie ungesicherte Ladung, sagt Paulus. Aus Crash-Tests wisse man, dass unbefestigte Gegenstände bei einem Zusammenstoß mit einer Geschwindigkeit von 50 Kilometer pro Stunde (km/h) mit dem bis zu Dreißigfachen ihrer Gewichtskraft im Innenraum aufschlagen können. Ein Soundsystem, das bei einem Unfall aus der Verankerung gerissen wird, könne daher leicht die Wucht einer halben Tonne entfalten.

Derartige «Geschosse» bewirken bei Fahrzeuginsassen erhebliche Verletzungen, so Ulrike Pantzer, Mitarbeiterin des Medizinischen Dienstes des Generalsekretariats des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Berlin: Denkbar seien Rücken-, Knie- und Beinverletzungen, wenn etwa die Rückenlehne von Gegenständen nach vorne geschoben wird. Kopfverletzungen seien ebenfalls möglich wie auch Splitterverletzungen im Gesicht, wenn ein Gegenstand die Scheiben trifft und Glas zersplittert. Für die Schwere der Verletzungen gebe es keine Regel, so ihre Erfahrung als Notärztin: «Von leichten bis schweren Schädel-Hirnverletzungen ist alles möglich.»

Da selbstgebaute Soundsysteme nicht von Sachverständigen abgenommen und im Fahrzeugschein eingetragen werden müssen, kann laut ADAC-Mitarbeiter Paulus nur an die Vernunft der Bastler apelliert werden. Er rät, Soundsysteme stets mit stabilen Schraubverbindungen an der Karosserie zu sichern. «Eine Spaxschraube irgendwo in die Kunststoffverkleidung reinzudrehen, reicht sicher nicht aus», sagt auch Unfall-Analytiker Schlosser. Zumindest sollten die Befestigungen durch kräftiges Zerren überprüft werden. Zwar wirkten bei einem Crash weitaus größere Kräfte, Bastler erhielten so aber zumindest einen Anhaltspunkt, wie stabil die Befestigung ist.

Auf gar keinen Fall sollten Soundboards einfach nur in die Aufnahmevorrichtungen der Hutablage gelegt werden, warnt Schlosser. ADAC-Experte Paulus empfiehlt stattdessen, schwere Boards wie auch Subwoofer mit so genannten Zurr-Ösen am Kofferraumboden zu verbinden. Zusätzliche Sicherheit könne ein massives Trenngitter bieten, das sich an den Karosserieholmen abstützt und vor herumfliegender Ladung schützt.

Wer beim Einbau unsicher ist, sollte Experten um Rat fragen, fordert Kfz-Sachverständiger Schlosser. Das sei schon deshalb sinnvoll, weil Laien beim Anbohren der Karosserie für die Verschraubungen versehentlich Kabel sowie Brems- und Kraftstoffleitungen treffen könnten.

Lässt sich ein Soundsystem nicht am gewünschten Platz im Heck unterbringen, sollten HiFi-Fans laut ADAC-Experte Paulus einen alternativen Einbauort, etwa in den Türverkleidungen, suchen - oder ganz darauf zu verzichten. «Wenn ich nicht sicherstellen kann, dass die Teile sicher im Auto platziert werden können - unbedingt die Finger davon lassen!»


Quelle: www.n-tv.de
 
Nun ja da wird man im moment der montage nicht dran Denken aber Spätestens wenn was passiert passt man auf 🙂

Greetz BitNik
 

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