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The Legend of Zelda: The Wind Waker HD für Nintendo Wii U im Test

Wer Wasserscheu ist, sollte sich die nächsten Zeilen oder Seiten besser sparen, denn es wird nass! Und nein, hier ist nicht gemeint, dass einer der (bisher) seltenen Nintendo Wii U-Titel so schlecht ist, dass man ihn versenken sollte. Viel eher wartet eine spannende und epische Geschichte auf den Spieler. Eine Geschichte, in der es gilt das Böse zu besiegen und mittels Schwert, Schild und Enterhaken auf die Suche nach seiner eigenen Schwester zu gehen. Ja, richtig: Es ist wieder Zeit für The Legend of Zelda: The Wind Waker - allerdings in einem neuen Gewand, einer neuen Fassung und mit viel mehr Action auf dem Wasser.

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Zelda Wind Waker HD

Nach dem Remake von The Legend of Zelda: Ocarina of Time für den Nintendo 3DS, hat das japanische Traditionsunternehmen nicht etwa auf die Fanstimmen nach einem Majoras Mask-Remake gehört. Nein, viel eher wurde das 2003 auf dem GameCube erschienene Rollenspiel mit neuen HD-Texturen versehen und auf die NextGen-Konsole gebracht. Das soll sich nun nicht so anhören, als ob The Wind Waker ein schlechter Teil des Franchises ist. Mit einem Metacritic-Score von 96 Prozent sollte davon nämlich nicht gesprochen werden. Dennoch hatte das Spiel mit einigen Problemen im Segel-Modus zu kämpfen, wirklich schnell war das Tretboot nicht und so verbrachten Spieler Stunden im Wasser.

The Legend of Zelda: The Wind Waker HD möchte nun genau das besser machen und zeigen, dass der Titel mehr als nur eine 96 verdient hat. Dazu änderte Nintendo nicht nur die Segelgeschwindigkeit, sondern passte gleichzeitig die Grafik an, baute den Hero Mode ein und veränderte hier und da weitere Spielereien. Bevor wir aber mit Link in See stechen, noch ein Dank an das Presseteam von Popular PR und Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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In The Legend of Zelda: The Wind Waker HD gibt es dieses Mal keine Zelda, viel eher wird die Piratin Tetra vorerst diese Rolle einnehmen. The Wind Waker HD spielt in einer der beiden Zeitlinien nach den Ereignissen von Ocarina of Time: Prinzessin Zelda schickt den Helden der Zeit zurück in der Vergangenheit, wodurch er Ganondorf stoppen konnte. In einer anderen Zeitlinie fanden die Ereignisse von Ocarina of Time wirklich statt und der Held der Zeit verschwand durch Zeldas Wirken, womit Ganondorf seiner Wut freien Lauf gelassen hat. „Schließlich griffen die Göttinnen von Hyrule ein: Din, Nayru und Farore befahlen einigen Bewohnern Hyrules, Zuflucht auf den höchsten Bergspitzen zu suchen. Anschließend versteinerten sie das Königreich, umgaben es mit einem Kraftfeld und ließen es in einer Sintflut von einem Meer bedecken. Die Bergspitzen Hyrules wurden dadurch zu Inseln in einem Meer, auf denen das Volk weiterleben konnte. Ganondorf wurde mit Hyrule zusammen gebannt.“ Die Spielhandlung von The Wind Waker setzt Jahrhunderte später ein:

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Eine alte Legende besagt, dass das friedliche Königreich von Bösewicht Ganondorf bedroht wurde. Nur durch den mutigen Einsatz eines Helden in grüner Montur konnte der Frieden wiederhergestellt und Ganondorf zur Rechenschaft gezogen werden. Mehrere Jahrzehnte später stand das Königreich wieder am Rand des Bösen und erneut stürzte sich Link in die Schlacht. Doch über den Ausgang des Kampfes weiß man nicht allzu viel und so wird die Geschichte von Jahr zu Jahr etwas anders erzählt. Was aber nichts daran ändert, dass ein Junge, sobald er in das passende Alter kommt, im grünen Gewand seinen Geburtstag feiern darf. Oder, im Fall unseres Spielhelden (natürlich hört er auf den Namen Link), welcher eigentlich lieber ein Nickerchen auf der Aussichtsplattform seiner Heimatinsel Präludien machen würde, eher muss.

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Kurz vor den Feierlichkeiten sorgt jedoch ein riesiger Vogel am Himmel für Aufruhr: lässt ee doch im Wald ein von ihm entführtes Mädchen fallen. Link denkt nicht lange nach und besorgt sich ein passendes Schwert, um die Piratin Tetra zu retten. Die Geschichte hätte damit ihr Ende finden können, würde der Vogel seinen Fehler nicht bemerken und zurückkommen. Kurzerhand schnappt er sich aber mit Links Schwester Aril das falsche Mädchen. Nach kurzer Diskussion darf Link dann mit Tetras Schiff in See stechen, um seine Schwester zu retten. Nur ahnt bis dahin niemand, dass das Königreich erneut kurz vor dem Ende steht und nur wir in Gestalt von Link es retten können.

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Während Franchise-Fans immer wieder nach einem realistischen Zelda rufen, veröffentlicht Nintendo mit The Wind Waker HD wohl ein Spiel, welches nicht ganz in diese Anforderungen passt. Gleichzeitig dürften sich Fans fragen, ob eine HD-Version eines Cell-Shading-Spiels wirklich sinnvoll ist. Schließlich galt Links Meerabenteuer schon damals als eines der hübschesten Spiele und Cell-Shading ist definitiv einer der Grafikstile, die sehr zeitlos sind. Dennoch sehen die HD-Grafiken mehr als nur gut aus und werden den Ansprüchen der heutigen Zeit gerecht. Die Lichteffekte sehen wunderschön aus und kommen gerade durch die höhere Auflösung besser zur Geltung. Sicher, super detailreiche Welten darf man nicht erwarten und irgendwie sind die Charaktere sehr niedlich, fast schon kindlich gehalten, aber es ist einfach alles stimmig in Hyrule.

Zelda Wind Waker HD

Soundtechnisch hat sich bei The Wind Waker HD nicht allzu viel geändert: Mit typischer Musik geht es auf Reisen und Kennern der GameCube-Variante dürfte auffallen, dass es sich um die exakt gleichen Stücke handelt. Einige mochten diese Kompositionen ja nicht und werden dementsprechend auch in der HD-Auflage weniger Freude haben. Mir persönlich hat es sehr gut gefallen und gerade durch die epischen Soundeffekte (zum Beispiel beim Öffnen einer Truhe) kommt das Zelda-Feeling wunderbar hervor.

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Wer einen Zelda-Teil gespielt hat, der weiß wie es läuft. Mit Schwert, Schild, Bogen und einigen alten und neuen Spielereien schlägt sich Link seinen Weg durch Goblins, Fledermäuse und die grossen Bosse in Richtung Ganondorf. Und das alles nur, um zur holden Maid zu gelangen. Da Hyrule nicht gerade klein ist, und unser Held in Grün dieses mal kein Pferd, keinen Vogel oder gar einen Zug zur Verfügung hat, steht in diesem Teil das treue Segelschiff der Rote Löwenkönig bereit. Gleichzeitig gibt es auch in The Wind Waker HD wieder ein Element, um die Umgebung zu verändern: War es in Ocarina of Time das titelgebende Musikinstrument, ist es jetzt ein Taktstock, der unter anderem auch den Wind in die Segel blasen lässt. Abgesehen davon lernt ihr noch weitere fünf Melodien, um im Spiel einiges zu ändern und so die Geheimnisse zu erkunden. Apropos im Spiel Dinge ändern, ihr solltet euch unbedingt das neue Siebenmeilensegel kaufen, mit welchem ihr doppelt so schnell unterwegs seid und auch ohne Wind in jede Himmelsrichtung reisen könnt. Eine riesige Erleichterung!

Zelda Wind Waker HD

Ist man mal doch nicht auf dem Meer unterwegs, gilt es Inseln zu entdecken, mit Bewohnern zu sprechen, Rätsel zu lösen oder aber Gegner zu besiegen. Das es große Dungeons gibt, ist kaum eine Neuheit. Dennoch können diese „Instanzen“ durchaus überzeugen, hier haben sich die Entwickler wirklich originelle Rätsel und Leveldesigns einfallen lassen. Neben dem Wedeln mit einem Deku-Blatt gilt es jedoch auch Steine zu verschieben oder mit dem Bogen Mechanismen auszulösen. Alles wie gehabt, nur eben einen Tick besser. Na gut, nicht alles, denn das Zielen mit Bomben könnte schon etwas besser sein. Ansonsten ist der Schwierigkeitsgrad recht einfach gehalten. Gegner haben zwar stellenweise verschiedene Angriffsmechanismen, aber erst die Bosse brauchen eine richtige Taktik. Hat man diese herausgefunden, macht Link schnell Nägel mit Köpfen - fast schon zu schnell, mag sich der geübte Spieler denken. Sucht man eher die Herausforderung, sollte man sich den Hero Mode genauer ansehen: Alle Gegner fügen dem Helden in dem neuen Modus doppelten Schaden zu und auf Herzteile in den Dungeons muss verzichtet werden. Für Spieler, welche die Herausforderung mögen, gibt es gute Neuigkeiten: der erhöhte Schwierigkeitsgrad ist direkt verfügbar (muss also nicht erst freigespielt werden), führt aber zu einigem Nervenkitzel.

Zelda Wind Waker HD

Im Vergleich zur GameCube-Variante gibt es in The Wind Waker HD kaum Neuerungen, vor allem hat man darauf verzichtet weitere Dungeons einzubauen. Aus Zeitgründen wurden diese nämlich im Original gestrichen. Mit der bereits angesprochenen Segel-Änderung und der Vereinfachung der Triforce-Suche bietet The Legend of Zelda: The Wind Waker HD rund 20 Stunden Spielspaß. Es könnten aber auch mehr werden, wenn ihr das neue Nachrichtensystem fleißig verwendet. Habt ihr Tingle aus Port Monee befreit, erhaltet ihr als Dank eine Flasche. Mittels dieser könnt ihr im Miiverse Nachrichten schreiben, mit einer Spielkamera Bilder schießen oder Mitteilungen empfangen. Bei letzterem findet ihr eine Falsche am Strand. Da zum Testzeitpunkt (Release ist ja erst am 04. Oktober 2013) die Server offline waren, konnten wir das Feature leider nicht testen. Falls das noch nicht reicht, lassen sich einige Minispiele entdecken, um zusätzliche Rubine zu bekommen, welche wiederum für Items ausgegeben werden können.

Zelda Wind Waker HD

Gesteuert wird mit dem Wii U GamePad oder dem Pro Controller, auf ein nachträgliches Einfügen der exakten Schwertsteuerung via Remote mit Motion Plus, wie bei Skyward Sword, wurde verzichtet. Auch normale Remote&Nunchuck-Steuerung wird nicht unterstützt. Gespielt wird ganz klassisch, die Steuerung des HD-Remakes ist sehr ähnlich zur Gamecube-Version. Der Touchscreen des GamePads wird dabei als Startmenü benutzt, somit wird das Inventar und die Karte der Spielwelt angezeigt. Aber auch das Schreiben von Nachrichten über Tingle ist möglich. Übrigens braucht ihr nicht zwingend einen TV um The Wind Waker HD zu spielen, da auch das reine Spielen auf dem GamePad möglich ist.

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The Legend of Zelda: The Wind Waker war ein sehr gutes Spiel, und bleibt in HD auf der Wii U auch noch nach zehn Jahren ein Top-Titel. Es macht einfach Spaß eine eigentlich bekannte Geschichte etwas anders zu erleben, zumal Zelda-Spiele fast nur auf dem Land spielen und The Wind Waker HD auch aus diesem Grund eine Ausnahme ist. Dank der Bootsneuerung wurde der Hauptkritikpunkt des Spiels beseitigt und es macht endlich Spaß in See zu stechen. Dennoch hat es sich Nintendo sichtlich einfach gemacht und ging statt Risiken eher auf Nummer sicher. Was soll schon schief gehen bei einem Remake eines Zelda-Spiels - vor allem von einem, welches sich erstklassiger Kritiken erfreuen konnte? Wer sich sagt, er wolle nach all diesen Jahren den Cell-Shading Zelda-Teil noch einmal in die Hand nehmen oder den Hero Mode ausprobieren, der macht sicher nichts falsch, aber man darf nicht viele Neuerungen erwarten, und schon gar kein neues Spiel. Für alle anderen ist The Wind Waker HD eine absolute Kaufempfehlung.

  • Stärken des Spiels:
    • Wunderschöne neue HD-Grafik
    • Schnelleres Reisen mit dem Schiff
    • Direkt zugänglicher Hero Mode
    • Miiverse-Verknüpfung
    • Kreative Dungeons, sympathische Charaktere
    • Gameplay ohne TV ist möglich
  • Schwächen des Spiels:
    • Spannung innerhalb der Story baut sich recht spät auf
    • Kaum inhaltliche Änderungen

Insgesamt erhält The Legend of Zelda: The Wind Waker HD von uns folgende Wertung:

The Legend of Zelda: The Wind Waker HD Award

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