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G80 Kühlertest: Aqua Computer vs. Innovatek

Vor gut einem halben Jahr kam der G80 von Nvidia ins Haus, damals war noch Winter. Die Temperaturen frisch und kühl, doch nun ist Sommer. Das kühle Wetter hat das Weite gesucht und so mancher fängt an, sich bei 25° Zimmertemperatur mehr Sorgen um seine geliebte und teuer bezahlte Hardware zu machen. Deswegen lassen wir heute, im Zweikampf, zwei Wasserkühler Hersteller um die Gunst der Käufer fechten und es wird sich zeigen wer der stärkere von Beiden ist.

Natürlich wollen wir euch nicht vorenthalten, dass es sich bei unseren beiden Firmen um die wohl mit bekanntesten unter den deutschen Herstellern handelt – Innovatek und Aqua-Computer. Eigentlich war vorgesehen einen Dreikampf zu veranstalten, doch die Firma Watercool konnte ihre interessante G80 Interpretation leider nicht rechtzeitig zum Test abgeben.

 

Für die Bereitstellung der Muster wollen wir uns recht herzlich bei Innovatek und Aqua-Computer bedanken.

Aqua-Computer AquagraFX G80: Zubehör: Das Zubehör, was man dem G80 Kühler mit auf den Weg gibt, ist klein geraten. Das Einzige, was dem Kühler beiliegt, sind Anleitung und ein Wärmeleitpad. Aber Wärmeleitpaste und Anschlüsse sucht man vergebens. Somit bleibt einem nichts anderes übrig, als hier gleich beim Kauf daran zu denken diese mit zu bestellen. Bei den Schrauben braucht man sich aber keine Gedanken machen, da der Kühler die Standardschrauben des Nvidia Kühlers verwendet. Inhaltsliste: 1x Aqua Computer AquagraFX G80 GTS 1x Wärmeleitpad 1x Handbuch Das Handbuch ist gut gelungen. Zwar fehlen Montagebilder, doch die Beschreibungen sind gut und so bekommt es jeder hin, diesen Kühler zu montieren.
Der Kühler: Aqua Computer setzt bei seinem Kühler vollkommen auf Aluminium und trotz alle dem bringt er stattliche 633g auf die Wage. Das ist immerhin fast doppelt so viel wie der Standardkühler (381g). Dafür hat es Aqua Computer geschafft den massigen Boliden standhaft und elegant zu gestallten, so das er wohl zu einem der schönsten Kühler auf dem Markt zählen darf. So steht auch die gesamte Verarbeitung des Kühlers auf sehr hohem Niveau und wir könnten nicht einen einzigen Mängel feststellen. Der Kühler selbst besteht in der Basis aus einem ca. 15mm dicken Alu-Block, welcher schwarz eloxiert wurde um der Optik gutes zu tun. Hat das Wasser dann also die 1/8 Zoll Gewinde hinter sich gelassen wird es durch einen, im Vergleich zum Innendurchmesser der 1/8 Zoll Anschlüsse, üppigen Kanal durch den Kühler transportiert. Hier trifft man auf neue und alte Bekannte. Denn, einzigartig in seiner Klasse, hat man dem HDCP Chip einen eigenen kleinen Kühler spendiert, der doch stark an den alten Aqua Computer Kern erinnert, welcher seiner Zeit noch Karten vom Schlage einer 7800GTX gekühlt hat – nur kleiner. Dieser ist zum Ausgleich von Unebenheiten durch eine Feder beweglich gelagert. Weiter geht es dann zum neu designten Aluminiumkern des Kühlers. Der auf den Namen "Core pro" getaufte Kern verfügt über 12 feine in Stromrichtung gefräste Kanäle. Dem Wasser bleibt hier kein anderer Weg als durch die Kanäle zu fließen und so die gesamte Wärme des G80 aufzunehmen. Anschließend wird  der Strom noch über die Rams und Spannungswandler gelenkt und gelangt dann wieder aus dem Kühler heraus. Um dem Ganzen dann noch eine Edle Haube aufzusetzen, kommt auch bei den neuen Kühlern ein schöner Edelstahldeckel zum Einsatz, welcher mittels einer Lasergravur den Schriftzug des Kühlers und des Herstellers enthält.
Die Montage: Die Montage erwies sich als recht unproblematisch. Die verwendeten Schrauben von Nvidia lassen ein Überspannen nicht zu, da ihr Gewinde vorzeitig aufhört. Somit ist der Kühler bombensicher und im Rahmen der Spezifikationen befestig. Die Montage sollte so selbst für die größten Leien durchführbar sein. Für die RAMs und die Spannungswandler schneidet man vorher noch das Wärmeleitpad zu und klebt diese auf die entsprechenden RAMs und Spannungswandler. Hat man dies alles hinter sich, schließt man noch die LED für die kleinen Aqua Computer Plexigravur an (was schon zum Standard bei den Kühlern gehört) und befestigt die Schläuche. Dann heißt es nur noch: Wasser marsch!

 

Innovatek Cool-Matic G80 GTS: Zubehör: Innovatek schlägt sich in dieser Disziplin weit aus besser als Aqua Computer! Zum Kühler selbst wird alles nötige geliefert, was man von einem Hersteller eigentlich erwartet. Wärmeleitpaste der Firma „Silmore“ ist an Bord, wie auch gleich passende ¼ Zoll Anschlüsse für 8/1er Schlauch. Da man nicht die Schrauben des Standardkühlers verwendet liegen dem Kühler natürlich passende bei. Ein Wärmeleitpad wie beim Kühler von Aqua Computer wird hier nicht benötigt. Die dem Kühler beigelegte Anleitung in zwei Sprachen (Deu/Eng) erläutert bildhaft den Einbau des gesamten Kühlers. 1x Innovatek Cool-Matic G80 GTS 1x Schraubensatz 1x Wärmeleitpaste 2x ¼ Zoll Anschlüsse gerade (8/1er Schlauch) 1x Handbuch
Der Kühler: Auch bei Innovatek nutzt man Aluminium als Basis für seinen Kühler. Dieses ist in seiner reinen Naturfarbe belassen und wirkt so wesentlich technischer, als der Aqua Computer. Diese kommt auch durch seine eher filigrane Art, welche nur halb so massiv ist, aber trotzdem genau so effektiv. Aus Kosten- und Produktionsgründen geht man beim Deckel auffällig schlicht zu werke. Der schwarze strukturierte POM-Deckel bringt eine gewisse technische Tristheit mit, die vlt nicht jedem gefallen mag, aber ihren Zweck gut erfüllt. Abseits des Deckels, bei den Anschlüssen, war man dann mal wieder „Inno“vativ  und spendierte dem Kühler ein um jeweils 180° Drehbaren Anschlusssegment, welches sich abschrauben und einfach drehen lässt – je nachdem von wo das Wasser kommt. Aber wenn es kommt, durchfließt es einen Wasserkanal im Inneren des Kühlers der jeden freien Winkel zum kühlen nutz und so eher einem modernen Kunstwerk gleicht. Der Weg geht über die Kühlfläche des HDPC Chips, welche nicht weiter bearbeitet wurde, geradewegs zu dem riesig anmutenden „Kühlfeld“ des G80 Chips. Das Prinzip des Kerns stammt vom XX-Flow, und hat eine Größe von etwas mehr als 5*5cm. Dabei handelt es sich sogar um einen Kupferkern, welcher nur noch vernickelt wurde. Zu den Schräg angeordneten knapp 1-2mm dicken Lamellen verläuft im Deckel ein gegenläufiges Profil, welches das Wasser über die Struktur lenkt. So entsteht im Prinzip eine Kühlung wie im XX-Flow mit einer enorm großen Oberfläche. Ob das der Performance zu Gute kommt, werden wir sehen.
Die Montage: Auch die Montage des Innovatek Kühlers ist absolut Laien sicher. Der Kühler passt perfekt auf die von uns verwendete 8800GTS und die Schrauben greifen sauber. Eine besonderes Aufbereiten von Wärmeleitpads musst nicht vollzogen werden. Hier tut es auch normale Wärmeleitpaste. Hat man sich dann auch für die richtige Seite entschieden, was die Zuläufe des Kühlers anbelangt, kann es an sich mit dem Test nun losgehen!

Innovatek vs. Aqua Computer Das finale und entscheidende steht an – der Performance Test! Nun wird sich zeigen, was in den Kühlern steckt, was gewinnt – ALU oder Kupfer. Das ist hier die Frage. Um unsere Boliden am Ende im Overclocking noch etwas zu belasten, haben wir die Ramspannung auf 2,2V angehoben und den Chip inkl. Bios Mod auf 675 / 1728 MHZ (Shadertakt) übertaktet. Testsystem:
CPU: AMD X2 3800+EE
GPU: PNY Verto 8800GTS 320
Mainboard: MSI K9A Platinum
Memory: G.skill 2GBNR DDR2-800
Netzteil: Be Quiet Straight Power 620W
OS: Windows XP Pro SP2
Cooling: Corsair Nautilus 500 PCM-Edition
Kühlung: Als Kühlung kommt unsere modifizierte Corsair Nautilus zum Zug. Diese haben wir mit einem vollwertigen 120er Radiator versorgt und einen stärkeren Lüfter eingebaut. Weiterhin ist im Case eine Laing DDC, welche für den nötigen Druck im ganzen System sorgt!

Wie zu sehen ist, halten sich beide Kühler doch die Waage. Im IDLE Bereich, egal ob Standardtakt oder übertaktet, kann sich der Kühler von Aquacomputer doch deutlich an die Spitze setzen. Im Standardtakt kann sich der Aqua Computer dann auch im Load Modus noch vor dem Innovatek halten, die Differenzen betragen hier teilweise nur 1°C Celsius, was noch im Rahmen der Ungenauigkeit liegt. Weit abgeschlagen rangiert sich natürlich der Nvidia Kühler auf dem letzten Platz. Übertakten wir unsere Karte, wendet sich das Blatt. Scheinbar kann der Innovatek nun endlich Vorteile aus seinem großflächigem Kupferboden ziehen. Liegt er im IDLE Bereich noch hinter dem Aqua Computer, so kann er sich beim Lasttest vor den Kontrahenten schieben. Zu sehen ist vor allem, dass Innovatek durch seine größer Auflagefläche auf dem G80 die Umgebungstemperatur des Kerns um bis zu 2°C Celsius im Vergleich zum Aqua Computer senken kann. Einen eindeutigen Sieger zu bestimmen fällt also schwer.  Fazit:
Die Performance der Kühler geht gegen die Messungenauigkeit. So bleibt einem nur der eigene Geschmack und der Geldbeutel übrig um die beiden Kühler zu differenzieren. Der Aqua Computer gefällt durch eine eher elegant massives Design und nette Moding Applikationen zu einem fairen Preis von ca 90€. Der Innovatek ist eher der technische Kühler, welche mit schlichterem Design daherkommt. Dafür zeigt der Innovatek etwas mehr Zubehör und Innovation - kostet aber auch etwas mehr (105€). Bei Aqua Computer bekommt man eher die Sparversion was das Zubehör angeht. Der Innovatek brauch zwar kein Wärmeleitpad, der Aqua Computer hat dafür keine Anschlüsse mitgeliefert und kein verstellbares Anschlusssegment. Beide Kühler konnten am Ende aber voll und ganz überzeugen und lieferten Top Performance, saubere Verarbeitung und eine kinderleichte Montage. Die Empfehlung der Redaktion sind sie jedenfalls Beide würdig!
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