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FIFA 13 für Wii U im Test

Bereits vor einiger Zeit haben wir die PC-Version des neuesten FIFA Spiels auf Herz und Nieren getestet. Pünktlich zum Start der Nintendo Wii U kam auch eine Version für die neue Konsole auf den Markt. Die Wii U bietet bekanntlich durch das neuartige GamePad bislang ungekannte Möglichkeiten für das Gameplay.

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Wie sich FIFA 13 für die Wii U, im Vergleich zur PC-Version, schlägt und ob die Entwickler mutig waren und Gebrauch von den vielfältigen Möglichkeiten des GamePads machen erfahrt ihr in unserem Test. Das betrifft neben der Grafik auf zwei Bildschirmen natürlich auch die Steuerung mit den verschiedenen Controllern, die das Spiel unterstützt. Außerdem gehen wir der Frage nach, ob sich FIFA 13 für Wii U als verspätetes Weihnachtsgeschenk oder zum Einlösen eines Gutscheins eignet.

Fifa 13 Wii U Cover

Doch bevor es losgeht möchten wir uns noch bei EA für die Problemlose Bereitstellung eines Musters von FIFA 13 für die Nintendo Wii U bedanken.

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Anders als am PC ist bei Konsolen die Grafik auf eine Einstellung festgelegt, Unterschiede ergeben sich bestenfalls noch aus der Wahl des Anschlusses, mit dem Konsole und Fernseher verbunden werden und der damit verbundenen Auflösung. Das führt dazu, dass die Performance auf Konsolen theoretisch besser sein müsste, weil die Entwickler sich genau auf die vorhandene Hardware einstellen können, ohne sich mit der Abstraktion von Treibern und verschiedenen Befehlssätzen aufhalten zu müssen.

Grafisch präsentiert sich FIFA 13 auf einem guten Niveau. Die Darstellung auf dem Touchscreen des Wii U GamePad ist ausreichend detailreich und ermöglicht fast immer eine gute Sicht aufs Spielgeschehen. Etwas schwierig ist es, den Ball zu sehen, wenn er oder der Spieler der ihn kontrolliert am „oberen“ Rand des Spielfelds unterwegs ist – hier verdeckt er sich gerne mal im Schatten der Tribüne. Wirklich problematisch wird es beim Erkennen aller Details nur, wenn man die Helligkeit des Displays reduziert, um die Akkulaufzeit zu erhöhen.

Fifa 13 Wii U Schiessen mit Touchscreen

(Im Bild: Die Grafik auf Fernseher und GamePad. Quelle: EA)

Die Grafik auf dem externen Bildschirm bzw. dem Fernseher hängt sehr stark von der Qualität des Fernsehers und des verwendeten Verbindungskabels ab. Benutzt man das (von der Wii stammende) Komponentenkabel zur Verbindung mit einem Bildschirm, der keinen HDMI-Anschluss besitzt, so erhält man nur eine reduzierte Auflösung und FIFA 13 sieht wirklich nicht gut aus. Verwendet man jedoch einen zeitgemäßen Bildschirm mit HDMI Anschluss, erhält man hochauflösende Bilder, die einen sehr guten Eindruck machen.

Sowohl auf dem GamePad als auch auf dem HD-Fernseher kann der geneigte Fan die bekannten Fußballprofis, deren Gesichter aus der Sportschau bekannt sein dürften, gut wiedererkennen. Auch die Animationen der Bewegungsabläufe sind hervorragend umgesetzt. Das Stadion samt Zuschauern ergänzt den positiven optischen Eindruck ebenso wie die glaubhafte Darstellung des Rasens und des Balls. Man erkennt schnell, in welchem Stadion das Spiel ausgetragen wird. Optisch macht FIFA 13 für die Nintendo Wii U alles richtig, die Grafik ist auf einem modernen Fernseher absolut top und auch auf dem Bildschirm des GamePad erhält man eine gute Grafikausgabe. Das Spielen mit dem GamePad ohne externen Bildschirm (z.B. wenn der Fernseher anderweitig genutzt wird) ist völlig unproblematisch. Positiv: Wer den Fernseher nicht zum Spielen mit der Wii U nutzen möchte und einen Wii U Pro Controller besitzt, kann auch mit diesem Spielen und den Touchscreen des GamePads als Monitor benutzen. Auf dem GamePad fehlen zwar in der Spiel-Ansicht die Anzeigen für die verbleibende Zeit der Begegnung und die Zahl der gefallenen Tore, aber das stört in der Praxis nicht.

Hier geht der Daumen uneingeschränkt nach oben.

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Der Sound von FIFA 13 für Wii U ist ein etwas komplizierteres Thema.

Grundsätzlich ist er gut. Die Kommentatoren sind jederzeit gut zu verstehen und die Stadiongesänge sowie gelegentliche Zwischenrufe der Trainer runden den ersten akustischen Eindruck ab.

Leider krankt FIFA 13 für Wii U an einer Schwäche, die so ziemlich alle Fußball-Simulationen haben: Den Kommentatoren. Zum Einen wiederholen sich die Kommentare sehr schnell, zum Anderen werden sie oft vom Spielgeschehen ad absurdum geführt. So kommt es immer wieder vor, dass die Kommentatoren noch einen vorhergehenden Zweikampf beschreiben während der Stürmer bereits Peilung aufs gegnerische Tor nimmt und zum Schuss ausholt. Hier wäre, abgesehen von teilweise einfach unlustigen Humoreinlagen, ein noch größeres Paket an Sprachkommentaren gut, um die Abwechslung zu erhöhen.

Sieht man über diese klassische Schwäche hinweg, ist der Sound okay, die Hintergrundmusik innerhalb der Menüs ist sicherlich Geschmackssache – grundsätzlich passt sie aber zu der schnellen und sportlichen Atmosphäre, die sich nun einmal für ein schnelllebiges Sportspiel im Allgemeinen und (zumindest hierzulande) gerade für ein Fußballspiel gehört.

Die Atmosphäre von Fangesängen, Kommentaren und Spielerrufen insgesamt geht jedoch in Ordnung.

Leider müssen wir für die Schwächen der Kommentatoren einige Punkte in unserer Bewertung abziehen.

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Die Bedienung von FIFA 13 ist mit drei verschiedenen Controllern möglich: neben dem obligatorischen Wii U GamePad wird auch der Wii U Pro Controller unterstützt. Auch die klassische Wii-Fernbedienung (oft einfach „Wii Mote“ genannt) wird, mit und ohne Nunchuck, unterstützt. Für die Verwendung der Wii-Fernbedienung ist allerdings eine Sensorbar erforderlich (diese kann von der Wii übernommen werden, im Premium Pack der Wii U ist eine Sensorbar enthalten).

Die Bedienung mit dem GamePad macht uns am meisten Spaß. Dadurch, dass es so gut in der Hand liegt, kann man auch längere Zeit angenehm damit Spielen. Die Tastenzuordnung kann aus verschiedenen Voreinstellungen gewählt werden und ist sehr schnell, fast intuitiv, erlernt (weshalb wir diese hier nicht explizit vorstellen).

Zusätzlich ermöglicht es der Touchscreen des Wii U GamePad auch taktische Änderungen während des Spiels vorzunehmen, ohne dass man, wie es bisher bei allen anderen Fußballsimulationen der Fall ist, das Spiel dafür unterbrechen muss. Der Spieler kann auf dem Fernseher das Spiel verfolgen und auf dem GamePad Auswechslungen veranlassen oder die taktische Formation verändern - quasi in Echtzeit, genauso wie es ein Trainer kann der seiner Mannschaft die Veränderungen vom Spielfeldrand zuruft. Die Auswechslungen werden natürlich erst bei einer Spielunterbrechung ausgeführt. Zusätzlich ist es möglich Schüsse aufs Tor präzise mit dem Touchscreen zu platzieren oder Mitspieler zu “schicken” damit man ihnen einen Pass in den Lauf spielen kann. Die Spieler, immerhin unterstützt FIFA 13 für Wii U bis fünf Mitspieler an einer Konsole, die ohne das GamePad auskommen müssen, greifen wie bisher auf Menüs zurück, für deren Verwendung das Spiel unterbrochen wird.

Fifa 13 Wii U Verschiedene Controller

(Im Bild: Es können bis zu fünf Spieler mit verschiedenen Controllern mitspielen. Quelle: EA)

Die Bedienung des Spiels mit Wii-Fernbedienung ist deutlich weniger Komfortabel als mit dem GamePad. Das liegt neben der Form des Controllers auch an der geringen Auswahl der Tasten und am fehlenden Analogstick (der erst mit dem Nunchuck dazu kommt).

Die Bedienung mit dem Pro Controller bewegt sich irgendwo dazwischen, er liegt besser in der Hand als die quer gehaltene Wii-Fernbedienung, aber es fehlt der besondere Komfort des GamePads.

Darüber hinaus ermöglicht das GamePad auch präzises Zielen für Torschüsse oder das „schicken“ von Teamkollegen mit entsprechenden Eingaben auf dem Touchscreen.

Für die Vielfältigkeit der Bedienung und die geringe Komplexität beim ersten Start des Spiels gehen hier alle Daumen nach oben.

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Das Herz eines jeden Fußballspiels für den PC, den Handheld oder die Konsole ist natürlich die Begegnung auf dem Rasen.

Hier spielt FIFA 13 für die Wii U seine Stärken aus. Die Atmosphäre ist sehr gut und der Spielfluss geht absolut in Ordnung. Manchmal wünscht man sich zwar, man könnte die kurze Wiederholung nach einem Tor überspringen (dieser Wunsch ist besonders stark bei demjenigen, der den Treffer kassiert hat), aber diese Wiederholungen gehören eben zur Simulation einer TV-Übertragung dazu.

Das Spielgeschehen ist schnell und auch bei der Verwendung von GamePad und HD-Fernseher fast immer flüssig. Lediglich bei der Rückkehr aus Menüs zurück aufs Spielfeld konnten wir kurze Ruckler bemerken. Da diese jedoch während des eigentlichen Spiesl nicht auftraten, fallen sie nur bedingt ins Gewicht. Zweikämpfe oder andere brenzlige Situationen wurden nicht durch derartige Pannen beeinflusst und der Spielspaß bleibt davon ebenfalls ungetrübt.

Auf der Wii U bietet FIFA 13 drei verschiedene Karrieremodi: Spieler, Manager und Spielertrainer.

Bei der Spielerkarriere nimmt man die Rolle eines Spielers ein und versucht mit ihm möglichst erfolgreich zu sein, bevor der Wechsel vom Spielfeld an die Seitenlinie ansteht. Die Managerkarriere ist weitgehend mit der Trainerkarriere aus der PC-Version identisch, hier steuern wir direkt die Geschicke eines Vereins in allen wichtigen Belangen.

Ein Unterschied gegenüber der PC-Version ist die Karriere als Spielertrainer. Hier bestreitet man die Laufbahn als Trainer, greift aber auch auf dem Fußballplatz als Balltreter mit ins Geschehen ein und erstellt zusätzlich einen eigenen Spieler. Es handelt sich also um einen Spielmodus mit einem Spieler, der auch als Trainer tätig ist und nicht, wie man vielleicht zunächst denken würde, um die Laufbahn des Betreuers eines bestimmten Spielers. Dieser Spieler wird wahlweise als neuer Spieler erstellt oder als Virtual Pro. Ein Virtual Pro kann auch für andere Onlinemodi genutzt werden. Spielerisch ähnelt die Karriere als Spielertrainer der normalen Managerkarriere.

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EA hat mit der Wii U Adaption von FIFA 13 vieles richtig gemacht, aber auch Fehler früherer Generationen des Spiels beibehalten.

Grafisch und spielerisch ist FIFA 13 absolut empfehlenswert. Bis zu fünf Mitspieler an einer Konsole sind ideal für spontane Zocker-Runden. Jeder Fußballfan kann die individuellen Gesichtszüge seiner Idole erkennen und als Spieler oder Manager für seinen Lieblingsverein offline und online auf Torjagd gehen. Eine schnell erlernbare Tastenbelegung, ordentliche Grafik und hohes Tempo wären ein erstklassiges Gesamtpaket, wäre da nicht der stellenweise schwächelnde Ton und der gelegentlich störende Schatten der Tribüne.

Für das Wii U GamePad hat man sich sinnvolle und komfortable Features einfallen lassen die den Spielfluss verbessern und einen kleinen Tick mehr Realismus ins Spiel bringen.

Das gewohnt üppige Lizenzpaket und verschiedene Onlinemodi runden den positiven Gesamteindruck von FIFA 13 für Wii U ab. Leider ziehen die Kommentatoren und der geringe Wiederspiel-Faktor für alle, die keine Fußballfans sind, den Eindruck etwas ins Negative.

Wir empfehlen FIFA 13 für Wii U für alle Fußballfans die die aktuelle Konsole von Nintendo besitzen oder erwerben möchten. Wer kein Fußballfan ist sollte zunächst die Demoversion herunterladen und ausprobieren.

Stärken des Spiels:

  • Tastenbelegung
  • Schneller Einstieg ins Spiel
  • Großes Lizenzpaket


Schwächen des Spiels:

  • Kommentatoren
  • Nicht jeden Geschmack treffende Menü-Musik

Insgesamt erhält FIFA 13 für die Nintendo Wii U von uns die folgende Wertung:

Fifa 13 Wii U Award

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