Im Jahr 1997, also vor genau 15 Jahren, hat Eugene Kaspersky das Unternehmen Kaspersky Labs ins Leben gerufen. Das Ziel war und ist es, Sicherheitssoftware zu entwickeln, die Anwender vor Schädlingen schützt. Die wohl bekanntesten Programme von Kaspersky Lab sind Kaspersky Anti-Virus und Kaspersky Internet Security. Beide erscheinen jährlich in einer neuen Version. Beim Kauf des Programmes erhält man im Regelfall eine Lizenz für einen Computer und ein Jahr. Es gibt auch Lizenzen, die länger als ein Jahr halten. Im Übrigen wird das nicht nur von Kaspersky so gehandhabt – auch für die Sicherheitssoftware von Avira gibt es vor allem 1-Jahres-Lizenzen.

Doch warum sollte ich meinen Computer vor Viren zusätzlich schützen, wenn ich eine Firewall und den Windows Defender habe? Es ist ganz einfach so, dass die Schadsoftware immer intelligenter wird. Microsoft sorgt in Windows zwar mit der Firewall und dem Windows Defender für mehr oder weniger aktiven Schutz, allerdings spezialisiert sich Microsoft auf die Entwicklung von Betriebssystemen und Systemsoftware und nicht auf Virenschutz. Die Entwickler von Kaspersky arbeiten täglich daran, neue Würmer aufzudecken und in die Virendatenbank mit aufzunehmen. Besonders vor Phishing-Links sind die Browser und damit auch die Computer unzureichend geschützt – Kaspersky bietet beispielsweise einen Browserschutz, damit unter anderem bei einer Online-Überweisung keine Daten abgegriffen werden können.
Im Gegensatz zu anderen Programmen fällt ein Update in Kaspersky immer sehr ergiebig aus. An der Zahl sind es in der 2013er-Version fünf brandneue Technologien sowie sieben Verbesserungen im Vergleich zum Vorgänger. In diesem Bericht zum Programm des Monats September 2012 werden wir Kaspersky Internet Security 2013 unter die Lupe nehmen und alles Notwendige erläutern.
Wir möchten uns bei Kaspersky Lab recht herzlich für die Bereitstellung zweier Testlizenzen bedanken!
Systemanforderungen und Kaufpreis
Im Vergleich zu anderen Programmen sind die Systemanforderungen von Antivirus-Programmen nicht ganz unwichtig. Durch die große Anzahl an Daten, die täglich heruntergeladen werden, ist ein schnelles System durchaus von Vorteil. Das heißt nicht, dass Sicherheitsprogramme nichts für Netbooks wären. Bei Computern mit geringerer Leistung muss man dennoch damit rechnen, dass vor allem die erste Verarbeitung der Datenbank etwas länger dauern könnte. Das ist ein Ergebnis unseres Berichts zu Kaspersky Anti-Virus 2012 im letzten Jahr.

Kommen wir nun zum Eigentlichen: Damit Kaspersky Internet Security 2013 auf dem Computer überhaupt ausgeführt werden kann, wird Windows XP mit 32- oder 64-Bit vorausgesetzt. Natürlich ist auch Unterstützung für Windows Vista und Windows 7 geboten. KIS 2013 ist erstmals Windows 8-Ready, d.h., dass auch Nutzer von Windows 8 in den Genuss der Sicherheitssoftware kommen können.
Wie immer wird vorausgesetzt, dass die Systemkonfiguration den Mindestanforderungen des Betriebssystems entspricht. Zusätzlich empfiehlt Kaspersky, dass mindestens eine 800 MHz CPU für Windows XP oder eine 1 GHz CPU für Windows Vista und Windows 7 verbaut ist, ehe man das Tool installiert. Außerdem sollten Systeme mit Windows XP mindestens 512 MB RAM und Systeme mit Windows Vista und Windows 7 mindestens 1 GB RAM haben.

Beim Festplattenspeicher wird es dann etwas happig: Es sollten 480 MB freier Festplattenspeicher für die Installation bereitstehen. Das ist in Ordnung, zeigt aber auch, wie groß die Menge an Dateien ist, die installiert werden müssen. Eine Empfehlung von uns ist zudem, dass - sofern vorhanden – KIS 2013 auf einer SSD installiert wird. Die Ladezeiten beim Starten nach dem Hochfahren des PCs sollten sich somit stark verkürzen. Es sollte dabei jedoch beachtet werden, dass die Zugriffe auf die SSD damit erhöht werden und sich die Lebensdauer folglich etwas verringert. Wer seine SSD schonen möchte, kann KIS 2013 auch wie gewohnt auf der HDD installieren.
Die offiziellen Systemanforderungen in der Übersicht:
- Betriebssysteme: Microsoft Windows 7, Windows Vista oder Windows XP (32- oder 64-Bit)
- Prozessor: 800 MHz CPU für Windows XP oder 1 GHz CPU für Windows Vista oder Windows 7
- RAM: 512 MB für Windows XP oder 1 GB (32-Bit)/2 GB (64-Bit) für Windows Vista oder Windows 7
- Speicherplatz: 480 MB freier Festplattenspeicher für die Installation
Eine Lizenz für einen PC und ein Jahr kostet offiziell 39,95 Euro. Eine Lizenz für drei PCs und ein Jahr kostet dagegen nur 59,95 Euro. Weitere Preise könnt ihr dem Kaspersky Online-Shop entnehmen.
Installation und Hauptfunktionen
Die Installation erfolgt direkt von der CD aus über den mitgelieferten Installer. Sollte die auf der CD enthaltene Version von Kaspersky Internet Security 2013 veraltet sein, so wird auf Wunsch automatisch eine neue vom Kaspersky-Server heruntergeladen. Der Installer ist um die 150 MB groß. Damit sollten auch Anwender, die nur über eine schlechte Internetanbindung verfügen, zurechtkommen. Der Installer bringt die gewohnte, gute Qualität mit. Kaspersky bringt keinerlei Adware oder jeglichen anderen Spam mit sich. Zugegeben: Es wäre auch sehr paradox, wenn Kaspersky, Hersteller von Sicherheitssoftware, das machen würde.

Nach der Installation wird man gefragt, ob man den Computer neustarten möchte. Dies sollte man mit „Ja“ beantworten. Nach dem Neustart öffnet sich dann direkt der Kaspersky Updater, der die aktuellen Datenbanken herunterlädt. Dies kann, wie besagt, vor allem bei leistungsschwächeren Geräten und bei schlechter Internetanbindung einige Minuten andauern. Alle anderen Systeme sollten diesen Vorgang nach ein paar Minuten bearbeitet haben. Anschließend werden wir darüber aufgeklärt, ob das Update erfolgreich war oder ob es fehlgeschlagen ist. Im Regelfall sollte alles ohne Probleme über die Bühne gehen.
Die Hauptfunktionen dürften selbsterklärend sein: Kaspersky Internet Security schützt sowohl vor Viren auf dem PC als auch vor allen Würmern, die sich über das Internet einschleichen wollen. Im Test wollten wir einige Testviren, die selbstverständlich keine Schadfunktion ausüben, herunterladen. Diese waren unter anderem komprimiert und verpackt als .ZIP-Datei. Bereits vor dem Download des Archivs schlug Kaspersky in Chrome Alarm. Alarmschlagen ist wortwörtlich zu verstehen: Mit einem kurzen Pieps weißt uns KIS 2013 auf den Schädling hin und blockiert den Download.

Um zu überprüfen, ob Kaspersky Internet Security 2013 auch versteckte Viren auf dem Computer erkennt, müssen wir die Software also sogar für einen Moment deaktivieren, da für einen normalen Anwender beinahe keine Möglichkeit besteht, sich einen Virus einzufangen. Diesmal lässt sich die .ZIP-Datei herunterladen, während die .EXE-Datei direkt von Chrome geblockt wird. Die .ZIP-Datei ist nun also in unserem Download-Ordner gespeichert und wir aktivieren KIS 2013 wieder. Nach der Reaktivierung findet Kaspersky den Virus nicht sofort. Erst nachdem wir das Paket entpackt haben, findet es den EICAR-Test-File – das ist eine schädliche COM-Datei aus dem Jahr 2000. Kaspersky schiebt die Datei anschließend in Quarantäne und löscht sie, falls wir ihm keine andere Anweisung erteilen.

Dieser Versuch war sehr nützlich für uns, um zu sehen, wie Kaspersky Viren auf dem Rechner verwaltet, wenn diese denn überhaupt erst so weit kommen sollten. Das Tool macht hier einen klasse Job und blockiert die Viren direkt im Browser. Doch erkennt KIS 2013 auch Viren, die über eine E-Mail kommen? Wir testen erneut den EICAR-Test-File. Der Virenscanner sollte den Schädling in der Mail eigentlich sofort erkennen. Allerdings haben wir eine Schwierigkeit eingebaut: Zwei E-Mails mit unterschiedlich stark gepackten sowie verschlüsselten EICAR-Test-Files erreichen uns. Unser E-Mail Client ist die Preview-Version zu Microsoft Outlook 2013– passend zu Windows 8 im Metro-Look.

An dieser Stelle sind wir etwas schockiert: Kaspersky Internet Security 2013 erkennt den Virus auch nach mehrmaligem Empfangen nicht. Auch nachdem wir ihn abgespeichert haben und eines der .ZIP-Archive manuell überprüfen, findet er keine Bedrohungen. Erst nachdem wir das Archiv mit dem zufälligen Passwort entpackt haben, erkennt KIS 2013 die Bedrohung und löscht die EICAR-Test-Datei automatisch. Wäre der Virus unverschlüsselt gesendet worden, hätte die Sicherheitssoftware ihn problemlos entlarvt. Es ist kein Muss für einen Virenscanner, dass verschlüsselte Viren erkannt werden. Wichtig wäre es dennoch.
Neuerungen und Verbesserungen (1)
Wer unsere letzten Softwareberichte regelmäßig verfolgt hat, der weiß, dass wir Funktionen und Neuerungen oft als Fließtext erläutert haben. Da Kaspersky Internet Security 2013 eine ganze Reihe an Neuerungen mit sich bringt, werden wir die einzelnen Funktionen mit kleinen Überschriften versehen und anschließend einige Sätze dazu schreiben.

(Neu) Sicherer Zahlungsverkehr – mehr Sicherheit beim Online-Shopping und –Banking
Eine der maßgebenden Neuheiten in KIS 2013 ist die neue Technologie für sicheren Zahlungsverkehr im Internet. Die Sicherheit hierbei wird durch verschiedene Schutzmechanismen erreicht. Unter anderem wird die Internetadresse der Website, bei der eingekauft bzw. bezahlt wird, mit einer Datenbank verglichen, in der alle sicheren Webseiten aufgeführt sind. Außerdem wird das Zertifikat der Seite im Internet auf dessen Echtheit überprüft. Darüber hinaus untersucht Kaspersky den Computer auf lokale Schwachstellen, die beim Online-Banking fatal sein können. Damit der User diese Funktion auch wirklich nutzt, wird er beim Kaufen darauf hingewiesen, dass er diese aktivieren sollte.

(Neu) Virtuelle Tastatur – Schutz vor Keyloggern
Ein weiterer neuer Schutz bekämpft Schädlinge, die Eingaben direkt von der physischen Tastatur aufzeichnen möchten. Sobald eine Internetseite aufgerufen wird, bei der man Passwörter, Kreditkartennummern oder Ähnliches angeben muss, wird die virtuelle Tastatur aufgerufen. Unter Firefox klappte dies bei uns bereits sehr gut, nachdem wir jedes einzelne Add-on zur Installation freigegeben haben. Unter der neusten Version von Google Chrome haben wir den sicheren Zahlungsverkehr allerdings noch nicht zum Laufen bekommen.

(Neu) Automatischer Exploit-Schutz
Man kann es sich denken: Wurde die Viren-Datenbank über eine längere Zeit hinweg nicht aktualisiert, ist das Risiko hoch, dass sich Schädlinge einnisten. Um dieser Sache vorzubeugen, hat Kaspersky einen Exploit-Schutz eingebaut, der selbstständig fungiert. Der Schutz ist gegeben, weil Anwendungen – speziell .EXE-Dateien – überwacht werden. Sobald Schwachstellen bei einer Anwendung gefunden werden, wird auch das Verhalten genauer überprüft. Zusätzlich wird das Verhalten mit bekannten Schadprogrammen verglichen.
Neuerungen und Verbesserungen (2)
(Neu) Geringerer Akkuverbrauch
Als wir im letzten Jahr Kaspersky Anti-Virus 2012 getestet haben, störte uns eines: Der erhöhte Akkuverbrauch unseres Test-Netbooks. Die Entwickler versprechen, dass die Akkubeanspruchung verringert wurde. Kaspersky Internet Security 2013 schränkt die Ressourcennutzung von sich aus ein, damit der Akku nicht dauerhaft belastet wird. Das könnte zwar ein wenig zulasten der Sicherheit gehen, allerdings dürfte man im Akkubetrieb eher selten im Internet sein – beispielsweise im Zug oder im Flugzeug. Davon abgesehen schützt KIS 2013 an den Stellen, an denen es besonders wichtig ist.

(Neu) Kaspersky Internet Security 2013 ist Windows 8-Ready
Auch wenn es nicht üblich ist, dass Windows 8 nicht als unterstütztes Betriebssystem in den Mindestanforderungen aufgeführt wird, wird das kommende Betriebssystem von Microsoft von KIS 2013 vollständig unterstützt. Mit dabei sind einige Zusatzfunktionen, die den Schutz speziell unter der Metro-Oberfläche erweitern sollen. Kaspersky Now ist eine dieser Zusatzfunktionen. Sie wurde in die neue Benutzeroberfläche integriert und zeigt dem Nutzer den Schutzstatus des Systems an. Zudem werden alle Microsoft-Anwendungen regelmäßig auf Viren untersucht. Interessant ist auch die neue „Early-Launch Anti-Malware“-Technologie (kurz: ELAM), die den PC bereits vor dem Hochfahren schützt. (Update:) Inzwischen wurden die offizllen Systemanforderungen etwas verändert. Nun wird auch Windows 8 als unterstütztes Betriebssystem aufgeführt.
Soviel zu den Neuerungen. Neben ihnen gibt es auch einige Verbesserungen und Aktualisierungen in bestehenden Funktionen. Diese werden wir kurz auflisten:
Verbesserte Kindersicherung
Die Kindesicherung wurde optimiert, um Kindern beim Surfen den bestmöglichen Schutz bieten zu können. Websites, die unangemessene Inhalte aufweisen, werden nun zuverlässiger gefiltert als zuvor.

Anti-Spam-Modul erneuert
Das Anti-Spam-Modul wurde in KIS 2013 optimiert. Unerwünschte Nachrichten lassen sich nun ebenfalls zuverlässiger Filtern. Spam wir einfacher erkannt und besser gemeldet.
Phishing-Schutz verbessert
Der Phishing-Schutz wurde erweitert. Was Phishing ist und wie Kaspersky davor schützt, erläutern wir auf den nächsten Seiten.

PC-Leistung verbessert
Kaspersky Internet Security 2013 verfügt unter anderem über einen Gamer-Modus, welcher die Spielerfahrung fördern soll, dabei aber gleichzeitig viel Sicherheit bieten muss. KIS 2013 soll sich weder auf Netzwerkaktivitäten noch auf das Starten und Schließen von Programmen negativ auswirken. Wodurch der Leistungsgewinn erzielt wird, erläutert Kaspersky nicht näher. Wir gehen davon aus, dass die Prozesse und somit die CPU-Auslastung und der RAM-Verbrauch verringert wurden.
Viren-Datenbanken optimiert
Viren-Informationen werden nun aus der Cloud, also von einem Server aus, genutzt. Die Größe der Daten auf dem PC ist damit etwas geschrumpft. Installationen und Updates sollten dadurch schneller verarbeitet werden können. Insgesamt bringt auch dies eine kleine Leistungssteigerung.

Leichtere Handhabung der Benutzeroberfläche
Die Benutzeroberfläche wurde leicht verändert, sodass es für den Anwender in manchen Situation nun leichter sein kann, auf ein Ereignis oder auf eine Meldung zu reagieren.
Schnellstart der virtuellen Tastatur
Die virtuelle Tastatur im Browser wird nun schneller geöffnet als noch im Vorgänger. In weniger als einer Sekunde erscheint sie direkt neben dem Eingabefeld, wenn das so gewünscht wird.
Über Viren und Würmer (1) – wie fange ich sie mir ein und was machen sie?
Malware. Adware. Phishing-Mails. Trojaner. Für einige Nutzer werden diese Begriffe neu sein. Andere werden diese Begriffe bereits gehört haben. Einige wissen sicherlich auch, was sich hinter den Wörtern verbirgt. Für alle, die es noch nicht wissen, nennen wir einige dieser Bedrohungen, erklären wie sie den Computer bedrohen, wie man sie sich einfängt und sich davor schützt und wie man sie wieder loswird.

Malware ist der Überbegriff für alle Viren. Der Name leitet sich ab vom lateinischen „malus“ (lat. „schlecht“) und englischen Software ab. Anfang der 90er Jahre begann die Entwicklung dieser Schädlinge. Heute gibt es viele verschiedene Typen. Während die einen Viren Lücken im Computer suchen, spionieren andere den Computer mit einfachen Mitteln aus und greifen die Daten ab. Man muss jedoch zwischen Computerviren und Computerwürmern unterscheiden. Viren kommen hauptsächlich durch Datenträger auf den Computer, während man sich Würmer vor allem über das Internet einhandelt.
Als trojanische Pferde (im Fachjargon: Trojaner) bezeichnet man im Allgemeinen Programme, die neben ihrer eigentlichen Funktion noch etwas anderes mit sich bringen: Spyware oder eine Backdoor. Während Spyware sich darauf spezialisiert den Computer auszuspionieren und die Daten anschließend weiterzuschicken, versuchen Backdoors vom System aus ein unsicheres „Loch“ zu finden. Ist diese „Hintertür“ schließlich geöffnet, haben auch Dritte Zugang zum Computer. Damit lassen sich beispielsweise Webcams steuern und überwachen, wenn eine solche an den Computer angeschlossen ist.

Weit verbreitet ist auch die sogenannte Adware. Wenn bei der Installation eines Programmes eine Toolbar installiert wird, dann ist die Toolbar als Adware anzusehen. Bei der Installation muss man zwar auswählen können, ob man diese Adware installieren möchte oder nicht, allerdings sind diese Funktionen meist versteckt. Auch wenn Adware nur sehr selten schädlich ist, so reduziert es die Leistung oftmals sehr und „vermüllt“ den Computer, wenn sich beispielsweise mehrere Toolbars anhäufen. Adware dient vor alle zu Werbe- und Forschungszwecken.
Eine weitere Art Schädling: Scareware. Mit dieser versuchen Betrüger ihre Opfer erst zu verunsichern und schließlich zu der Herausgabe von Daten oder Geld zu bewegen. Oftmals sind dies gefälschte Warnmeldungen von Sicherheitsprogrammen, die dazu aufrufen, erneut eine Lizenz zu kaufen, da das Programm sonst nach einigen Tagen ablaufen würde.

Eine sehr beliebte Art des Betrugs: Phishing-Mails. Das sind gefälschte E-Mails, die den echten jedoch sehr ähnlich sehen. Ein aktueller Fall: Eine E-Mail vom vermeintlichen Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) besagt, dass man eine Steuerrückzahlung in Höhe von rund 200 Euro erhalten würde, wenn man ein Formular ausfüllt und dieses anschließend absendet. Steuererstattungen werden jedoch niemals via E-Mail, sondern nur auf dem Postweg geregelt. Ist man auf das Formular trotzdem hereingefallen und sendet es samt Kreditkarten- und PIN-Daten ab, so dürfte man sich nicht wundern, wenn das eigene Konto in wenigen Tagen von den Betrügern leergeräumt wurde.
Gerade bei Betrügern, die mit Phishing-Mails arbeiten, hat man schlechte Chancen, sein Geld wieder zu sehen. Abgesehen von der Scareware dienen die meisten anderen Viren nicht zwangsweise dazu an Geld, Kreditkartennummern oder Ähnliches zu kommen. Zwar ist es möglich, über einen Trojaner einen Keylogger zu installieren, der alles aufzeichnet, was man eintippt. Dagegen sind Phishing-Mails und Scareware viel populärer, da es für Hacker weniger Arbeit ist, diese anzufertigen. Außerdem ist es wahrscheinlicher, dass bei 10.000 versendeten E-Mails auch nur 10 oder 100 Empfänger auf die Phishing-Mail hereinfallen. Im Ausgang ist das deutlich lukrativer für Angreifer, als einzelne PCs mit Keylogger zu infizieren.
Über Viren und Würmer (2) – Vorbeugung und Entfernung
Natürlich gibt es weitere potenzielle Bedrohungen, vor denen KIS 2013 aber bereits ausreichend schützt. Vor allem Trojaner kann man selbst ohne Hilfsmittel nicht entlarven. Im Umgang mit dem Computer und speziell im Umgang mit dem Internet und fremder Software ist immer Vorsicht geboten. Wer nicht möchte, dass Adware installiert wird, sollte bei allen Programmen die „benutzerdefinierte Installation“ auswählen und die Haken oder Kreuze bei der jeweiligen Adware entfernen. Somit werden die unerwünschten Programme nicht mitinstalliert und die Festplatte bleibt sauber.
Kaspersky Internet Security 2013 schützt vor sehr vielen Bedrohungen. 100-prozentiger Schutz kann jedoch niemals gewährleistet sein. Deshalb ist es wichtig, dass man sich über gefährliche Virenbefunde informiert. Vor allem Phishing-Mails oder Scareware lässt sich so umgehen. Bei E-Mails oder Anzeigen, die suspekt erscheinen, sollte man den Betreff oder den Absender immer zuerst googeln, ehe man handelt. Im Zweifelsfall ignoriert man es einfach oder kontaktiert den Support des Virenschutz-Programms.

Sollten sich Viren oder Würmer trotz Schutz im Computer eingenistet haben, so hilft es, Anleitungen im Internet zu suchen. Jeder Schädling muss auf seine eigene Weise entfernt werden. Oftmals verbreitet sich Schadsoftware so stark, dass nur eine Formatierung der Festplatte hilft. Leichtere Viren können auch direkt vom Antivirus-Programm entfernt werden. Wer aber schon einmal einen richtigen Virenbefall hatte, der weiß, wie schwer es sein kann, diese wieder loszuwerden. Ein Allheilmittel gibt es leider nicht – es muss von Fall zu Fall entschieden werden, wie man weiter vorgeht. Beratung dazu ist natürlich auch im PCMasters.de Forum möglich.
Für manche Virenbefälle bietet Microsoft auch Entfernungsprogramme an, die den Eindringling an der Wurzel packen und vom PC verbannen. Sollte man ein solches erfolgreich angewendet haben, ist es sehr wichtig, dass man anschließend einen Virenscanner verwendet und das ganze System auf Überreste untersucht. Es wäre nützlich, wenn man wüsste, woher der Befall kam, damit man einer erneuten Infizierung vorbeugen kann. Man sollte sich dabei nie ausschließlich auf seinen Virenscanner verlassen.
Fazit
Nun, da wir am Ende unseres Berichtes angelangt sind, fassen wir zusammen, was uns gefallen hat und was nicht. Wir haben viel Positives erlebt – aber eben auch einiges, was man in der 2014er Version weiter verbessern könnte.

Das hat uns gefallen
An Neuheiten mangelt es Kaspersky Internet Security 2013 absolut nicht. Die neuen Funktionen wurden gut umgesetzt. Die neue Funktion des sicheren Zahlungsverkehrs gibt dem Nutzer nicht nur das Gefühl, sicher im Netz zu shoppen und zu bezahlen, sie erfüllt auch ihre Aufgaben gut und sichert das System nicht nur oberflächlich ab. Sowohl lokal als auch online wird Schutz geboten. Nahezu alle Schwachstellen scheinen abgesichert. Wenn das nicht der Fall sein sollte, so entdecken die Entwickler diese Lücken bald und schließen sie in kurzer Zeit.
Kasperskys neustes Schutzprogramm arbeitet quasi von selbst, sobald es mit den notwendigen Informationen gefüttert ist. Es bietet viele Einstellungsmöglichkeiten, beispielsweise, wie es mit Spam-Mails oder unbekannten Dateianhängen umgehen soll. Der Nutzer findet sich schnell zurecht. Gut ist auch, dass die Benutzeroberfläche alles andere als überladen ist. Damit kommt wirklich jeder nach kurzer Zeit gut klar.
Das hat uns nicht gefallen
Dass Kaspersky Internet Security 2013 den verpackten und verschlüsselten EICAR-Test-File erst erkannt hat, nachdem er gespeichert und entpackt sowie entschlüsselt wurde, war etwas enttäuschend. Zwar wissen wir, dass KIS 2013 den E-Mail Anhang erkannt hätte, wenn er unverschlüsselt gewesen wäre, dennoch war dies etwas ernüchternd. Schade ist auch, dass der sichere Zahlungsverkehr unter Chrome 23 nicht funktionieren wollte, obwohl die Add-ons aktiviert und zugelassen waren. Darüber können wir jedoch hinweg sehen, da es eine Entwicklerversion ist. Außerdem erscheint Windows 8 für den Endverbrauchermarkt erst Ende Oktober. Zeit für Verbesserungen müssen wir den Entwicklern lassen, wenn man bedenkt, wie viel sie innerhalb eines knappen Jahres erneuern und verbessern müssen.
Auch wenn die Oberfläche optimiert wurde, so erinnert sie doch sehr stark an den Vorgänger. Ich persönlich wünsche mir etwas Abwechslung im Design, wenn ich eine neue Version eines Programmes erhalte. Das ist von Person zu Person unterschiedlich und fällt nicht gravierend auf. Man kann dies auch positiv sehen: Anstatt dass man übermäßig Wert auf das Äußere gelegt hat, wurden die Hauptfunktionen erweitert und verbessert. Das ist auf jeden Fall besser, als wenn man dies nur für das Design vernachlässigen würde.
Zusammenfassung
Kaspersky Lab hat mit Kaspersky Internet Security 2013 ein Programm entwickelt, das den Award zum Programm des Monats September 2012 absolut verdient hat. Es scheint, als wäre das Programm bis auf wenige Ausnahmen mehr als nur zufriedenstellend. Die Funktionalität und die Bedienung gefallen uns sehr. Wenn in den kommenden Versionen die genannten Fehler behoben werden und die Datenbank kontinuierlich ausgebaut wird, dann könnte es sich zu dem besten Antivirus-Programm der Welt entwickeln – wenn man es derzeit noch nicht als solches ansieht.