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Steganos Password Manager 2012 - Programm des Monats August 2012

Sicherheit im Internet ist ein heikles Thema. Täglich werden tausende von neuen Schädlingen von Anti-Virus Programmen identifiziert. Schädlinge, wie beispielsweise Trojaner oder Phishing-Links, zielen oftmals darauf ab, private und streng vertrauliche Daten zu erlangen. Abgesehen davon, dass ein Virenscanner größtmöglichen Schutz bietet, ist es sehr empfehlenswert, das Passwort für seine Konten im Internet regelmäßig zu ändern. Abhilfe schafft der neue Steganos Password Manager 2012, welcher sämtliche private Daten lokal auf Eurem Rechner registriert und nach Eingabe eines Master-Passworts freigibt – somit sind alle wichtigen Informationen an einem Platz gespeichert.

Über den Autor Fabian Rührnschopf Alle Artikel ansehen »

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Für viele dürfte es kein Rätsel sein: Man meldet sich nach langer Zeit in einem Forum an, und merkt, dass man das Passwort nicht mehr weiß. Dafür gibt es den Steganos Password Manager, welcher über Passwörter hinaus sämtliche Login-Daten und PINs sichert. Doch ist es nicht auch gefährlich, alle Passwörter auf einem Fleck zu haben? Sollte das Master-Passwort schließlich in falsche Hände geraten, so hätte diese Person alle intimen Daten und könnte damit im schlimmsten Fall verheerendes anstellen.

Neben der Sicherheit spielt auch die Handhabung und die Übersicht eine wichtige Rolle. Passwort-Manager gibt es reichlich auf dem Markt, aber nicht jeder bietet absolute Sicherheit. Ob Steganos das mit dem Password Manager 2012 gut gelöst hat, ob die Sicherheit gegeben ist, welche Neuerungen es gegenüber dem Vorgänger gibt und wie das Programm sich im Vergleich zu 1Password schlägt, das erläutern wir euch im Bericht zum Programm des Monats August 2012.

Systemanforderungen Die Systemanforderungen sind offiziell zwar sehr ungenau ausgeschrieben, das ist allerdings vollkommen in Ordnung so. Steganos ist mit allen Computern, welche auf Windows XP mit Service Pack 2 oder neuer, Windows Vista oder Windows 7 basieren, kompatibel. Voraussetzung dafür ist, dass das System die Systemanforderungen des Betriebssystems erfüllt. Es spielt dabei keine Rolle, ob Windows mit 32-Bit oder mit 64-Bit installiert ist.

Weniger konkret sind die übrigen Systemvoraussetzungen. Zur Produktaktivierung sowie für Updates wird eine Internetverbindung zwingend benötigt. Die Bildschirmauflösung muss mindestens 1.024 x 768 Pixel betragen und auf 16-Bit-Farben gestellt sein. Für die Installation werden außerdem Administratorenrechte gebraucht. Der erste negative Aspekt findet sich am Ende der Liste der Systemvoraussetzungen. Laut Steganos werden lediglich die beiden Browser Internet Explorer ab Version 7 und Firefox 3 oder neuer unterstützt. Das ist insofern bedauerlich, da insgesamt rund 20 Millionen Nutzer auf Google Chrome, Opera und Safari setzen und mangels ausreichender Kompatibilität auf der Strecke bleiben. In unserem Test haben wir sowohl Windows 7 als auch Windows 8 verwendet. Auch wenn Windows 8 offiziell nicht unterstützt wird konnten wir keinerlei Probleme feststellen. Die Toolbar für den Internet Explorer 10 konnte ebenfalls problemlos installiert werden. Hauptfunktionen In nur einem Überbegriff lassen sich nahezu alle Funktionen im Steganos Password Manager zusammenfassen: Passwortmanagement. Abgesehen hiervon können in das Tool auch PINs von Bankkonten und Kreditkarten sowie Stammdaten von persönlichen Kontakten eingetragen werden. Vieles davon geschieht auf Wunsch sogar automatisiert. Einige Neuerungen, wie beispielsweise ein Widget auf dem Desktop, sollen dem Nutzer den Umgang mit Passwörtern weiter erleichtern.

Als Basis aller Verschlüsselungen dient der 256 Bit Advanced Encryption Standard (AES). Dieser Standard wird unter anderem von staatlichen Organisationen der USA für absolut geheime Dokumente verwendet. Es ist also nahezu unmöglich, dass die streng vertraulichen Daten entschlüsselt werden können, nachdem sie ordnungsgemäß verschlüsselt wurden. Zwar gibt es  bezüglich der Sicherheit geteilte Meinungen gegenüber AES 256, dennoch ist es gegenwärtig einer der sichersten Standards überhaupt. An einem PC können mehrere Profile angelegt werden. Zum Beispiel ein Profil für Kreditkartendaten und ein Profil für Login-Daten mit jeweils unterschiedlichem Passwort, so dass im Falle einer Attacke auf ein Profil nicht direkt alle Daten in die falschen Hände geraten. In den einzelnen Profilen können neben den Login-Daten auch Zusatzinformationen notiert werden. Das können Kleidungsgrößen, Mengenangaben, Artikelnummern oder etwaige Wünsche sein.

Es gibt einen weiteren Schutzmechanismus, der vor unerwünschten Mitlesern schützen soll: Eine virtuelle Tastatur nimmt die Eingaben auf, somit soll kein Keylogger die Tastaturbewegungen mitschneiden können. Auf Wunsch gibt es eine Zeichenmischfunktion, die dann auch noch Mausklick-Rekorder austrickst. Das ist sehr innovativ und sollte einen Großteil aller Schädlinge ausschließen können. Einen Schutz gegen Aufnahmen direkt vom Bildschirm gibt es derzeit allerdings nicht.

Dafür gibt es eine weitere Möglichkeit die Passwörter abzurufen. Anstatt eines Passworts in Form von Zeichen lässt sich auch einstellen, dass man sich eine Bilderreihenfolge merkt und diese dann bei jeder Anmeldung korrekt wiedergibt. Das ist mindestens genauso sicher wie Passwörter, die aus Zeichen bestehen. Dennoch ist das Risiko sehr hoch, dass man eine solche Reihenfolge vergisst. Man sollte sich diese also besonders gut merken oder versteckt notieren.

Möchte man eher konservativ bleiben und auf ein normales Passwort setzen, hat aber keine Ideen für eine sichere Zeichenkombination, dann hilft der Steganos Passwort-Generator. Dieser bietet eine Vielzahl an Einstellungsmöglichkeiten. So lässt sich auswählen, wie sicher das Passwort werden soll. Sollen eher Sonderzeichen integriert werden oder reichen Buchstaben und Nummern? Soll das Passwort etwas unsicherer werden, dafür aber leichter zu merken sein oder soll es sehr kompliziert und sicher sein? Der Anwender hat die freie Wahl. Wie wir bereits angesprochen haben, können lediglich Nutzer der Browser Internet Explorer und Mozilla Firefox auf Funktionen wie die neue Steganos Toolbar oder die Autofill-Funktion zugreifen. Das ist sehr schade, da die Autofill-Funktion von Steganos weitaus mehr Möglichkeiten bietet, als die Integrierten von Microsoft und Mozilla. Außerdem würden wir uns wünschen, dass wenigstens die fünf „größeren“ Browser, also mitunter Chrome, Opera und Safari, auch unterstützt werden. Neuerungen und Auffälligkeiten Zu einer neuen Version gehören auch immer diverse Neuerungen. Im Steganos Password Manager 2012 sind das an der Zahl fünf. Diese Verbesserungen sind offensichtlich darauf ausgelegt, dass die Benutzerfreundlichkeit erhöht wird. An der Sicherheit wurde nichts geändert. Vorab können wir deshalb bereits sagen, dass sich die aktuelle Version an alle richtet, die hohen Wert auf Komfort legen.

Die wohl größten Neuerungen sind die Steganos Toolbar sowie das Steganos Password Widget. Die Steganos Toolbar ist nach der Installation direkt in die Browser Internet Explorer und Mozilla Firefox integriert. Man wird von den Browsern beim ersten Start jedoch noch gefragt, ob man mit der Installation einverstanden ist. Andernfalls kann man die Installation auch verhindern. Anhand der Toolbar lässt sich die Autofill-Funktion steuern. Das heißt, dass mit wenigen Klicks Daten wie Name, Geburtsdatum und Adresse in Formulare von Online-Shops oder Gewinnspielen eingetragen werden. Das Steganos Password Widget hingegen wird auf dem Desktop platziert. Klickt man es an, kann man nach Eingabe des Passworts direkt auf alle seine Passwörter zugreifen. Es ist also nicht mehr notwendig das Programm über die Taskleiste oder vom Desktop aus zu öffnen. In manchen Situationen, wie z.B. beim Surfen, erhöht das den Komfort enorm, da man immer weiß, wie und wo man am schnellsten auf das Programm zugreifen kann.

Zum neuen Funktionsumfang gehören des Weiteren auch eine spezielle Eingabemaske für sämtliche Daten, eine Funktion mit der sich Profileinträge zusammenführen lassen sowie die Möglichkeit, Passwörter aus Firefox in den Steganos Password Manager zu importieren. Dies sind neue Möglichkeiten, welche den Komfort zwar ein Stück erhöhen, abgesehen von der neuen Eingabemaske dennoch eher selten benötigt werden. Nicht neu aber sehr komfortabel ist auch, dass Passwörter auch mit Smartphones und PDAs synchronisiert werden können – zumindest mit wenigen. Lediglich mit Windows Mobile-basierten Geräten ist ein Datenabgleich möglich. Wenn man bedenkt, dass der Anteil aller Windows Mobile-Geräte zusammen mit allen Windows Phone 7-Smartphones im zweiten Quartal 2012 nur 3,5 Prozent betragen hat, dann ist das – ähnlich wie die geringe Anzahl der unterstützten Browser des Steganos Password Managers – traurig. Vergleich mit 1Password Im Oktober 2011 haben wir ein Programm getestet, das dem Steganos Password Manager sehr ähnlich ist: 1Password. 1Password ist ein Passwort-Manager von den Entwicklern von AgileBits, welcher für die Betriebssysteme Mac OS X, Windows, iOS und Android erhältlich ist.

Softwareunterstützung Betrachten wir zuerst die unterstützten Betriebssysteme sowie die unterstützte Software. Der Steganos Password Manager bekommt hier Abzüge, weil er nur für Windows erhältlich ist und nur die Browser Internet Explorer und Mozilla Firefox unterstützt. 1Password bietet hier einen deutlich größeren Umfang und hat in der Kategorie „Softwareunterstützung“ eindeutig die Nase vorne.

Sicherheit Beide Programme basieren auf derselben Struktur. Nach der Eingabe eines Masterpassworts öffnen sich sämtliche Daten. Zwar bietet auch 1Password ein Tool, welches automatisch Passwörter generiert, allerdings ist der Steganos Password Manager mit der virtuellen Tastatur und der Zeichenmischfunktion besser abgesichert. Darüber hinaus erläutert Steganos die einzelnen Schutzmechanismen auf deren Homepage sehr deutlich, während 1Password sich eher bedeckt hält. Der Nutzer fühlt sich beim Tool von Steganos insgesamt sicherer. Außerdem wird bei ihm größtmöglicher Schutz geboten. Oberfläche und Benutzerfreundlichkeit Zwar sind die Geschmäcker verschieden, das Design von 1Password ist aber etwas „fröhlicher“. Die Entwickler von AgileBits arbeiten mehr mit Icons, während der Password Manager von Steganos eher schlicht und übersichtlich gehalten ist. Beide Oberflächen zeichnen sich weder besonders aus, noch sind sie besonders schlecht. In beiden Programmen wird sich der Benutzer schnell zurecht finden.

Funktionen Auch in Sachen Funktionen schenken sich die beiden Programme nichts. Sowohl Steganos als auch AgileBits optimieren ihr Programm regelmäßig und fügen einige sinnvolle Funktionen hinzu. Die Funktionalität von Steganos wird durch die mangelnde Kompatibilität zu Internet-Browsern allerdings etwas eingeschränkt, womit 1Password die Nase etwas weiter vorne hat. Preis Beim Preis gehen die beiden Passwort-Manager stark auseinander: Während das Programm von Steganos bereits für 11,95 Euro zu haben ist, muss man für 1Password deutlich tiefer in die Tasche greifen. Satte 49,99 US-Dollar, also rund 40 Euro, kostet das Verwaltungsprogramm. Das steht unserer Meinung nach in keinem Verhältnis zur Leistung. Der Steganos Password Manager 2012 hat ein wesentlich besseres Preis-/Leistungsverhältnis und bekommt aufgrund der Funktionalität und der Kompatibilität zwar Abzüge, was durch den geringeren Preis aber durchaus zu verschmerzen ist. Fazit Der Steganos Password Manager trumpft in der neuesten Version mit einigen interessanten Features, wie dem Desktop-Widget und der Toolbar, auf. Die aktuelle Ausgabe bietet gegenüber dem Vorgänger zwar nur Änderungen, die den Komfort erweitern, für den Preis von nur 11,95 Euro ist das Programm sein Geld in jedem Fall absolut wert.

Im Vergleich mit 1Password gibt es Abzüge, vor allem wenn man die Ausarbeitung der Funktionalitäten betrachtet. Bedenkt man aber, dass das Äquivalent aus Berlin nur etwa ein Viertel von dem kostet, was die Entwickler von AgileBits für ihr Programm verlangen, dann ist es sein Geld absolut wert und auch für anspruchsvolle Kunden zu empfehlen. 1Password dagegen ist all denjenigen zu empfehlen, die ein Programm nutzen möchten, das sich mit möglichst vielen anderen Geräten mit anderen Betriebssystemen synchronisieren lässt – denn da hat es die Nase zweifelsfrei vorne. Die Unterstützung von Mac OS X, Windows, Android und iOS macht dies deutlich, auch wenn für jedes Operating System eine eigene Lizenz benötigt wird, was durchaus schnell teuer werden kann.
Nach Abwägung der Aspekte sind wir der Meinung, dass der Steganos Password Manager 2012 durch seine einfache Bedienung, die Vielzahl an Funktionen und das damit verbundene Preis-/Leistungsverhältnis den Award zum Programm des Monats August 2012 absolut verdient hat. Für nur 11,95 Euro erhält man ein Programm, das jedem Anwender viel Denkarbeit abnimmt, größtmöglichen Schutz bietet und dennoch einfach in der Handhabung ist. Zum Abschluss möchten wir uns bei Steganos für die Bereitstellung einer Testlizenz recht herzlich bedanken!

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