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Ashampoo Music Studio 4 - Programm des Monats Juli 2012

Wie die letzten Tools, die den „Programm des Monats“-Award erhalten haben, spezialisiert sich der aktuelle Kandidat auch auf einen Anwendungsbereich, um den man heute im Umgang mit Computern nicht mehr herumkommt. Das Ashampoo Music Studio 4 soll eine große Anzahl an Funktionen im Umgang mit AudiodateienWie die letzten Tools, die den „Programm des Monats“-Award erhalten haben, spezialisiert sich der aktuelle Kandidat auch auf einen Anwendungsbereich, um den man heute im Umgang mit Computern nicht mehr herumkommt. Das Ashampoo Music Studio 4 soll eine große Anzahl an Funktionen im Umgang mit Audiodateien bieten. bieten.

Die Erwartungen in das Audiobearbeitungstool sollten aber nicht zu hoch gesteckt werden. Für einen Preis in Höhe von 30,00 Euro hoffen wir, dass alle wichtigen Funktionen, wie beispielsweise das Bearbeiten sowie das Mixen von Musik, enthalten sind. Das Music Studio 4 ist eines vieler Tools des Entwicklers Ashampoo, das, wie die anderen Programme auch, etwa einmal im Jahr ein Update erhält.

Alleine ist Ashampoo in dieser Sparte jedoch nicht – es gibt viele weitere Audiobearbeitungssoftware, welche sich über die letzten Jahre hinweg ein hohes Ansehen erwirtschaftet haben. Ob Ashampoo da mithalten kann, was uns an dem Programm sehr gefällt und was nicht, das erläutern wir Euch im Bericht zum Programm des Monats Juli 2012.

<h1>Systemvoraussetzungen</h1> Die Systemanforderungen sind sehr überschaubar und sollten die Frage eines möglichen Kaufs absolut nicht beeinträchtigen. Mindestens benötigt wird Windows XP, Windows Vista oder Windows 7. Es spielt dabei keine Rolle, ob das Betriebssystem in 32-bit oder in 64-bit vorliegt. Zudem wird eine Grafikkarte vorausgesetzt, welche mindestens 16-bit Farben sowie eine Mindestauflösung von 1.024 x 768 Pixel unterstützt – aber bei welcher Grafikkarte der letzten Jahre ist das auch nicht der Fall?

Für das Ausführen der Anwendung braucht Ihr zudem noch mindestens 512 MB Arbeitsspeicher und einen freien Festplattenspeicher von rund 110 MB. Bitte beachtet, dass damit ein reibungsloses Anwenden nicht automatisch gegeben ist! Wir empfehlen für einen problemlosen Umgang einen Dual-Core-Prozessor sowie mehr als 2 GB Arbeitsspeicher. Vor allem Windows 7 in der 64-bit-Variante verbraucht relativ viel Arbeitsspeicher. Deshalb ist es besonders wichtig, dass das Programm hier etwas mehr Freiraum zum Auslagern hat. Sollte man mit Lossless- oder einfach einer großen Anzahl an Audiodateien arbeiten, so kann sich dies bezahlt machen.

Eine letzte Anforderung an das Betriebssystem gibt es noch: Microsoft .Net Framework 4.0 oder höher muss installiert sein, damit das das Ashampoo Music Studio 4 überhaupt erst ausgeführt und installiert werden kann. Ihr erhaltet andernfalls eine Fehlermeldung beim Ausführen des Installers.

<h1>Installation und Funktionen</h1> Am Installer ist eigentlich nichts auszusetzen. Im Großen und Ganzen sollte die Installation kein Problem darstellen, allerdings müssen wir etwas stark bemängeln: Vor der Installation möchte der Installer uns bei der Auswahl der Installationsart Adware aufbrummen. So sollen die „MyAshampoo-Toolbar“ sowie die „MyAshampoo-Web-Suche“ installiert werden – zweite soll natürlich auch als Startseite sowie als Standard-Suche festgelegt werden, was den Benutzer oftmals sehr nerven kann. Wir empfehlen, die benutzerdefinierte Installation zu wählen und sämtliche Haken zu entfernen, damit der Computer werbefrei bleibt.

Sobald die Installation abgeschlossen ist, öffnet sich der Startbildschirm des Music Studio 4. Das Oberflächendesign hebt sich stark von dem Design der Windows-Oberfläche ab. Man könnte sagen, dass es ein wenig der Oberfläche des Windows Media Centers ähnelt. In einer Leiste am Fuß der Seite stehen uns nun neun verschiedene Funktionen zur Verfügung.

Das sind die enthaltenen Funktionen, auf die wir anschließend umfangreich eingehen werden:

  • Extrahieren und Abspeichern von Audio-CDs
  • Brennen von Audio-CDs, MP3-CDs, WMA-CDs sowie gemischten CDs
  • Automatisches Umbenennen und Verschieben von Musiksammlungen
  • Konvertieren, Bearbeiten und Normalisieren von Audiotracks
  • Metadaten bearbeiten
  • Aufnehmen der eigenen Stimme oder eines Liedes über ein Mikrofon
  • Covereditor
  • Titelmixer
  • Video- in Musikdatei konvertieren

Ashampoo hat mit dem Music Studio 4 ein Programm entwickelt, welches mehr kann, als nur Musik aufzunehmen oder zu bearbeiten. Das erste Beispiel dafür ist die Extrahierfunktion, mit der CDs von den eigenen Lieblingsinterpreten auf den Computer abgespeichert werden können. Bereits hier hat der Nutzer beinahe endlos viele Möglichkeiten. Nachdem das Laufwerk und die bevorzugte Lesegeschwindigkeit ausgewählt wurden, erscheint eine Übersicht aller Titel. Mit einem Haken lassen sich die Titel, die man später auf der Festplatte haben möchte, selektieren und deselektieren. Auf der nächsten Seite kann man das gewünschte Ausgabeformat sowie die Qualität der Ausgabedateien wählen. Unterstützte Ausgabeformate sind mp3, wma, ogg, wav und flac. Zu jedem Format gibt es Voreinstellungen, die von „Normal“ über „Gut“ und „CD“ bis hin zu „Hoher Qualität“ reichen. Alternativ lässt sich die Frequenz und die Bitrate und auch der Audiokanal selbst wählen. Zu guter Letzt muss noch der Ausgabename und das Ausgabeverzeichnis gewählt werden.

Die zweite Funktion nennt sich „Brennen“. Es besteht die Möglichkeit, aus „Audio CD brennen“, „MP3-Disc brennen“, „WMA-Disc brennen“ und „gemischte Dateiformate brennen“ zu wählen. Aufgebaut wurde dies simpel: Es werden einfach die zu brennenden Dateien und die gewünschte Qualität ausgewählt, und schon wird die CD gebrannt.

Mit dem dritten Dienst lässt sich ebenfalls einiges anstellen. Das Problem kennt so mancher: Mehrere MP3-Dateien innerhalb eines Ordners haben einen verschiedenen Aufbau des Namens. Manche Lieder haben das Muster „%Interpret% - %Titel%“ und manche Lieder haben das umgekehrte oder sogar ein ganz anderes Schema in der Namensgebung. Abhilfe hierfür schafft der sogenannte Organisator des Programms. Mit dessen Hilfe lassen sich in kurzer Zeit mehrere Musikdateien oder auch ganze Ordner auf dasselbe Format kürzen und verschieben.

Audio-Dateien konvertieren, Dateien bearbeiten, Metadaten bearbeiten und Normalisieren: All das kann die Bearbeitungsfunktion des Music Studios. Leider ist die Auswahl an Ausgabeformaten beim Konvertieren, sehr spärlich. Wie auch schon beim Extrahieren stehen uns lediglich fünf Formate zur Verfügung. Über „Dateien bearbeiten“ lassen sich Musikstücke schneiden, mit Hilfe eines Crossfades verbinden und lauter oder leiser machen. Hiermit kann man lediglich marginale Änderungen vornehmen. Neue Lieder mischen lassen sich hiermit quasi gar nicht. Da ist die Option „Metadaten bearbeiten“ schon nützlicher. Zudem lässt sich über „Normalisieren“ ein Lautstärkeabgleich durchführen. Im Anschluss daran werden zu laute oder zu leise Songs auf eine gleiche Tonstärke gebracht.

„Aufnehmen“ ist die fünfte Funktion im Bunde. Diese werden wir nicht ausführlich Erläutern, da wohl klar sein dürfte, wozu sie gut ist. Nachdem am Anfang das gewünschte Aufnahme- und Ausgabeformat gewählt wurde, kann man beispielsweise seine Stimme über ein Headset oder ein Mikrofon aufnehmen und anschließend abspeichern.

Der Nutzen des Covereditors dürfte ebenso klar sein wie die der Aufnahmefunktion. Am Anfang muss zwischen Slim Case, Jewel Case und Disc gewählt werden. Danach ist es noch wichtig, dass der Papiertyp bestimmt wurde. Sobald dies geschehen ist, kann man das Design auswählen. Ashampoo hat bereits viele Vorlagen integriert. Natürlich kann man auch ein Cover aus dem Internet herunterladen und einfügen.

Zwei Funktionen stehen noch aus: Der Titelmixer und die „Video zu Musik“-Funktion. Mit Hilfe des Titelmixers lassen sich, z.B. für eine Party, mehrere Musikstücke zu einer Datei schreiben lassen. Die Musikstücke werden mittels Crossfade verbunden. Mit „Video zu Musik“ lassen sich Musikvideos zu Musikdateien ohne Video konvertieren. Besonders nützlich ist dies, wenn man ein heruntergeladenes Video aus YouTube heranzieht und dieses auf seinem iPod oder auf seinem Smartphone haben möchte – und zwar ohne Video. Die Vorteile davon sind ein geringerer Energie- sowie ein geringerer Speicherverbrauch.

Was sich uns zeigt ist, dass das Ashampoo Music Studio 4 viel weniger zur Erstellung und Bearbeitung von Musik dient, als wir dachten. Vielmehr geht es um die Verarbeitung der Dateien an sich.

<h1>Eindrücke aus der Praxis</h1> Unser Eindruck schwankte im Test etwas. Etwas enttäuscht waren wir darüber, dass Ashampoo uns direkt bei der Installation die hauseigene Adware andrehen will, die den Computer nur zusätzlich belastet und auch keinesfalls eine Alternative zu den Suchmaschinen von Google und Co. darstellen kann. Wer Ashampoo dennoch unterstützten möchte oder wem die Toolbar sowie die Suchmaschine einfach gefallen, der kann diese natürlich problemlos installieren. Wir raten hiervon jedoch ausdrücklich ab.

Die einzelnen Anwendungen funktionierten, abgesehen vom Video- zu Musik Konverter, alle einwandfrei. Der Konverter gab uns jedes Mal eine Fehlermeldung mit der Notiz heraus, dass wir bitte den Kundensupport kontaktieren sollen. An einem anderen System erhielten wir zwar nicht diese Fehlermeldung, dafür wurde uns jedoch gesagt, dass der Codec vom System eventuell nicht unterstützt werde. Nach der Installation eines passenden Codec-Packs war das Problem gelöst. Beim ersten System half jedoch auch dies nicht.

Trotz der großen Anzahl an Einstellungsmöglichkeiten ist es eher ernüchternd, dass nur sehr wenige Dateiformate, nämlich fünf an der Zahl, unterstützt werden. Hier sollte Ashampoo wirklich nachbessern, da man sich für den Preis von 30 Euro doch durchaus mehr erhoffen dürfte.

Nichts zu meckern gibt es dagegen am Funktionsspektrum. Ashampoo hat mit dem Music Studio 4 einen großen Bereich abgedeckt, wenn es um Sachen Formatbearbeitung geht. Es eignet sich jedoch nicht dazu, um Musik zu machen oder gar aufzunehmen. Zwar kann man mit der Aufnahmefunktion sicher den einen oder anderen Satz aufnehmen, studioreif ist sie aber lange nicht. Profis dürfen also auch weiterhin zu Musiksoftware wie Reason oder DJ-Programmen wie VirtualDJ greifen.

<h1>Vergleich mit WavePad und SUPER 2012</h1> Um besser darstellen zu können, warum sich der Kauf des Ashampoo Music Studio 4 für den einen oder anderen lohnen könnte, haben wir zwei weitere Programme aus der Audiosparte herangezogen und den Funktionsumfang sowie die Funktionalität mit dem Music Studio 4 verglichen. Auf der einen Seite steht die WavePad Audiobearbeitungs-Software des Entwicklers NCH Software, welches in der Standard Edition 37 Euro kostet, auf der anderen Seite steht der Konverter SUPER 2012 von eRightSoft.

WavePad ist ein Programm, mit welchem man nicht nur Musik schneiden und bearbeiten kann, sondern auch Musik über eine DJ Software produzieren kann. Außerdem ist es möglich, CDs zu brennen und zu rippen. Selbst Videobearbeitung stellt mit WavePad kein Problem dar. Die einzelnen Funktionen können nach der Installation alle kostenlos heruntergeladen werden und sind somit Bestandteil des Programms. Uns zeigt sich hier, dass WavePad dem Music Studio 4 zum Teil durchaus Konkurrenz machen könnte. Man kann beide Programm jedoch nicht 1 zu 1 gegenüberstellen, da sie einfach anders ausgelegt sind. Im Vergleich zum Music Studio 4 bringt WavePad eine umfassende Soundbearbeitung mit sich. Uns stehen hier viel mehr Möglichkeiten zur Verfügung, wie zum Beispiel ein Verstärker, verschiedene Lautstärkeänderungen, ein Komprimierer usw. Auch die Tatsache, dass ein DJ Mixer enthalten ist, macht WavePad zu einem echten Audiobearbeitungsprogramm. Funktionen, wie beispielsweise das integrierte VideoPad, mit dem sich Videos unkompliziert schneiden lassen, schmücken dies noch aus. Das Music Studio 4 zeichnet dagegen aus, dass es deutlich benutzerfreundlicher und somit auch für Anfänger geeignet ist. Darüber hinaus verfügt es über einen umfangreichen Covereditor und über bessere Konvertierungsmöglichkeiten. WavePad eignet sich also mehr für all diejenigen, die Musik halbwegs professionell produzieren und aufnehmen möchten, während mit dem Music Studio 4 ausschließlich Grundlagenbearbeitung möglich ist.

SUPER 2012 dagegen ist ein Konverter - vermutlich der Beste seiner Klasse. Er unterstützt unzählige Dateiformate sowie sämtliche Video- und Audiocodecs. Man kann so viele Einstellungen vornehmen, dass Anfänger sich zuerst gar nicht zurechtfinden werden. SUPER 2012 liegt dem Music Studio 4 zwar Längen voraus, wenn es ums reine Konvertieren von Musik- und Videodateien geht, allerdings muss man einige Punkte abziehen, wenn man eine einleuchtende und damit auch benutzerfreundliche Menüführung erwartet. Daran sind nicht zwangsweise die Entwickler von SUPER 2012 schuld - es bietet einfach viele Einstellungsmöglichkeiten, die auf wenig Platz untergebracht werden müssen. Das Programm von Ashampoo macht das wesentlich besser: Anstatt alle Einstellungen auf nur einer Seite zu verpacken, hat man diese auf mehrere Seiten aufgeteilt. Das ist einfacher für den Anwender, egal ob dieser unerfahren oder erfahren ist. Hinzu kommt, dass es - im Gegensatz zu SUPER 2012 - komplett in Deutsch ist und somit keine Sprachschwierigkeiten aufkommen werden. Abgesehen hiervon ist SUPER 2012 ein Meister seiner Klasse.

Doch welches Programm eignet sich für wen? Wie bereits gesagt wurde, ist das WavePad für die Menschen gedacht, die nicht nur Dateien bearbeiten möchten, sondern Musik erzeugen möchten. Es ist dabei weniger benutzerfreundlich und etwas teurer als das Music Studio 4, bietet dafür aber einen Video-Editor und einen integrieren DJ Mixer. SUPER 2012 ist hingegen für diejenigen, die lediglich Dateien umwandeln wollen. Es ist auch eine gute Ergänzung zum Music Studio 4, wenn man mit der geringen Anzahl an Ausgabeformaten nicht zufrieden ist. Schließlich ist es kostenlos.

<h1>Fazit</h1> Das Music Studio 4 ist eine Sammlung vieler nützlicher Anwendungen von Ashampoo, welche sich vor allem an den Gelegenheitsanwender richtet. Die einfache Menügestaltung und -Führung  ist absolut lobenswert. Auch der Umfang der Software ist für den Preis von 30 Euro völlig in Ordnung. Im Gegensatz zu Freeware mit ähnlichen Funktionen, wie beispielsweise SUPER 2012, ist das Tool nicht verschachtelt und einleuchtend. Selbst Anfänger werden sich sehr schnell zurechtfinden.

Negativ anrechnen müssen wir Ashampoo jedoch, dass es schlichtweg zu wenige Ausgabeformate gibt. Die nötigsten sind zwar dabei, aber noch längst nicht alle, die man sich wünschen würde. Der Nutzer muss hier abwägen, ob er das in Kauf nehmen möchte oder nicht. Für einen Kauf spricht in jedem Fall, dass man alle Programme beisammen hat und nicht erst fünf andere Programme herunterladen muss. Als Alternative hierzu gibt es einige Freeware-Programme, die ihren Job ebenfalls sehr gut erledigen. Man wird allerdings in Kauf nehmen müssen, dass man dann jedes einzelne Programm separat aufrufen muss. Dafür ist der Funktionsumfang unter Umständen etwas größer, weil diese Programme sich nur auf ein Aufgabengebiet spezialisieren, wie zum Beispiel SUPER 2012.

Ashampoo hat sich mit der vierten Version des Music Studios unseren Award zum Programm des Monats Juli 2012 absolut verdient. Vor allem die nutzerfreundliche Basis und der Umfang der Funktionen konnten uns überzeugen. Wenn man über die Mängel hinwegsieht, dann ist der Kauf absolut empfehlenswert.

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