Apps
Software Testbericht Software Testberichte Hardware Testbericht

Windows 8 – Release Preview im Test

Die Meinungen der User über die Vorabversionen von Windows 8 sind im Gegensatz zu den Veränderungen und Neuerungen im Nachfolger von Windows 7 alles andere als umstritten. Vor allem die neue Metro-Oberfläche im Kachel-Look findet nicht bei allen Anwendern direkt Anklang. Auch wenn die Benutzeroberfläche von Windows 8 in großen Teilen ähnlich wie der von Windows 7 ist, so hat Microsoft einige Einschnitte in das Operating System getätigt – was viele Nutzer über die letzten Wochen hinweg kritisiert haben. Allerdings gibt es auch positive Veränderungen wie beispielsweise die Tatsache, dass - die richtigen Einstellungen vorausgesetzt - der Computer nun schneller hochfährt als es unter <a href="http://www.pcmasters.de/download/informationen/review/windows-7-1.html">Windows 7</a> der Fall war.

Mit Sicherheit dürfte das Design der Benutzeroberfläche einigen Leuten bekannt vorkommen: Die Kacheln, sogenannte „Live Tiles“, sind fester Bestandteil des mobilen Betriebssystems Windows Phone 7 und dienen somit nun auch als Ausgangsbasis für Windows 8. Jedes Programm und jede App hat eine solche Kachel für sich alleine. Sie lassen sich verschieben und je nach Belieben anordnen. Offensichtlich ist dabei, dass Microsoft mit Windows 8 den Fokus viel mehr auf tragbare Geräte legt. Das voraussichtlich im Oktober erscheinende Betriebssystem ist für Tablets optimiert.

Neben der neuen Benutzeroberfläche werden auch andere Änderungen von den Usern kritisiert: Der Windows-Button, und damit auch das gesamte Startmenü, ist in Windows 8 nicht mehr enthalten. Desktop-Gadgets werden ebenfalls nicht in Windows 8 zu finden sein. Ob das neue Windows trotzdem punkten kann und wie es sich in unserem Test geschlagen hat, das erfahrt Ihr in unserem Bericht zur Release Preview von Windows 8. <h1>Systemanforderungen</h1> Alles andere als unwichtig sind die Systemanforderungen bei einem Betriebssystem. Microsoft scheint aus Windows Vista gelernt zu haben und verspricht, dass die Anforderungen an die Hardware im Vergleich mit Windows 7 gleich, wenn nicht sogar niedriger sind. Grundsätzlich sollen alle Systeme, welche mit Windows 7 ausgestattet sind, auch problemlos mit Windows 8 arbeiten können. Darüber hinaus kann Windows 8 nun auch auf Tablets mit ARM-Prozessor installiert werden.

Die offiziellen Systemanforderungen sehen wie folgt aus:

  • Prozessor: 1 GHz oder schneller
  • RAM: 1 GB (32-Bit) bzw. 2 GB (64-Bit)
  • Festplattenspeicher: 16 GB (32-Bit) oder 20 GB (64-Bit)
  • Grafikkarte: Microsoft DirectX 9-Grafikkarte mit WDDM-Treiber (oder neuer)

Für die Verwendung von Windows 8 mit einem Tablet-PC wird ein Display mit integrierter Touch-Funktion (Mehrfingereingabe) benötigt. Damit Apps heruntergeladen werden können, muss die Bildschirmauflösung mindestens 1.024 x 768 Pixel betragen. Damit Apps ausgerichtet werden können, ist eine Auflösung von mindestens 1.366 x 768 Pixel vorausgesetzt. Zudem wird eine Internetverbindung benötigt, wenn man den Funktionsumfang vollständig ausnutzen möchte.

Die Systemanforderungen erfreuen uns sehr, zumal Microsoft mit Windows 8 noch mehr Leistung aus der Hardware herausholen möchte als noch zuvor. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es sehr beachtlich ist, dass jeder Anwender eines Computers mit Windows 7 auch den Nachfolger ausprobieren kann. Die Unterstützung für Tablets ist des Weiteren deshalb erfreulich, weil die Mehrheit der Tablets überwiegend auf Apples iOS und Googles Android basiert und nun Konkurrenz seitens Microsoft erhält, was dem Markt im Sinne des Endverbrauchers definitiv nicht schaden dürfte.

<h1>Veränderungen und Neuerungen</h1> Die Liste der Veränderungen in Windows 8 ist lang. Die wohl bedeutendsten Veränderungen finden sich auf der Benutzeroberfläche wieder: Das neue Metro UI gab es in Windows 7 nicht und ist eine gravierende Neuerung im neuen Betriebssystem. Der Kachel-Look erscheint nach jedem Hochfahren und ist sehr gewöhnungsbedürftig. Wir haben uns während des Tests gefragt, ob eine solche Oberfläche für PC-Nutzer überhaupt Sinn macht. Ohne Zweifel ist es eine tolle Innovation für Tablets, aber ob man das auch für seinen heimischen PC möchte, das sollte jeder für sich selbst entscheiden. Immerhin ist das User Interface gut umgesetzt. Zu bemängeln ist allerdings die Tatsache, dass sich der Kachel-Startbildschirm nicht abschalten lässt und somit nicht zu umgehen ist.

Hat man sich auf den Desktop geklickt, so „schlägt“ direkt die nächste Änderung ins Auge: Der Windows-Startbutton und das dazugehörige Startmenü, welche schon seit Windows 95 fester Bestandteil von allen Windows-Versionen waren, ist weg. Stattdessen kommt man mit einem Klick in die linke untere Ecke zurück auf den Startbildschirm. Ein Rechtsklick in die Ecke öffnet ein Dropdown-Menü, über welche man Zugriff auf relevante Elemente der Systemsteuerung hat. Zudem findet man dort die Eingabeaufforderung, den Windows-Explorer, den Task-Manager, die Energieoptionen und vieles mehr.

Auch sehr gewöhnungsbedürftig: Fährt man mit dem Mauszeiger an den rechten Bildschirmrand, dann öffnet sich die „Channel Bar“ von Windows 8 mit Zugriff auf die Funktionen „Suchen“, „Teilen“, „Start“, „Geräte“ und „Einstellungen“. Klickt man dagegen in die linke obere Ecke, so kann man zwischen zwei geöffneten Apps hin- und herwechseln.

Mit dem Stichwort „Apps“ wären wir auch schon bei der nächsten großen Neuerung angelangt: dem Windows-Store. Vor allem langjährige Windows-Nutzer werden sich jetzt fragen: „Ein Windows-Store? Apps? Was haben die denn auf meinem Computer zu suchen?“ Zugegeben – für Tablets ist das ideal. Außerdem wird niemand dazu gezwungen, Apps herunterzuladen. Dennoch können Entwickler im Store ihre Software kostenlos anbieten oder gegen einen kleinen (oder auch größeren) Betrag verkaufen.

Dass insgesamt alles sehr viel kompakter geworden ist, das zeigt auch die Systemsteuerung von Windows 8: Sie erreicht man am einfachsten über den Arbeitsplatz, in dem man über den Datenträgern auf „Systemsteuerung öffnen“ klickt. Es öffnet sich im Anschluss eine Systemsteuerung, die der von Windows 7 sehr ähnlich ist.

Für den Nutzer wichtige Veränderungen befinden sich aber nicht nur auf der Oberfläche. Laptops und heimische PCs sollen wesentlich schneller booten als noch mit Windows 7. Mit der richtigen Hardware soll ein Hochfahren in unter 10 Sekunden möglich sein. Windows 8 bietet nun auch Unterstützung für ARM-Prozessoren, wovon einige Tablet-Hersteller sehr angetan sein werden. Allerdings bietet die ARM-Edition von Windows 8 nicht den Funktionsumfang wie die drei Desktop-Editionen. Dazu später mehr.

Viele weitere Änderungen stecken im Detail. Die Veränderungen und Neuerungen, die am meisten herausstechen, haben wir Euch genannt. Bezüglich dessen ist zu betonen, dass man Windows 8 selbst einmal ausprobieren sollte, damit man diese Veränderungen auch fühlt. Die Idee an sich hat Microsoft gut umgesetzt, allerdings ist es ein sehr gewagter Schritt, das Startmenü einfach komplett zu entfernen. Man sollte jedoch individuell für sich entscheiden, ob man sich daran gewöhnen möchte oder ob man auch weiterhin auf Windows 7 setzen wird. <h1>Erster Eindruck</h1> Nachdem wir uns bereits die Developer Preview sowie die Consumer Preview angeschaut haben, lässt sich sagen, dass Windows 8 insgesamt einen sehr stabilen Eindruck macht. Das Upgraden von Windows 7 auf die Release Preview von Windows 8 ging auf unserem Acer Aspire 7750G zügig in weniger als einer halben Stunde über die Bühne. Nach der Installation lässt sich die Farbe für das Metro UI auswählen – wir haben hier die Wahl aus einigen Farben. Danach steht die obligatorische Einrichtung des Nutzerkontos an. All dies verlief flüssig und schnell. In Folge dessen öffnet sich auch direkt die Oberfläche mit den Live-Tiles.

Als Windows-Veteran fühlt es sich sehr ungewohnt an, mit so einer Oberfläche nach jedem Start „begrüßt“ zu werden. Die wichtigsten Windows-Programme sind mit schön designten Kacheln auf der Startseite angeordnet. Wir haben hier unter anderem die Wahl zwischen „Mail“, „Kalender“, „Kontakte“, „Fotos“, „Nachrichten“, usw. Als ehemaliger Besitzer eines Smartphones mit Windows Phone 7 fühlt man sich zudem mehr wie in einem überdimensionieren Betriebssystem für Smartphones oder Tablets als für einen großen Rechner. An der Funktionalität gibt es hier nichts auszusetzen. Die Live Tiles lassen sich verschieben, indem man sie mit dem Mauszeiger und der linken Maustaste kurz anklickt und dann einfach an eine andere Stelle zieht.

Bevor wir näher auf den Store eingehen, werfen wir einen Blick auf den Desktop. Der Desktop lässt sich über verschiedene Wege anzeigen, sobald er einmal geöffnet ist. Die Kachel am linken unteren Rand ist die Verknüpfung zum Desktop. Ist dieser einmal geöffnet, kann man mit der „Windows“-Taste auf der Tastatur zwischen Metro UI und Desktop bzw. zwischen Metro UI und anderen Programmen wechseln. Bei der ersten Verwendung des Desktops ist man stark irritiert, da man noch nicht weiß, wie man beispielswiese zur Systemsteuerung kommt. Viele Programme und Ordner, welche man früher einfach über das Startmenü geöffnet hat, muss man nun entweder über den Startbildschirm öffnen, oder man legt sich eben eigene Verknüpfungen auf dem Desktop an. Die Systemsteuerung kann beispielsweise über den Explorer oder mit einem Rechtsklick in das linke untere Eck geöffnet werden. Obwohl es ungewohnt ist, sollte man sich damit nach einiger Zeit zurechtgefunden haben.

Eine Übersicht über alle Programme erhält man, wenn man auf dem Startbildschirm einen Rechtsklick ins Leere tätigt. Es erscheint unten eine kleine Zeile, in der ganz rechts ein Button mit der Unterschrift „Alle Apps“ steht. Klickt man darauf, erscheinen – wer hätte es gedacht – alle heruntergeladenen Apps. Rechts davon stehen alle manuell heruntergeladenen Programme. In unserem Fall war das beispielsweise Google Chrome, Skype und IrfanView sowie diverse mitgelieferte Software von Microsoft. Gut gemeint aber sehr ärgerlich ist, dass alle installierten Programme und Apps automatisch auf der Startseite in Form eines Live Tiles angezeigt werden. Das ist deshalb ärgerlich, da zum Beispiel jegliche Uninstaller und Zusatzsoftware mitangezeigt wird und man den Bildschirm deshalb manuell aufräumen muss, da es andernfalls sehr schnell sehr unübersichtlich werden würde.

Der Windows Store bietet bereits jetzt eine große Anzahl an Programmen. Hier finden sich Apps in verschiedenen Rubriken, wie z.B in. den Rubriken “Spiele”, “Soziales Netzwerk” und “Unterhaltungsmedien”. Der Store steckt noch in den Kinderschuhen, weshalb wir auf ihn zu diesem Zeitpunkt noch nicht näher eingehen. Einen Testdownload haben wir jedoch getätigt: Spontan wählten wir die App „Cocktail Flow“ aus der Rubrik „Essen und Gastronomie“ und installierten diese. Innerhalb weniger Sekunden war diese installiert und bereit zum ersten Start. Da hat Microsoft gute und solide Arbeit geleistet.

Es ist das Metro UI, der Startbildschirm und die damit verknüpften Funktionen, in dem sich die wesentlichen Veränderungen finden lassen. Der Desktop bleibt im Vergleich dazu beinahe unberührt. Wir würden uns doch wünschen, dass das Startmenü zurückkehrt und dass man den Startbildschirm umgehen kann, sollte das gewollt sein. Es wäre darüber hinaus sehr praktisch, wenn Microsoft dem Nutzer mehr Freiraum geben würde. Aktuell ist man noch an ein sehr kompaktes Betriebssystem gebunden, ohne dass man es großartig auf sich abstimmen kann. <h1>Editionenvergleich</h1> Windows 8 wird voraussichtlich in vier verschiedenen Editionen erscheinen, zwei davon sollen im freien Handel erhältlich sein: Neben „Windows 8“ ist dann auch „Windows 8 Pro“ in den Ladenregalen zu finden. Die beiden weiteren Editionen „Windows 8 Enterprise“ und „Windows 8 RT“ werden nicht allen Menschen zur Verfügung stehen. Windows 8 Enterprise richtet sich an Geschäftskunden, die eine große Anzahl von Windows-Lizenzen erwerben wollen. Windows 8 RT ist dagegen ARM-optimiert und nur für den Einsatz mit einem ARM-Prozessor geeignet. Diese Edition soll deshalb nur an die OEMs (Original Equipment Manufacturer) ausgeliefert werden.

Doch was können die verschiedenen Editionen überhaupt? Die Standard-Edition von Windows 8 wird einen normalen Funktionsumfang haben. Windows 8 Pro wird dagegen mit mehr Funktionen auftrumpfen können. Windows 8 Enterprise soll schließlich die Edition sein, in die alle Funktionen integriert wurden. Windows 8 und Windows 8 Pro werden im Gegensatz zu Windows 8 RT die Möglichkeit bieten, von Windows 7 Starter, Home Basic und Home Premium upgraden zu können. Von Windows 7 Professional und Ultimate kann man dagegen nur auf Windows 8 Pro upgraden. Der Startbildschirm, die Live-Tiles, der Windows Store sowie die verschiedenen Apps werden in allen drei Ausgaben integriert sein.

Auf Geräten mit Windows RT werden außerdem Microsoft Word, Excel, PowerPoint und OneNote installiert sein. Diese Geräte lassen sich auch Verschlüsseln. Allerdings lassen sich keine x86 und x64 Anwendungen auf Windows RT installieren. Auch wird diese Edition ohne Windows Media Player auskommen müssen. Windows RT ist also eine stark abgespeckte Edition, auch wenn viele der Funktionen enthalten sind. Windows 8 Pro unterscheidet sich von der Standard-Edition insofern, dass unter anderem BitLocker und BitLocker To Go enthalten sein werden. Davon abgesehen kann man Windows 8 Pro von Virtual Hard Disks booten.

Eine Liste mit den Vergleichen von drei von vier Editionen hat Microsoft im Windows Team Blog veröffentlicht und bereitgestellt. Was Windows 8 Enterprise alles können wird ist derzeit noch nicht umfassend bekannt. Es ist jedoch nicht unwahrscheinlich, dass Windows 8 Enterprise über nahezu alle Funktionen verfügt, so wie Microsoft das auch angekündigt hatte.

Aktuellen Meldungen zufolge soll Windows 8 bereits am 26. Oktober auf den Markt kommen. Über die unverbindlichen Verkaufsempfehlungen ist derzeit nichts bekannt. Die Upgrades sollen jedoch zum Teil erstaunlich günstig sein. Ein Upgrade auf Windows 8 Pro soll lediglich 40 US-Dollar kosten. (Stand: 19. Juli 2012) <h1>Fazit</h1> Um die Informationen in wenigen Worten zusammenzufassen, lässt sich sagen, dass Windows 8 auf einem sehr gewagten, dafür aber auch sehr gut geplanten und umgesetzten Konzept basiert. Sehr schade ist jedoch, dass Microsoft den Usern keine Gelegenheit gelassen hat, Teile des alten Windows wiederzubeleben. Das könnte auch ein Grund sein, warum Microsoft im schlimmsten Falle die Kunden ausbleiben, denn einen so großen Sprung wie Windows 7 damals schafft Windows 8 mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht.

Auch wenn der Softwareriese aus dem US-Bundesstaat Washington einige Schritte in die Zukunft getan hat, so ist das hochgelobte Windows 7 fast nicht mehr zu erkennen. Es ist verständlich, dass Microsoft diesen Schritt in eine neue Richtung gewagt hat, da Windows 7 möglicherweise das beste Betriebssystem aller Zeiten war und es sich nur noch wenig optimieren lassen würde. Diesen Schritt hat Microsoft gewagt, um den Menschen etwas Neues und um Apple und Google Paroli zu bieten.

Eines scheint jedoch sicher: Vor allem auf dem Tablet-Markt wird Windows 8 einige Anhänger finden können. Windows 8 ist eine interessante Alternative zu den Konkurrenzprodukten mit iOS und Android. Es ist dennoch sehr stark zu bezweifeln, dass Microsoft in nur 2,5 Jahren rund 600 Millionen Windows 8-Lizenzen verkauft, so wie das derzeit noch bei Windows 7 der Fall ist, selbst wenn man es für nur wenig Geld anbieten würde.

Diesen Artikel teilen:

Welovetech