Apps
Games Testbericht Testbericht Games

Höllisch gut? Diablo 3 im Test

Ziemlich genau zwölf Jahre vergingen zwischen der Veröffentlichung von Diablo 2 und seinem nun erschienenen Nachfolger Diablo 3. Dies ist, angesichts der immer schneller werdenden Spielebranche, eine ungewöhnlich lange Zeit. Mehrfach wurde ein angepeiltes Zeitfenster für den Release von Diablo 3 gestrichen oder verschoben. Teilweise witzelten Spieler schon über Vergleiche zum ebenfalls jahrelang verschobenen Duke Nukem Forever. Ob sich der jahrelange Entwicklungsprozess und das Warten gelohnt haben erfahrt ihr in diesem Testbericht.

Lange hat die Fangemeinde auf Diablo 3 gewartet und als das Spiel dann letztlich für PC und MAC veröffentlicht wurde gab es weltweit Mitternachtsverkäufe, feiernde Fans und einen starken Andrang auf die Server. Diese kamen aber schon nach wenigen Stunden gut mit dem großen Interesse der Spieler klar und der Spaß konnte beginnen.

Aufgrund der besonderen Erwartungshaltung, mit der die Spielergemeinde auf Diablo 3 trifft, werden wir die Story des Spiels in diesem Review nicht berücksichtigen. Wir wollen schliesslich niemandem etwas vorab verraten was er oder sie selbst im Spiel entdecken möchte.

<h1>Systemanforderungen & Performance:</h1>


Die offiziellen Systemanforderungen fallen relativ niedrig aus, zusätzlich spezifiziert Blizzard jedoch auch deutlich darüber liegende Empfohlene Systemvoraussetzungen. Da immer wieder Spielentwickler bzw. Publisher Anforderungen veröffentlichen, die deutlich unter der tatsächlich benötigten Rechenleistung liegen haben wir Diablo 3 auf mehreren Systemen unterschiedlicher Leistungsklassen getestet. Die Ergebnisse dieses Vergleichs findet ihr in der untenstehenden Grafik.

Dies sind die Mindestanforderungen die Blizzard für Diablo 3 benennt:

  • CPU: Intel Pentium D mit 2,8 GHz bzw. AMD Athlon X2 4400+
  • Grafikkarte: Nvidia GeForce 7800GT bzw. AMD Radeon X1950 Pro
  • 12 Gigabyte Festplattenspeicher
  • Windows XP, Windows Vista oder Windows 7 (jeweils mit allen Updates / Servicepacks)
  • 1 Gigabyte freier Arbeitsspeicher




Die empfohlene Systemkonfiguration fällt deutlich leistungsstärker aus:

  • CPU: Intel Core 2 Duo mit 2,4 GHz bzw. AMD Athlon 64 X2 5600+ oder besser
  • Grafikkarte: Nvidia Geforce GTX 260 bzw. AMD Radeon HD 4870 oder besser
  • 12 Gigabyte Festplattenspeicher
  • Windows Vista oder Windows 7 (jeweils mit allen Updates / Servicepacks)
  • 2 Gigabyte freier Arbeitsspeicher



Zur Installation von der DVD ist auch ein DVD Laufwerk notwendig. Zusätzlich wird auch ein Monitor mit einer Auflösung von mindestens 1024 x 768 Pixeln sowie eine dauerhafte Breitband-Internetverbindung benötigt. Die digitale Kaufversion kann über einen speziellen Downloader bezogen werden. Bei Release betrug die Größe der herunter zu ladenden Installationsdateien 7,66 Gigabyte. Mit kommenden Updates können sich die Systemanforderungen aber noch ändern. Denkbar wäre beispielsweise eine Optimierung für schwächere Systeme.



Wir haben Diablo 3 auf den folgenden Systemen getestet:
System 1: Intel Core i7 2600K (3,4 GHz), Nvidia GeForce GTX 460 (geringfügig übertaktet), 4 Gigabyte Arbeitsspeicher, Windows 7 Professional 64bit, maximale Einstellungen, 1650 x 1080 Pixel.

System 2: Intel Core i5 2500K (übertaktet auf 4 GHz), AMD Radeon HD 6970, 8 Gigabyte Arbeitsspeicher, Windows 7 Professional 64bit, maximale Einstellungen, FullHD Auflösung (1920 x 1080 Pixel)

System 3: Amd Turion 64 X2 (2,2 GHz), Ati Mobility Radeon HD 2600, 2 Gigabyte Arbeitsspeicher, Windows 7 Professional 64 bit, minimale Einstellungen, 1280 x 800 Pixel

Zur Bestimmung der Performance auf den unterschiedlichen Systemen haben wir die Bilder pro Sekunde (Frames per Second, FPS) während des ersten Dungeons gemessen.


Auffällig: Trotz etwa gleichstarker Prozessoren bei den ersten beiden Systemen erreicht System 2 die auch trotz höherer Auflösung besten Werte. Diablo 3 schrient also sehr viel mehr von der Grafikkarte zu profitieren als von der CPU. Wer sein System für Diablo 3 verstärken möchte sollte also zuerst dort ansetzen.



Grafik & Sound


Das grafische Erscheinungsbild gehört heutzutage für viele Spieler zu den entscheidenden Kriterien bei der Kaufentscheidung über ein neues Spiel. Denen sei an dieser Stelle bereits gesagt dass Diablo 3 keine Highend-Grafik bietet und anders als Battlefield 3 oder die Crysis Reihe auch nicht die Absicht hat eine neue Referenz für Grafik zu werden.


Die Optik von Diablo 3 orientiert sich stilistisch am Vorgänger, (was Fans von Diablo 2 erfreuen dürfte), bietet aber naturgemäß einen deutlich höheren Grad an Details. Besonders die Strukturen des Bodens und zahlreiche Kleinigkeiten an Gebäuden sind detailreich gestaltet – hier merkt man wie sehr sich Blizzard um die Vollständigkeit eines Spiels bemüht. Auch Feuer, Monster und andere animierte Spielinhalte sind gut umgesetzt. Die Bewegungen aller Figuren im Spiel sind glaubhaft umgesetzt und wirken sehr natürlich. Auch weitere physikalische Effekte wie z.B. das Wegfliegen von Leichenteilen, springende Charakter oder Flüssigkeiten sind der Designabteilung hervorragend gelungen.

Die Grafik von Diablo 3 bewegt sich spürbar unter dem Maximum dessen was heutzutage möglich ist, wirkt aber jederzeit glaubhaft und ist insgesamt sehr stimmig – alles passt zusammen. Das Zurückbleiben unter dem Maximum des Möglichen sorgt auf der anderen Seite dafür dass das Spiel auch auf schwächeren Rechnern spielbar ist – eine Entscheidung die wohl vielen Spielern zugute kommt und auch unsere Redaktion daher überzeugt.

Der Sound von Diablo 3 ist absolut gelungen. Die Hintergrundmusik unterstreicht die düstere und mystische Atmosphäre des Spiels und passt auch im Vorfeld von großen Kämpfen ideal zur jeweiligen Situation. Alle Dialoge sind auch vollständig als Sprachausgabe erhalten, was mühseliges Mitlesen erspart und dem Spiel mehr Tiefe verleiht. Die Sprachausgabe ist nicht nur in Englisch enthalten, auch zahlreiche andere Sprachen wurden berücksichtigt. Zu jeder Sprache zu der es eine Bildschirmausgabe gibt scheint es auch eine komplette Vertonung zu geben.


Anders als andere Entwickler bzw. Publisher hat sich Blizzard auch bei der Übersetzung und Synchronisation keine Blöße gegeben, die Stimmen passen gut zu den jeweiligen Charakteren und auch die Übersetzung von Namen und Texten ist gut.


Wir haben weder am Klang noch am Aussehen von Diablo 3 etwas auszusetzen, selbst das enthaltene Blut unterstreicht lediglich die Intensität der Kämpfe ohne dabei in unpassend großer oder kleiner Menge zu strömen. In diesem Abschnitt unseres Reviews gehen alle unsere Daumen nach oben.


Die Klassen Teil 1 (Barbar, Dämonenjäger, Hexendoktor):


Barbar:


Barbaren sind klassische Nahkämpfer, sie springen mit Anlauf direkt auf die Gegner zu und schlagen mit großen Waffen auf sie ein. Dabei stehen ihnen neben Schwertern und Äxten auch große Keulen oder Sensen zur Verfügung. Wahlweise als große Waffe die mit beiden Händen geführt wird oder in einer etwas kleineren Variante, dann kann mit der zweiten Hand ein schützender Schild getragen werden. Um auch mit größeren Gruppen von Gegnern fertig zu werden verfügt der Barbar (oder die Barbarin) auch über Fähigkeiten die mehrere Gegner betäuben, verwunden oder wegstoßen können. Wer so viel austeilt sollte auch einstecken können. Das trifft auf Barbaren definitiv zu. Mit starker Rüstung und verzauberten Ausrüstungsgegenständen die z.B. Lebensraub oder Lebensregeneration gewähren können Barbaren auch größere Gegnergruppen erfolgreich bekämpfen. Besonders stark werden die Barbaren wenn sich eine größere Menge Wut aufgestaut hat. Erst dann (wenn sich die Energieanzeige mit gelber Farbe füllt) sind die stärksten Fähigkeiten von Barbaren einsetzbar.

Dämonenjäger:



Der Dämonenjäger ist eine sehr mobile aber auch fragile Klasse. Sie ist spezialisiert darauf, Gegner zu verlangsamen und dann aus der Ferne mit Armbrüsten und Bögen auszuschalten. Als Energie für ihre Fähigkeiten nutzt sie Hass und Disziplin und hat daher eine geteilte Energieanzeige in Orange und Blau. Der Dämonenjäger kann sich entscheiden, ob er eher auf Ausweichen oder Verlangsamen der Gegner setzen möchte. Eine magische Falle, welche alle Gegner, die sich in ihrem Umkreis aufhalten, verlangsamt teilt sich so beispielsweise eine Taste mit einem Rauchschleier, der die Spielfigur für kurze Zeit unsichtbar macht und durch eine spätere Runen-Aufwertung auch die Laufgeschwindigkeit des Spielers erhöht. Für die normalen Attacken, welche die Hass-Energie schneller regenerieren lassen, kann man zwischen großem Flächenschaden oder ebenfalls verlangsamenden Eigenschaften wählen. Die übliche Taktik für den Dämonenjäger ist Hit'n'Run, also während dem Weglaufen den verfolgenden Gegnern zusetzen bis diese (eventuell „wieder“) tot sind.

Hexendoktor:



Die Hexendoktoren kämpfen nicht selbst. Sie bedienen sich ihrer umfangreichen Kenntnisse über dunkle Voodoo-Magie um verschiedene Wesen zu beschwören die dann ihre Kämpfe für sie austragen. Zu diesen Wesen gehören unter Anderem verschiedene Geisterwesen oder untote Kreaturen. Die verschiedenen heraufbeschworenen Wesen verfügen dann natürlich auch über unterschiedliche Eigenschaften bzw. Stärken und Schwächen. Der Spieler sollte also immer die Kämpfer heraufbeschwören die zur jeweiligen Situation und den angreifenden Gegnern am besten passen. Riesige Spinnen springen Gegner an und blockieren dann deren Weg zum Spieler. Mehrere kleinere Wesen zu beschwören hilft beim Bekämpen von Gegnergruppen, da so der Schaden besser verteilt werden kann und alle Gegner beschäftigt bleiben.



Die Klassen Teil 2 (Mönch, Zauberer):



Mönch:

Der Mönch ist eine ziemlich individuelle Klasse. Eine Mischung aus Magie und agilem Nahkampf macht diese Klasse sehr ausgewogen spielbar. Mit dem ersten Schlag teleportiert sich der Mönch quasi ins Gesicht des Gegners, auch wenn dieser sich in einiger Distanz befindet und zerlegt danach mit übermenschlicher Geschwindigkeit kleinere Gegnergruppen. Mit Chi als Energie blendet er Gegner oder hilft Verbündeten. Ein ausgewogenes Verhältnis aus Schaden und Verteidigung macht ihn zu einem Allrounder. Im Normalfall ein Nahkämpfer kann der Mönch auch auf mittlerer Distanz etwas Schaden verursachen und so in brenzligen Situationen überleben und trotzdem nicht komplett wehrlos sein.

Zauberer:
Der Zauberer ist eine Klasse, die in keinem Rollenspiel fehlen darf. In Diablo 3 besitzt der Zauberer sowohl offensive als auch defensive Zauber, während sie in manchen anderen Spielen vollkommen auf Schaden ausgelegt sind. Verschiedene Elementarzauber können in Kombination genutzt werden um Gegnermengen in Schach zu halten und auszumerzen. Dabei kommt auch das eigene Überleben nicht zu kurz. Beispielsweise kann der Zauberer alle Gegner um ihn herum einfrieren um aus einer, eigentlich ausweglosen Situation doch noch zu entkommen oder sich mit einer Diamanthaut versehen, welche jeglichen Schaden für kurze Zeit absorbiert. Im Allgemeinen versteht sich der Magier genretypisch auf den Fernkampf und zieht sich zurück, wenn ihm Gegner zu nahe kommen.

Letztlich hat jede Klasse ihre eigene Spielweise und ihre eigenen Ausrüstungsgegenstände, dadurch kann man z.B. Freunden gefundene Ausrüstungsgegenstände überlassen, für die man selbst keine Verwendung hat und vorallem kann jeder genau die Klasse spielen, die zum individuellen Stil und Geschmack am besten passt.

Ein kleiner Wehrmutstropfen ist der Mangel an verschiedenen Charakterdesigns, das Aussehen der Charaktere wird lediglich durch verschiedene Ausrüstungsgegenstände verändert, im wesentlichen sehen so alle Charaktere einer Klasse gleich aus. Dies entspricht zwar dem Vorgänger, ist aber nur noch bedingt zeitgemäß. Etwas mehr individuelle Freiheit jenseits der Wahl des Geschlechts hätte dem Spiel sicher nicht geschadet.



Gameplay:



Das Gameplay von Diablo 3 ist genretypisch. Der Spieler streift, mal alleine und mal in Begleitung, durch eine finstere Welt und kämpft gegen allerlei Monster und Dämonen. Unterwegs trifft man immer wieder auf alte Bekannte und neue Freunde. Diese sowie einige eher unbedeutende Figuren in der Welt von Diablo 3 geben dem Spieler stets neue Aufgaben durch deren Erfüllung der Spieler in der Geschichte des Spiels weiter voran kommt und für die er mit Erfahrungspunkten und Gold belohnt wird.

Meist bestehen diese Aufgaben, die sogenannten Quests, darin verschiedene Orte nach wertvollen Gegenständen oder vermissten Personen abzusuchen. Auch die Vernichtung bestimmter finsterer Kreaturen wird immer wieder vom Spieler verlangt. Unterwegs wird der Spieler allerlei Monster töten und dafür meistens mit zusätzlichem Gold und wertvollen Ausrüstungsgegenständen belohnt. Auch in einigen Deko-Elementen in der Spielwelt wie Altare oder Brunnen befinden sich Waffen, Kleidungsstücke oder Gold, selbst Leichen verstorbener Dorfbewohner können durchsucht werden und tragen meist etwas Gold bei sich. Um im Kampf zu bestehen verfügen die Spielfiguren über eine große Bandbreite von Fähigkeiten, insgesamt stehen zahlreiche Fähigkeiten zur Verfügung. Diese Fähigkeiten sind in sechs Gruppen unterteilt. Die ersten vier Gruppen sind den entsprechenden Tasten (Standardmäßig sind dies die Tasten 1,2,3, und 4 in der Zahlenleiste) auf der Tastatur zugeordnet. Die beiden anderen Gruppen liegen auf der linken und rechten Maustaste. Somit kann aus jeder Gruppe jeweils nur eine Fähigkeit gleichzeitig ausgewählt und auf die entsprechende Taste gelegt werden. Der Spieler kann zwischen Kämpfen die Belegung seiner Schnellwahltasten für den nächsten Kampf anpassen und damit immer die am besten geeigneten Fähigkeiten einsetzen.

Um die Fähigkeiten noch weiter zu verbessern stehen sogenannte Runen zur Verfügung. Für jede Fähigkeit gibt es bestimmte Runen. Diese fügen den Fähigkeiten zusätzliche Effekte, wie z.B. das Betäuben oder Wegstoßen von Gegnern hinzu. Durch die geschickte Auswahl eines Sets von Fähigkeiten in Verbindung mit den geeigneten Runen kann der Spieler sich also in jeder Situation eine optimale Kombination für die momentanen Gegner zusammenstellen. Sowohl die verschiedenen Fähigkeiten als auch die jeweiligen Runen sind mit Level-Aufstiegen verbunden und werden beim jeweiligen Aufstieg automatisch freigeschaltet. Ob man dann die frisch erlernten Fähigkeiten bzw. freigeschalteten Runen verwendet oder die bisher genutzten Kampftechniken beibehält entscheidet jeder Spieler für sich.



Mit steigendem Level werden auch bis zu drei Slots für passive Fähigkeiten verfügbar, welche sich automatisch bei bestimmten Events oder über Zeit aktivieren. Ab Stufe 10 kann eine dieser Fähigkeiten ausgewählt werden, danach folgt jeweils bei Stufe 20 und 30 ein weiterer Slot. Die Auswahl an Fähigkeiten für diese Slots steigt wie bei den aktiven auch mit dem Level des Spielers.






Gameplay Teil 2:



Um nach einem erfolgreichen Ausflug in einen Dungeon wieder in die letzte Stadt zurück zukehren sind in ganz Sanktuario zahlreiche Waypoints verteilt. Hat man einen entlegenen Punkt und den dortigen Waypoint einmal entdeckt kann man jederzeit von anderen Waypoints dorthin zurückkehren. Dies ist z.B. hilfreich wenn mal das ganze Inventar mit unterwegs gefundenen Gegenständen gefüllt ist oder die Heiltränke zur Neige gehen. Man kann dann seine nicht benötigten Fundsachen bei einem der zahlreichen Shops in der Stadt verkaufen, hochwertige Gegenstände im Auktionshaus anbieten oder zwischenzeitlich beschädigte Ausrüstungsteile wieder reparieren lassen. Auch eine Spielfigur, welche die Schmiedekunst erlernt hat, kann diese Reparaturen nicht selbst erledigen sondern muss dies von einem der Händler machen lassen. An diesen Waypoints finden sich auch die Banner der Mitspieler, wenn man mit seinen Freunden zusammen spielt. Diese Banner dienen als Teleporter um schnell zu seinen Freunden zu gelangen.

Mit fortschreitender Spieldauer und -handlung werden natürlich auch die Gegner stärker und die abverlangten Aufgaben schwieriger. Hier wird dann die richtige Wahl von Ausrüstungen und Fähigkeiten immer wichtiger, z.B. gibt es keine automatische Lebensregeneration. Wer nicht im Kampf sterben will sollte also entweder auf Ausrüstungsgegenstände mit Lebensregeneration bzw. Lebensraub zurückgreifen oder immer einen großen Vorrat an Heiltränken mit sich führen. Doch Vorsicht: Zwischen der Einnahme zweier Heiltränke haben die Entwickler eine zeitliche Differenz gesetzt. Wie für Fähigkeiten gibt es auch hier eine gewisse Abkling-Zeit. Leider fällt schnell auf dass man bei der Performance des Spiels auch von der Performance der Server abhängig ist. Dies gilt sowohl für Einzelkämpfer, die alleine spielen, als auch für Abenteuer, die man gemeinsam mit bis zu drei Freunden in einer dann vierköpfigen Gruppe bestreitet. Wenn die Server ausgelastet sind treten gelegentlich Übertragungsfehler auf, die zu Verzögerungen, den sogenannten Laggs, führen. Die Limitierung der Gruppengröße auf maximal vier Personen stellt uns vor ein Rätsel. Diablo 3 enthält fünf Charakterklassen, eine Gruppenzusammenstellung die sicherstellt dass jede Klasse enthalten ist und man damit alle individuellen Stärken der Klassen abrufen kann wird aber durch die vergleichsweise kleinen Gruppen verhindert. Auch wenn das Spiel schon mit vier Personen sehr viel Spaß macht müssen wir Diablo 3 an dieser Stelle ein paar Punkte abziehen. Diablo 3 besitzt die bereits aus Diablo 2 bekannten Schwierigkeitsgrade Normal, Albtraum und Hölle, welche der Spieler sich nach und nach freischalten muss. Die normale Schwierigkeitsstufe ist auch für Core-Gamer unumgehbar auch wenn sie sich eher an Casual-Gamer richtet. So kann man die Geschichte des Spiels relativ entspannt genießen, da die Monster keine große Bedrohung darstellen. Nach Durchspielen der drei Akte wird der nächste Grad freigegeben, Albtraum. Der Spieler startet erneut in Akt 1 allerdings sind die Gegner wesentlich stärker und bieten daher auch dem vorgelevelten Helden eine Herausforderung. Es wird damit gerechnet, dass der Charakter bei Abschluss des Albtraum-Schwierigkeitsgrades etwa Stufe 50 erreicht hat und damit bereit für die Hölle ist. Hier werden die Gegner erneut verstärkt und sollten den meisten Spielern nun viel Können abverlangen um besiegt zu werden. Der Levelfortschritt verlangsamt sich natürlich auf dem Weg zur Höchststufe 60 stark. Mit Abschluss des dritten Schwierigkeitsgrades sollte diese Hürde aber geschafft sein und der neue Schwierigkeitsgrad für Diablo 3 namens Inferno den Spieler eine neue Aufgabe geben. In der kurzen Zeit für unser Review ist es uns nicht möglich gewesen so weit zu spielen. Wir wollen ja schließlich einen breit gefächerten Überblick liefern. Aber, was bereits über den Inferno-Modus bekannt ist, verspricht auch den Hardcore-Zockern Einhalt zu gebieten. Es wird erwartet, dass es Monate dauern wird, bis der erste Spieler den Inferno-Grad bewältigt hat.

Wer sich seiner Überlegenheit gegenüber den Kreaturen der Spielwelt sicher ist kann, nachdem mindestens ein Charakter Stufe 10 erreicht hat, neue Helden im Hardcore-Modus erstellen. Dies ist zwar kein eigentlicher Schwierigkeitsgrad, aber eine aufregende Zusatzfunktion zu allen bisher genannten Schwierigkeitsstufen. Ein Hardcore-Champion hat nämlich, wie im Vorgänger Diablo 2, nur ein einziges Leben und kann nicht wiederbelebt werden, sollte er einmal sterben. Der Charakter ist in diesem Fall nicht mehr auswählbar und alle auf ihm liegenden Gegenstände sind weg. Daher ist kein Handel mit Hardcore-Helden möglich um das Verschwinden von erkauften Gegenständen zu verhindern.

Weitere Features:





Ein bereits lange von Spielern kontrovers diskutiertes Thema ist das Auktionshaus. Wahlweise können Items hier gegen Gold oder echtes Geld gehandelt werden. Die Einführung des Auktionshauses mit echtem Geld hat viele Spieler zunächst verstimmt. Ziel ist es, laut Blizzard, windigen Geschäftemachern, die ansonsten Ausrüstungsgegenstände über online Auktionshäuser oder eigene Portale gegen echtes Geld anbieten, die Grundlage zu entziehen. Dies soll auch der Sicherheit von Spielern dienen. Die Verwendung dieses Auktionshauses ist jedoch optional und so liegt es letztlich an der Spielercommunity selbst ob sie sich für das Auktionshaus auf Basis von echtem Geld oder für das Auktionshaus auf Basis von Ingame-Gold entscheidet, wenn sie Ausrüstungsgegenstände anbietet oder sucht. Wenn sich die Spieler geschickt anstellen können sie mit ihren Echtgeld-Einnahmen aus dem Auktionshaus weitere Spielzeit für Blizzard-Spiele oder andere Services (z.B. Charaktertransfers zwischen verschiedenen Servern) bezahlen.



Unmittelbar vor dem Start des Spiels hat Blizzard angekündigt Profil-Seiten für die Charaktere der Spieler einzuführen. Diese Profil-Seiten sollen im Stil von Profil-Seiten in sozialen Netzwerken einen schnellen Überblick über Ausrüstung, Level und weitere Details der Charaktere bieten und über den Browser abgerufen werden können. Wann dieses Feature letztlich realisiert wird ist noch unklar. Uns gefällt aber die Idee recht gut. So kann jeder den Spielfortschritt seiner Freunde im Auge behalten auch ohne sich extra ins Spiel einzuloggen und dort auf die Freundesliste zu schauen.



Auch kurz vor der Veröffentlichung wurde das PVP-System aus Diablo 3 entfernt um den Releasetermin einhalten zu können, da dieses noch nicht ausgereift war. Es ist aber zu erwarten, dass eine Möglichkeit gegen andere Spieler anzutreten noch nachträglich per Patch nachgeliefert wird.



Die verschiedenen Versionen



Wie es mittlerweile bei neuen Spielen üblich ist wird auch Diablo 3 in mehreren Varianten angeboten. Blizzard selbst bietet den direkten Kauf und Download über das Battle.Net an, viele Onlineshops und Einzelhändler verkaufen eine Ausführung mit DVD, Anleitung und relativ aufwändig gestalteter Verpackung. Einige Händler bieten die Collectors-Edition mit besonderen Bonusmaterialien speziell für Fans der Reihe.



Einige Händler legen auch andere Materialien bei, so hat man z.B. beim Kauf der Standard-Ausführung bei der Elektronik-Kette Saturn ein großes Wendeposter mit zwei Motiven zu Diablo 3 zusätzlich erhalten.



Die Standard-Ausführung enthält folgenden Lieferumfang:
  • Product-Key zur Aktivierung im Battle.Net
  • DVD Zur Installation von Diablo 3
  • Aufwändig gestaltete Außen-Verpackung
  • Kurzanleitung inklusive Geschichten zu den fünf Charakterklassen
  • Eine handelsübliche DVD-Hülle

Die Collectors-Edition enthält folgenden Lieferumfang:
  • Product-Key zur Aktivierung im Battle.Net
  • DVD Zur Installation von Diablo 3
  • Besonders aufwändig gestaltete Außen-Verpackung
  • Skulptur des Schädels von Diablo
  • Ein vier Gigabyte USB-Stick
  • Spielbare Vollversionen von Diablo 2 und Diablo 2: Lord of Destruction (befinden sich auf dem USB-Stick)
  • Die Dokumentation „Ein Blick hinter die Kulissen“ auf DVD und BluRay
  • Ein 208 Seiten starker Bildband zu Diablo 3
  • Eine Audio-CD mit Musik zum Spiel
  • Exklusive Ingameinhalte (ein eindeutiges Banner, exklusive Färbungen für Rüstungsgegenstände, ein Fetischschamane als Begleiter in World of Warcrat, einige Porträts und ein begrenztes Decal für StarCraft 2.



Fazit:



Das Ende für jedes unserer Spiele-Reviews bildet das Fazit, auch Diablo 3 ist hierbei keine Ausnahme. Also befassen wir uns nun noch einmal allen Stärken und Schwächen von Diablo 3 im Überblick.



An Stärken mangelt es Diablo 3 nicht, die Grafik ist sehr detailiert ohne dabei besonders viel Rechenleistung zu fordern und wirkt durch den klassischen Stil jederzeit glaubhaft. Der Soundtrack ergänzt mit der gut ausgewählten Musik und einer gelungenen sowie vollständigen Sprachausgabe die Grafik in idealer Art und Weise. Diese Kombination sorgt für eine dichte und intensive Spielatmosphäre die den Spieler zu fesseln vermag, wer sich in die Abenteuer von Diablo 3 begibt vergisst schnell die Zeit außerhalb des Spiels.



Die Bedienung des Spiels wird von der Maus dominiert und an einigen Stellen durch die Tastatur unterstützt, sie ist dabei einfach gehalten und dürfte sowohl Gelegenheitsspielern als auch selbsternannten Core-Gamern eine gute Beherrschung ihrer Charaktere ermöglichen.



Aber wie jedes andere Spiel ist auch Diablo 3 nicht frei von Schwächen. Der Zwang zu einer permanenten Onlineverbindung, selbst wenn man alleine spielt, ist ärgerlich und kann für Spielefans einem langsamen Internetanschluss problematisch werden. Die zweite und vermutlich größte Schwäche von Diablo 3 ist aber die Größen der Multiplayer-Gruppen. Weshalb Blizzard bei einem Spiel mit fünf Charakterklassen nur Gruppen mit vier Personen zulässt bleibt uns ein Rätsel.



Diablo 3 bietet für jeden Spieler der etwas mit den alten Diablo-Titeln, Action- oder Rollenspielen im Allgemeinen etwas anfangen kann hervorragende Unterhaltung und zeigt wie viel Spaß Computerspiele machen können. Angesichts der vielen Stärken der wenigen Schwächen und des hohen Spielspaßes erhält Diablo 3 von uns die folgende Wertung:

Diesen Artikel teilen:

Welovetech