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LG N2A2 NAS im Test

Was tun, wenn interne Festplatten seitens ihrer Kapazität ausgereizt sind, mehrere PC´s oder Laptops aus Bequemlichkeit die gleichen Daten gespeichert haben sollten oder man gar seine Musik, Filme oder Dokumente selbst dann nicht missen möchte obwohl man gar nicht zu Hause ist? Richtig, man begnügt sich entweder mit dem Kompromiss der vielen oft kostenpflichtigen Clouddienste oder man greift gleich zur privaten Lösung - in diesem Fall zum LG N2A2 NAS. Ob LG mit dem Versprechen des “smarten” NAS recht behält, das NAS auf ganzer Linie überzeugen kann und vor allem die oben gestellte Frage positiv beantwortet werden kann, wird sich in diesem Test der PCMasters.de Redaktion zeigen.

Bedanken wollen wir uns an dieser Stelle bei Vico Research, die uns freundlicherweise ein mit zwei jeweils 1 TB großen Festplatten (Hitachi HDS72101) ausgestattetes NAS zur Verfügung gestellt haben.

Lieferumfang:

Im gut mit Polstermaterial ausgestatteten Karton finden wir schnell alles, was wir zum Loslegen brauchen:

  • Installations-CD
  • Stromkabel
  • Netzteil
  • RJ45-Kabel mit 2m Länge
  • Quick Installation Guide
  • Product Warranty
  • Das LG N2A2 NAS selbst
Äüßere Impressionen
Impressionen der Vorderseite: Optisch macht das NAS einen sehr positiven Eindruck, sieht es doch gut verarbeitet und recht schlicht aus. Die vordere Abdeckung ist aus schwarzem Plastik gefertigt, auf der das LG Logo natürlich nicht fehlen darf. Eine Power-LED zur Anzeige der Stromversorgung, eine LED für den Netzwerkanschluss und je eine LED für die zwei verbauten Festplatten sowie einen USB Backup Button für Sicherungen von USB Medien und ein USB 2.0 Port für den Anschluss einer maximal 400GB großen externen Festplatte sind dort untergebracht. Farblich fügen sich diese vier LED in Weiß äußerst gut ins Konzept ein. Mehr findet sich auf der Vorderseite nicht. Der Kunststoff selbst erweist sich als kratzunempfindlich und kann durch seine matte Optik überzeugen - Fingerabdrücke sieht man hier definitiv keine.

Impressionen der Oberseite und Seitenwände: Weiß, aus Plastik und glänzend. Präziser kann man es mit Worten nicht auf den Punkt bringen. Klar, man könnte es noch mit dem Fakt ergänzen, dass das LG Logo auf der Seite auch zu finden ist, aber das ist es auch nur dann, wenn man sehr genau hinsieht. Erwähnen sollte man an dieser Stelle das hier auch auf kratzerunempfindliches und fingerabdruckresistentes Material gesetzt wurde. Impressionen der Unterseite: Auf der Unterseite findet sich ein Lüftungsschlitz für die Zufuhr von kalter Luft, um die Platten im Betrieb kühl zu halten. Viel wichtiger jedoch sind die vier ca. 1-Eurostück großen Gummifüße, die für einen sicheren und vor allem vibrationsarmen Stand sorgen. Versehentliches Verschieben ist dank der Füße hier mit Sicherheit kein Thema, da diese sehr Rutschfest sind. Impressionen Rückseite: Im mittigen oberen Bereich der Metallrückseite findet sich der 40mm Lüfter, der im Betrieb dafür zuständig ist, die warme Abluft geräuschlos nach draussen zu befördern. Weiterhin finden wir einen zweiten USB 2.0 Port, natürlich den essentiellen Gigabit Netzwerk Port, den im Zeichen der stromsparenden Zeit sinnvollen Ein- und Ausschalter des NAS, den Stromanschluss selbst und das mittlerweile sehr populäre Kensington Schloss. Zu guter Letzt finden wir noch eine Halterung für das Adapterkabel um das meist schon vorhandene Kabelwirrwarr nicht noch zu vergrößern.

Gesamteindruck und Raid-Funktionen Unser bisheriger Gesamteindruck: Im Großen und Ganzen macht das NAS einen sehr qualitiativen und - trotz der verwendeten Materialien - sehr hochwertigen Eindruck. Farblich ist das Konzept sehr gut durchdacht, immerhin macht das Gerät selbst einen eher unaufdringlichen Eindruck und fügt sich somit wunderbar in seine Umgebung ein. Die Raid-Funktionen Das LG N2A2 NAS ist ein 2-Bay-NAS, das mit zwei 3,5 Zoll S-ATA II Festplatten bestückt werden kann. Sinnvollerweise nutzt man hier zwei Festplatten des gleichen Herstellers mit der gleichen Kapazität. In unserem Testgerät finden sich zwei Hitachi HDS72101 Festplatten. Als Auswahl für den RAID-Verbund stehen dem Anwender entweder RAID 0 („Striping“, schnell – aber keine Datensicherheit) oder RAID I („Mirroring“, sicher, da die Daten auf beiden Festplatten gespiegelt werden / nur eine HDD-Speicherkapazität nutzbar) zur Verfügung. Die N2A2 NAS unterstützt auch „JBOD“ (Just A Bunch Of Disks), also lassen sich die Festplatten auch einzeln ansprechen. Desweiteren besteht selbstverständlich die Möglichkeit, beide Speichermedien als individuelle Datenlager zu nutzen. Einrichtung und Installation Einrichtung: Im Lieferumfang findet sich die CD, die sobald sie im Laufwerk ist, das Setup startet. Zur Auswahl stehen uns folgende Optionen:
  • LG NAS Installation Wizard
    Dies ist der für Windows nötige Installationsassistent, der uns durch das Setup leiten wird.
  • NAS Monitor
    So nennt sich der Dienst, der das NAS auf IP-Adressenänderungen überwacht und uns den Schnellzugriff auf entweder das Webmenü, den FTP Server oder den Netzwerkordner gewährt.
  • Remote Network Drive
    Der Dienst den wir brauchen um von überall aus Zugriff auf unsere Netzwerkordner zu erlangen.
  • Nero BackItUp&Burn Essentials
    Optionale Programme die für den Betrieb nützlich sein könnten.
  • NAS Detector
    Gegenstück zum LG NAS Installation Wizard, wird nur für MAC basierte Systeme gebraucht.
  • NAS Handbuch
    103 Seiten starkes Handbuch in meist verständlichem Deutsch.

Installation:

Wird der Assistent gestartet, müssen wir uns zuallererst das Update auf die aktuellste Version runterladen. (Zum Zeitpunkt unseres Tests ist dies die Version 1.0.1111.0401)
Nachdem die Verbindung von NAS zum Computer überprüft wurde, werden die verschiedenen Verbindungsmöglichkeiten aufgezeigt, damit man die richtige Art der Verbindung manuell auswählen kann.

Wurde der richtige Verbindungstyp ausgewählt, sucht der Installationsassistent selbständig nach dem richtigen NAS und zeigt die vorhandenen Informationen á la MAC-Adresse, IP-Adresse, Subnetzmaske, Gateway und den primären DNS auf. Bei Bedarf können diese über die Schaltfläche Modifizieren manuell geändert werden. Sinnvollerweise erstellt man an dieser Stelle auch gleich den Shortcut für das Web-Menü sowie den Shortcut für den Netzwerkordner. Dies ist allerdings nicht zwingend erforderlich, da wir hierauf auch per NAS Monitor zugreifen können.

Mit einem Klick auf Weiter überprüft der Assistent sofort die Verbindung mit den geänderten Einstellungen und signalisiert nach erfolgreicher Überprüfung dass das NAS einsatzbereit ist und die Verbindung erstellt wurde. Man wird aufgefordert einen Domänennamen zu vergeben und die entsprechenden Einstellungen im Router vorzunehmen um Zugriff auf das NAS von "Aussen" zu erlangen. Ist dieser Schritt erfolgt, wird abschliessend der Zugriffstest gestartet.

An dieser Stelle werden wir aufgefordert, das Kennwort des Admins einzugeben, welches standardgemäß "admin" ist. War dieser letzte Test erfolgreich, sind wir startklar, um das NAS das erste Mal zu nutzen.

Bedienung und Geschwindigkeitstests Bedienung:

Öffnen wir zum ersten Mal das Web-Menü, werden wir aufgefordert uns per ID und Passwort anzumelden. Die ID ist in diesem Fall admin, genauso wie das Kennwort. Jetzt befinden wir uns auf der Startseite, welche uns auf den ersten Blick doch ein wenig einschüchtert. Dieses Gefühl verfliegt aber nach einer kurzen Orientierungsphase. Als erstes erstellen wir uns natürlich ein neues Userkonto mit der ID - wie soll es auch anders sein - pcmasters. Selbige statten wir mit vollem Lese- und Schreibzugriff aus. Als letzten Schritt geben wir die verschiedenen Bereiche, auf die dieses Gastkonto zugreifen können soll frei. In diesem Fall entscheiden wir uns für die Bereiche Photo, Musik und Video. Was nun? Richtig, erstmal nichts mehr. Das NAS ist bereit für den Einsatz.

Geschwindigkeitstests

Unser Testaufbau sieht folgendermaßen aus: Die LG N2A2 NAS steht neben dem Computer und dem Fritzbox 7320 WLAN Router. Wir messen mit zwei verschiedenen "Setups".
Setup 1: Per Lankabel. In diesem Testaufbau hängen wir per mitgeliefertem Kabel direkt am Router. Gemessen haben wir die Zeit die es brauchte, um einen 22,5 GB großen Medienordner (Musik/Videos) auf das NAS und wieder Retoure zu transferieren. Der Upload erfolgte hierbei in exakt 50 Minuten, was einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 7,5 MB/s entspricht. Für den Rücktransfer benötigten wir in diesem Versuch lediglich 42 Minuten - die erreichten 8,93 MB/s zeigen eine Tendenz nach oben. Setup 2: Per WLAN. Hardwareseitig testen wir hier mit einem Lenovo Thinkpad L412. In Punkto Uploadgeschwindigkeit lagen wir im Durchschnitt bei 2,1 MB/s, der Download bei noch immerhin 4,0 MB/s. Streaming: Aufgrund fehlender kompatibler Geräte können wir auf diesen Punkt leider nicht eingehen. Android Smartphone APP: In Googles Play Store suchen wir nach der APP LG My Data. Nach der schnellen rund 4,6 MB großen Installation müssen wir uns zuerst einloggen, was innerhalb der App extrem einfach ist. Und schon geht es los.

Wir haben vollen Zugriff auf Musik, Photos und auch Videos.Über einen eigenen Player können wir sowohl Musik und Videos streamen oder auch auf unser Smartphone runterladen um sie dauerhaft zu nutzen. Das Tolle: Sowohl Musik als auch Filme werden ohne etwaige Ruckler wiedergegeben. Kurzum, die App ist durchdacht und bietet alle für uns essentiellen Fähigkeiten.
Fazit
Mit der LG N2A2 NAS hat LG alles richtig gemacht. Grenzen dürfte der Privatanwender mit diesem System wohl so schnell keine erreichen. Optisch macht das Gerät einen wie schon erwähnten sehr positiven Eindruck und auch von der Lautstärke waren wir positiv überrascht - immerhin ist der 40mm Lüfter kaum wahrnehmbar. Im Vergleich zu Clouddiensten kann sich dieses Produkt klar durchsetzen und ist auf lange Sicht auch die günstigere Variante. In Puncto Bedienung ist man hier wirklich bestens aufgehoben, da die Menüstruktur hier auch selbsterklärend ist. Und sollte doch die eine oder andere Frage auftauchen, wird diese mit Hilfe des Handbuchs oder aber auch im LG eigenen Supportforum schnellstens gelöst. Die LG N2A2 NAS ist somit wirklich jeden Cent wert.

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