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Games Testbericht

The Darkness II

The Darkness ist ein Spiel, welches in Deutschland weniger bekannt ist – und dies zu Unrecht. Denn der erste Teil brachte in so gut wie allen Tests Bestnoten hervor. Egal ob man von der Grafik, Story oder dem Gameplay sprach, alles schien im dunkelgrünen Bereich zu sein. Einzig die vielen Zensuren hierzulande schienen dem Spiel zu schaden, man entfernte vielerlei blutige und brutale Inhalte um das Spiel für den deutschen Markt passabel zu machen. Dies traf bei den Spielern selbstverständlich auf weniger Zustimmung und stahl dem Spiel sicher auch den einen oder anderen Käufer. Dies ist jedoch wieder ganze fünf Jahre her und der zweite Teil ist nun endlich auch auf dem Markt erhältlich. Vielerorts freute man sich deshalb auf einen neuen Trip, wie man ihn aus dem Vorgänger kannte. Die Hoffnungen auf ein ungeschnittenes Spiel wurden jedoch schon zu Beginn vernichtet, denn bereits die Demo wurde zensiert. Abermals entfernte man einige Ragdoll-effekte und auch Special-Moves welche der Exekution oder dem Abtrennen von Gliedmaßen dienten. Freunde des absolut blutrünstigen Shooters werden deshalb wohl auf eine ausländische Version zurückgreifen müssen. Letztendlich tut dies jedoch nichts zur Sache, denn die Story ist wie beim ersten Teil schon vor der Entwicklung fest gewesen – einzig die Umsetzung des gesamten Spiels, in Sachen Grafik und Gameplay bleibt nun offen, denn man hat bei 2K den Entwickler gewechselt: Die schwedischen Entwickler „Starbreeze Studios“ wurden von dem kanadischen Entwicklerteam „Digital Extremes“ abgelöst, dem Entwickler der sehr weitverbreiteten Unreal Engine, welche u.a. in einigen sehr erfolgreichen Titeln, wie zum Beispiel „BioShock“ und „Homefront“, Verwendung fand. Der Grundstein ist daher sehr gut für den zweiten Teil, doch konnte man darauf auch gut aufbauen?

Einleitung


Altersfreigabe
Gemäß § 14 JuSchG ist ‘‘The Darkness II” in Deutschland ab 18 Jahren freigegeben.

Systemanforderungen
Hierbei handelt es sich um die Mindestanforderungen:
Betriebssystem: Windows XP Service Pack 2
Software: Steam Client
Prozessor: Intel Core 2 @ 2 GHz / AMD Athlon 64 X2 4200+
Speicher: 1,5 GB RAM
Festplatte: 8 GB freier Speicherplatz
Grafikspeicher: 256 MB
Grafikkarte: Nvidia Geforce 8600 / ATI Radeon HD 2600
Soundkarte: DirectX-kompatibel

Testsystem
Das Spiel lief mit den maximalen Grafikdetails bei einer Auflösung von 1280 * 1024 Pixeln im Schnitt mit 100 FPS flüssig auf unserem Testsystem:
Windows 7 Home Premium
AMD Phenom II X4 B40 übertaktet auf 3,3 GHz
8 GB DDR3 RAM
ATI Radeon HD 5870 1GB

Story

Bevor man überhaupt beginnen kann, ist es von Nöten die Story aus dem ersten Teil der Serie zu kennen. Dank der schlauen Köpfe von Digital Extremes, hat man die Möglichkeit vor dem Anfang des zweiten Teils sich die Story des Vorgängers im Stil eines „Was bis jetzt geschah“ Rückblickes erzählen zu lassen. So kommt man auf die groben Aussagen, dass der Protagonist Jackie Estacado mit seiner Volljährigkeit „die Darkness“ bekam. Deshalb begannen die Mafia Bosse ihn aus dem Weg räumen zu wollen - „Jackie gegen New York City“ - um die Darkness für sich zu gewinnen und zu benutzen. Dagegen wehrte Estecado sich selbstverständlich und es nahm im ersten Teil fast ein vorzeitiges Ende, als die Gangster den einzigen wunden Punkt von Jackie entdeckten und vernichteten: seine Freundin Jenny, welche er bereits aus Kindheitstagen kennt. Mit diesem, für Jackie entscheidenden Ereignis steigt man nun in das Spiel ein. Jackie hat nun keinen Lebenssinn mehr, er hat nichts mehr zu verlieren wird gesagt – damit wird nun ein erneuter Kampf entfacht, der noch brutaler und aussichtsloser für die Feinde Jackies enden soll.


Die erste Szene des zweiten Teils setzt nun zwei Jahre danach an. Man geht durch ein Restaurant und trifft auf den wohl besten Freund Estecados: Vinnie. Bereits hier bekommt man zu spüren: Man ist im Little Italy der City New Yorks. Vorbei an allen anderen Besuchern der Kneipe wird man von Vinnie zum Ende des Hauses an einen Tisch, wo bereits zwei Damen sitzen und auf den Boss, wie Estecado von seinen Leuten genannt wird, warten, geführt. Hier entsteht nun ein Gespräch, welches jedoch schon bald gestört wird. Eine der Frauen wird durch das dahinter befindliche Fenster mit einem Kopfschuss getötet. Kaum eine Sekunde später sieht man ein grelles Licht auf das Fenster zu rasen. Ein Auto hält auf das Haus zu und schleudert den am Tisch sitzenden Jackie gegen die Wand. Er wird an seinem Bein schwer verletzt und es geht alles Schlag auf Schlag: Vinnie gibt ihm eine Pistole und man befindet sich mitten im ersten Feuergefecht des Spiels. Vinnie schleift einen am Boden bis in die Küche, wo der Protagonist Gas riecht, welches kurzerhand durch einen Molotow-Cocktail entzündet wird. Die Explosion zerstört die Wand der Küche und man sieht eine Gasse. Nun kriecht Estecado in diese Richtung und man sieht erstmals den Mann, von dem Vinnie redete – ein Alter, humpelnder Mann mit einem Gehstock. Dieser sagt zu seinen Leuten sie sollen Jackie noch wütender machen. Estecado überkommt die Wut und er lässt in einem Moment der Schwäche die Darkness frei.


Es ist nun klar, dass man all dies nur tat um die Darkness zu bekommen. Estecados Bein, welches noch von dem Unfall völlig zerstört war, wird nun innerhalb von Sekunden mit Hilfe einer „dunklen Aura“ regeneriert. Das Morden beginnt wieder: Man folgt einem Finsterling, ein kleines, koboldähnliches Tier, in die U-Bahn. Hier bekommt man auch erstmals seine Wahnvorstellungen. Er sieht seine Freundin Jenny, welche vor zwei Jahren starb. Die Dinge nehmen von jetzt an ihren Lauf. Bereits in diesem ersten Level vermittelte man derart viele Informationen und baute solch eine Spannung auf, wie wir es bisher in kaum einem Spiel erlebten. Hier wird hier der Comic-Hintergund des Spiels, welcher von Paul Jenkins bereits vor einigen Jahren geliefert wurde, deutlich. Nach diesem ersten Level geht es nun Schritt für Schritt weiter. Man erfährt immer mehr und mehr über Hintergründe und besondere Vorkommnisse, auch gibt es einige Überraschungen. Diese gibt es am Ende als auch während des Spiels. An dieser Stelle wollen wir nicht zu viel verraten und sagen nur: Deine Entscheidungen werden den Spielverlauf beeinflussen! Einzig die recht kurze Spieldauer wird ambitionierte Spieler ärgern. Mehr hätte uns sehr gut gefallen – denn nach bereits knapp sieben Stunden waren wir am Ende. Bei zügiger Spielweise sind sechs Stunden realistisch. Das Spiel ist damit eher eine Beschäftigung für einen Tag denn für eine Woche – leider. Und dies wäre auch der einzige Kritikpunkt, denn außer der Spielzeit finden wir die Story an sich als auch die Umsetzung sehr gelungen. Wir konnten uns gut in den Protagonisten Jackie Estecado hinein versetzen und genossen dies über die gesamte Spieldauer. Gameplay

Nachdem man nun die Einleitung überwunden hat und die Anfangszüge der Story kennengelernt hat, wird sich jeder Spieler fragen – wie läuft das aber nun im Spiel ab? Diese Frage stellt sich dabei leichter, als sie sich beantworten läßt. Prinzipiell befindet man sich in einem Ego-Shooter, man spielt das komplette Spiel aus der First-Person Perspektive und kann seine Feinde mithilfe von Schusswaffen bekämpfen. Diese sind dabei zahlreich vertreten. Von einer einfachen Pistole, die man direkt am Anfang erhält, geht es über weitere Faustfeuerwaffen wie etwa Micro-SMGs und Revolver, welche man auch im Dual-Modus, also zu zweit, einsetzen kann. Später im Spielverlauf trifft man auch auf schwerere Waffen, wie Sturmgewehre und Schrotflinten. Dies sind dabei permanente Waffen, der Spieler trägt diese immer bei sich und kann sie auch immer verwenden, egal ob in der Dunkelheit oder im Licht. Anders die Darkness: Sie stellt dem Protagonisten wieder zwei „Fangarme“ zur Verfügung. Diese können – wie bereits angedeutet – nur in der Dunkelheit funktionieren, sprich: Man muss jegliche Lampen in der Nähe zerstören, will man die Darkness nutzen. Ohne sie ist man im Spiel recht aufgeschmissen, es bleibt einem also kaum eine Chance als jegliche Lichtquellen, auf die man stößt, zu zerstören. Ist man dann nun im Dunkeln, können die Fangarme verschiedenste Dinge tun; vom einfachen Dämonenschlag bis hin zum Aufladen der Waffe mit der Darkness. Auch Herzen kann man fressen und ähnliche Dinge tun, hat man Derartiges am Talentbaum gelernt.


Der Talentbaum funktioniert dabei recht einfach. Durch das Töten von Gegnern und Aufspüren von Relikten erhält man "Essenz der Finsternis". Hat man genügend Essenz, kann man nun einen der Stellen suchen, an denen man sich neue Talente kaufen kann. Diese Talente sind dabei in einem Kreis angeordnet, welchen man „von innen nach außen“ erlernen kann; im Zentrum ist ein Talent, um dieses herum wieder vier neue Talente um jedes der vier Talente wieder weitere und so weiter. So kommen nun eine ganze Menge an „Kunststücken“ zusammen die man kaufen kann. Soviel zum Gameplay während eines Kampfes. Jedoch verbringt man nicht die ganze Zeit mit dem blutrünstigen Morden. Häufig gibt es sentimentale Zwischensequenzen, die fast schon Filmen gleichen. So befindet man sich häufig auch im Hauptquartier von Jackies Familie, in der man mit allen „Angehörigen“ sprechen kann. So kann man sich die Spielzeit auch verlängern, oder durch Auslassen der Dialoge verkürzen. Auch kann man die Hauptdialoge überspringen, zu empfehlen ist dies allerdings nicht, wenn man die Story verfolgen möchte.


In die Steuerung wurden entsprechend auch mehrere Tasten implementiert. Die Feuerwaffen kann man Ego-Shooter Typisch mit rechter und linker Maustaste bedienen, Dämonenschläge gibt man mit der mittleren Maustaste ab. Die Darkness kann auch Gegner durch Drücken von „Q“ packen und je nach Talent mit tasten 1-4 entweder hinrichten oder durch erneutes Drücken von „E“ weg schleudern. Hinrichtungen bringen Jackie dabei mehr Essenz. Laufen kann man auch typisch mit den „WASD“-Tasten. Mit „Esc“ kommt man ins Menü und sieht auch nochmals die Missionsziele. Drückt man während des Spielens die „Backspace“ Taste, so kann man sich den Weg zum Missionsziel einblenden lassen. Grafik & Sound

Anhand der Screenshots kann man sich ja bereits einen ersten Eindruck von der Grafik verschaffen. Technisch setzte man dabei auf etwas Neues. Digital Extremes verwendete zum zweiten Mal, nach der Verwendung in „Dark Sector“, ihre neueste Kreation: die Evolution Engine. So konnte man die Grafikqualität im Vergleich zum Vorgänger schon merklich steigern und blieb dennoch der Story gerecht. Denn die Grafik ist, deutlich zu erkennen, nicht realistikorientiert, sondern geht viel mehr in Richtung Comicstil. Besonders deutlich wird der Comiccharakter des Spiels beim Auftreten von Blut und beim Zerstören von Türen. Doch man darf sich nicht vorstellen, das Darkness auftritt wie „Mirrors Edge“, „Brink“ oder gar „Borderlands“. Das Spiel ist nämlich auch hier dem Gameplay und besonders der Story treu geblieben. Denn die „dunkle“ Atmosphäre, welche das Spiel ausstrahlt, kommt nicht zuletzt durch die gewählten Farben und Helligkeits- bzw. Kontraststufen. Nicht zuletzt kommt dies davon, dass der Protagonist sich vornehmlich in dunklen Räumen aufhält. Deshalb stechen Lichtstrahlen umso mehr hervor. Insbesondere das Auftreten von Tageslicht an kleinen Ritzen von zugenagelten Fenstern macht dies stark sichtbar. Auch ist das natürliche Licht deutlich zu unterscheiden vom künstlichen Licht der Lampen, da es wesentlich kräftiger auftritt.



Wie bereits gesagt, zieht sich die Dunkelheit durch das komplette Spiel. So auch an den Freunden Estecados selbst. Personen sind meist dunkel gekleidet und bringen den Comiccharakter deutlich zum Vorschein. Sie sind jedoch keinesfalls „einfach“ - Details fehlen im Spiel an keiner Stelle. Egal ob es die gravierte Waffe ist oder der Anzug des Gegenübers – alles wirkt, als wäre es auf Papier gezeichnet. Beim Sound bleibt leider kein so positiver Eindruck zurück. Zwar sind die Stimmen gut gewählt und auch die Töne, welche sich sehr dezent im Hintergrund halten, sind gut getroffen, doch die Synchronisation ist an einigen Stellen wahrlich fatal. Des Öfteren musste man sich etwas anhören, obwohl die Lippen des angeblichen Sprechers sich um keinen Zentimeter bewegen oder es ist genau umgekehrt: Die Lippen bewegen sich, aber es kommt kein Ton. Die trübt als Einziges den Gesamteindruck ein wenig. Doch darüber kann man angesichts des restlichen überzeugenden Sounds und besonders Grafik einmal hinwegsehen. Denn Bugs oder andere, gravierende, Fehler traten während des gesamten Spiels nicht auf.

 

Fazit

Nach ganzen fünf Jahren darf sich die Gamercommunity nun über ein erneutes Auftreten der Darkness freuen. Die Freude darf man hierbei wörtlich nehmen. Denn viele haben wir an diesem Spiel nicht gefunden, einzig die von Digital-Extremes bekannten Probleme sind gegeben. So ist die KI in einigen Punkten wenig intelligent sondern eher dumm. Auch sind die Kämpfe nach den ersten Stunden nichts Besonderes mehr, jedoch hat man wenigstens diese Stunden gewaltigen Spaß an dem speziellen Gameplay. Auch der Sound hatte die ein oder andere Schwäche, z.B. die Synchronisation.

 


Doch all diese Kritik verblasst, wenn man sich die positiven Punkte ins Gedächtnis zurückruft. Egal ob die dunklen Zwischensequenzen, die Charaktere die einem begegnen, die Grafik oder die Story an sich – viel fehlte bei diesem Titel nicht zum Geniestreich, zwischenzeitlich kam man sogar sehr nah daran, ein geniales Spiel kreiert zu haben. Letztendlich fehlte es jedoch noch ein wenig an den Feinheiten. Mit dem Vorgänger kann The Darkness II aber gut mithalten. Auch die Story Vorlage von Paul Jenkins hat man gut adaptiert. Deshalb empfehlen wir dieses Spiel auch entsprechend: Alle Freunde des Vorgängers und Liebhaber eher dunkler Comics werden mit diesem Spiel zumindest einige freudige Stunden erleben!

Daher erhält The Darkness II von uns folgende Wertung:

 

 

 

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