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O&O Defrag 15 - Download des Monats März 2012

Wie bereits in den letzten Monaten folgt (fast) pünktlich zum Monatsanfang unser Bericht zum Programm des Monats. Dieses Mal entschied sich die PCMasters.de Redaktion für das Programm O&O Defrag 15. Wir haben das Utensil für euch unter die Lupe genommen, dessen Funktionen getestet und einige Tests zu deren Effektivität durchgeführt. Diese haben wir, wie bereits bei TuneUp Utilities 2012, unserem Programm des Monats aus dem Januar 2012, in einem Diagramm veranschaulicht. Im Folgenden haben wir für euch Hintergrundinformationen, die Funktionen, unsere Eindrücke, die praktischen Tests sowie unser Fazit zu der Defragmentierhilfe verfasst.

Zu aller erst sollten wir jedoch die Frage klären, was O&O Defrag überhaupt ist und welche Funktionalitäten es im Wesentlichen bietet. Im Voraus kann man bereits sagen: Das Programm, welches im letzten Jahr bereits in der 15. Version veröffentlicht wurde und seit 1998 vom deutschen Entwickler O&O neben einigen anderen hilfreichen Windows-Tools entwickelt und regelmäßig herausgegeben und verbessert wird, hat sich in seiner Aufgabensparte – der Defragmentierung von Festplatten – bereits einen Namen gemacht. Anwender befürchten oft, dass sich der Kauf solcher Defragmentierungs-Tools kaum lohnt, da sich der Leistungsgewinn im Normalfall eher in Grenzen hält und es einige kostenlose, dafür aber nicht so umfangreiche Alternativen gibt, die ihre Aufgaben ebenfalls gut erledigen. In welchen Punkten O&O Defrag 15 seine Konkurrenten übertrumpfen kann und wann es eher auf Augenhöhe liegt oder gar schlechter als seine Alternativen ist, erläutern wir Euch auf den nächsten Seiten.

Bereits jetzt können wir sagen, dass uns O&O Defrag 15 positiv überrascht hat, da die Testergebnisse doch deutlich über den Erwartungen lagen. Allerdings muss angemerkt werden, dass die Ergebnisse von System zu System und je nach der Stärke der Fragmentierung und der verbauten Hardware sehr unterschiedlich ausfallen können. Eine kleinere oder größere Leistungssteigerung sollte im Normalfall jedoch gegeben sein.

Systemanforderungen & Versionen Die Systemanforderungen von O&O Defrag 15 sind sehr gering. Mindestens müssen die Anforderungen des jeweiligen Betriebssystems erfüllt sein. Außerdem müssen 50 MB freier Festplattenspeicher vorliegen. Es gibt insgesamt vier verschiedene Editionen von O&O Defrag 15: Die stark abgespeckte Free Edition, welche kostenlos erhältlich ist und über die Grundfunktionen verfügt. Es sind lediglich zwei der insgesamt acht verfügbaren Defragmentiermethoden verwendbar, zudem sind beinahe alle Zusatzfunktionen nicht vorhanden. Die kostengünstigste und empfehlenswerteste Edition für Heimanwender ist die Professional Edition. Sie kostet 29 Euro und ist auf einem Computer aktivierbar. Eine weitere Ausführung ist die Family Edition für 49 Euro. Ihren Lizenzschlüssel kann man auf bis zu drei Rechnern aktivieren. Die Funktionen sind dieselben wie bei der Professional Edition. Die teuerste und umfangreichste Version ist die Server Edition bzw. die Workstation Edition. Beide beinhalten das O&O Netzwerkmanagement sowie die integrierte Softwareverwaltung (O&O ComponentInstaller), wodurch das Programm auf Rechnern eines jeden Unternehmens mit nur wenigen Mausklicks installiert werden kann. Sie kostet pro Lizenz 99 Euro. Jedoch gibt es im Volumenlizenzprogramm von O&O vergünstigte Pakete – je nach Unternehmensgröße.

Die Server Edition ist kompatibel zu allen Windows Betriebssystemen seit XP inklusive aller Windows Server-Betriebssysteme. Alle anderen Versionen von O&O Defrag 15 unterstützen ausschließlich Windows 7, Windows Vista und Windows XP. Wie bereits in unserem Test zum Programm des Monats Januar 2012 testen wir O&O Defrag 15 auf folgenden Systemen: Desktop PC:
  • AMD Phenom II X6 1090T BE @3,5 GHz
  • ASUS M5A78L LE
  • 8 GB DDR3-1333 MHz RAM
  • AMD Radeon HD 6850
  • Hitachi SATA 2 HDD, 500 GB, 7.200 U/Min (Systemlaufwerk ; zu 12,34 % fragmentiert, 4.967 fragmentierte Dateien)
  • Samsung HD155UI SATA 2 HDD, 1.500 GB, 5.400 U/Min (Datenträger)
  • Windows 7 Enterprise 64Bit
Netbook: Asus Eee-PC R105D
  • Intel Atom N455, 1,66 GHz
  • 1 GB DDR3 RAM
  • Intel Graphics Media Accelerator 3150
  • Hitachi SATA 300 HDD, 250 GB, 5.400 U/Min (Systemlaufwerk ; zu 3,10 % fragmentiert, 2.217 fragmentierte Dateien (1,38 GB))
  • Windows 7 Starter 32Bit
Die Ergebnisse beider Systeme haben wir visuell unter „Praktische Tests“ dargestellt. Weiteres erfahrt ihr auf den folgenden Seiten. Funktionen Bevor wir zu den Möglichkeiten kommen, welche dem Anwender offen liegen, erläutern wir euch, was Fragmentierungen computertechnisch gesehen sind und wie die Software von O&O (und auch Alternativen) grundlegend arbeiten, um diese Fragmentierungen zu bekämpfen.

Alle Festplatten sind früher oder später fragmentiert, abhängig von der Menge der gespeicherten Daten. Der Name Fragmentierung kommt vom Wort Fragment (= Bruchstück) und gibt an, wie stark einzelne Dateien auf der Festplatte verstreut liegen. Vorstellen kann man sich dies so: Der Festplattenspeicher ist in Blöcke aufgeteilt, diese Blöcke sind von der Zahl 1 aufwärts nummeriert. Speichert man ein Dokument, so wird diese schließlich in einem oder mehreren Blöcken hintereinander gespeichert und dementsprechend sortiert. Speichert man jetzt einen Film im selben Ordner, so reiht sich dieser in die Speicherblöcke hinter dem Dokument ein. Erweitert man das zuerst erstellte Dokument nun und speichert dieses ab, so wird der erweiterte Teil im nächsten unbelegten Speicherblock abgelegt. Das Dokument ist also in mehrere Bruchstücke zerlegt und wird in diesem Fall vom Film auf der Festplatte getrennt. Für den Anwender stellt dies kein Problem dar, da die Festplatte die Bruchstücke beim Öffnen findet, allerdings mit einigen Millisekunden Verzögerung, da das Betriebssystem den Speicherblock mit dem Film zuerst ausliest und diesen dann überspringt, da es nicht der Speicherblock mit dem gewünschten Inhalt ist.

An dieser Stelle wird das Problem klar: Nach einiger Zeit gibt es so viele Fragmente, dass sich die Millisekunden aneinanderreihen und nach einer gewissen Zeit ein leichter Leistungsverlust beim Hochfahren des Computers oder beim Öffnen von vor allem großen Dateien wie Filmen oder hochauflösenden Bildern deutlich wird. O&O Defrag bekämpft dieses Problem indem es die Speicherblöcke ausführlich sortiert. Dem Anwender bieten sich dabei noch mehrere Möglichkeiten: Neben einer schnellen und eher groben Defragmentiervoreinstellung bietet sich auch die Einstellung, die Festplatte ausführlich und bis auf jeden Speicherblock zu analysieren und optimieren. Anschließend ist die Festplatte nur noch zu annähernd 0 % fragmentiert und damit auch fast vollständig defragmentiert. Doch welche verschiedenen Defragmentiermethoden gibt es, worin unterscheiden sie sich und wofür eignen sie sich? Insgesamt fünf Möglichkeiten gibt es:
  • STEALTH – Diese Methode defragmentiert alle fragmentierten Dateien, außerdem wird versucht eine Konsolidierung zur Optimierung des nicht belegten Speicherplatzes durchzuführen. Sie eignet sich für Rechner mit wenig Ressourcen und einer geringen Anzahl an Dateien auf der Festplatte. Darüber hinaus kann die Stealth-Methode auch zur regelmäßigen Defragmentierung verwendet werden oder auch zur erstmaligen Formatierung eines jeden Datenträgers. Sie ist eine der schnellsten, dafür aber auch die am wenigsten sorgfältige bzw. am wenigsten tiefgründig arbeitende Methode.
  • SPACE – Diese Methode richtet sich an alle Anwender, deren Rechner über größere Speicherkapazitäten und eine große Dateianzahl verfügen. Auch die Space-Defragmentierung eignet sich zur erstmaligen Defragmentierung eines Rechners. Ebenso können kleinere Server-PCs mit dieser Methodik problemlos defragmentiert werden. Die Aufgabe wird sehr effizient erfüllt und geht ebenfalls vergleichsweise schnell, allerdings werden die defragmentierten Dateien nur in freie Lücken verschoben, in die sie am besten passen. Eine Reorganisierung, wie sie die nachfolgenden Methoden durchführen, findet nicht statt.
  • COMPLETE ACCESS/MODIFIED/NAME – Die Complete-Methode bietet drei verschiedene Voreinstellungen. Alle drei richten sich hauptsächlich an Server und Workstations. Sie sollen die Performance beim Lesezugriff der Daten auf dem Server optimieren und die Leistung somit maximieren. Sie dauert am längsten und arbeitet deutlich tiefgründiger als die Stealth- bzw. Space-Methode. Die einzelnen Funktionen arbeiten alle nach demselben Muster: Sie sortieren alle Dateien innerhalb eines Ordners neu. Im Access-Modus werden die Dateien gemäß dem Datum des letzten Zugriffes sortiert, im Modified-Modus gemäß dem Datum ihrer letzten Änderung und im Name-Modus werden die Dateien alphabetisch aufsteigend von dem Anfang bis zum Ende der Partition sortiert.
Eine weitere Möglichkeit gibt es jedoch noch: O&O Defrag 15 hat eine sogenannte Zonenkonfiguration, welche nicht standardmäßig ausgewählt ist. Voreingestellt ist eine Standardeinstellung, welche eine optimale Datenverteilung auf allen Laufwerken gewährleisten soll. Erfahrene Nutzer können diese Standardeinstellung ändern und einstellen, in welcher Reihenfolge die Dateien auf dem Datenträger defragmentiert werden sollen und wie der freie Speicher anschließend konsolidiert werden soll. Der Benutzer kann einzelne Dateien aber auch ganze Ordner auswählen und einen der drei Zonen (Programme und Startdateien, Benutzerdaten, selten benötigte Dateien) zuteilen. Hat man die Zonen nun fertig eingeteilt und klickt auf OK und möchte den Datenträger anschließend formatieren, so wird man merken, dass die oben genannten Defragmentiermethoden nicht mehr angezeigt werden. Nach der Zonenkonfiguration ändert sich der Name der Defragmentiermethoden auf OPTIMIZE (QUICK/COMPLETE). Alle drei Methoden arbeiten ähnlich wie die standardmäßigen Arbeitsweisen. Möchte man diese Einstellung rückgängig machen, so muss man im Menü auf Einstellungen, dann auf das Dropdown-Menü unter „Erweiterte Optionen“ klicken und den Haken bei „In Geschwindigkeitszonen einteilen“ entfernen. Wir würden uns hier sehr wünschen, dass man dies leichter zugänglich gestaltet, da wir das Dropdown-Menü auf Anhieb übersahen und es erst nach kurzer Zeit erkannten. O&O Defrag 15 bietet noch weitere Funktionen, wie z.B. die Laufwerksüberprüfung. Sie überprüft das Laufwerk auf Fehler mithilfe der systemeigenen Checkdisk-Funktionalität und fertigt anschließend einen Bericht an. Mit dem ClusterInspector können einzelne Speicherblöcke analysiert werden, für normale Anwender sollte dies jedoch eher nebensächlich sein. Für die meisten Konsumenten sollte auch die Dateipositionsermittlung eher uninteressant sein. Beim Klick auf eine Datei auf der Festplatte über die Funktion wird in O&O Defrag 15 das Cluster angezeigt, in dem sich die jeweilige Datei befindet. Darüber hinaus lassen sich auch automatische Defragmentierungen aktivieren und weitere Aufgaben, wie z.B. den Start eines Bildschirmschoners, konfigurieren. Erster Eindruck Im Vergleich zu Programmen, welche ein umfangreicheres Aufgabengebiet als O&O Defrag 15 haben, haben wir uns sehr schnell nach der Installation, welche im Übrigen keine weitere unerwünschte Adware oder ähnliches mit sich bringt, im Menü zurechtgefunden. Dies mag zum einen daran liegen, dass das Aufgabenspektrum des Programms klar auf die Defragmentierung beschränkt ist, zum anderen aber auch daran, dass das Menü überwiegend angenehm einfach gestaltet ist. Nach wenigen Minuten findet man sich hier zurecht. Nach der ersten Festplattenüberprüfung fällt sofort die sehr schön gestaltete Blockanzeige im unteren Teil des Programms auf.

Neben der Blockansicht gibt es noch fünf weitere Anzeigemöglichkeiten im unteren Fenster. Die zweite Anzeige ist die Historie: Sie beinhaltet ein Diagramm mit dem Fragmentierungsgrad der letzten Wochen. Das Diagramm beinhaltet alle Festplatten. Auf der rechten Seite befindet sich ein zweites Diagramm, welches anzeigt, wie viele Dateien in den letzten vier Wochen beschleunigt wurden. Auch diese Anzeige beinhaltet beide Festplatten in zwei unterschiedlichen Farben – bei uns im Test in den Farben Magenta und Gelb. Scrollt man etwas runter, so tauchen zwei weitere informative Diagramme zur (de)fragmentierten Datenmenge auf. Scrollt man erneut weiter runter, wird eine ausführliche Übersicht über die vergangene Zeit angezeigt.

Die nächste Übersicht ist der Laufwerksstatus, welcher ein Kuchendiagramm und etwas Text beherbergt. Im Kuchendiagramm ist in roter Farbe der Fragmentierungsgrad markiert. Rechts daneben finden sich Informationen zu dem jeweiligen Laufwerk: der Anzahl der Dateien und Ordner, dem Fragmentierungsgrad in Prozent, der Anzahl der analysierten Ordner und Dateien sowie verschobene Dateien. Zudem wird angezeigt, wie viele fragmentierte Dateien vorher und wie viele aktuell, also während einer Defragmentierung, noch vorliegen.

Die nächste Möglichkeit bietet die Option, Aufgaben anzulegen und zu bearbeiten. Eine Aufgabe lässt sich sehr umfangreich einstellen und schließlich auch übernehmen. Beispielsweise lässt sich der PC automatisch nach der Defragmentierung herunterfahren oder neu starten. Auch regelmäßige Aufgaben wie eine wöchentliche Defragmentierung können hier eingestellt werden. Gleichzeitig lassen sich Aufgaben konfigurieren, welche vor oder nach der Ausführung der Defragmentierung aktiviert werden sollen.

Die letzten beiden anklickbaren Punkte sind die Berichte sowie der Dateistatus. Hinter „Berichte“ verbirgt sich ein Aufgabenprotokoll von O&O Defrag 15 selbst. Beim Klick auf den letzten Button zeigt sich dagegen zuerst eine Liste mit allen fragmentierten Dateien, deren Dateigröße, deren Fragmente usw. Man kann diese über das Dropdownmenü auch nach fragmentierten Systemdateien, gesperrten fragmentierten Dateien usw. sortieren lassen.

Insgesamtarbeiten die Anzeigen sehr flüssig. Die Defragmentierung an sich läuft problemlos und schnell ab. Während des gesamten Tests erhielten wir keine Fehlermeldung, weder am Netbook noch am Desktop-Rechner. Ein kleiner Wunsch unsererseits wäre noch, dass man die Farben in den Diagrammen unter „Historie“ selbst anpassen kann, da dies für die Blockansicht bereits der Fall ist. Allerdings wäre dies nur ein winziger Punkt, der wünschenswert ist aber keinesfalls notwendig wäre. Praktische Tests In unserem praktischen Test beziehen wir uns ausschließlich auf die Stealth- und die Space-Defragmentiermethode. Die Festplatte unseres eher ressourcenarmen Netbooks behandelten wir dabei mit der Stealth-Methode, den Desktop-Computer mit der deutlich größeren Festplatte und der stärkeren Fragmentierung mit der Space-Methode. Wir stellen beide Testsysteme dabei nicht direkt gegenüber, da die getestete Hardware sowie die Stärke der Fragmentierung zu keinem Zeitpunkt vergleichbar sein sollten. Ausgangspunkt der praktischen Tests waren die Systeme, welche wir bereits im zweiten Punkt unserer Programmvorstellung genannt haben. Auf unserem Desktop-Computer waren von 466 GB noch rund 350 GB frei. Insgesamt waren 4.982 Dateien (14,34 GB) fragmentiert. Daraus ergab sich ein Fragmentierungsgrad von 12,35 %. Das Netbook war deutlich weniger belastet: Von der zu defragmentierenden 100 GB Systempartition waren ca. 40 GB belegt. 2.217 Dateien (1,38 GB) waren fragmentiert. Insgesamt war die Partition zu 3,10 % fragmentiert. Unsere Vermutung noch vor den Tests: Das Netbook wird deutlich schneller defragmentiert als der Desktop-Rechner (in den Grafiken "Testcomputer"), was leicht absehbar ist. Wir erwarteten außerdem, dass beide Systeme nach der Defragmentierung 1-2 Sekunden schneller hochfahren. Kommen wir zuerst zum Ergebnis der Defragmentierung selbst:

Für die angewendeten Methoden ist das Ergebnis akzeptabel, allerdings auch nicht berauschend: Während der Desktop-Rechner statt zu 12,34 % nur noch zu 3,98 % (158 fragmentierte Dateien, 4,61 GB) fragmentiert ist, weist das Netbook nach dem Vorgang nur noch eine Fragmentierung von 0,78 % (12 fragmentierte Dateien, 355,81 MB) auf. Anschließend betrachteten wir die Dauer der Defragmentierung – und hier wurden wir wirklich überrascht:

Während das Netbook das Ergebnis in nur 7 Minuten und 10 Sekunden erzielte, benötigte der Testcomputer 1 Stunde 18 Minuten und 53 Sekunden. Das Ergebnis des Netbooks verwunderte uns, auch wenn das Ergebnis nicht perfekt war. Der leistungsstarke Computer hatte dagegen deutlich mehr Dateien zu defragmentieren und benötigte dementsprechend mehr Zeit. Hinzu kommt, dass er mit der Space-Methode noch genauer arbeitete. Zu guter Letzt gab es eine weitere Überraschung:

Als wir die Bootdauer mit unseren ersten Messungen verglichen, fiel uns auf, dass der Testcomputer 6 Sekunden schneller bootet als noch vor der Defragmentierung. Das entspricht einer Steigerung von etwa 10 %, was außergewöhnlich gut ist. Würde man die Festplatte mit der Complete-Methode noch tiefgreifender defragmentieren, so wäre eine Verringerung der Bootdauer um weitere 3-5 % nicht verwunderlich. Beim Netbook war die fragmentierte Dateimenge kleiner und dadurch weniger Optimierungspotenzial vorhanden. Dennoch verringerte sich die Dauer des Hochfahrens von 52,64 auf 50,65 Sekunden – dies ist eine Steigerung von immerhin 4 %.

Zu den praktischen Tests lässt sich abschließend sagen, dass wir von den Ergebnissen positiv überrascht waren, da man sonst eher weniger von einer Defragmentierung erwartet. Auf stark fragmentierten Systemen hat eine Defragmentierung noch stärkere Auswirkungen und somit werden folglich noch bessere Ergebnisse erzielt. Fazit Das Ende unseres Berichts zum Programm des Monats bildet wie immer das Fazit. O&O Defrag 15 ist eines der besten Tools seiner Aufgabensparte und kann auf jeden Fall um die Krone mitkämpfen. Das Programm können wir jeder Person ans Herz legen, da man unter Umständen nicht nur beim Hochfahren des Computers einen Leistungsschub spüren wird, sondern auch beim Öffnen und Lesen von Dateien. Durch die Defragmentierung eines Systems schafft man es mit Sicherheit nicht, dass der Computer im Nachhinein sehr viel flüssiger arbeitet als noch zuvor. Allerdings hält man den Rechner mit O&O Defrag 15 konstant auf einem hohen Leistungsniveau und beugt eventuellen Leistungsverminderungen vor.

Mit Zusatzfunktionen wie der sehr ausführlichen Aufgabenplanung und den verschiedenen grafischen Funktionen im unteren Teil des Fensters hebt sich O&O Defrag 15 von den kostenlosen Alternativen stark ab. Es steht anderen Programmen derselben Gattung zu keinem Zeitpunkt nach und erledigt seinen Job sorgfältig und ohne Probleme. Der Preis für die Professional Edition könnte unserer Meinung nach jedoch etwas niedriger sein. Abgesehen davon sind wir mit O&O Defrag 15 überaus zufrieden. Wir bedanken uns recht herzlich bei O&O für die Bereitstellung einer O&O Defrag 15 Professional Edition und zeichnen das einfache aber nützliche Werkzeug mit dem Award zum PCMasters.de Programm des Monats März 2012 aus.

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