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Zotac ZBOX nano AD10 im Test

Wer kennt das nicht? Man hat in neue Hardware investiert, natürlich nur in das Beste vom Besten, aber wie oft nutzt man das Ganze im Endeffekt auch? Wer nicht gerade an dem PC arbeitet oder Programme wie BOINC oder Folding@Home im Hintergrund laufen lässt wird diese Frage wohl meist mit “gelegentlich” oder genauer gesagt “beim Spielen” beantworten. Aber gerade zum Surfen, Film schauen und Musik hören reicht auch deutlich schwächere Hardware aus. Hardware, wie die der neuen Zotac ZBOX nano.

Genauer gesagt handelt es sich dabei um die mittlerweile recht bekannte AMD E-350 APU, ein Produkt der Fusion Technologie, an der man so lange geforscht hatte. Zwar hatten wir bereits im April letzten Jahres einen kleinen Vergleich von Mini PCs, doch die kleine ZBOX nano AD10 treibt das Spiel nun auf die Spitze, da sie noch weiter geschrumpft ist. In Sachen Performance wird sich demnach nicht viel Neues auftun, dafür kommen hier einige andere interessante Aspekte dazu.

Anmerkung: Der Ring leuchtet deutlich farbintensiver als auf dem Foto

Das Besondere an der neuen ZBOX nano war eigentlich auch, dass man wohl erstmals in Europa VIA Hardware über einen bekannten Hersteller vertreibt, dieser Vergleich blieb uns allerdings fürs erste verwehrt, falls es sich anbietet werden wir ihn später jedoch nachreichen. Nichts desto trotz handelt es sich auch bei unserer AMD Version um ein interessantes Stück Technik, das durchaus einen Platz in dem ein oder anderen Wohnzimmer als HTPC finden könnte.

Wer also weitere Details und Testergebnisse zu anderen Mini PCs sucht, der kann sich unser kleines Roundup vom April durchlesen. Dort kommt neben einer ZBOX mit Intel Hardware auch noch ein Sapphire EDGE-HD vor, was den Vergleich etwas interessanter macht.

Ein besonderer Dank geht dabei an Zotac, die uns freundlicherweise ein Testmuster der heute vorgestellten ZBOX nano bereitstellten. <h1>Design, Features & Zubehör</h1> Natürlich erwarteten wir bereits anhand der angegebenen Zahlen, dass die ZBOX nano wirklich winzig ist, doch beim Auspacken waren wir wirklich erstaunt. Die Ausmaße betragen 127 x 127 x 45 Millimeter, womit die Box problemlos in die Hand eines erwachsenen Menschen passt. Damit ist sie geringfügig höher, aber deutlich schmaler als eine normale ZBOX und somit ideal für den Einsatz als kompakter HTPC. Das Gehäuse an sich ist durch die höhere Dichte ziemlich stabil und so bleibt auch das vormals bemängelte Knarzen beim Zusammendrücken aus.

Diese Stabilität kommt unter anderem dadurch zustande, dass man das Gehäuse nicht mehr komplett aus Kunststoff baut, sondern für den horizontalen Streifen nun relativ dickes Aluminium verwendet. Das hat zusätzlich den Vorteil, dass sich darüber etwas Wärme abführen lässt, während Kunststoff eher isolierend wirkt. Deckel und Boden sind allerdings nach wie vor aus schwarzem Hochglanzkunststoff, weswegen sich dort regelmäßig Fingerabdrücke sammeln. Auch hier leuchtet wieder ein grüner Ring, wie man es von den Boxen mit AMD Hardware gewohnt ist.

Die Frontpartie wirkt durch das Aluminium deutlich edler und wohnzimmertauglicher, dafür muss man auf einen vorderseitigen USB Anschluss verzichten. Ansonsten finden sich hier ein Power Button samt passender LED, dazu weitere LEDs, die uns Festplattenzugriffe und aktives WLAN signalisieren sowie ein Infrarotsensor. Dieser dient als Empfänger für die beigelegte Fernbedienung, dazu später mehr. Des Weiteren sitzen hier noch ein 6-in-1 Kartenleser sowie je ein Audio Ein- und Ausgang, der wohl vor allem für Headsets gedacht ist. Drehen wir die kleine Box um 90° offenbaren sich uns noch ein paar Lüftungsschlitze, durch die die warme Luft vom Kühler nach außen transportiert wird.

Auf der Rückseite merkt man allerdings, dass dieser extrem kleine Formfaktor nicht ohne Konsequenzen bleibt, denn die Anschlussmöglichkeiten werden stark eingeschränkt. Je ein DisplayPort und HDMI Ausgang müssen für das Display reichen, 2x USB 3.0, 2x USB 2.0 sowie ein eSATA Port stehen für Eingabegeräte und Massenspeicher zur Verfügung. Ansonsten finden sich hier noch ein Gigabit LAN Port, ein Anschluss für die WLAN Antenne sowie ein Kensington Lock, über dessen Sinn wir uns noch nicht im Klaren sind. Wer schließt denn seinen HTPC im Wohnzimmer an, um ihn vor Diebstahl zu schützen? Alles in allem sind die Anschlüsse etwas knapp, da wir in der Regel allein drei USB 2.0 Anschlüsse brauchen, um Windows zu installieren (USB Stick, Maus, Tastatur). Aufgrund der fehlenden Treiberunterstützung bringt uns USB 3.0 hier absolut gar nichts. Weiterhin ist es verständlich, dass hier kein Platz für einen DVI Anschluss ist, dann sollte man aber doch wenigstens einen HDMI auf DVI Adapter beilegen, da nur die wenigsten Monitore über einen HDMI Port verfügen.

Zubehör: Bis auf den genannten fehlenden Adapter fällt das Zubehör wieder klein, aber funktional aus. Das Netzteil stammt von Delta und leistet 65 Watt, die Kabel daran sind ausreichend lang. Wie gewohnt liegen auch ein Quick Start Guide und ein ausführliches Handbuch bei. Was etwas verwundert ist allerdings die beigelegte Treiber DVD, da offensichtlich kein optisches Laufwerk vorhanden ist. Bleibt einem also nur übrig, die Treiber woanders auf einen Stick zu kopieren oder ein USB Laufwerk anzuschließen.

Falls die im Gehäuse angebrachten WLAN Antennen nicht ausreichen liefert man eine weitere Antenne zum Anschrauben mit, die den Empfang deutlich verbessert. Ansonsten unterstreicht man den Multimediafokus mit der beigelegten Fernbedienung samt Windows Logo für das Media Center. Damit lassen sich die meisten Mediaplayer steuern sowie die ZBOX in den Sleep Modus versetzen und wieder aufwecken. Falls die Box beispielsweise hinter einem Monitor montiert wird und somit kein Sichtkontakt herrscht legt man noch einen USB Infrarotsensor bei, der mit einem Klebepad überall befestigt werden kann. Zu guter Letzt wäre da noch eine Montageplatte, die sich an Monitore oder Wände schrauben lässt. Daran kann man die ZBOX anschließend aufhängen, einen Standfuß wie bei der normalen Version gibt es hier nicht. <h1>Technik</h1> Natürlich wollen wir nicht oberflächlich bleiben und genau deswegen werfen wir auch einen Blick in die technischen Details unserer ZBOX nano AD10. Im Inneren werkelt wie gesagt die bekannte AMD E-350 APU. Und bereits hier fragen wir uns: Wieso? Mittlerweile hat die neue E-450 APU diese eigentlich völlig ersetzt, aber anscheinend hatte man bei Zotac noch einige Chips auf Lager. Dieser Dualcore taktet mit 2x 1,60 GHz und bietet eine integrierte Radeon HD 6310 Grafik mit ordentlicher Leistung. Zwar bietet diese APU kein HyperThreading wie Intels Atom, doch davon profitiert ein HTPC eher selten. Sollte man sich für die AD10 Plus entscheiden bekommt man die ZBOX mit 2 GB DDR3-1333 sowie einer 320 GB Festplatte mit 5.400 U/min von Samsung, wir betrieben unser Modell allerdings mit einem 4 GB DDR3-1333 Riegel und einer 60 GB S511 SSD, beide aus dem Hause ADATA.

Die WLAN 802.11 b/g/n und Bluetooth 3.0 Unterstützung der ZBOX stammt von einer AzureWave AW-NB037H Karte, die gegebenenfalls mit einer anschraubbaren Antenne erweitert werden kann. Für die Tonausgabe über den analogen Anschluss oder den HDMI Port ist der Realtek ALC892 Chip verantwortlich, für die Gigabit Netzwerkanbindung nutzt man einen Realtek RTL8111E Chip. Ansonsten stehen ein Renesas D720200F1 für die USB 3.0 Schnittstelle und ein ITE IT8758E für den Infrarotempfang bereit.

Die Kühlung erfolgt über einen relativ kleinen Kühler, der jedoch für APU und FCH (Fusion Controller Hub) völlig ausreicht. Die Frischluft wird dabei über die Öffnungen an der Rückseite angezogen, um auch die Festplatte etwas zu belüften. Glücklicherweise wird der Lüfter nie wirklich laut, dazu aber im Abschnitt “Leistung & Verbrauch” mehr.  Das Gehäuse der ZBOX lässt sich übrigens sehr leicht über vier gummierte Schrauben öffnen, was auch notwendig ist, falls man zur Barebone Version greift. Der RAM Riegel wird wie in den meisten Notebooks einfach eingeklickt, die Festplatte wird mit einem kleinen Blech sicher verschraubt.

ZBOX nano AD10
CPU
AMD E-350 APU
Chipsatz AMD A50M
RAM
4 GB DDR3-1333
GPU AMD Radeon HD 6310
Netzteil Delta Electronics (65 Watt), extern
SSD ADATA S511 60 GB
OS keines (getestet mit Windows 7 Professional x64)

Positiv hervorheben muss man außerdem das UEFI Menü, das jede Menge Funktionen bietet. Natürlich findet man hier nichts zum Thema Overclocking, dafür lassen sich aber beispielsweise der leuchtende Ring oder der Infrarotempfänger bei Bedarf einfach abschalten. Auch das Laden von Geräten über den USB 2.0 Anschluss im Standby (USB Charge) lässt sich für jeden der beiden Ports einzeln einstellen. Insgesamt wirkt das UEFI Menü sehr aufgeräumt und lässt sich auch mit der Maus bedienen, definitiv ein Pluspunkt. <h1>Leistung & Verbrauch</h1> Da vermutlich die wenigsten mit einem solchen Mini PC zocken oder anspruchsvolle Dinge berechnen werden verzichten wir dieses Mal auf den Großteil der synthetischen Benchmarks. Ein weiterer Grund ist, dass die Ergebnisse im Vergleich zur normalen ZBOX mit E-350 APU nur minimal abweichen, sodass man ohne Bedenken auch deren Werte nutzen kann. Dafür wollten wir jedoch den typischen Verbrauch eines solchen Systems in den Vordergrund stellen, da dieser Aspekt für immer mehr User einen großen Teil zur Kaufentscheidung beiträgt. Zu Beginn wollen wir also die heutige ZBOX nano AD10 der zuvor getesteten ZBOX ID41 mit Intel Atom D525 und ION 2 Hardware gegenüber stellen.

ZBOX nano AD10
ZBOX ID41
3DMark Vantage (Entry)
E3383 E3398
3DMark 06 2026 2583

Dass die E-350 Fusion APU eine recht potente Grafikeinheit besitzt ist kein Geheimnis und so zieht die AMD Hardware im 3DMark Vantage, der auf DirectX 10 basiert, mit der Intel und Nvidia Hardware locker mit. Im älteren DirectX 9 Benchmark 3DMark 06 zieht die ION 2 Grafik allerdings davon, hier zeigen sich die Vorteile der dedizierten GPU und des Grafikspeichers.

ZBOX nano AD10
ZBOX ID41
Cinebench 11.5 64 Bit (Single Thread)
0,31 0,19
Cinebench 11.5 64 Bit (Multi Thread) 0,62 0,57
SiSoft Sandra 2012 Dhrystone 9,16 GIPS 8,53 GIPS

Im rechenlastigen Cinebench 11.5 zeigt sich wieder ein bekanntes Bild. Geht es um die Leistung eines einzelnen Kerns ist die APU dem Atom deutlich überlegen, falls die Anwendung jedoch mehrere Kerne nutzt kann der Atom durch sein HyperThreading wieder halbwegs gleichziehen. SiSofts Sandra zeigt uns ebenfalls, dass die reine Rechenleistung der APU geringfügig höher ist.

Was stellt man aber denn mit einem HTPC meistens an? Genau, Videos und Musik wiedergeben. Dass sowohl 720p und auch 1080p Wiedergabe für den E-350 kein Problem sind (vorausgesetzt der Player nutzt die integrierte Grafik), ist allgemein bekannt. Die Leistungsaufnahme hält sich dabei auch einigermaßen in Grenzen, wie die nachstehende Tabelle zeigt. Durch die geringe Leistungsaufnahme hat auch der Kühler deutlich weniger zu tun, weswegen die ZBOX nano AD10 in der Regel nie hörbar wird.

Leistungsaufnahme
Idle 12,9 Watt
720p Wiedergabe 22,6 Watt
1080p Wiedergabe 23,4 Watt
3DMark 06 (Canyon) 19,3 Watt
Sleep Mode ~1-2 Watt

Als 720p Video wählten wir eine Folge der Serie “The Big Bang Theory”, als 1080p Film musste der Klassiker “2 Fast 2 Furious” herhalten.

Orientieren wir uns einmal an der Praxis stellen wir fest, dass das System dank SSD beim Kaltstart nach knapp 45 Sekunden voll einsatzbereit ist, mit einer herkömmlichen Festplatte dauert es natürlich etwas länger. Versetzen wir den PC mit der Fernbedienung lediglich in den Sleep Modus ist er auf Knopfdruck nach ca. 2 Sekunden wieder da. Die Leistungsaufnahme in diesem Modus ist für unser Messgerät unmessbar klein, wir schätzen sie auf wenige Watt, sodass die ZBOX für längere Zeit in diesem Zustand bleiben kann. Erfreulich ist auch, dass der verbaute USB 3.0 Controller unseren Kingston DT Ultimate G2 mit einer Leserate von 110,6 MB/s völlig ausreizen kann, die Leistung am USB 2.0 Port liegt mit 28,5 MB/s im grünen Bereich.

Insgesamt zeigt die ZBOX nano AD10 also eine konstant gute Leistung, kommen wir nun zum Fazit. <h1>Fazit</h1> So, jetzt wird es wie immer Zeit ein abschließendes Fazit zu ziehen. Was bekommt man nun, falls man sich für eine ZBOX nano AD10 entscheidet? Auf jeden Fall ein grundsolides Stück Hardware. Die Box ist wirklich winzig und sieht durch den dezenten grünen Ring und das Aluminium wirklich schick aus.  Sauber verarbeitet, sinniges Zubehör, so wünscht man sich einen HTPC, der im Wohnzimmer untergebracht werden soll.

Aber auch über den Rest kann man sich keineswegs beklagen. Die Hardware ist zwar nicht mehr die aktuellste – zumal der Nachfolger kürzlich von AMDs Roadmap gestrichen wurde – aber für diesen Zweck mehr als ausreichend. Die ZBOX nano AD10 bringt uns eine flüssige Videowiedergabe, ein recht fixes Gesamtsystem und bietet weitere Vorteile, wobei der eine aus dem anderen folgt. So benötigt das gesamte System relativ wenig Strom, was wiederum wenig Abwärme bedeutet und einen ruhigen Betrieb ermöglicht.

Der Preis für dieses System ist glücklicherweise durchaus angebracht. Wie bereits erwähnt kann man die Box wahlweise als Komplettsystem mit Festplatte und RAM kaufen oder aber auch als Barebone ohne diese beiden Bestandteile. Die Preise betragen derzeit 209,00 Euro (idealo.de / Stand 4.1.2012) für den Barebone bzw. 263,80 Euro (idealo.de / Stand 4.1.2012) für das Komplettsystem. Damit liegt man nur geringfügig über der normalen ZBOX AD01, bietet aber subjektiv auch etwas mehr. Das einzige, das wir uns wünschen würden wäre der genannte HDMI auf DVI Adapter. Abgesehen davon hätte man die ZBOX nano gleich mit der stärkeren E-450 APU bestücken können, da uns im Januar im Rahmen der CES neue Mini PCs mit Intel Cedarview Atom Prozessoren erwarten.

Insgesamt haben die Ingenieure von Zotac jedoch eine saubere Arbeit geleistet und so verdient sich die heute getestete ZBOX nano AD10 unsere Empfehlung als wohl einer der besten fertigen HTPCs.

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