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Razer BlackWidow Ultimate Stealth Edition

In der Regel kommt es ja eher selten vor, dass wir einen Wiederholungstäter in der Redaktion haben, aber dieses Mal war es wohl so gut wie unausweichlich. Nachdem wir euch Ende Mai 2011 von der Razer BlackWidow Ultimate berichtet haben hat sich Razer vor Kurzem entschlossen einige der Kritikpunkte anzugehen und eine zweite Version des Flaggschiffs zu veröffentlichen: Die <strong>Stealth Edition</strong>, die heute vor uns liegt. Wie zuvor auch kann man sich hier wahlweise für die normale oder die beleuchtete Ultimate entscheiden, wobei wir von Razer das Top Modell bekommen haben.

Aber was unterscheidet denn die Stealth Edition letztendlich von der normalen Version? Unsichtbar ist sie nicht, getarnt auch nicht wirklich, aber dafür mattschwarz. Das ist einerseits ungewöhnlich für den kalifornischen Hersteller aber andererseits wird sich vermutlich der Großteil der Community freuen, wenn man seine Tastatur nicht vor jeder LAN Party von Fingerabdrücken befreien muss. Klar, ohne Glanz fällt man weniger auf, aber damit lässt sich leben. Das war aber noch nicht alles.

Für uns wäre es durchaus glaubhaft, wenn einige nur aufgrund der klackernden Tasten zu einem anderen Keyboard gegriffen haben, die Cherry MX Blue Taster sind eben nicht für jeden und können auf Dauer auch nervig werden. Für die Leute, die es eher leise mögen verbaut man bei der BlackWidow Stealth Cherry MX Brown Taster, die quasi baugleich sind, aber ohne hörbares Klicken auskommen. Wer sich noch nicht mit dem Thema der mechanischen Tastaturen auseinander gesetzt hat, dem würden wir zuerst den Test der ursprünglichen Razer BlackWidow Ultimate sowie die Kommentare im Forum ans Herz legen, da wir hier nur auf die Unterschiede zwischen den beiden Ausführungen eingehen werden.

Davor geht allerdings wie immer ein Dank an das Team von Razer.

Unterschiede & Gemeinsamkeiten Wie bereits erwähnt ist die neue BlackWidow Ultimate Stealth Edition zum Großteil identisch mit der normalen Ultimate, weswegen wir nicht erneut auf jedes Detail eingehen wollen. Die Stealth Edition kommt ebenso wie die normale Ausführung in einem großen schwarzen Karton, allerdings ist dieser mit grauen und blauen Akzenten eher dunkel gehalten. Das ist auch der allgemeine Eindruck den man erwecken möchte: Stealth, unauffällig, dunkel, geheimnisvoll. Ansonsten kann man auch hier direkt einmal die mechanischen Taster probedrücken um sich beim Kauf sicher zu sein. Hier zeigt sich auch der größte Unterschied – es klickt nicht beim Drücken. Dazu aber später mehr.

Im Inneren finden sich auch hier wieder nur ein paar Hefte und Aufkleber, die einem immerhin die Installation ausführlich erklären. Eine Treiber CD vermisst man wie immer, stattdessen muss man sich die neueste Version aus dem Internet herunterladen.

Liegt die BlackWidow Ultimate Stealth dann vor uns springt uns auch der nächste Vorteil sofort ins Auge: Die matte Lackierung. Warum nicht gleich so? Das wirkt deutlich edler und ist bei weitem nicht so anfällig für Fingerabdrücke. Das einzige glänzende Element ist das Razer Logo im unteren Teil, das beim Betrieb beleuchtet wird.

Weiter geht es an den Seiten. Auch hier stehen an der rechten Seite wieder ein USB 2.0 Port sowie je ein Audio Ein- und Ausgang zur Verfügung, die über ein Kabel von der Rückseite des PCs durchgeschleift werden. Das hat auch wieder den Nachteil des dicken und steifen USB 2.0 Kabels, das irgendwie auf dem Tisch verlegt werden will. Mit 2,15 Metern Länge und vergoldeten Kontakten hat man sich hier immerhin etwas Mühe gegeben.

Weitaus mehr Probleme bereitet jedoch das Tastatur Layout. Laut Aussagen von Razer ist die BlackWidow Ultimate Stealth nur mit US-amerikanischem Layout erhältlich und dabei wird es in der nächsten Zeit auch bleiben. Und gerade dieser Schritt ist irgendwie unverständlich. Viele hatten sich über den Hochglanzlack beschwert, einigen war das Klicken zu laut. Dementsprechend wäre die Stealth Version theoretisch die ideale Lösung, oder? Nichts desto trotz scheint die Stealth nur eine kleine Erweiterung des Portfolios darzustellen. War es das schon? Ja, das war alles. Der Rest - inklusive Treibersoftware - ist deckungsgleich zur normalen BlackWidow. Auf die Auswirkungen neuen Cherry MX Brown Taster kommen wir im folgenden Kapitel zu sprechen. Technische Spezifikationen: - Mechanische Tasten mit 50 Gramm Aktivierungsdruck
- Jede Taste einzeln beleuchtet und Helligkeit in 5 Modi wechselbar
- 1.000 Hz USB Ultra Polling
- Programmierbare Tasten mit On-the-Fly Makroaufnahme
- Gaming Mode Taste zum Deaktivieren der Windows Taste
- Optimierte Matrix um Ghosting zu verhindern
- Umflochtenes Anschlusskabel
- Größe: 475 x 171 x 30 Millimeter
- Gewicht: ca. 1,5 Kilogramm Praxis Allen BlackWidow Tastaturen gemein ist der geringe Widerstand der Tasten beim Schreiben. Im Falle der Cherry MX Brown ist dieser mit 45 Gramm noch geringer, was theoretisch eine noch höhere Schreibgeschwindigkeit ermöglicht. Wie es aber so oft läuft, wenn sich Dinge zu einfach betätigen lassen, steigt damit auch die Fehlerquote etwas an. Des Weiteren fehlt einem das mechanische Feedback in Form des Klickens, so dass man trotz der Aktivierung auf halbem Weg die Tasten meist komplett bis zum Ende durchdrückt, was den niedrigeren Widerstand wieder ausgleicht. Ein gewisses Feedback gibt es allerdings dennoch, nur ist es nicht ganz so deutlich wie das Klicken.

Bedingt durch den geringen Widerstand ermöglicht die BlackWidow Ultimate Stealth schnelle Bewegungen und Reaktionen, egal ob in Shootern oder Arcade Racern wie Need For Speed: The Run. Dank der Cherry MX Brown Taster bleibt immerhin auch die übermäßige Lautstärke aus, auch wenn sie beim Tippen dennoch deutlich hörbar ist.

Ansonsten bestehen hier die gleichen Probleme wie bei der normalen Ausführung. Das hohe Gewicht erschwert den Transport zur LAN Party Location und auch das steife Kabel, bei dem man manchmal Angst hat, dass es bricht, trägt nicht gerade positiv dazu bei. Dazu kommt, dass sowohl Audio als auch USB Ports nach wie vor an der rechten Seite positioniert sind und dadurch die Maus etwas behindern können, falls der Platz etwas knapper ist.

In Sachen Beleuchtung bietet man auch hier mehrere Helligkeitsstufen oder kann sie auch komplett abschalten, die Sonderzeichen auf den Tasten sind wieder nicht beleuchtet und so muss man sich im Dunkeln auf seine Tipp-Fähigkeiten verlassen. Wer etwas vermisst schaut wie immer im Review zur BlackWidow Ultimate nach, wir kommen nun zum Fazit. Fazit Bleibt uns also nur noch die Aufgabe nochmals alles zusammenzufassen. Was macht die BlackWidow Ultimate Stealth Edition so besonders? Vor allem ihr mattschwarzer Lack, der deutlich resistenter gegenüber Fingerabdrücken und anderem Schmutz ist. Dazu kommt, dass das - für manche eventuell nervige - Klicken der Tasten ausbleibt, da man hier die Cherry MX Brown Taster statt der blauen Version verbaut. Damit fällt das Feedback beim Schreiben möglicherweise nicht mehr ganz so eindeutig aus, durch den geringeren notwendigen Kraftaufwand beim Tippen kann man dennoch deutlich schneller als mit herkömmlichen Tastaturen schreiben.

Was der neuen Stealth Edition ebenso fehlt wie der ursprünglichen Version ist ein Display, wobei es wohl Geschmackssache ist, ob eine Gaming Tastatur wirklich eines benötigt. Eine Treiber CD fehlt auch hier und auch Kleinigkeiten wie die Verlegung der Anschlüsse auf die linke Seite wurden nicht durchgeführt, was schade ist. Doch das größte Manko sollte für viele wohl der Fakt sein, dass sie nur im englischen Layout erhältlich ist. Das ist anfangs aufgrund der anders positionierten Sonderzeichen stark gewöhnungsbedürftig, macht beim Zocken allerdings kaum einen Unterschied. Und genau aus diesem Grund bleibt der Razer BlackWidow Ultimate Stealth Edition auch unsere Empfehlung verwehrt, denn als deutsches Hardware Magazin wäre uns eine Tastatur mit deutschem Layout deutlich lieber. Dazu kommt der Fakt, dass sie derzeit nur über den Razer Store für 139,99 Euro zu beziehen ist, was einen Aufpreis von knapp 30 Euro zur normalen BlackWidow Ultimate bedeutet. Die BlackWidow Stealth Edition ohne Beleuchtung ist für 79,99 Euro ebenfalls über den Razer Store zu beziehen, hier beträgt der Unterschied knapp 10 Euro. Abschließend wollen wir Razer quasi dazu auffordern, eine Stealth Version mit deutschem Layout auf den Markt zu bringen, da solch ein Keyboard deutlich besser beim Kunden ankommen dürfte.
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