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Razer Hydra im Kurztest

Stellen wir uns mal eben einen klassischen Gaming Abend vor. Was sehen wir? Entweder einen Zocker mit Headset vor einem Computer oder – für die Konsoleros – jemanden, der es sich mit dem Controller auf dem Sofa gemütlich macht. Mit der Nintendo Wii gab man damals den ersten Grund zur Änderung dieses Klischees und führte erstmals den Begriff “Motion Controlled Gaming” ein. Übersetzt in die deutsche Sprache wird daraus dann “Bewegungs-gesteuertes Gaming”.

Nachdem die Wii ohne Frage sehr erfolgreich war arbeiteten viele daran das Konzept zu übernehmen, und zwar in Form von PlayStation Move und Xbox Kinect. Sobald beide Systeme halbwegs ausgereift waren kamen auch diese beim Käufer gut an, nur der typische RTL-Gamer sitzt nach wie vor faul vor seinem Rechner. Das könnte sich allerdings mit dem Razer Hydra ändern, das zwar kabelgebunden ist, aber eine sehr präzise Bewegungs-Steuerung ermöglichen soll.

Die Technologie dazu stammt allerdings nicht direkt aus dem Razer Hauptquartier in Carlsbad, Kalifornien, sondern von dem ebenfalls in Kalifornien ansässigen Unternehmen Sixense Entertainment, Inc. Von Razer stammt allerdings der typische Look, sodass zumindest die Designer fleißig daran gearbeitet haben. Dank der Arbeit von Sixense soll es allerdings die bisher präziseste Lösung für Motion Controlled Gaming sein, da es nicht wie sonst auch mit einer Kamera oder Bewegungssensoren, sondern stattdessem mit einem Magnetfeld und entsprechenden Sensoren arbeitet. Dementsprechend lassen sich auch die Vorteile des Hydra-Systems ermitteln, denn es arbeitet auch problemlos im Dunkeln – dafür muss man allerdings auf die Länge des Kabels achten und die Basisstation beim Zocken vor sich platzieren.

An dieser Stelle möchten wir uns außerdem bei Razer für die problemlose Bereitstellung eines Testmusters bedanken. <h1>Lieferumfang - Razer Hydra</h1> Wer sich das Hydra-System bestellt oder auch in einem Laden darauf stößt, der findet wie so oft eine schwarz-grüne Verpackung vor. Damit man nicht die Katze im Sack kauft präsentiert man durch die Front aus transparentem Kunststoff alles Wichtige und gibt darauf auch gleich noch die drei Vorteile des Hydra an: Totale Vertiefung ins Gameplay, eine große Spiele-Bibliothek und extrem präzise Technologie. Nicht zu vergessen der Aufkleber, der uns Portal 2 im Inneren verspricht! Auf den restlichen Seiten spricht man unter anderem von 125 unterstützten Spielen und der präzisen Magnetfeld-Technologie, die die Position der Controller auf einen Millimeter bzw. einen Grad genau messen kann.

Zugegebenermaßen, die Verpackung ist zwar ein echter Blickfang, doch das Auspacken kann durchaus ein paar Minuten in Anspruch nehmen. Man könnte fast meinen der Karton wäre so entworfen worden, dass man alles aus- und nie wieder einpackt. Wenn man allerdings am Ball bleibt wird man mit den  zwei Controllern und der Basis-Station belohnt. Zusätzlich verstecken sich im Karton noch das passende USB Kabel sowie das übliche Razer-Paket: Zwei Aufkleber, ein Echtheitszertifikat, ein kurzer Quick Start Guide, wichtige Informationen zum Produkt und ein Kärtchen mit Aktivierungscode für Portal 2 samt MotionPack DLC.

Nicht zu vergessen sind auf der Unterseite natürlich die Mindestanforderungen zum Betrieb des Hydra am eigenen PC. So benötigt ihr Windows XP, Vista oder 7 als Betriebssystem, einen freien USB-Steckplatz sowie eine bestehende Internetverbindung, da wie immer auch hier die Treiber CD fehlt. Ansonsten findet ihr hier noch die Seriennummer, die ihr braucht um euer Produkt auf der Razer Seite zu registrieren.

<h1> Details, Einrichtung und Praxis - Razer Hydra</h1> Razer liefert für das Hydra einen eigenen Configurator mit, der den Controllern die Steuerung vorgibt. Kürzer gesagt, er gibt die Tastenbefehle von den Controllern an das Spiel weiter und sorgt für die richtige Interpretation. Am Anfang legt er die Standard-Konfiguration ein, die man aber problemlos anpassen kann. Immerhin werden zurzeit 125 Games aus vielen verschiedenen Genres unterstützt, welche laut Razer von Zeit zu Zeit mehr werden sollen.

Das Einrichten der Hydra stellt zwar kein wirkliches Problem dar, ist aber irgendwie mit der Zeit etwas nervig. Bei jedem Rechner-Neustart müssen die Controller neu kalibriert werden. Man nehme also Controller 1 genauso wie Nummer 2 und ziele damit nacheinander auf die Basis-Station. Dabei ist die Kabelausrichtung genauso wichtig, wie die Lage der Station. Es muss alles gerade ausgerichtet sein, damit einer optimalen Nutzung nichts mehr im Wege steht. Das Ganze ist zwar leicht machbar, aber man startet ja auch fast täglich den Rechner neu von daher kann das mit der Zeit schon recht nerven. Weiterhin ist es nicht möglich, die Controller einem Freund zu geben, der neben uns steht. Die Steuerung würde so komplett unbrauchbar und erst mit Nachrücken der Basis-Station wäre wieder ein ordentlicher Spielebetrieb möglich. Der Zirkus mit der Kalibrierung kommt natürlich dann auch noch auf uns zu.

Wir haben uns mit der Hydra intensiv beschäftigt und während Portal 2 funktionierte alles wunderbar. Interessante Bewegungsabläufe sind so erst mit der Hydra möglich, wie Beispielsweise spezielle Rätsel oder Lenkungen. Nach einer gewissen Einarbeitungszeit gehen auch komplexe Bewegungsfolgen von der Hand. Dennoch erreicht die Hydra nicht die Präzision von Maus und Tastatur. Die verlängerte Reaktionszeit und der wackelnde Cursor sind die Hauptverantwortlichen dafür. Außerdem steuern wir Maus & Tastatur schon mehrere Jahre lang und haben uns dementsprechend sehr daran gewöhnt.

<h1>Fazit</h1> Die Idee, die Razer mit der Hydra nachgeht ist an und für sich schon sehr gut. Mit dem beiliegenden Portal 2 erreicht die Steuerung sogar ein fast Maus/Tastatur ähnliches Verhalten. Mit ein bisschen Übung gehen alle Bewegungen von der Hand und man kann sich die alte Kombi getrost sparen. Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack bei der ganzen Sache. Beispielsweise in Call of Duty erreicht die Hydra niemals eine so präzise Bewegungs- und Zielsteuerung, wie sie mit der Maus ist. Das Gefühl, den kleinen Nager über das Mauspad zu schieben ist einfach feiner, als mit einem Controller in der Luft herum zu wirbeln. Das gleiche Prinzip gilt auch für Game-Pad-Controllern für den PC. Die Hydra an einer Konsole würde definitiv mehr Sinn machen. So wie es derzeit aussieht, wird die Maus-Tastatur-Kombination immer als detaillierte Steuerung eine Nasenspitze voraus sein.

Die Ideen für eine Neuauflage der Hydra wollen wir nicht verschweigen. Unserer Meinung nach sollte die Basis-Station deutlich überarbeitet werden. Das exakte gerade Ausrichten zum Monitor und die schlechte Flexibilität sollten hier auf jedenfall verbessert werden, ebenso wäre eine Option zum kabellosen Spielen nicht verkehrt.

Wofür ist die Hydra nun genau gedacht? Wo gliedert sie sich ein? Eines ist ohne zu zweifeln definitiv klar. Wer auf der Suche nach einer Alternative für die altbewährte Kombi ist, der wird mit der Hydra nicht glücklich. Denn altbewährtes hält am längsten. Wer sich aber auf langsame Games spezialisiert hat und dazu gern sportlich vor dem PC herum hüpft, dem stellt die Hydra erstmals eine wirklich brauchbare Lösung für den PC vor. Für aktuell 103,00€ gibt es die Hydra bereits und für unwesentlich mehr auch direkt mit Portal 2 als Bundle. Auch wenn der Preis nicht ganz billig ist, bekommen Anwender mit Portal 2 ein super Game und einen guten Einstieg in die neuartige Bewegungssteuerung.

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