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Western Digital: Neue Raptor mit 150 GB

Nach langem Warten und voller Verschwiegenheit bringt Western Digital urplötzlich eine neue Festplatte aus der Raptor-Serie raus. 150 GB, höhere Platter-Dichte, natives SATA und NCQ, das sind die bekannten Fakten. Was die neue Raptor taugt und welche Verbesserungen genau vorgenommen wurden, das erfahrt ihr in unserem Review durch einen Benchmark-Vergleich mit sieben anderen Festplatten.

1. Vorwort

Die WD Raptor begeisterte bereits 2003 und sorgte für Aufsehen, denn sie vereinte mit 10.000 Umdrehungen eine hohe Leistung auf SCSI-Niveau mit einer SATA-Schnittstelle. Dieser hoher Rohleistungs- und Technikvorsprung bescherte der Raptor einen großen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber allen anderen ATA Laufwerken.

Heute ist die 36/74 GB Raptor veraltet, trotzdem ist sie in zugriffslastigen Anwendungen immer noch deutlich im Vorteil und kann aktuelle 7200rpm Laufwerke übertrumpfen.

Jetzt gibt es eine neue Raptor mit 150 GB. Sie wurde nicht nur vergrößert, sondern wurde wieder auf den aktuellsten Stand der Technik gebracht. Natives SATA mit NCQ, 16 MB Cache und eine verdoppelte Platter-Dichte sind das Ergebnis.

In zwei Varianten soll es die 150 GB Raptor geben. Die “normale” Raptor für Server mit der Modellbezeichnung WD1500ADFD und eine Raptor X, (WD1500AHFD) speziell für Gamer und Casemodder gedacht und gebaut. Ein kleines Sichtfenster aus Plexiglas ziert die Raptor X, welches ermöglich der Festplatte beim “arbeiten” zuzusehen.

Genaueres ist über die Raptor X noch nicht bekannt, aber es wäre noch eine Firmware-Optimierung für den Spiele-Bereich denkbar, denn die normale Raptor ist für den Server-Betrieb optimiert.

Außerdem beweist die X-Variante auch, dass die Raptor nicht nur im Server-Bereich, sondern auch im Heimbereich sehr gefragt ist.

Die neue Raptor gibt es nicht nur mit 150 GB, sondern auch weiterhin mit 74 GB. Diese verwendet dann anstatt zwei Platter nur eine, hat aber ansonsten die gleiche Technik wie das größere Modell.

Wir schauen uns heute die WD1500ADFD, also die 150 GB Version in der Server-Variante genauer an.

2. Technische Daten

Ein Vergleich der Technischen Daten macht die Neuerungen deutlich:

Hersteller

Western Digital

Western Digital

Western Digital

Seagate

Hitachi

Hitachi

Hitachi

Samsung

Name

Raptor

Raptor

Raptor

Barracuda

Deskstar

Deskstar

Deskstar

Spinpoint

Modell

WD1500ADFD

WD740GD

WD360GD

7200.9

T7K250

T7K250

7K250

P80SD

Revision

00NLR0

00FLA0

00FNA0

-

-

-

-

-

Kapazität

150,0GB

74,3 GB

36,7 GB

160 GB

250 GB

200 GB

166 GB

80 GB

Schnittstelle

SATA1-150

SATA1-150

SATA1-150

SATA2-300

SATA2-300

SATA2-300

PATA-100

SATA-300

Umdrehungen

10.000

10.000

10.000

7.200

7.200

7.200

7.200

7.200

Zugriffszeit

4,6 ms

4,5 ms

5,3 ms

8,5 ms

8,5 ms

8,5 ms

8,5 ms

8,9ms

Cache

16 MB

8 MB

8 MB

8 MB

8 MB

8 MB

2 MB

8 MB

Platter-Dichte

75 GB

40 GB

36,7 GB

160 GB

125 GB

125 GB

83 GB

80 GB

Anzahl Platter

2

2

1

1

2

2

2

1

Anzahl Köpfe

4

4

2

2

4

4

4

2

ECC Bytes

48

74

74

4

52

52

52

4

Command Queuing

NCQ

TCQ

-

NCQ

NCQ

NCQ

-

NCQ

Release

01/2006

10/2003

04/2003

10/2005

04/2005

11/2005

08/2003

04/2005

3. Äußeres

Die WD1500ADFD erscheint in neuem Look in schwarz. Die Gehäuseform ist allerdings fast gleich geblieben.

Hier ein optischer Vergleich des alten und neuen Raptor Layouts:

    Der verbesserte SATA-Stecker ist nun stabiler als bei den Vorgängerversionen. Vorher konnte der wackelige Stecker leicht abbrechen, wie es allgemein bei vielen SATA Festplatten der der ersten Generation der Fall ist.

4. Benchmarks

Verwendeter SATA-Controller: ICH7R Southbridge mit nativem SATA2 und NCQ Support

Verwendete Benchmark-Programme: HD Tach: <p style="MARGIN-LEFT: 36pt; TEXT-INDENT: -18pt">-          Burst: Misst die maximale Interface Bandbreite. Die Aussagekraft über die Performance ist aber nahezu bei Null, weil davon nur der kleine Cache profitiert.</p> <p style="MARGIN-LEFT: 36pt; TEXT-INDENT: -18pt">-          Sequential Read: Die Festplatte wird unabhängig vom Dateisystem und von der Belegung sequentiell gelesen. Das stellt die theoretisch maximal mögliche Lesegeschwindigkeit dar, die in der Praxis aber nie erreicht wird.</p> <p style="MARGIN-LEFT: 36pt; TEXT-INDENT: -18pt">-          Random Access: Mindestens genauso wichtig wie die Lese- und Schreibgeschwindigkeit, die zufällig auf der gesamten Festplatte durchgeführten Zugriffe.</p>

PC Mark04: <p style="MARGIN-LEFT: 36pt; TEXT-INDENT: -18pt">-          XP Startup: Es wird ein Windows XP Start simuliert, indem u. a. verschiedene DLL’s geladen erden. Die Aussagekraft dieses Tests reicht also vom ersten Windows-Logo bis hin zur Anmeldeaufforderung. Wenn danach ein Benutzerprofil geladen und die verschiedenen Hintergrundprogramme usw. geladen werden, das fällt schon eher in die Kategorie unseres nächsten Tests.</p> <p style="MARGIN-LEFT: 36pt; TEXT-INDENT: -18pt">-          Application Loading: Ob ein Programm, Hintergrundprogramm oder Spiel geladen wird, das alles fällt in diese Kategorie und dürfte damit den wichtigsten Test darstellen!</p> <p style="MARGIN-LEFT: 36pt; TEXT-INDENT: -18pt">-          File Copying: Kopieren von Dateien innerhalb oder außerhalb der Festplatte, bearbeiten von sehr großen Dateien, das alles wird in diesem Test simuliert.</p> <p style="MARGIN-LEFT: 36pt; TEXT-INDENT: -18pt">-          General HDD Usage: Verschiedenste Dateien werden gelesen und geschrieben, hier wird versucht alle sonstigen HDD Arbeiten zu erfassen, also wenn man z.B. ein Programm installiert, Archive entpackt, usw…</p> Bei HD Tach erreichten wir folgendes Ergebnis:

Unter den SATA1 Festplatten ist die neue Raptor immerhin die schnellste. Das native SATA Interface zahlt sich hier aus.

Die neue Raptor baut zu allen anderen Festplatten ihren Vorsprung aus. 71,8 MB/s sind ein neuer Bestwert.

Durch die höhere Dichte wird es für den Lesekopf immer schwieriger, genau zu positionieren und das verlangsamt die Zugriffszeit minimal. Das sieht man bereits bei der T7K250 und nun auch bei der Raptor. Trotzdem bleibt die Zugriffszeit gut.

Um 9% kann die neue Raptor im Vergleich zum Vorgänger zulegen und überholt damit auch die T7K250.

Die gute Zugriffszeit zahlt sich bei den Ladezeiten aus. Die Raptoren dominieren, aber die neue Raptor kann nur minimal zulegen. Der leichte Rückgang in der Zugriffszeit verhindert hier einen Performance-Zuwachs.

Hier hat die neue Raptor gewaltige Fortschritte gemacht. Eine höhere Kapazität kombiniert mit einer schnelleren Transferrate und NCQ zahlt sich hier aus. Dies stellte die einzige Schwachstelle der alten Raptoren dar, aber die WD1500ADGD baut einen riesigen Performance-Vorsprung auf.

Das Bild ist hier ähnlich wie beim Application Loading. Die neue Raptor hat hier ebenfalls nur einen leichten Vorteil.

5. Rating:

Zum Schluss gibt es noch ein Rating, wo drei verschiedene Einsatz-Zwecke bewertet und gewichtet werden. Dadurch kann man sich schnell einen Überblick verschaffen, welche Festplatte ideal für jemand ist.

Für Ladezeiten und Spiele sind Raptoren die schnellsten SATA Laufwerke, die es gibt. Die neue Raptor ist mit leichtem Vorsprung zum Vorgänger am schnellsten.

Hier führt die neue Raptor ebenfalls an, aber diesmal mit größerem Vorsprung.

Die neue Raptor kann vor allem besser mit großen Dateien umgehen und macht hier gewaltige Fortschritte. Dadurch ist sie mit Abstand das schnellste Einzellaufwerk.

6. Lautstärke

Ein kurzes Wort zur Lautstärke: Dort hat sich im Vergleich zur 74 GB Raptor nicht viel geändert. Das Laufgeräusch ist angenehm leise, ein Unterschied ist jedoch bei den Zugriffsgeräuschen auszumachen. Diese sind etwas tiefer und nicht mehr ganz so laut, aber trotzdem noch deutlich hörbar – aber ein Schritt in die richtige Richtung.

7. Fazit

Alle Nachteile der alten Raptor wurden ausgebügelt bzw. verbessert. Auch an Kleinigkeiten wie den wackligen SATA-Stecker wurde gedacht. Zudem führt die WD1500ADFD ALLE performancerelevanten Benchmarks an.

Damit ist die 150 GB Raptor wieder die schnellste SATA Festplatte der Welt! Mit 150 GB bekommt man nun endlich auch eine höhere Kapazität.

Die Ergebnisse sind eindeutig und die PCMasters.de GOLD Auszeichnung ist wohlverdient.

Für die Zukunft hoffen wir bald auch die Raptor X und die Raid0-Tauglichkeit testen zu können.

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Hast du noch Fragen oder willst du Feedback abgeben, dann tu es in dem Western Digital 150GB Forum-Beitrag.

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