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Phanteks Enthoo Evolv Shift Testbericht - ein einzigartiger ITX-Tower

Mit dem Enthoo Evolv Shift hat Phanteks ein ziemlich einzigartiges ITX-Gehäuse auf den Markt gebracht, das seines Gleichen sucht. Der Tower sieht auf den ersten Blick vielleicht nicht allzu besonders aus, beim genauen Hinsehen merkt man aber schnell, dass es ein richtiger kleiner Kraftprotz ist. Es ist ziemlich kompakt, kann aber durch die Ausgliederung der Grafikkarte vom Mainboard vollwertige Grafikkarten, wie eine GeForce GTX 1080 in voller Ausbaustufe samt Custom-Kühlung, aufnehmen. Wir haben uns das ITX-Gehäuse in diesem Testbericht genauer angesehen.

Die Standard-Variante des Enthoo Evolv Shift gibt es in Schwarz und Anthrazit. Die Proportionen wirken sehr ausgewogen und das Gehäuse ist wie gemacht um im Wohnzimmer oder auf dem Tisch aufgestellt zu werden. Das Design ist wirklich gut abgestimmt. Wem der Platz Innen nicht ausreicht, der kann auch zu der Shift X Variante greifen, die anstatt 470 mm ganze 650 mm hoch ist. Diese 18 cm machen einen großen Unterschied, denn damit hat man mehr Platz für Wasserkühlungen und noch längere Grafikkarten.

Aufbau, Verarbeitung und Qualität

Das Enthoo Evolv Shift unterscheidet sich vom Aufbau und dem Design sehr stark von der Konkurrenz. Auch der ITX-Formfaktor spielt hier eine wichtige Rolle. Bei dem Gehäuse zeigen die Anschlüsse des I/O-Panels nach oben und damit kommt man immer sehr gut an die einzelnen Anschlüsse, indem man das Top-Panel mit einem Druck öffnet. Auch der Einschalter und Reset-Knopf sind oben sehr schön ins Gesamtdesign integriert. Die Plastikabdeckung oben sieht nach einem Alu-Kühlerblock aus und lässt durch die Öffnungen Luft zur Kühlung durch. Die Front- und die Rückseite bestehen aus einem 3 Millimeter dicken, schön geformten und eloxierten Alu-Stück. Als Seitenteile dienen Tempered-Glass-Scheiben, wodurch man auf seine Komponenten jederzeit im Blick behalten kann. Es wird keine RGB-Beleuchtung mitgeliefert, jedoch kann man diese leicht nachrüsten.

Alle vier Teile des Gehäuses können schnell und komfortabel abgenommen werden. Dafür müssen pro Element zwei Rändelschrauben unter dem Top-Panel gelöst werden und schon kann man diese nach oben hin aus der Verankerung herausziehen. Für den Einbau der Komponenten sollte man auf jeden Fall alle Teile abnehmen, weil der Innenraum durch die Bauart sehr eng ist. Für die Durchführung von Kabeln ist eine Zwischenstrebe in der Mitte vorhanden. An den Aussparungen an Front und Rückseiten werden die Kabel unsichtbar an die wichtigen Stellen geführt.

Technische Daten (Herstellerangaben)
Material Stahl, Aluminium, Hartglas
Farbe (innen wie außen) Schwarz oder Anthrazit
Maße (BxHxT) 170 x 470 x 274 mm mm
Mainboard Größen Mini-ITX
Max. CPU-Kühlerhöhe 82 mm
Max. GPU-Länge 350 mm
5,25" Montageplätze 0
3,5" Montageplätze 1
2,5" Montageplätze 3
Kühlung Lüfter: 140mm (vorne), optional 2 x 140 oder 120 mm (front/unten)
PCI-Schächte 1
I/O-Panel 2 x USB 3.0
Netzteil SFX (nicht enthalten)
Besonderheit PCIe-Riser-Kabel im Lieferumfang
Garantie 5 Jahre

Lieferumfang

Phanteks Enthoo Evolv Shift Lieferumfang Phanteks liefert bei dem Gehäuse zwar nicht überdurchschnittlich viel mit, aber das was mitgeliefert ist, wird dafür wirklich durchdacht verpackt. In einer kleinen Pappschachtel findet man 5 Kabelbinder, aufklebbare Schaumstofffüße, einen Phanteks-Sticker sowie eine Plastikbox mit diversen Schrauben. Auch ein gut bebildertes Handbuch befindet sich im Lieferumfang.

Das Testsystem

Phanteks Enthoo Evolv Shift System Unser ITX-Testsystem wurde uns zum Teil von Dubaro.de gesponsert, an die wir ein großes Dankeschön senden möchten. Wir haben uns für den AMD Ryzen 5 1600 als Basis entschieden. Es gibt derzeit nur 5 ITX-Boards mit Ryzen Support, weshalb wir zum Asrock AB350 Gaming-ITX/ac gegriffen haben. Der genaue Aufbau sieht wie folgt aus:

  • CPU: AMD Ryzen 5 1600
  • Mainboard: Asrock AB350 Gaming-ITX/ac
  • SSD: Samsung SSD 840 PRO 256 GB
  • RAM: Patriot Viper 4 16GB Kit, DDR4-3000, CL16-16-16-36 (PV416G300C6K)
  • Grafikkarte: KFA2 GeForce GTX 1080 EXOC
  • Kühlung: CRYORIG C7
  • Netzteil: Corsair SF 450 80+ Gold mit 450 Watt

Einschränkungen beim Netzteil

Phanteks Enthoo Evolv Shift SFX-L inkomaptibel Der gesamte Aufbau ist ausgesprochen gut durchdacht und man merkt, dass viel Zeit in die Entwicklung gesteckt worden ist. Es kann leider zu Inkompatibilitäten bei Netzteilen kommen. Wir wollten zuerst ein Sharkoon Silentstorm SFX-L Netzteil verbauen, dies war aber aufgrund der Mittelstrebe unmöglich. Normalerweise richtet man das Netzteil auf, sodass der Switch und das Power-Kabel nach unten zeigen und die Kabel für die Hardware entsprechend nach oben vom Netzteil abgehen. Das ging aber nicht, weil die modularen Anschlüsse nicht gepasst haben. Bei SFX-Netzteilen gibt es dagegen keine Probleme. Deshalb sind wir auf ein Corsair SF 450 ausgewichen. Hier gab es keinerlei Schwierigkeiten.

Montage von Grafikkarten

Phanteks Enthoo Evolv Shift PCIe Riser Bedingt durch den Aufbau können vollwertige Grafikkarten mit einer maximalen Länge von 350 mm verbaut werden. Hier haben wir zur KFA2 GeForce GTX 1080 EXOC gegriffen und sie passte super. Die Montage erfolgt über ein kleines Rack, in dem die Grafikkarte vorher befestigt wird. Danach befestigt man dieses Rack im Gehäuse, hinter dem Mainboard und schließt dann das etwa 20 cm lange Riser Kabel an. Man kann theoretisch die Karte in beiden Richtungen verbauen, dies klappte bei uns aber nicht, da das Riser-Kabel einfach zu kurz war. Die alternative Ausrichtung sollte deutlich besser für die Kühlung der Grafikkarte und den Airflow sein, weil die Grafikkartenlüfter dann mehr Luft ziehen können und die angesaugte Luft nicht zusätzlich vom Mainboard erhitzt wird. Die alternative Ausrichtung lässt sich nur bei kürzeren Karten, die nicht mit dem Netzteil kollidieren, verwenden.

SSDs und Festplatten

Phanteks Enthoo Evolv Shift SSD Montage Im Inneren befinden sich an der Rückseite des Gehäuses zwei 2,5“ Schlitten, die für die Montage von SSDs oder Festplatten genutzt werden. Diese werden auf einer Gummiaufhängung befestigt, die die Übertragung von Vibrationen verhindern soll. Auf der anderen Seite des Panels kann man dann noch ein weiteres 2,5“ Laufwerk befestigen. Wer eine große 3,5“ Platte verbauen will, kann dies auch tun, kann diesen Platz dann aber nicht mehr für einen Lüfter oder 120er Radiator nutzen. Hier muss man Prioritäten setzen.

Kühlung, Lüfter und der Luftfluss

Phanteks Enthoo Evolv Shift 140-mm-Lüfter Phanteks liefert einen 140-mm-Lüfter mit, der leider keine PWM-Unterstützung bietet. Dieser ist direkt neben dem Mainboard angebracht. Falls gewünscht kann man zwei weitere Lüfter anbringen. Der eine kann unten neben dem Netzteil und der andere in der Front unter dem vorinstallierten 140er platziert werden. Die soliden Front- und Rückplatten aus Alu sehen gut aus, bieten aber nur wenig Raum für optimalen Luftdurchfluss. Die vorhandenen Luftschlitze mit Filtern stören den Luftfluss und limitieren diesen damit zugleich. Unser System wurde unter Last im Inneren stark aufgeheizt. Nut mit dem vorinstallierten 140er erreichte man leicht 41°C Innentemperatur beim Zocken mit offenen Seitenfenstern bei 27 Grad Umgebungstemperatur. Mit geschlossenen Seitenteilen waren es auch schon 50°C. Darum empfehlen wir beim Einsatz von High-End-Komponenten auch gleich zwei Lüfter zusätzlich zu verbauen, um die heiße Luft so gut es geht aus dem Gehäuse heraus zu befördern.

Fazit

Phanteks Enthoo Evolv Shift Bei ITX-Systemen ist es oft das Ziel, auf engstem Raum beste Hardware zu verbauen. Dieses Ziel erreicht man mit dem Enthoo Evolv Shift auf jeden Fall. Das Design ist wirklich gelungen und die Verarbeitung ist wirklich erstklassig. Der Innenaufbau scheint sehr durchdacht und lässt nur wenig Raum für Kritik.

Wie so oft, muss man auch bei diesem Gehäuse gewisse Kompromisse eingehen. Diese fallen beim Enthoo Evolv Shift aber eher gering aus. Bei der Zusammensetzung der Komponenten muss man sich auch über die Kühlung schon im Vorfeld Gedanken machen. Phanteks Enthoo Evolv Shift AwardDer verbaute 140er Lüfter reicht keinesfalls aus, um ausreichende Belüftung und ausreichenden Luftfluss innerhalb des Gehäuses zu gewährleisten. Man sollte sich beim Einbau der Komponenten Zeit nehmen, damit auch die Kabeldurchführung optimal gelöst ist.

Der Preis von derzeit 109,90 € bei Caseking ist durch die gute Verarbeitung, das mitgelieferte PCIe-Riser-Kabel, Einsatz von hochwertigem Aluminium und eine 5-jährige Garantie mehr als gerechtfertigt.

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