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AMD: Desktop Trinity und Sockel FM2 vorgestellt (Computex 2012)

Neben den neuen E-Serien APUs hat AMD in Taiwan zur Computex auch die ersten der neuen A-Serien APUs mit Codenamen “Trinity” in Verbindung mit dem neuen Sockel FM2 vorgestellt. Demnach fokussiert man sich laut AMD mit diesen Produkten auf “Premium Computing” und Kunden, die nach einem guten Preis-/Leistungsverhältnis suchen und auf Multimedia und Entertainment aus sind.

Besonders stolz ist man bei AMD auf die hohe Zahl der Anwendungen, die mittlerweile durch die APUs beschleunigt werden. Darunter sind - wie zur Ankündigung der Notebook Trinity APUs angegeben - auch Photoshop CS6 und WinZip 16.5, was ihnen zum Teil einen deutlichen Vorteil gegen die Konkurrenz von Intel verschafft. Dazu bieten die APUs auch eine vergleichsweise hohe Gaming-Leistung und kommen auch mit einer Reihe interessanter Video-Features.

In der uns vorliegenden Präsentation vergleicht man interessanterweise eine AMD A4-3400 APU mit einem Intel Core i7-3770K, wobei sich die APU in mehreren Spielen (darunter Battleforge, Resident Evil 5, Left 4 Dead 2) geringfügig bis stark absetzen kann. Natürlich bleibt fraglich, wer sich eine derart potente Intel CPU kauft und dann mit der integrierten Grafik spielt, aber eine nette Demonstration ist es allemal. Zu den erwähnten Video-Features gehört unter anderem AMD Steady Video, mit dem verwackelte Videos der Vergangenheit angehören sollen. Zwar sinkt dadurch die Auflösung etwas, aber das Video ansich wirkt deutlich hochwertiger.

Kommen wir nun aber zum eigentlichen Knackpunkt des Artikels: Den Prozessoren. Wie bereits im Voraus bekannt geworden ist werden die APUs nun um eine A10-Serie erweitert, was vermutlich zum Ausdruck bringen soll, wie stark die Leistung gegenüber dem Vorgänger angewachsen ist. Bereits jetzt im Laufe des Junis werden die ersten A8 und A10 APUs an die Fertiger von Fertig-PCs und All-in-Ones geliefert, wir Endkunden müssen leider noch etwas warten. Das Angebot wird sich vorerst auf folgende APUs beschränken: <p style="text-align: center;"> </p> <table class="contenttable" border="0" cellpadding="0" cellspacing="1">

Takt (Turbo) L2 Cache "Kerne"
Grafik
Radeon Cores
Grafiktakt
TDP
A10-5700 3,4 GHz (4,0 GHz) 4 MB 4
HD 7660D
384 800 MHz
65 W
A8-5500 3,2 GHz (3,7 GHz) 4 MB 4
HD 7560D
256
760 MHz
65 W
A10-5800K
3,8 GHz (4,2 GHz) 4 MB 4
HD 7660D 384
760 MHz
100 W
A8-5600K 3,6 GHz (3,9 GHz) 4 MB 4
HD 7560D 256
760 MHz
100 W

</table>

Weitere APUs werden in den nächsten Monaten folgen, bis dahin könnten sich aber auch die “alten” Llano APUs als Schnäppchen erweisen. Die Kerne wurden in Anführungsstriche gesetzt, da lediglich zwei Bulldozer bzw. Piledriver Module vorhanden sind, die wiederum zwei Threads gleichzeitig abarbeiten können. Somit ist es theoretisch kein “echter Quad-Core”.

In Sachen Gaming zog man zum Vergleich den noch frischen Titel “DiRT Showdown” heran, bei dem ein Intel Core i5-3570K in 720p Auflösung lediglich 26 fps erreicht. Mit einer A10 APU lassen sich bei 1080p Auflösung gleich 31 fps erreichen und mit einer A10 APU in Kombination mit einer HD 6570 (Dual Graphics) sind im EyeFinity Modus mit 3x 1050p ebenfalls 32 fps machbar. Ansonsten wurden konstant “High Settings” und 2x AA genutzt, womit das Ergebnis insgesamt recht beeindruckend ist. Die Dual Graphics Technologie hat im Übrigen ein kleines Update bekommen und ist nun auch mit DirectX 9 kompatibel, bietet eine dynamische Last-Verteilung und doppelt so viele Profile wie bisher.

Alles in allem bietet AMD mit Trinity in der Theorie das bessere Paket aus Rechen- und Grafikleistung, jedenfalls wenn man ab und zu eine Runde spielen möchte. Durch die Auslagerung vieler Anwendungen auf die Grafikeinheit kann sich das aber ebenfalls im Alltag bemerkbar machen, womit der Vorsprung von Intel teilweise etwas schrumpft. Wir wollen mit der endgültigen Meinungsbildung aber warten, bis wir einen eigenen Test vorlegen können.

Doch man hat nicht nur neue APUs eingeführt, sondern auch die komplette Plattform und den Sockel etwas überarbeitet. Laut AMD wurde der Sockel FM2 fällig, da die Videoanschlüsse deutlich umfangreicher ausfallen - so ist nun auch EyeFinity mit einer APU möglich - aber auch, weil die neue Piledriver Architektur der Kerne andere Anforderungen an die Stromversorgung stellt.

Die Vorteile des neuen A85X Chipsatzes werden in folgender Tabelle ersichtlich: <p style="text-align: center;"> </p> <table class="contenttable" border="0" cellpadding="0" cellspacing="1">

A55 Chipsatz A75 Chipsatz A85X Chipsatz PCI Express Lanes 1x 16 1x 16 1x 16 oder 2x 8 (CrossFire)
SATA 6x 3 GBit/s 6x 6 GBit/s 8x 6 GBit/s
RAID
0, 1, 10 0, 1, 10 0, 1, 5, 10
USB 3.0 / 2.0 / 1.1 0 / 14 / 2 4 / 10 / 2 4 / 10 / 2
Empf. APUs A4- & A6-Serie A6- & A8-Serie A8- & A10-Serie

</table>

Mit dem neuen Chipsatz konnte man also die Möglichkeiten der Plattform nochmals etwas erweitern und ermöglicht den Betrieb von zwei Grafikkarten im System, was bisher der den Plattformen auf AM3(+) Basis bzw. deren Vorgängern vorbehalten war. Erste entsprechende Platinen sind bald von Gigabyte, MSI und anderen Herstellern erhältlich.

Auf den ersten Blick ist AMD mit den neuen Trinity APUs also ein großer Wurf gelungen, bleibt nur noch abzuwarten, bis unabhängige Tests vorliegen.

Quelle: AMD

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