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Intel SSD 520 Series 240 GB

SSDs von Intel waren aufgrund der hohen Ausfallsicherheit besonders beliebt und galten daher gemein als sehr alltagstauglich. Bereits zum dritten Mal dürfen wir ein Modell von Intel genauer unter die Lupe nehmen und bewerten. Es wird daher besonders spannend sein zu sehen, wie sich Intels neuer Sprössling verglichen mit seinen Vorgängern schlagen wird.

Bereits vor der Markteinführung brodelte die Gerüchteküche um das Modell mit Codenamen „Cherryville”. Im Fokus stand hierbei vor allem der zukünftige Controller, welcher gewissermaßen das Herzstück einer SSD darstellt. Beide Generationen der X-25M basierten auf kompletter Eigenleistung Intel‘schen Ingenieurswesens. Sowohl Flashspeichermodule als auch Controller entstanden aus eigener Feder. Da der Controller jedoch ausschließlich für S-ATA II konzipiert war und offensichtlich kein Interesse bestand selbigen weiterzuentwickeln, schaute man sich für die SSD 510 auf dem Markt um und wählte Marvell als Partner. Rufen wir uns das Ergebnis unseres damaligen Tests noch einmal ins Gedächtnis, so erinnern wir uns, dass die S-ATA 6 Gbit/s kompatible Steuereinheit bei der Abarbeitung sequentieller Datensätze herausragte. Da dieses Anwendungsgebiet jedoch deutlich weniger Praxisrelevanz besitzt als man zunächst annehmen möchte, waren es häufig andere SSDs die am Ende die Nase vorne hatten.

Das aktuelle Modell, welches uns in der 240 GB Variante vorlag, trägt den Namen „Intel SSD 520 Series”. Genaue Bezeichnung für unsere Version wäre demnach „SSDSC2CW240A310”. Wie schon viele zuvor, greifen diesmal auch die Kalifornier auf den SandForce Controller SF2281 zurück. Anders als die Konkurrenz, bietet der inzwischen von LSI übernommene Chiphersteller, seinen Kunden das Gesamtpaket an, sprich Controller und Firmware aus einer Hand. Dies ist auch die Erklärung, warum zwischen den verschiedenen Sandforce SSDs ein so geringer Performance-Unterschied besteht. Doch Intel wäre nicht Intel, wenn sie einfach auf vorgefertigte Lösungen zurückgreifen würden. In Zusammenarbeit mit Sandforce hat man also eine eigene Firmware entwickelt, um sich so möglicherweise von seinen Mitstreitern abheben und eventuell auch etwaige Probleme beheben zu können.

Ob und wie gut Intel dieses Vorhaben gelang, soll nachfolgender Bericht aufdecken. Eine Danksagung geht an dieser Stelle an Intel, für die problemlose Bereitstellung des Testexemplars.

Das PCMasters Team wünscht all seinen Besuchern nun viel Spaß beim Lesen!



Technische Details

Es ist kein Geheimnis, dass SSDs mit Sandforce Controllern in rauen Mengen existieren. Leistungsunterschiede zwischen den einzelnen Modellen fallen in der Regel vergleichsweise gering aus, vor allem auch dann, wenn sich die Kapazitäten der Platten oder die verwendeten Speicherchips ebenfalls ähneln. Auch wir konnten anhand von bereits durchgeführten Tests diesen Sachverhalt mehrfach bestätigen. Was also ist das Geheimnis der heute geprüften SSD von Intel?

Wie eingangs bereits erwähnt, wählte man für die SSD 520 ebenfalls den Sandforce SF-2281 Controller. Mit anderen Features als in anderen SSDs kann man also nicht auftrumpfen. Zu erwähnen an dieser Stelle sind unter anderem die interne Implementierung des TRIM-Befehls, 256 Bit AES-Verschlüsselung, 6 Gbit/s Interface, sowie die automatische Komprimierung der zu schreibenden Datensätze in Echtzeit. Es ist insbesondere letzterwähntes Feature, welches Sandforce SSDs von denen mit anderen Kontrolleinheiten unterscheidet. Im Idealfall werden die Daten vor dem eigentlichen Schreibvorgang komprimiert. Vorteile die der User daraus ziehen kann sind zum einen die wesentlich schnellere Abarbeitung solcher Vorgänge und zum anderen die verlängerte Lebensdauer. Wie inzwischen den Meisten geläufig sein dürfte, verkraftet ein Flashspeicher nur eine begrenzte Anzahl an Schreib-/Löschzyklen. Komprimiert man die Datensätze vor dem eigentlichen Schreiben, müssen insgesamt weniger Speicherzellen belastet und somit in weniger Blöcke geschrieben werden. Unterm Strich hält eine SSD mit Sandforce Controller also länger als eine mit anderem Controller, obwohl theoretisch das gleiche Volumen an Daten geschrieben wurde.

So gut dieses Verfahren in der Theorie auch klingen mag, darf man dennoch nicht vergessen, dass in der Praxis weitaus nicht alle Daten kompressibel sind. Anders als viele andere Unternehmen schweigt man sich bei Intel jedoch nicht über Leistungsdaten mit Files dieser Art aus. Im Gegensatz zu 520 MB/s mit kompressiblen stehen hier 235 MB/s mit inkompressiblen Daten. Auswirkungen auf die Leseraten haben beide Fälle laut Intel nicht.

Wiederholt möchten wir jedoch auf die anfangs gestellte Frage zurückkommen. Was unterscheidet denn nun die Intel SSD 520 von Mitstreitern in diesem Segment?

Zum einen ist es der verbaute Flash-Speicher. Schon seit geraumer Zeit produziert Intel in Kooperation mit Micron eigene NANDs. Bei der SSD 520 kommen Chips mit synchronem ONFI-Interface zum Einsatz. Gefertigt werden diese im 25 nm Verfahren, die zu erwartende Lebensdauer ist verglichen mit anderen Chips dieses Herstellungsverfahrens deutlich erweitert. Hier stehen 5000 Schreib-/Löschzyklen zu 3000 Schreib-/Löschzyklen, wie sie andere Hersteller anbieten. Identische Speicherbausteine wurden ebenfalls schon bei der bereits von uns getesteten Kingston HyperX SSD verbaut. Intel gewährt seinen Kunden damit einhergehend eine Garantiezeit von 3 Jahren.

Definitives Alleinstellungsmerkmal der SSD 520 ist jedoch die Firmware. Hierbei hat man sich mit Sandforce zusammengesetzt und eine eigene Version entwickelt, die bisher mögliche Komplikationen ausschließen soll. Andere Hersteller können von diesen Maßnahmen leider nicht profitieren. Ein Vertrag sichert Intel die Exklusivrechte zu.

Wir möchten nun auf die technischen Daten in der Übersicht hinweisen.

Intel SSD 520 Series 240 GB
Modellbezeichnung
SSDSC2CW240A3B5
Kapazität 240 GB
Cache
keinen (lediglich ein kleiner Cache direkt im Controller)
Controller SandForce SF-2281
Chips Intel/Micron MLC NAND (25 nm)
Leserate (theoretisch) 550 MB/s
Schreibrate (theoretisch) 520 MB/s
Formfaktor 2,5''
Garantie 3 Jahre

Das mitgelieferte Zubehör fällt angemessen aus. Neben der SSD mit der gewünschten Kapazität, liegt der Kartonage der Retailvariante ein S-ATA Strom- und Datenkabel, ein 3,5 Zoll Einbaurahmen, diverse Schrauben und eine CD, auf welcher sich das Handbuch in elektronischer Form befindet, bei.

Erhältlich ist die SSD mit den Fassungsvolumen von 60 GB, 120 GB, 180 GB, 240 GB und 480 GB. Die Standardbauhöhe beträgt 9,5 mm, welche für alle angegebenen Varianten verfügbar ist. Immer mehr Laptophersteller steigen jedoch auf einen kompakteren Schacht mit lediglich 7 mm Einbauhöhe um. Die drei Varianten von 120 bis 240 GB sind ebenfalls in dieser Baugröße erhältlich. Einziger Unterschied ist hierbei der Entfall des schwarzen Plastikrahmens.


Benchmark

Inzwischen sind uns einige Merkmale bekannt, welche die Intel SSD von vielen anderer Hersteller unterscheidet. In der Theorie klingt das Alles soweit auch sehr gut. Gespannt sind wir insbesondere auf den Vergleich zum Vorgängermodell, der 510 Series. Ob sich der Wechsel des Controllers wohl gelohnt hat? Noch eine Spur interessanter dürfte der Vergleich zu Kingstons Hyper X ausfallen. Die SSD, welche uns zum Test ebenfalls in der 240 GB Variante vorlag, unterscheidet sich von der heute zu testenden lediglich in der Firmware und dem Layout des PCBs. Controller und sogar die verbauten Flashchips sind identisch.

Verglichen zu unserem letzten Review hat sich an unserem Versuchsaufbau nichts geändert. Es herrschen somit absolut identische Bedingungen. Auch Vergleiche zu älteren Reviews sind ohne weiteres möglich, da sich die Eckdaten unseres Rechners nur unmaßgeblich verändert haben. Einzig nennenswerte Erneuerung stellte seiner Zeit das Upgrade des Mainboards auf ein ASRock P67 Transformer dar, um für S-ATA 6 Gbit/s gewappnet zu sein. Nachfolgend unser Testsystem in der Übersicht.

Testsystem Konfiguration
Prozessor Intel Core i5 750 (2,67GHz)
CPU-Kühler Scythe Mugen
Grafikkarte Zotac GeForce GTX 470 mit 1280 MB DDR5 Ram
Mainboard ASRock P67 Transformer
Netzteil Scythe Kamariki 550Watt
Betriebssystem Microsoft Windows 7 Ultimate 64bit
Arbeitsspeicher 2x2 GB Kingston Hyper X DDR3 12800 - 1600 MH

Um ein möglichst ausgewogenes Ergebnis zu erhalten, kamen bei unseren Tests 8 verschiedene Programme zum Einsatz, woraus wiederrum 22 Einzeldisziplinen resultierten. Eine kleine Einführung in die Vorgehensweise werden wir vor jedem Benchabschnitt bereitstellen. Aus diesem Grund zunächst eine einfache Einteilung der verwendeten Tests:

• Test 1: Installation von Windows 7 Ultimate 64 bit
• Test 2: Bootracer - Log In
• Test 3: Bootracer - Desktop
• Test 4: Installation von Microsoft Office 2007
• Test 5: WinRAR v3.90d x64: Packen meines Supreme Snowboarding Ordners (338MB, 6457 Dateien, 2212 Ordner)
• Test 6: WinRAR v3.90d x64: Entpacken des Supreme Snowboarding Archivs
• Test 7: Photoshop CS4: Öffnen einer 54,7 MB Datei
• Test 8: Kopieren eines Ordners
• Test 9: AS SSD Benchmark v1.6.4067: Kopier-Benchmark (ISO, Program, Game)
• Test 10: HD-Tune v2.55: Minimale Lesegeschwindigkeit
• Test 11: HD-Tune v2.55: Maximale Lesegeschwindigkeit
• Test 12: HD-Tune v2.55: Durchschnittliche Lesegeschwindigkeit
• Test 13: AS SSD Benchmark v1.6.4067: Sequentielle Leserate / Schreibrate
• Test 14: AS SSD Benchmark v1.6.4067: 4K Random Leserate / Schreibrate
• Test 15: AS SSD Benchmark v1.6.4067: 4K Random (64 Threads) Leserate / Schreibrate
• Test 16: AS SSD Benchmark v1.6.4067: Zugriffszeit
• Test 17: Crystal Disk Mark v3.0.1: Sequentielle Leserate / Schreibrate
• Test 18: Crystal Disk Mark v3.0.1: 512K Random Leserate / Schreibrate
• Test 19: Crystal Disk Mark v3.0.1: 4K Random Leserate / Schreibrate
• Test 20: Crystal Disk Mark v3.0.1: 4K Random (32 Threads) Leserate / Schreibrate
• Test 21: ATTO Disk Benchmark v2.46: Lesen
• Test 22: ATTO Disk Benchmark v2.46: Schreiben

Die Tests 1 bis einschließlich 9 sind stellvertretend für alltägliche Anwendungen und somit auch repräsentativ für die tatsächliche Arbeitsgeschwindigkeit und die damit verbundene Leistungssteigerung. Die Tests 10 bis 22 sind eher theoretischer Natur und bringen in erster Linie Maximalwerte zum Vorschein.


Test 1: Installation von Windows 7 Ultimate 64 bit

Unser Test beginnt mit einer komplett leeren, unpartitionierten Platte. Mittels der Windows 7 Installations-DVD booten wir den Rechner, um das Betriebssystem aufzuspielen. Da eine schnelle Abhandlung dieser Routine durchaus von Bedeutung sein kann, haben wir die Zeit gemessen, in der der eigentliche Installationsvorgang abläuft, sprich ab dem Zeitpunkt, ab dem keine Eingaben mehr getätigt werden müssen. Die Zeit bis zum anschließenden Reboot wurde per Stoppuhr festgehalten. Aufgrund der Abhängigkeit der restlichen Schritte vom Benutzer, wurde der Test auf diesen Bereich beschränkt.

Mit einem Wert von 12 Minuten und 7 Sekunden kann man bei der bisher guten Konkurrenz zwar keine Medaille gewinnen, schlecht ist der Wert dennoch nicht. Ein guter Wert, der sich im oberen Mittelfeld ansiedelt. Die Installation ging schnell von der Hand und verlief reibungslos. Nach diesem neutral einzustufenden Start sind wir gespannt, wie sich die Platte im weiteren Testverlauf schlagen wird.

Test 2 und 3: Bootracer Log In und Desktop

Ebenfalls von großer Bedeutung ist ein schnell bootendes System, schließlich möchte man ja möglichst schnell arbeitsfähig sein. Mit Hilfe des Tools „Bootracer” lässt sich die Zeit, die der Rechner beim Hochfahren bis zum Log In Screen bzw. zum Desktop benötigt, automatisiert messen. Hierbei zählt die Ladezeit von Windows. Aus jeweils drei Durchgängen wurde der Durchschnittswert ermittelt.

Etwas mehr als 11 Sekunden lässt sich unser System mit verbauter Intel SSD Zeit, ehe man von dem Willkommens-, bzw. LogIn-Screen begrüßt wird. Wartet man noch einmal weitere 6 Sekunden, so präsentiert sich uns auch der Desktop in seiner ganzen Pracht, mit samt geladenen Autostartprogrammen. Verglichen mit herkömmlichen HHDs muss man nicht gefühlte Ewigkeiten warten, in denen diese, im wahrsten Sinne des Wortes, vor sich hin rattert. Sobald der Schreibtisch geladen ist, kann man auch direkt mit der Arbeit beginnen. Internet Explorer, Word, oder auch mal ein Spiel sind im Anschluss direkt betriebsbereit. Warten auf Autostartprogramme, die im Hintergrund geladen werden, entfällt hierbei völlig. Die Zeit, die das System benötigt, um nach Betätigen des Startknopfes das Bios zu laden, lässt sich jedoch auch von einer SSD nicht beeinflussen. Die Gesamtzeit für den Bootvorgang (Bios + Windows) ist demnach ebenfalls stark vom verwendeten Mainboard abhängig. In unserem Fall dauerte alles zusammen unterm Strich etwa 40 Sekunden.

Die Alltagstauglichkeit wäre somit belegt. Im Vergleich der theoretischen Werte aus dem Bootracer Benchmark landen die Kalifornier auf dem fünften Rang bei der Login- und auf dem siebten bei der Desktopzeit. Spürbar sind diese Differenzen bei alltäglicher Nutzung nicht, dennoch hätten wir hier etwas mehr erwartet, schließlich gelang dies Kingston mit gleicher Konfiguration etwas schneller.

Test 4: Installation von Microsoft Office 2007

Die Installation von Microsoft Office in der Version von 2007 ist sehr umfangreich, dementsprechend viel Zeit wird auch benötigt, um das Paket auf den Rechner zu transferieren. Die Dauer der Installation wurde hier, ähnlich wie schon zuvor, mit einer Stoppuhr gemessen. Dabei zählt die Zeit, die die eigentliche Installation braucht, praktisch ab der letzten manuellen Auswahl.

Das Office Paket wird bei diesem Test direkt von der SSD auf die SSD installiert. Limitierende Schnittstellen, wie beispielsweise USB-Ports können auf diese Art ausgeschlossen werden. Bei Installationsroutinen werden im Normalfall sowohl große als auch kleine Files gelesen und geschrieben. Mit einer Zeit von 2 Minuten und 9 Sekunden hinkt Intel erneut etwas hinter dem Durchschnittswert hinterher. Auswirkungen für den PC-Betrieb im Alltag haben diese 10 Sekunden jedoch nicht.

Test 5 und 6: WinRAR Packen und Entpacken

Der installierte Ordner des Kult-Snowboardgames „Supreme Snowboarding” besteht aus 6.457 Dateien, welche sich in 2.212 Ordnern verteilen. Ziel dieses Benchmarks ist es, das 338 MB große Paket möglichst schnell zu einem WinRAR-Archiv zu packen bzw. das fertige Archiv, mit einer Größe von 147 MB, möglichst schnell zu extrahieren. Selbstverständlich wurde nach jedem Durchlauf von insgesamt dreien ein Reboot durchgeführt. Schließlich wollen wir die Platte und nicht unseren RAM testen.

Den WinRAR-Test absolviert unser heutiger Proband grundsolide. Schneller als das Vorgängermodell, sowie schneller als der direkte Kontrahent, das kann sich sehen lassen. Das Packen des Ordners gelingt außerordentlich gut. Auch beim Entpacken macht die SSD eine gute Figur und liegt mit den Anderen aus dem Testfeld gleich auf.

Test 7: Öffnen einer Datei

Das Bildbearbeitungsprogramm Photoshop muss oftmals mit großen Dateien umgehen. Zum einen dauert der Startvorgang des Programms an sich mit einer herkömmlichen HDD schon eine ganze Weile, zum anderen kommt aber zusätzlich auch noch eine 54,7 MB große Datei hinzu. (Zum Vergleich: Der Startvorgang mit einer normalen HDD benötigte etwa 15 Sekunden.)

Photoshop ist ein sehr komplexes Tool, bei dessen Start allerhand Daten und Einstellungen geladen werden müssen. Kommt zusätzlich noch eine große Datei hinzu, so kann sich der Programmaufruf schon ein paar Sekündchen hinziehen. Vielen Nutzern ist ein flüssiges Arbeiten am PC enorm wichtig. Es ist dabei auch nicht die absolute Wartezeit, vielmehr sind es die immer wieder auftretenden kleinen Pausen, welche den Workflow des professionellen Users beeinträchtigen. Mit einer Startzeit von gerade einmal 2,85 Sekunden kann dies mit der SSD von Intel jedenfalls nicht passieren. Auch im Vergleich mit anderen getesteten Platten stellt diese Zeit einen sehr guten Wert dar.

Test 8: Kopierleistung

Ein Ordner, bestückt mit Dateien mit einem Gesamtvolumen von 2,6 GB soll dupliziert werden. Der Ordner befindet sich zum Zeitpunkt des Tests ebenfalls auf dem Solid State Drive. Dieses muss also schnell Lesen und schnell Schreiben können und sollte am besten auch noch in der Lage sein, alles gleichzeitig zu tun.

Zwar gelingt es der SSD 520 Series nicht, alle Daten als schnellste Platte des Feldes zu kopieren, mit nur 19 Sekunden schafft sie es jedoch äußerst schnell. Die ebenfalls sehr gute und in diesem Fall auch einen Tick bessere Kingston SSD kann diese Kategorie für sich entscheiden. 2,6 GB entsprechen umgerechnet 2662,4 MB. Dividiert man diesen Wert durch 19,1 Sekunden kommt man auf eine Datendurchsatzrate von etwa 140 MB/s. Gerade Laptops, die häufig nur einen internen Datenträger verbaut haben, profitieren von diesem Boost. Dort werden nämlich neben den Programmen gleichzeitig auch alle Daten gesammelt, die bei stationären Rechnern nicht selten auf Terrabytemonstern mit magnetischen Scheiben abgelegt werden.

Test 9: AS SSD Benchmark Kopier-Leistung

Mit Hilfe dieses speziell zum Testen von SSDs entwickelten Tools, ist es unter anderem möglich, die Transferrate bei Kopieraktionen zu ermitteln. Da uns dieser Bereich sehr alltagsrelevant erscheint, haben wir diesen gleich durch zwei Testmethoden abgedeckt.

Zuerst mussten lediglich zwei, jedoch sehr große Dateien kopiert werden. Es lässt sich im Vorfeld die allgemeine Aussage treffen, dass alle Datenträger, egal ob herkömmliche HDD oder SSD hierbei die höchsten Datendurchsätze leisten können. Kein Land in Sicht gegen Kingstons Hyper X. Intel bringt es in diesem Test trotz gleicher Hardware auf nur 283 MB/s, das sind gut 90 weniger als beim Hauptkonkurrenten. Das Vorgängermodell zur 520 Series, welches seiner Zeit mit herausragenden sequentiellen Durchsätzen glänzen konnte, wurde jedoch mit Leichtigkeit in die Schranken gewiesen.

Zweiter Durchlauf. Nun soll der Kopiervorgang eines Programmes simuliert werden. Typischerweise besteht solches aus vielen kleinen und einigen größeren Datenblöcken. Da kleine Daten nicht zusammenhängend an einen Ort einer SSD geschrieben werden, sondern verstreut dort abgelegt werden, wo eben gerade Platz ist, dauert der Lesevorgang um einiges länger. Ein Abfall des Datendurchsatzes ist die logische Konsequenz. Gut 170 MB/s sind bezogen auf das Gesamtfeld wieder ein guter Wert. Jedoch gelingt es auch hier nicht, an Kingston vorbei zu ziehen.

Der dritte und letzter Durchlauf beinhaltet den Kopiervorgang eines Games. Große und kleine Dateien sind hier in etwa gleichem Verhältnis vertreten. Prompt steigen die Datenraten wieder, wenn auch nur in kleinem Rahmen. Das Bild der vorherigen Teilbenches scheint sich auch hier zu wiederholen. Kingston hat auch hier die Nase vorne, Intel einen Platz dahinter, jedoch bereits mit etwas Abstand.

Test 10, 11 und 12: HD-Tune Leserate Minimal, Maximal und Durchschnitt

HD-Tune ist ein Benchmark theoretischer Natur. Es werden die minimalen, die maximalen als auch die durchschnittlichen Leseraten von Festplatten ermittelt und angezeigt. Auch bei dieser Testreihe wurden drei Läufe absolviert und der Mittelwert errechnet.

Weder von großen Ausreißern nach oben, noch nach unten können wir bei diesem Test berichten. Die Werte erscheinen plausibel und sind dabei sogar relativ gut. Im Bereich der minimalen Geschwindigkeit schnitt die SSD von Intel sogar am besten ab.

Wichtigstes Kriterium stellt zweifelsohne der Durchschnittswert dar, welcher über die gesamte Kapazität der Platte ermittelt wird. Wie schon so oft im Laufe dieses Tests liefert die 520er saubere Resultate, dennoch ist die SSD von Kingston auch in diesem Punkt ein Quäntchen besser.

Test 13, 14, 15 und 16: AS SSD Benchmark: Sequentiell, zufällig und Zugriffszeit

Neben der Kopierleistung lassen sich mit diesem kleinen Programm auch noch andere Benchergebnisse ermitteln. Nun sollen die Schreib- und Leserate des Flash-Speichers ermittelt werden. Der Test wird einmal sequentiell, also mit aneinander hängenden Daten und mit zufällig verteilten 4K-Blöcken durchgeführt. Der 4K-Test spaltet sich wiederrum in eine, als auch 64 Anfragen gleichzeitig auf. Zu guter Letzt wurde noch die Zugriffszeit ermittelt. Der AS-Benchmark selbst ermittelt schon Durchschnittswerte. Da wir all unsere Runs mehrmals durchführen, wurden diese Werte abermals gemittelt und ein abgerundetes Resultat erzeugt.

Im Gegensatz zu anderen Benchmarks arbeitet der AS SSD Benchmark mit inkompressiblen Datensätzen. Auf den Verpackungen werden häufig wahnwitzige Werte angegeben, welche in der Realität nur selten erreicht werden können. Dies liegt ganz einfach daran, dass diese Werte mit perfekt kompressiblen Daten erreicht wurden. Atto ist hierbei oft das verwendete Werkzeug (siehe Test 21 + 22). Leseraten sind von variierenden Daten nicht betroffen, Schreibraten jedoch umso mehr. Intel bietet an dieser Stelle mehr Transparenz. In den Datenblättern, welche die Compression-Technology beschreiben, werden diese mit 520 MB/s und 235 MB/s angegeben. Unsere Tests bestätigen dies. Fast 250 MB/s an Schreibdurchsatz mit inkompressiblen Daten können sich sehen lassen, obgleich Kingston auch hier wieder die Nase vorne hat.

Wollen wir nun die Ergebnisse des 4K Random Tests genauer analysieren. Zuerst fällt auf, dass dies der einzige Test ist, bei dem die Schreibraten höher als die Leseraten sind. Die 4K Blöcke liegen beim Lesen zufällig verteilt auf der Platte vor. Die vielen Daten müssen lokalisiert und aufgerufen werden, was dementsprechend viel Zeit in Anspruch nimmt. Beim Schreiben handelt es sich zwar ebenfalls um 4K Blöcke, jedoch kann der Controller sich aussuchen, wo auf der SSD er die Daten gerne ablegen würde. Je mehr freier Speicher auf der SSD zur Verfügung steht, desto schneller kann dieser Test durchlaufen werden. Logischerweise sollte hierbei eine Platte mit 240 GB Fassungsvermögen gegenüber kleineren Modellen klar im Vorteil sein. Trifft das auf Kingstons Hyper X auch tatsächlich zu, so können wir dieses Phänomen bei Intels Platte nicht 1:1 bestätigen.

Wie auch beim 4K-Test zuvor zeigt sich, dass Intel beim AS SSD Benchmark Stärken beim Lesen kleiner Blöcke hat. Auch die Tatsache, dass im letzten Durchlauf 64 Blöcke gleichzeitig gelesen werden, ändert daran nichts.

Test 17, 18, 19 und 20: Crystal Disk Mark: Sequentiell und zufällig

Eine ähnliche Testweise wie der AS SSD Benchmark bietet auch Crystal Disk Mark. Ebenfalls wird die Platte hier auf Lese- und Schreibgeschwindigkeiten überprüft. Lediglich die Unterteilungen sind hier etwas anders gewählt. Die vier Bereiche sind sequentiell, 512K zufällig, 4K zufällig und 4K zufällig mit 32 Anfragen zur gleichen Zeit.

Da der Crystal Disk Mark dem vorherigem Testtool sehr ähnlich ist, fallen dementsprechend ähnlich auch die Resultate aus. Die Ausführungen würden daher fast eins zu eins wie die zum AS SSD Benchmark lauten.

Test 21 und 22: ATTO Disk Benchmark: Lesen und Schreiben

Mit Hilfe dieses Benchmarks ermitteln die Hersteller die theoretischen Maximalwerte in Sachen Lese- und Schreibperformance ihrer SSDs. Auch wir wollen es ihnen gleich tun und prüfen unsere Testmuster mittels dieses Tools.

Die Vergangenheit zeigte uns, dass es bei diesem Test in der Regel keine Überraschungen gibt. Die Datenraten, welche die Hersteller erreichen und angeben, können auch von unserem Testsetup bestätigt werden. 546 MB/s lesend und 513 MB/s schreibend stimmen mit den Herstellerangaben überein.

Fazit

Die Leistung der Intel 520 Series überzeugt. Die Platte ist schnell und wird mit hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit jedem Rechner einen extra Boost verleihen können. Dennoch ist sie, wenn man sich die Ergebnisse unseres Berichtes ansieht, nicht die Allerschnellste. Es gab halt doch immer eine, die Kingston nämlich, die die entscheidenden Leistungsreserven auf ihrer Seite hatte.

Doch spricht das gegen den Erwerb von Intels neuestem Datenträger? Natürlich nicht! Denn was man bei Intel bekommt ist wie immer vom Feinsten. Schließlich hat man ja einen Ruf zu wahren. Keine andere SSD mit Sandforce Controller wurde derart ausgiebig auf Stabilität und Sicherheit geprüft, wie es bei dieser der Fall ist. Die eigens entwickelte Firmware in Verbindung mit dem eigens entwickelten PCB-Layout trägt den übrigen Teil bei. Zu Beginn wurde der Versuch von Intel, eine SSD mit Sandforce Controller herauszubringen, noch sehr kritisch beäugt, inzwischen, spätestens jedoch heute, dürfte sich herumgesprochen haben, dass man seine Hausaufgaben gemacht hat.

285 € (Derzeit günstigster Preis bei Geizhals, Stand: 17.05.2012) sind gewiss keine Kleckerei, bezogen auf den Markteinführungspreis wiederum doch. Generell tendieren die Preise für Flashspeicher derzeit zu purzeln, was dem Endkunden sicherlich gefallen dürfte.

Das PCMasters-Team kann die Intel SSD 520 Series empfehlen.

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