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Mini PCs: Sapphire EDGE HD und Zotac ZBOX ID41 / AD02

Wer kennt nicht die Abende, an denen man einfach die Zeit im Netz totschlägt. Man chattet bis in die Nacht hinein mit Freunden, liest sich die aktuellen Lieblingsthreads durch und schaut das ein oder andere neue Video auf YouTube oder einer der unzähligen anderen Video-Plattformen. Dazu gönnt man seinen Ohren das neuste Album des Lieblingskünstlers. Für diese leichten Tätigkeiten nutzt man in den meisten Fällen einen vollkommen unterforderten PC.

Schon im Notebook Sektor glaubte man daran, dass man für die normalen Dinge des Lebens kein High End Gerät braucht. So sind Netbooks mit vergleichsweise geringer Ausstattung enorm beliebt. Dieser Trend hält nun auch immer mehr im Desktopbereich Einzug. Das Ziel der Geräte ist einfach: Man will die genannten Tätigkeiten befriedigend erledigen, die einen hohen Prozentsatz der privat genutzten PCs beschäftigen. Für diese Tätigkeiten braucht meine keine besonders leistungsfähigen Multi-Kern Prozessoren oder teure Grafikkarten.

 

Aus diesem Grund werfen wir heute einen Blick auf die zwei aktuellen Plattformen die in den meisten aktuellen Mini-PCs zu finden sind. Da wäre zum einen die erfolgreiche Atom-Serie von Intel, welche mittlerweile starke Unterstützung von der in Sachen Grafik wesentlich potenteren ION 2 Plattform von Nvidia bekommt. Zum anderen dringt auch AMDs neue “Fusion”-Technik immer mehr in dieses Segment ein, welche CPU und GPU auf einem Chip vereint.

 

 

So haben wir heute zwei Systeme mit Intel Atom / ION 2 Kombination und ein neues AMD Fusion System im Test, um dieses Segment zu vertreten. Im genaueren handelt es sich um zwei ZBOX Modelle von Zotac, die Zotac ZBOX ID41 und die AD02. Als drittes fügt sich das winzige Mini-PC System Sapphire EDGE-HD in den Test ein.

Technik Allgemein


Die anfangs noch in Netbooks verbauten Atom CPUs von Intel werden liebevoll als „Krücken“ bezeichnet und auch die ihnen damals zur Seite gestellte GPU, Intels GMA900 Serie, war nicht als leistungsstark zu bezeichnen. Im Zuge der HD-Entwicklung war dieses Paar dann endgültig überfordert. Schon normale Flashvideos konnten es in die Knie zwingen. Zwar hält man heute noch an der typischen In-Order Architektur des ersten Atom fest, jedoch kommt die aktuelle Pineview Generation mit zwei Kernen, Hyper Threading und bis zu 1,8 Ghz daher. Diese 2+2 Threads retten dann meist das, was durch die alte In-Order Architektur verloren geht. Dadurch ist zumindest CPU-seitig mehr Potenz vorhanden.

 

Doch wenn wir in Richtung Mini-PC blicken, reicht es nicht einzig und allein, eine mehr oder weniger potente CPU zu besitzen. Denn diese schafft es meist nicht, aktuelle HD Filme oder Flashvideos wiederzugeben. Daher stellt man der CPU in den meisten aktuellen Systemen eine Grafikeinheit von Nvidia zur Seite. Die Vorzüge des ION 2 getauften GT218 Chips liegen klar auf der Hand: Die GPU unterstützt Videobeschleunigung, sei es nun bei Flashvideos oder vollwertigen BluRay Filmen in Full HD. Hinzu kommen der wesentlich bessere Treiber-Support seitens Nvidia. Und als kleines Sahnehäubchen ist der ION 2 Chip mit seinen 535 Mhz noch schnell genug, um auch einfachere Spiele zum Laufen zu bekommen. Zudem besitzt der Chip, welcher sich nun schon in seiner zweiten Generation befindet, dedizierten Arbeitsspeicher und ist damit unabhängig vom wesentlich langsameren Hauptspeicher des Systems. Fasst man das alles zusammen, stehen am Ende eine mit zwei physischen und zwei logischen Kernen ausgestattete CPUs auf dem Programm, welche DDR3 Speicher unterstützten. Zudem kann man auf eine mit 16 Shadereinheiten und 512 MB Speicher bestückte Grafikeinheit zurückgreifen.

 

 

 

Das zweite technische Bündel im heutigen Test kommt von AMD. Vor langer Zeit kündigte man die Fusion von CPU und GPU auf einem Chip an. Mit dem vorgestellten “Bobcat” Kern, welcher in der Zacate CPU steckt, will man dieses Kunststück vollbringen. Dabei hatte man sich mit dem kleinen Chip, welcher mit maximal 1,6 Ghz taktet, klar aktuelle Atom Modelle von Intel als Hauptkonkurrenten auserkoren und will vieles besser machen als diese. Statt alter In-Oder Architektur brachte man eine technisch aufwändigere Out-of-Order Architektur im Chip unter und vereinte diese gleich mit der Entry Level GPU Radeon HD6310. Diese besitzt immerhin 80 Shadereinheiten bei 500 Mhz Kerntakt, bietet DX11 Support und den UVD 3 Videoencoder. Den Arbeitsspeicher muss die GPU sich jedoch mit dem restlichen System teilen. Auf dem Papier fehlen der neuen AMD CPU im Vergleich zu Intels Atom / ION 2 zwar zwei logische Kerne und dedizierter Grafikspeicher; dieser Nachteil soll aber durch das bessere Chipdesign und die höhere Grundleistung ausgeglichen werden. Schlussendlich will man auch den Stromverbrauch der Konkurrenz unterbieten.

 

Ein Blick auf die technischen Daten bestätigt dies. Allein die Dualcore Atom CPU von Intel verschlingt laut offiziellen Angaben schon 13 Watt, hinzukommen die 12 W Leistung des ION 2 Chips. Das sind in der Summe immerhin schon 25 W und damit 7 W mehr als bei AMD. Wie sich die Systeme jedoch in der Realität verhalten, wollen wir heute herausfinden.

 

Zotac ZBOX ID41 und AD02:


Design und Features:


Quadratisch, Praktisch, Gut! So ließe sich das Gehäuse der ZBOX wohl am treffendsten beschreiben. Die Kunststoffhülle gibt sich auf den ersten Blick eher handlich und ist mit 18,8 cm mal 18,8 cm sehr kompakt. Leider zeigt sich jedoch, dass sie nicht zu den stabilsten gehört. So kann es schon mal vorkommen, dass es leicht knarzt wenn man zu fest zupackt. Auch lassen sich Vorder- und Rückseite sehr einfach eindrücken. Aber so ein Gerät ist ja nicht zum Zusammenknautschen gedacht. Es muss in erster Linie seinem Zweck als Gehäuse nachkommen. Da verzeiht man schon mal das viele Plastik.

 

Vorder- und Rückseite sind mit einer edlen, aber sehr sensiblen Klavierlack-Optik versehen. Sensibel deswegen, weil sich jeder Fingerabdruck auf ihr wunderbar verewigen lässt. Auf der Frontabdeckung leuchtet im eingeschalteten Zustand je nach Version ein farbiger Ring. Dieser ist bei Intel Modellen blau, bei AMD Modellen grün beleuchtet. Getrennt werden die beiden Deckel von einem matt silbernen, ca. 3 cm breiten Gehäusestreifen, der die verschiedenen Anschlüsse beherbergt. 



 

Im Frontbereich finden sich so Mikrofon und Kopfhöreranschluss, ein 6 in 1 Kartenleser für alle gängigen Formate, sowie ein USB 2.0 Anschluss für den alltäglichen Gebrauch. Zusätzlich ist die Front mit drei Status LEDs für Power, WLAN und HDD Zugriffe ausgestattet. Diese wirken im Vergleich zum sehr fein ausgeleuchteten Ring an der Seite jedoch sehr plump und wollen nicht so ganz ins sonst schlüssige Bild passen. Auf der Oberseite des Chassis befindet sich neben den Entlüftungslöchern ein zusätzlicher USB 2.0 Port, welcher als eine Art Hot Plug In Port für die Betriebssysteminstallation dient. Denn wird an diesem Port ein USB-Stick mit einer Windows Installation angesteckt, bootet das System automatisch von diesem. Ein manuelles umstellen des Bootmediums ist also nicht nötig. Unter Windows arbeitet dieser Port dann wie ein ganz normaler USB-Anschluss.

 

 

Auf der Rückseite geht es dann richtig zur Sache. Nicht ein freier Zentimeter blieb hier übrig. Zur Freude des Kunden, denn der bekommt Anschlüsse satt. eSATA und sogar zwei USB 3.0 Abschlüsse runden das Bild zusätzlich zu 1000 Mbit Ethernet, zweimal USB 2.0, DVI, HDMI und optischem Audio Ausgang ab. Zusätzlich wurde intern schon an den passenden WLAN Chip gedacht, welcher alle 802.11n/g/b Standards unterstützt. Mehr kann man bei diesem kompaktem Gehäuse kaum unterbringen. Auch im Test erwies sich diese Anschlussvielfalt als äußerst vorteilhaft.

 

 

 

 

Zubehör:


Das Zubehör der ZBOX ist zwar überschaubar, aber dafür von Zotac sehr funktional ausgewählt. Neben dem externen Netzteil, welches sich leider mit einem unhandlich dicken Stromkabel herum plagen muss, liegt noch ein DVI zu VGA Adapter bei. Lobenswert ist die Ausführung des Quick Guides in 18 Sprachen. Das eigentliche Handbuch ist dann jedoch leider nur auf Englisch. Etwas fraglich bleibt bei der ganzen Sache vor allem das Beilegen der Treiber auf einer CD, wo der PC doch gar kein passendes Laufwerk besitzt. Es wäre hier sicher klüger gewesen, die Treiber auf einem USB Stick mitzuliefern. Denn so bleibt einem nur der Umweg, die Treiber mit einem anderen PC auf einen USB Stick zu laden, oder, falls vorhanden, ein externes Laufwerk zu bemühen.

 

Funktionell sehr interessant sind die beiden Halterungen, die Zotac seiner ZBOX spendiert. Die kleinere von beiden eignet sich perfekt für das Aufstellen der ZBOX auf dem Schreibtisch und fungiert dabei als Standfuß. Die größere ist mit passende VESA Bohrungen ausgestattet und ermöglich so die Montage der Box an der Rückseite einen Monitors. Man kann die ZBOX mit dieser Halterung aber auch problemlos an einer Wand montieren. Das macht ihren Einsatzort sehr flexibel und gibt dem Kunden eine Menge Freiheit bei der Nutzung dieses kleinen Computers.

 





 

Zotac ZBOX ID41 und AD02:

 

Technik:


Die beiden Modelle sind optisch kaum zu unterscheiden. Einzig im eingeschalteten Zustand ist ein kleiner Unterschied zu erkennen: Während bei der Version ID41 mit Intels Atom an Board ein blauer Ring an der Seite leuchtet, ist es bei der AMD Fusion Version AD02 ein grüner Ring.

 

 

 

 

Technisch basieren beide, wie die Versionsnummer schon vermuten lässt, auf vollkommen unterschiedlichen Systemen. Zotacs ZBOX ID41 ist das aktuelle High End Modell der Serie. Es ist ausgestattet mit einer Intel Atom D525 Dualcore und einer Nvdia ION 2 Grafikeinheit. Dabei bietet der Intel Prozessor per Hyperthreading insgesamt 4 Threads, welche parallel abgearbeitet werden können. Mit 1,8 Ghz ist der D525 zudem der schnellste Atom Ableger der Pineview Generation. Dem zur Seite gestellt wird ein ION 2 Chip, welcher auf dem GT218 Kern basiert. Dieser bietet 16 CUDA Kerne und nimmt dem Atom Chip Arbeit ab. So beschleunigt dieser vollends Flash, Videos und Filme; Dinge, bei denen frühere Atom Versionen mit Intel Grafik kläglich scheiterten. Aufgrund der CUDA Schnittstelle werden auch Multimediaprogramme, welche die Schnittstelle bieten, beschleunigt. Ein weiterer Vorteil der neuen Generation ist der interne Speicher von immerhin 512 MB. Dieser macht ION 2 endlich zu einer vollwertigen, diskreten Grafikeinheit und befreit den Chip vom limitierenden Hauptspeicher. Weiterhin bietet das System 2 GB DDR3 Arbeitsspeicher mit 800 Mhz Taktfrequenz. Das Testmodell verfügte darüber hinaus noch über eine 250 GB große Samsung Festplatte, welche mit 5400 u/min arbeitet und angenehm leise zu Werke geht.

 

Das AMD Fusion System von Zotac setzt auf das derzeitige Top Modell. Die E350 genannte APU verfügt über zwei Kerne, welche mit 1,6 Ghz getaktet sind. Hyper Threading oder dergleichen wird nicht unterstützt, und so muss sich der Prozessor mit zwei parallelen Threads zufrieden geben. Einen wesentlich größeren Anteil an der Fläche der APU nimmt die GPU ein. Diese hört in der E350 APU auf den Namen HD6310 und bietet 80 Stream Prozessoren in VIWD5 Bauweise. Es stehen also 5 x 16 Arrays zur Verfügung. Zusätzlich verfügt der Chip über die UVD 3 Engine, welche sich für die Videobeschleunigung verantwortlich zeigt. Auf dedizierten Grafikspeicher muss das System auf AMD Fusion Basis leider verzichten. Für einen einigermaßen zügigen Datenaustausch besitzt das System mit 2 GB DDR3 1333 Mhz dafür den schnelleren Speicher. Bei der Festplatte kommt ebenfalls eine 250 GB Samsung HDD mit 5400 u/min zum Einsatz.

 

 

Sapphire EDGE HD:


Design und Features:


Sapphire stellt auf seine Homepage offiziell die Frage: World’s Smallest? Ohne diese Frage wirklich beantworten zu können, können wir jedenfalls sagen, dass es sich beim EDGE HD um den kleinsten PC dieser Klasse handelt, den wir je in der Hand hatten. Das matt schwarze Gehäuse ist gerade mal so hoch, tief und lang wie eine DVD Hülle. Unter seinen Konkurrenten gehört er damit garantiert zu den Kleinsten. Die Kunststoffoberfläche fässt sich sehr griffig an, wirkt zu keiner Zeit billig, instabil oder gibt komische Geräusche von sich. Besonders gefällt uns die saubere, aufgeräumte Optik des Gehäuses, welcher nicht durch unzählige Anschlüsse zerstört wird. Auf seinem wellenartigen Ständer wirkt der PC regelrecht luftig und fällt so kaum als PC auf.

 

 

Sehr dezent an der Seite untergebracht sind der Power Schalter und die HDD LED Anzeige. An der Front beschränkt man sich auf das Nötigste und so befinden sich hinter einer Klappe zwei USB 2.0 Ports. Auf der Oberseite des Gehäuses befinden sich die Lüftungsschlitze. Leider stellten wir hier fest, dass die Lackierung des Gehäuses nicht 100%-ig perfekt ist. So schimmert an einigen Stellen der orangene Kunststoff durch.

 

An der Rückseite sind alle restlichen Anschlüsse sauber eingearbeitet. Im oberen Bereich befindet sich hier ein eher veralteter VGA Anschluss, auf welchen man auch sicher hätte verzichten können. Direkt darunter sitzt ein HDMI Anschluss, welcher per Adapter auch mit einem DVI Stecker genutzt werden kann. Etwas enttäuscht sind wir von der Tatsache, dass sich auf der Rückseite nur zwei weitere USB2.0 Schnittstellen finden lassen. Denn diese sind im Normalfall schon mit Tastatur und Maus belegt. Externe Medien können dann nur noch über die Frontanschlüsse mit dem PC verbunden werden. Ebenfalls mit an Bord ist ein 100/1000 Mbit Ethernet-Anschluss und die beiden Mikrofon und Kopfhörer Anschlüsse. USB 3.0 sucht man am EDGE HD vergebens. Versteckt im Inneren des EDGE HD befindet sich der WLAN Adapter, welcher 802.11n/g/b Support bietet und somit für eine schnelle 300 Mbit/s Datenverbindung ausgelegt ist.

 

 

 

 

 

 

Zubehör:


Das Zubehör des EDGE HD ist zweckmäßig. Dem PC liegt ein einzelner Ständer bei, welcher in seinem matten Wellendesign zu gefallen weiß. Beim Netzteil setzt leider auch Sapphire auf ein sperriges Kaltgerätekabel, obwohl die Verlustleistung des PCs auch schmalere Kaliber zulassen würde. Neben einer recht ausführlichen Anleitung ist eines besonders bemerkenswert. Man kann es fast unter den Teppich kehren, jedoch wollen wir hervorheben, dass es Sapphire nicht versäumt hat die entsprechenden Treiber für den PC auf einem USB Stick beizulegen. Denn wir wissen ja wo das Problem liegt – ein CD/DVD Laufwerk besitzt der Kleine nicht.

Desweiteren befinden sich im Zubehör zwei Kabel für den Anschluss des Monitors. Da wäre zum ersten ein HDMI / DVI Adapterkabel und zum zweiten ein HDMI Kabel.

 

 

Sapphire EDGE HD:

 

Technik:


Technisch ist der EDGE HD verwandt mit der ZBOX von ZOTAC. Viel Auswahlmöglichkeit bietet das aktuelle Leistungsportfolio für solche kleinen PCs sowieso nicht. Jedoch kommt im EDGE HD der Kleinere der aktuellen Pineview Dualcore Atoms unter. Mit 1,66Ghz ist der Intel Atom D510 nur unwesentlich langsamer als der D525 aus der ZBOX. Es ist aber zu erwarten, dass dieser auch etwas weniger Strom verbrauchen wird als sein großer Bruder. Um die Leistung der In-Order Architektur aufzubessern verfügt auch der Atom D510 über Hyper Threading. Das beschert ihm insgesamt 4 Threads, die parallel in die Pipelines geschoben werden dürfen. Gepaart werden diese mit 2 GB DDR3-800 Arbeitsspeicher, welcher auch so voll zur Verfügung steht, denn dieser muss nicht noch Platz für den ION 2 Chip zur Verfügung stellen. Dieser verfügt als dedizierte GPU über seinen eigenen Speicher. Mit 512 MB ist dieser ausreichend groß für einen ION 2 Chip. Mit seinen vollwertigen 16 CUDA Cores unterstützt er alles was auch größere Nvidia GPUs beschleunigen. Darunter sind Flash- und Videoformate wie auch Multimedia Software, welche für CUDA optimiert wurde. Damit ist vor allem für den flüssigen Genuss dieser Medien gesorgt – ein Intel Grafikchip ging dabei schon mal des Öfteren in die Knie.

 

Wie üblich werden die Daten auch beim EDGE HD auf einer 250Gb Samsung Festplatte gespeichert. Mit 5400 u/min ist diese leider nicht die schnellste, geht aber ohne große Worte zu werke.

 

 

Synthetische Benchmarks:


Trotz der Vergleichsweise geringen Leistung müssen die drei Systeme die gleichen Benchmarks bewerkstelligen, die auch High End Hardware vorgesetzt bekommt. Dabei wird vor allem in dieser Einsteigerleistungsklasse sehr schnell deutlich wo die Schwächen der verbauten Komponenten liegen.

Als Vergleichsbasis haben wir noch eine Kombination aus aktueller Phenom II X4 925 Quadcore und HD4250 in die Tests integriert. Auch dieses setzte der Fairness wegen auf 2GB Speicher und eine 2,5 Zoll Festplatte von Western Digital.

 

 

Schon im PCMark Vantage wird eines deutlich: die alte Atom Architektur profitiert enorm von Hyper Threading und den damit verbundenen vier Threads. In Multitasking lastigen Anwendungen mit mehr als 2 parallelen Aufgaben geht der Intel Atom im EDGE HD von Sapphire wie auch in der ZBOX klar in Führung. Der Unterschied zwischen Atom D525 und D510 hält sich dabei in Grenzen. Es ist aber auch erkennbar das AMDs E350 APU dem kleineren Intel Atom D510 schwer im Nacken hängt. Noch deutlicher wird das beim Browser Benchmark Peacekeeper von Futuremark. Eigentlich erwarteten wir hier keine großen Differenzen zwischen den Modellen. Vom Ergebnis waren wir dann dennoch überrascht. Denn im Bereich Browser Performance vermag es AMDs Erstlingswerk beide Intel Systeme weit hinter sich zu lassen. Bei genauerer Betrachtung auch ein Fakt, der in der Praxis auffiel.

 

Beim Thema 3D Leistung könnte man fast von Gleichstand sprechen. Denn der ION 2 Chip in beiden Intel Systeme unterstützt kein DX 11, somit ein Lauf auf im 3Dmark 11 nicht möglich. AMDs in die APU integrierte HD6310 hingegen bringt es hier immerhin auf 450 Punkte im Entry Setting. Das erste mal gegeneinander Antreten müssen die beiden GPUs im 3Dmark Vantage. Die DX 10 Leistung der beiden GPUs ist dabei nahezu identisch. Einzig in Verbindung mit dem 1,8Ghz schnellen Intel Atom D525 aus der ZBOX vermag man der AMD Kombination die Rücklichter zu zeigen – wenn auch nur leicht. Mit dem etwas langsameren D510 aus dem Sapphire System liegt der Endscore unwesentlich unter dem AMD Score. Diese Werte sind insofern beachtlich, als dass die AMD E350 APU auf den langsamen Hauptspeicher zurückgreifen muss und Nvidia’s ION 2 über immerhin 512 Mb Grafikspeicher verfügt. Absetzen können sich die ION 2 Systeme erst im 3Dmark 06 mit seiner DX 9 Engine.

 

In den weiteren Benchmarks wird vor allem eines immer wieder deutlich: Kann Intels Atom erst einmal auf seinen Hyperthreading Support zurückgreifen nutzt er diesen auch gut aus und kann etwaige schwächen der Architektur glatt bügeln. Und dass im Falle des D525 wie dem D510 gleichermaßen. Was aber auch ersichtlich ist, ist die im Vergleich zum Atom wesentlich potentere Architektur des AMD E350. Denn ist einmal nur ein Kern gefragt, und das ist nicht selten der Fall, so kann sich dieser weit vom Atom absetzten. Zu Beobachten ist dies vor allem in folgenden Benchmarks: Cinebench CPU Rendering, WinRar, Super Pi, Wprime, Paint.Net .

 

Im Mittel reiht sich das AMD System mit seiner neuen E350 APU genau zwischen Intels Atom D525 und D510 und deren ION 2 GPU ein.

 

 


Game Benchmarks:


Auch wenn die heute getesteten Systeme nicht damit prahlen Gaming PCs zu sein, hin und wieder spielt man an jedem PC mal eine kleine Runde oder man will einmal schnell die neuste Demo anspielen. Sicher geschieht das nicht in den höchsten Einstellungen, das wäre dann doch etwas zu viel verlangt. Aber ist es möglich auf so einem winzigen PC auf niedrigen Einstellungen Spiele zu spielen?

 

 

Viel hatten wir nicht ernsthaft erwartet, aber wir wurden eines besseren belehrt. Wenn man wenig Ansprüche hat ist sogar der aktuelle Shooter Crysis 2 mehr oder weniger spielbar. Das aber leider nur auf Nvidia’s ION 2 – der eigene Grafikspeicher macht sich hier bemerkbar. Immerhin 25 Frames kann das Top System von Zotac mit Atom D525 und ION 2 auf den Bildschirm zaubern. Das etwas schwächere EDGE HD System von Sapphire bringt es immerhin auf noch 23 fps. Die Zotac ZBOX mit E350 APU hat hier arg zu kämpfen und schafft nur magere 18 fps. Interessant an dieser Stelle ist jedoch, dass sogar unser Vergleichssystem mit 13 fps noch schlechter ist. Bei NFS Hot Pursuit sind dann aber alle drei Systeme restlos überfordert und man gurkt mit 10-11 fps über die Strecken. Besser schaut es da für Nachtschwärmer aus. Denn Batman: Arkham Asylum war sogar mit nur knapp über 20 fps doch recht passabel spielbar. Die Leistung der Systeme war hier mit 20,5 bis 22,5 fps sehr konstant. Zu guter letzt ließen wir noch Anno 1404 über den Bildschirm flimmern und das sogar mit fast 30 fps. Solang sich die Einheitenmenge auf dem Monitor in Grenzen hält ist auch hier für zwischen-durch-Gamer Leistung vorhanden. Aber trotz aller Euphorie, für ernsthafte Spielerein sind die Systeme einfach nicht Leistungsfähig genug. Für kleine Sachen reicht es aber meistens – Solitär oder Schach zum Beispiel.

 

Praxis Benchmarks:


Bei all den Tests die wir bisher gemacht haben, hat es sich immer um definierte Szenarien gehandelt. Meist haben diese jedoch wenig mit dem zu tun, was man dann im Realeinsatz spürt. Um diesen Workflow einmal näher unter die Lupe zu nehmen, haben wir uns ein paar praxisnahe und alltägliche Aufgaben genommen und wollten sehen wie sich die Systeme hier schlagen. Zu beachten ist auch, dass in diesem Bereich auch subjektive Eindrücke des Redakteurs in die Betrachtung mit einfließen.

 

Als erstes Widmen wir uns der allgemeinen Leistung. Was macht man als aller erstens mit einem PC? Sicher, man schaltet ihn an. Und genau das geht am mit der AMD ZBOX im Test am schnellsten von statten. Mit 53s bleibt man zwar nur knapp unter einer Minute, aber wir finden das der Wert für so ein System vollkommen OK ist. Auch die Sapphire‘s EDGE HD ist mir 55s noch recht flott. Einzig die Intel ZBOX von Zotac wollte nicht unter einer Minute Booten und brauchte im Schnitt 66s.

 

 

Das entpacken unserer Mafia 2 ISO Datei lief auf allen drei Vergleichsweise schnell. Mit 4,35 min brauchte das AMD System hier am längsten. Die beiden Intel Systeme können hier auf Grund der anderweitig beschränkenden Hardware nur bedingt Nutzen aus Hyper Threading ziehen. Trotz alledem schaffen sie es doch einen Zacken schneller zu Arbeiten als das AMD System. Die Schwankungen der Leseleistung sowie der Zugriffszeiten sind eher marginal. Auffallen tun sie im normalen Praxisbetrieb nicht. Auffällig ist jedoch die USB Leistung. Während hier Zotac’s Intel Atom ZBOX hier mit 32.7 bzw. 101,1 Mb/s sehr gute Werte erzieht und auch Sapphire’s EDHE HD mit 28,4 Mb/s noch im grünen Bereich ist, fällt die Zotac’s AMD ZBOX in ein tiefes Loch. Denn mit gerade einmal 17,0 bzw 69,1 Mb/s ist die USB Leistung auf einem sehr schlechten Niveau. Trotz mehrfacher Tests war es jedoch kein Anderes Ergebnis zu erzielen. Ob es sich hier um einen technischen Mangel handelt oder ein Softwareproblem vorliegt konnten wir bis zum Ende der Testzeit nicht identifizieren.

 

Anhand des AMD Systems haben wir auch einmal geschaut, in wie weit das System von einer SSD profitiert. Und es passierte was man erwartete. Die Bootzeit sank auf 40s und die gesamte Systemgeschwindigkeit nahm merklich zu. Man könnte fast meinen, dass die verwendeten HDDs der einzelnen Zusammenstellungen ein merklicher Flaschenhals sind.

 

 

Der zweite Teil unseres Praxistests bezieht sich vor allem auf das Bildmedium Film. Sowohl in Form von Flashvideos als auch HD wie Full HD Filme. Da sowohl Nvidia als auch AMD beides mit voller GPU Unterstützung anbietet, wollen wir uns vor allem die dabei angeforderte CPU Last anschauen. Diese sollte im Idealfall so gering wie möglich sein. Anzumerken sei hier das AMD Flashvideo erst mit der neuen Flash Version 10.2 unterstützt, welche nun seit einiger Zeit verbreitet ist.

 

Auf die Flash Video Wiedergabe fixiert fällt eines auf. Die CPU Last bei der ZBOX AD02 mit AMDs E350 APU zeigt eine enorm hohe CPU Last auf. Normalerweise sollte hier die GPU einspringen, tut sie aber nicht. Während also Nvidia mit seinem ION 2 Chip bei beiden Intel Systemen einen geringe CPU Last von gerade einmal 7,8 % (Sapphire EDGE HD) bis 14,5% (ZBOX ID41) fordert, sind es beim AMD System 58,5 bis sogar 88,2 %. Die Videos laufen zwar ähnlich flüssig wie bei NVidia, das jedoch mit einer viel zu hohen CPU Last.

 

Bei unseren Nachforschungen stellte sich dann heraus, dass das Problem weniger an AMD liegt, als mehr an den großen Videoportalen. Denn diese streamen ihre Videos derzeit nicht mit der neusten Flash Version. Bedingt ist dies wohl durch einige Probleme, die es noch mit Flash 10.2 gibt. Da bringt es auch weniger auf dem eigenen System das neuste Update zu haben, solang nicht auch die Videoportale auf die neue Streamingtechnologie von Adobe umschwenken oder ein Update bringen. Bis dahin wird weiter die CPU ackern müssen. Das es aber funktioniert zeigt Adobe auf seiner Stage Video Seite. Das Demo Video dort läuft mit durchschnittlich 20% CPU Last auch bei 1080p. Die CPU Last wäre aber selbst damit noch leicht über den Werten beider Intel / ION 2 Kombinationen.

 

Bei der weiteren Betrachtung der Beschleunigung des HD bzw. Full HD Movies zieht wieder Normalität ein. Hier kann sich die Zotac AMD Box sogar leicht in Führung setzen.

 

Nach jeweils einigen Tagen in Benutzung kommen wir zu dem subjektiven Ergebnis, dass sich die Systeme nicht viel nehmen bzw. jedes für sich seine Vorzüge hat. Intels Atom mit Hyper Threading ist vor allem dann merkbar schneller, wenn man mal wieder 5 Installationen parallel laufen hat. Beim Rest, also normaler Internettätigkeit und Office fühlt sich subjektiv das AMD System ein Stück agiler an.

 

Doch wesentlich auffälliger als die Systemgeschwindigkeit war die Lautstärke der Systeme während des Betriebs. So war die ZBOX AD02 mit AMDs APU mit Abstand in allen Lastbereichen die leiseste Box im Test. Als Kontrast dazu war Zotac’s ZBOX ID41 schon im IDLE Betrieb wesentlich lauter als die AMD Box unter Volllast. Wir empfanden es sogar schon als störend laut. Sapphire dagegen geht in die goldene Mitte. So kann man unter IDLE Bedingungen fast mit der Lautstärke der AMD ZBOX mithalten, ist aber unter last lauter – aber immer noch leiser als Zotac’s Intel Box.

 

Fazit:


Nach allen Seiten mit Zahlen und Fakten kommen wir nun zur Zusammenfassung und bringen die letzte wirklich wichtige Zahl in das Spiel die noch Fehlt – den Stromverbrauch.

 

 

Denn auch wenn wir uns hier auf eh schon auf niedrigem Level bewegen, so sind auch die Unterschiede mit dem entsprechenden Niveau zu betrachten. So zeigt sich das AMD System von Zotac mit nur 12,9W im IDLE Modus als sehr sparsam. Währenddessen das Intel System von Zotac schon im IDLE Modus gut 15W mehr Verbrauch und bei 27,6W abschließt. Auch hier liegt Sapphire’s EDGE HD wieder in der Mitte und ist mit 18,5W noch sehr gut dabei. Im Lastbetrieb liegt der Unterschied zwischen Zotac’s AMD und Intel Box dann noch bei fast 50%. natürlich zieht auch hier das Intel System wieder mehr Strom aus der Dose. Es stehen 27,4 (ZBOX AD02) gegen 40,2 Watt (ZBOX ID41). Mit guten 32,5 Watt liegt Sapphire wieder einmal in der Mitte.

 

Nimmt man in diese Betrachtung die Leistung der Systeme mit ein, gibt sich ein deutliches Bild. Zotac hat mit der ZBOX ID41 Plus das Leistungsstärkste Gesamtpaket im Angebot. Verpackt ist das Sytem in einem sehr funktionalen Gehäuse mit vielen Anschlussmöglichkeiten, welches sich später auch noch bei Speicher und Festplatte aufrüsten lässt. In der Grundausstattung ist man mit den verbauten 2GB Arbeitsspeicher und einer 250 GB großen Festplatte auch gut bestückt. Erkauft wird die Leistung aber mit dem höchsten Stromverbrauch im Test und der mit Abstand höchsten Lautstärke, welche das Gerät als kleinen Silence PC disqualifiziert.

 

Dagegen macht man beim der ZBOX AD02 Plus auf AMDs brandneuer Brazos Plattform vieles besser und bietet die gleichen Features, da außenherum das gleiche Gehäuse steckt. Die Leistung ist je nach Anwendungsgebiet mal vor mal hinter dem ungleichen Bruder aus dem selben Haus. Jedoch wird dies in allen Bereichen mit einem deutlich geringeren Stromverbrauch und vor allem deutlich leiser erreicht. Bei der AMD Box stimmts also, könnte man meinen. Getrübt wird das Bild derzeit nur durch die kleinen Schwächen, welche aber im Falle der Flash GPU Beschleunigung hoffentlich mit dem nächsten Update verschwinden. Derzeit übernimmt diese Tätigkeit noch die CPU.

 

Sapphire‘s Interpretation mit dem EDGE HD System verdient ebenfalls Respekt. Es ist das kleinste System, das wir bisher in den Fingern hatten und für seine Größe bietet es allerhand. Auch wenn es nicht das Featurepaket der ZBOX bietet, konnte es uns vor allem damit überzeugen, dass es in sich nahezu die Leistung von Zotacs Intel Box beherbergt ohne dabei dessen Stromverbrauch oder Lautstärke zu erzeugen. Dabei wird ihm jedoch bei der Anschlussvielfalt die Größe zum Verhängnis und man fragt sich, warum es denn unbedingt so klein sein musste.

 

Zusammenfassend ist es schwer einen echten Gewinner zu finden, zumal alle System für fast den gleichen Preis von 260,- bis 270,- € angeboten werden. Jedes System hat seine Stärken und Schwächen, und diese könnten kaum unterschiedlicher sein. Jedoch konnte uns die Zotac ZBOX AD02 Plus am meisten überzeugen. Sie erfüllt alles, was man von so einem kleinen PC erwartet. Sie ist klein und leise, dank ZBOX Gehäuse äußerst funktional und bietet eine gute Leistung bei geringem Stromverbrauch. Hinzu kommt die Möglichkeit die Box später selbst weiter aufzurüsten. Und wer sich von vorn herein gern die Freiheit lassen möchte Speicher und Festplatte selbst zu wählen, der kann die ZBOX auch ohne diese Komponenten für um die 200,- € erwerben. Wir können die ZBOX also allen ans Herz legen die trotz der geringen Größe nicht auf Funktionalität und Ausstattung verzichten wollen und empfehlen die heute getestete ZBOX AD02 PLUS auf AMD Fusion Basis.

 

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