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Xiaomi Redmi Note 2 Testbericht

Dass Xiaomi gescheite Phablets bauen kann, konnte der Hersteller bereits mit dem Redmi Note beweisen. Der Nachfolger hat einige Veränderungen durchlebt, um die Kundschaft für sich zu gewinnen. Ein Helio X10 von MediaTek schlägt im Inneren und sorgt für ordentlich Leistung. Was das 5,5-Zoll-Smartphone noch zu bieten hat, erfahrt Ihr in unserem Handy Test.

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Xiaomi Redmi Note 2 – Die inneren Werte

Bei der zweiten Version des Redmi Note Smartphones wechselt Xiaomi von Qualcomm zu MediaTek, was nicht zum Nachteil des Verbrauchers ist. Zum Einsatz kommt hier die wohl stärkste System-on-a-Chip-Lösung von MediaTek. Hinter dem unspektakulären Modellnamen MTK6795T verbirgt sich der Helio X10 getaufte SoC. Das Flaggschiff vereint insgesamt 8-Kerne eines ARM Cortex A53 Prozessors, der mit 2,2 GHz taktet, mit der Grafiklösung G6200 von PowerVR. In der Standard-Variante erreicht das Redmi Note 2 mit 2 GB Arbeitsspeicher und 16-GB-ROM-Speicher. Die Prime-Variante bietet dagegen gleich 32 GB Speicher. Dieser lässt sich bei beiden Modellen über eine 32-GB-microSD-Karte auch nachträglich hochrüsten. Die Kombination verspricht hohe Leistung und soll für alle aktuellen Android-3D-Spiele geeignet sein. Nachfolgend alle wichtigen Spezifikationen auf einen Blick, für alle die das Smartphone kaufen möchten.

Xiaomi Redmi Note 2 Spezifikationen
Display 5,5″ IPS, 1920×1080
CPU 8-Core MTK6795T 2,2 GHz
GPU PowerVR G6200
RAM 2 GB LPDDR3
Speicher 16/32GB
Erweiterungskarten Bis 32 GB microSD
SIM-Karten 2 x MicroSIM
Kameras 13 MP (Rückseite) / 5 MP (Front)
Betriebssystem Android 5.0.2 MIUI 6
Akku 3.020 mAh
Anschlüsse microUSB
Preis ab 160 EUR

Der Bildschirm ist die Hauptschnittstelle für die Nutzung des Smartphones. Beim Redmi Note 2 bekommt man ein 5,5-Zoll großes IPS-Panel, dass die Farben schön knackig wiedergibt. Die Auflösung beträgt 1920x1080, was FullHD 1080p entspricht. Beim direkten Draufzuhauen, sieht man keine Makel. Wenn man das Smartphone etwas anwinkelt, sieht man bei unserem Muster einige dunkle Flecken am Rand. Diese sind aber erst bei großen Neigungswinkeln sichtbar. Wie gewohnt bietet das Redmi Note 2 auch WLAN b/g/a, Bluetooth, GSM und UMTS. LTE ist bedingt nutzbar, da hier nur 1.800 und 2.600 MHz unterstützt warden. Das 800-MHz-Band fehlt gänzlich.

Lieferumfang

Unser Muster kommt direkt von Gearbest, die Smartphones im großen Stil an Endkunden in Deutschland verkaufen. Damit haben wir ein Muster aus dem „Handel“, was auch so eigentlich alle Verbraucher erreichen sollte. Bei unserem Xiaomi Redmi Note 2 wurde ein USB-Ladekabel, ein Akku und ein Ladegerät geliefert. Xiaomi verkauft nur nach China und so ist das Ladegerät für chinesische Steckdosen ausgelegt, die hier nicht passen. Gearbest hat es versäumt uns einen solchen Adapter mitzuliefern, obwohnl er eigentlich dabei sein müsste. Es wurde uns versichert, dass das normalerweise dabei ist. Außer einem chinesischen Handbuch und Infoblatt war sonst nichts mehr im Lieferumfang. Alle Basics sind damit abgedeckt, auch wenn viele Shops noch Bildschirmschutzfolie oder Cover für gewöhnlich mit einpacken.

Design und Äußeres des Redmi Note 2

Xiaomi hat wie schon beim Mi4i auf einen frei zugänglichen Akku geachtet. Bevor man das Handy in Betrieb nehmen kann, muss man also erst die Plastikabdeckung auf der Rückseite abnehmen und eine, bzw. zwei SIM-Karten einbauen, Kamera-Schutzfolie abnehmen und daraufhin den Akku einstecken. Für microSD-Karten gibt es einen eigenen Slot, wodurch man immer auf Dual-SIM vertrauen kann, ohne wenn und aber. muss die Abdeckung wieder drauf. Nach vielfacher Abnehme des Deckels haben wir keine Materialabnutzung feststellen können. Die meiste Zeit hat man die matte Abdeckung in der Hand und sie kann sich als etwas rutschig erweisen. Der Vorteil ist, dass diese ziemlich kratzunempfindlich ist und schlimmstenfalls auch leicht gegen eine andere getauscht werden kann. Dank der dezenten Rundung, liegt das Redmi Note 2 gut in der Hand. Bei kleineren Händen ist die Nutzung mit einer Hand aufgrund der 5,5-Zoll-Größe nur nicht oder nur schwer möglich. Die Tasten haben einen guten Druckpunkt und sind alle auf der rechten Seite angeordnet. Der Lautsprecher verbirgt sich auf der Rückseite. Dort findet man außerdem die Kamera, einen LED-Blitz und das „mi“-Logo.

An der Front bedeckt das Display den Großteil. Im unteren Bereich findet man drei gut sichtbare, kapazitative Tasten. Oben ist der kleine Lautsprecher für Anrufe und die Front-Kamera. Das Design ist sehr schlicht gehalten, überzeugt aber gerade durch die dezente Aufmachung. Alles passt gut und man sieht kein aus dem Raster fallendes Spaltmaß. Der Infrarot-Sender ist mit der 3,5-mm-Buchse oben angeordnet. Unten findet man die USB-Buchse.

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Android, MIUI und Decuro-Rom

Xiaomi Redmi Note 2 Original ROM Nach dem ersten Einschalten lief vorerst alles ohne Probleme. Nach einer Stunde wurden wir mit Werbung auf dem Homescreen konfrontiert, die als Layer darüber lag. Das ist ein absolutes „No-go“ und wurde bestimmt nicht von Xiaomi implementiert. Es befanden sich ab Werk sehr viele Apps drauf, die nicht von Xiaomi vorinstalliert werden. Bei Rückfragen verwies Gearbest auf den Großhändler, da sie selbst nichts an der Software machen. Man konnte sich auch nicht im PlayStore anmelden, was auch sonderbar ist. Die logische Reaktion auf solche Fehler ist eine Neuinstallation des Betriebssystems, und die Firmware musste vom Hersteller kommen. Der Bootloader war auch unbrauchbar und somit haben wir aus dem Betriebssystem über Xiaomi’s Updater Tool direkt das neueste Dekuro-ROM installiert. Dieses ist „eingedeutscht„ und sauberer als viele andere. Danach lief alles rund und wir hatten auch das Upgrade von MIUI 6 auf MIUI 7 vollbracht. Wir empfehlen allen Nutzern, die ähnliche Probleme haben, das Betriebssystem sauber aufzusetzen. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte das original von XIAOMI ziehen und auch auf Abgleich der Checksum achten.

Beim Decuro-ROM gab es nichts mehr zu beanstanden. Von den 2-GB-RAM stehen uns knapp über 1-GB für Software zur Verfügung. Nachfolgend findet ihr die Decuro-ROM MIUI7 Screenshots.

Test & Benchmark

Auch das Xiaomi Redmi Note 2 musste unseren Benchmark-Parcours durchlaufen. Bei dem Handy Test, werden auch Spiele getestet, jedoch nicht in die Benchmarks aufgenommen. Nachfolgend findet ihr die Tabelle als Vergleich.

Benchmarkergebnisse

Xiaomi Mi4 iPhone 6 UMI Zero THL 2015 Xiaomi Redmi Note 2
Basemark X (Default) 22.605 31.698 11.408 11.016 17.451
Basemark X (High) 11.899 17.047 4.282 4.615 9.513
Basemark OS II (Overall) 1.117 1.349 546 822 1.039
Basemark OS II (System) 1.502 2.857 1.255 1.585 1.479
Basemark OS II (Memory) 638 455 372 665 1.167
Basemark OS II (Graphics) 2.278 2.337 358 567 963
Basemark OS II (Web) 744 1.085 533 765 702
Geekbench (Single-Core) 970 1.636 446 808 999
Geekbench (Multi-Core) 2.835 2.928 2.469 3.978 3.850
Antutu 42.134 50.028 32.606 40.769 47.398

Bei den Benchmarks schafft es das Redmi Note 2 durchweg eine wirkluch gute Note abzugeben. Die Leistung übertrupft so einige Mitbewerber.

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Akkulaufzeit

Bei der Akkulaufzeit haben wir gemischte Erfahrungen gesammelt. Bei der Auslieferung lag die Akkulaufzeit bei eineinhalb Tag. Nachdem wir das Decuro-ROM installiert haben, lag die Akkulaufzeit bei 3 Tagen - bei gleichen Nutzung. Damit liegt es über dem 1-Tag-Durschnitt. Laut Hersteller beträgt die Kapazität 3.020-mAh. Bei Antutu Akku-Benchmark erreichte der Akku 4.401 Punkte. Der Akku lässt sich ausbauen und problemlos wechseln.

Kamera, Fotos und Videos

Xiaomi Redmi Note 2 Foto Samples Bei der Kamera hat sich Xiaomi echt Mühe gegeben. Die Hauptkamera auf der Rückseite löst mit 13-Megapixeln auf, bietet aber einen guten Weißabgleich und arbeitet selbst im Dunkeln gut. Die Farbtreue ist besser als bei der Konkurrenz. Auch die Aufnahmezeit ist richtig schnell. Bei HDR-Aufnahmen dauert es länger, weil mehrere Fotos bei unterschiedlichen Belichtungszeiten gemacht werden. Die Fotos sehen aber wirklich knackiger aus. Auch Videos lassen sich aufnehmen und die Aufnahmen wissen zu gefallen. Wir haben euch einige Sample-Fotos gemacht und gehen auch in unserem Video-Review genauer auf die Kamera-Funktion ein. Der Bildstabilisator war in Ordnung.

Die Front-Kamera bietet 5-Megapixel und kommt mit einer Alterserkennung, die nie richtig funktioniert und bei Selfies den Nutzer immer falsch schätzt. Den ein oder anderen mag das stören, weshalb diese Funktion abgeschaltet werden sollte. Ansonsten ist die Kamera durchschnittlich und reicht für Selfies.

Fazit:

Xiaomi Redmi Note 2 Award Mit dem Redmi Note 2 liefert Xiaomi einen starken Nachfolger. Das 5,5-Zoll große Display auf IPS-Basis bietet alles, was man heutzutage braucht. Der Helio X10 SoC von MediaTek sorgt für ordentlich Leistung, die auch für moderne 3D-Spiele mehr als nur ausreicht. Das Redmi Note 2 liegt gut in der Hand und die Akkulaufzeit von 1,5 bis 3 Tagen ist überdurchschnittlich. Die modifizierte MIUI6-Firmware hat bei uns für Probleme gesorgt und sollte schleunigst gegen die neueste MIUI7 von Xiaomi oder Decuro ausgetauscht werden. Werbung hat auf dem HomeScreen nichts zu suchen und wir hoffen, dass niemand anders so eine seltsame Android-Version vorinstalliert bekommt. In allen anderen Punkten hat das Redmi Note 2 überzeugen können. Das Phablet schafft es bei uns auf eine 70%-Wertung. Wer das Smartphone kaufen will, muss derzeit mindestens 160 EUR für die Standard-Variante mit 16-GB-Speicher zahlen. Die große Prime Variante kostet mindestens 170 EUR.

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