Von: S.Baeumer

 |  04.02.11 23:01

Intel Sandy Bridge - der nächste Schritt in Richtung Supercomputer?

Tick Tock on the Clock. Nach dem letzten "Tick", also einer weiteren Verkleinerung der Strukturen auf 32nm in den Gulftown und Arrandalemodellen, folgte nun mit nur wenigen Monaten Abstand der größere "Tock", also eine neue Architektur. Obwohl, ganz neu ist diese nicht und von radikalen Neuentwicklungen, wie dem NetBurst Projekt, wird sich Intel wahrscheinlich auch die nächsten Jahre fernhalten, aber trotzdem gibt es im Gegensatz zum Vorgänger Nehalem einige bedeutende Änderungen. So setzte man das native Quadcoredesign des Nehalem fort, bereitete dies aber auf eine höhere Anzahl von Kernen vor und brachte einige maßgebliche Änderungen unter, um die Grafikeinheit mit auf die CPU zu verlagern. Dieser Schritt ist für die meisten Kunden wohl der bedeutsamste, da erstmals eine Grafikeinheit aus dem Hause Intel sich mit Onboardlösungen der Konkurrenz messen kann. Gleichzeitig tuen sich an dieser Stelle auch Fragen auf, zu deren Beantwortung wir das Mainboard genauer unter die Lupe nehmen müssen. Die Idee dahinter ist recht einfach: Man kombiniert einen fähigen Prozessor mit einer ebenfalls nicht ganz langsamen Grafikeinheit, und beugt damit für die allermeisten Menschen den Kauf einer dedizierten GPU vor, und baut so weiter die Marktanteile aus.



Was erhält der Käufer beim Kauf eines Intel Sandy Bridge Prozessors nun genau?


Einen Dual- oder Quad-Core-Prozessor, der zumindest in den Spitzenversionen wie dem Core i7 oder Core Extreme dank Hyperthreading auf acht virtuelle Ausführungseinheiten zurückgreifen kann, zwischen 2,2 GHz und 3,4 GHz schnell taktet, einen von 3 MB bis zu 8 MB großen L3 Cache besitzt und eben auf seine recht potente Intel HD Grafikeinheit zurückgreifen kann.


Doch wo Licht ist, ist auch Schatten, darin unterscheiden sich Prozessoren kaum vom Rest dieser Welt. Größter Kritikpunkt dürfte wohl mit Abstand der neue Sockel LGA 1155 sein, der sich zu seinem Vorgänger um genau einen einzigen Pin (Kontakt) unterscheidet. Beinahe schon als dreist ist es zu werten, dass die Extreme Edition sowie die taktschnellsten Core i7 Modelle auf einem wieder gänzlich inkompatiblen Sockel 2011 basieren. Worüber auch viele Kunden nicht gerade begeistert sein werden, ist die von Intel bekannte Featurebeschneidung der Mittel- und Unterklasse. Hier bekommt der Käufer zwar das gleiche Stück Silizium, muss aber auf Kernfeature wie Hyperthreading verzichten, auch takten die Grafikeinheiten langsamer und der Turboboost fällt nicht so groß aus wie bei den großen Brüdern. Im Low End Bereich führte wohl die ewige Präsenz der günstigen Multicore Prozessoren der Konkurrenz dazu, dass bei allen Pentium und i3 Modell das Hyperthreading wieder aktiviert ist - auch wenn der Käufer am Ende trotzdem nur zwei Kerne erhält. Hier treten also wieder einmal kleine Triple- und Quad-Core-Prozessoren gegen die Doppelherzfraktion von Intel an, um sich am Ende besonders in der Energieaufnahme schlagen zu lassen – dafür stimmt der günstige Einstiegspreis von nur 85€ für den X4 635. Auf Grund dieses Faktums durfte diese CPU gleich auch in unserem weiteren Testverlauf mitspielen, um ihr Können zu offenbaren.

 

Kommentare (1)


Reggea Gandalf

Datum: 7.02.2011
Man muss aber auch sagen, dass die integrierte Grafik bei AMD auch nicht so viel besser ist, dass sie jetzt für anspruchsvolle Spiele reichen würde.

Das Ergebnis von 29 GFLOPS beim i5 2400 scheint mir zu niedrig. Der dürfte definitiv mehr erreichen als ein Phenom X4.

Hättet ihr nicht über den Turbo beim P67 zumindest weitere 400 MHz aus dem Prozessor holen können ? Das sollte zumindest erwähnt werden.

Der Rest sieht ganz gut aus.