Intel Core 2 Extreme QX9650
2. Die Technik im Detail
Auf dem ersten Blick sind die Unterschiede nur gering. 45nm und mehr Cache – das scheint im Wesentlichen alles zu sein. Doch steckt vor allem im 45nm-Prozess viel Arbeit. Nicht umsonst hat Intel als erster Hersteller solch kleine Silizium-Strukturen massenproduktionstauglich gemacht. AMD ist gerade mal dabei, den 65nm-Prozess zu optimieren. Von verfügbaren 45nm-Modellen ist man dort wahrscheinlich noch bis Ende 2008 entfernt.
Zunächst hier eine Übersicht, was nun die bisherigen Unterschiede sind:
FSB (Frontsidebus) – dieser fällt beim Yorkfield mit bis zu 1600 MHz (QDR) höher aus, wie man sieht.
Der Kentsfield hat, vor allem bei einem älteren Modell, mit manchen Mainboards Probleme, durch Overclocking einen hohen FSB zu erreichen. Mit dem aktuellen „G0-Stepping“ wurde dieser Umstand zwar schon verbessert, wie man an dem neuesten Kentsfield-Modell, dem QX6850 mit 3,0 GHz und 1333 MHz FSB (QDR) sieht, allerdings kommen die neuen Yorkfield-Modelle selbst in den kleinen Varianten mit einem Frontsidebus von mindestens 1333 MHz daher. Das neue Spitzenmodell hat sogar stolze 1600 MHz. Den FSB zu steigern ist bei einem Quadcore sehr sinnvoll, da sich diesen alle vier Kerne teilen müssen.
Bei sehr datendurchsatzlastigen Anwendungen, die alle vier Kerne voll auslasten, ist der FSB nämlich immer der Flaschenhals.
Daher kann auch der im Desktop-Bereich bisher kaum konkurrenzfähige Phenom X4 von AMD im Server-Bereich punkten, da dieser keinen FSB, sondern einen wesentlich schnelleren Hypertransport-Bus besitzt. Bis Intel in diesem Bereich ebenfalls so weit ist, muss der FSB so stark wie möglich gesteigert werden.
Man ist dort aber auf gutem Weg, wie man sieht. Ob und wie viel Performance der erhöhte FSB-Takt bringt, das werden die Vergleiche in unserem Benchmark-Parcours zeigen.
L2 -Cache – dieser wurde von 2x4 MiB auf 2x6 MiB erhöht, was insgesamt stolze 12 MiB ergibt.
Diese Steigerung von 50% ist insbesondere der 45nm-Fertigung zu verdanken.
Der Cache verbraucht nämlich einen sehr großen Teil der Chip-Fläche. Wie man aber in obiger Tabelle sieht, konnte die Chipgröße trotz der vor allem durch den größeren Cache erhöhten Transistorzahlen um ca. 25% reduziert werden! Anhand dieses Vergleichs des alten und neuen Xeons (welche den gleichen Kern haben wie ihre Desktop-Varianten) wird dieser Umstand deutlich visualisiert:
Durch den verkleinerten Flächenverbrauch können nicht nur die Produktionskosten gesenkt werden, sondern es wird auch die erste Hürde für zukünftige Achtkern-Prozessoren überwunden, da diese wieder mehr Platz benötigen werden.
Dass beim Yorkfield augenscheinlich wieder alles „doppelt“ vorhanden ist, das liegt an der Tatsache, dass Intel weiterhin wie bereits beim Kentsfield keinen nativen Quadcore fertigt, sondern zwei Dualcores zu einem Prozessor verbindet. Der Nachteil ist, dass die Kerne untereinander durch den langsamen FSB kommunizieren müssen. Lediglich jeweils die zwei Kerne, die an dem gleichen L2-Cache angebunden sind, können direkt ihre Daten austauschen.
Im Desktop-Bereich ist dieser Umstand aber nicht weiter schlimm, wie bereits unser Test des Vorgängermodells QX6700 ergeben hat.
SSE4.1 – was ausgeschrieben für „Streaming SIMD Extensions“ steht, ist inzwischen in der Version 4.1 vorhanden.
Durch diese Befehlssätze sollen bestimmte Rechenvorgänge extrem beschleunigt werden können, genauer gesagt um bis zur achtfachen Geschwindigkeit. Die 47 neuen Instruktionen sollen vor allem Video-Berechnungen zu Gute kommen, z.B. unterstützt der neueste DivX-Codec bereits diese Effizienztechnik.
TDP – die „Thermal Design Power“ hat sich mit bis zu 136 Watt beim QX9770 auf einen neuen Höchstwert gesteigert.
Allerdings geht Intel bei den neuen 45nm-Modellen sehr vorsichtig mit den Watt-Angaben vor. Wie unser Test ergeben hat, ist der QX9650 nämlich deutlich sparsamer als der ältere QX6700, obwohl beide dieselbe TDP von 130 Watt haben. Somit hat der 45nm-Prozess die Leistungsaufnahme definitiv gesenkt.

