Der große Sandy Bridge Report + erste Benchmarks
Der Test
Wie immer unterscheiden sich die gefertigten Testmodelle oder auch Engineering Samples zum Teil stark von denen, die später den Markt erreichen. Während die marktreifen i5-2400 Prozessoren kein SMT Unterstützung und Turbo Boost bis 3,4 GHz bieten ist bei dem hier verwendeten Stück beide Male das Gegenteil der Fall. So läuft dieses ES kontinuierlich bei 3,1 GHz und lässt auch SMT zu.
Unschlüssig ist man sich jedoch beim GPU Kern, da Intel keine Infos dazu gab. Vermutlich handelt es sich hier um eine GPU mit 6 EUs oder 12 EUs, die dafür niedriger getaktet sind.
Getestet wurde mit eben diesem Engineering Sample, einem Intel Core i7-980X als aktuelle Leistungsspitze, einem i7-880 um die Pro-Takt-Leistung zu vergleichen, einem i5-760 als aktuellen Mainstream Quad Core und einem AMD Phenom II X6 1090T.
Die integrierte Grafikeinheit des Sandy Bridge Prozessors kann überzeugen. Sie übertrifft die des Clarkdale und Arrandale um Weiten, schlägt die IGPs von AMD ohne Probleme und greift sogar Low End Grafikkarten an. Bei 4 von 7 Spielen konnte sich der i5-2400 gegen eine ATI Radeon HD 5450 durchsetzen, nur bei HAWX, World of Warcraft und Dawn of War II musste man sich geschlagen geben. Als Beispiel das Ergebnis unter Call of Duty: Modern Warfare 2:

Man sieht also, Intel hat mit seinem versprochenen 100%igen Leistungsschub nicht gelogen. Doch auch bei Verwendung einer diskreten Grafiklösung setzt sich Sandy Bridge als CPU für Spielerechner gegen seine Vorgänger durch. Wobei wir zu Bedenken geben wollen, dass mit Turbo Boost sicher noch höhere Ergebnisse möglich wären.

Doch damit noch nicht genug, weiter geht es mit Photoshop und Video Encoding.

Bei diesem Benchmark werden viele Ebenen erstellt, Tonwertkorrekturen durchgeführt, Filter hinzugefügt und einiges mehr.
Beachtlicherweise zieht Sandy Bridge an allen verglichenen Prozessoren ohne weiteres vorbei, nur einem muss sie sich geschlagen geben: Dem 1000 US$ teuren i7-980X. Dass das Ergebnis dennoch erstaunlich ist und nur Vorfreude auf die Sockel 2011 High End Modelle macht, könnt ihr euch sicher selbst denken.

Auch wenn dieser Benchmark nicht der anspruchsvollste ist, so ist er trotzdem gut als Vergleich geeignet. Und wieder einmal setzt sich Sandy Bridge an die Spitze. Wenn man bedenkt, dass der Preis ähnlich wie beim i5-760 wird, so ist die Leistungssteigerung nicht gerade unwesentlich.
Bei den Benchmarks mit dem Windows Media Encoder 9 und Grayskys x264 HD Test sieht das Ergebnis nicht anders aus, hier räumt man also komplett ab.
Die letzten beiden Benchmarks die wir euch noch zu bieten haben stammen vom CineBench R10 und POV-Ray 3.7.

Das Ergebnis überzeugt. Verglichen zu dem ähnlich getakteten Lynnfield Prozessor ist eine 11%ige Steigerung zu sehen, was aus der optimierten Floating Point Einheit hervorgeht. Hier auch wieder der Gedankenanstoß, dass der Takt mit Turbo Boost auf 3,4 GHz steigen würde. Die Steigerung gegenüber einem i7-880 im CineBench R11.5 liegt bei 15,6%.

In Sachen Ray Tracing macht man ebenfalls keine schlechte Figur, der i5-760 wird um 17% geschlagen. Schaltet man nun SMT an, so kann man das Niveau gleich noch weiter anheben und auch hier ist Sandy Bridge wieder 15% schneller als Lynnfield.
Ähnlich sieht die Leistung auch im WinRar Benchmark aus, den wir an dieser Stelle jedoch einsparen wollen.
Interessant wird es wiederum in Sachen Leistungsaufnahme. Leistungssteigerung schön und gut, doch die Abwärme sollte nicht ins Unermessliche steigen wie es bei Nvidias Fermi Architektur zu Beginn der Fall war. Doch auch hier kann man auf ganzer Linie überzeugen. Zwar benötigt man im Leerlauf ein klein wenig mehr Energie als Lynnfield, doch dies hält sich in Grenzen.

Doch die größte Überraschung für uns war die Leistungsaufnahme unter Volllast. Sicherlich fehlt auch hier wieder Turbo Boost, dennoch ist es eine sehr positive Steigerung.

Eine geringere Abwärme bei höherer Leistung - das ist ein technologischer Fortschritt, wie wir uns ihn wünschen. Zwar handelt es sich hier alles in allem um einen Vorserientest, doch dieser macht uns gespannt auf mehr.
Wir werden also bald offizielle Meldungen zu Sandy Bridge bekommen und freuen uns wirklich auf die Zukunft: Sandy Bridge gegen Bulldozer.
Quelle: AnandTech


Kommentare (9)
Urkman
Datum: 1.09.2010
Da die Preise wie immer bei Intel, auch beim Sandy vermutlich recht hoch sein werden, schauen die in die Röhre, die bisher immer mit den günstigeren Modellen gut gefahren sind und durch OC eben doch eine sehr hochwertigere und leistungsstarke aber denoch preiswerte CPU bekommen haben.
Sollte sich diese "Taktspere" bewahrheiten müßte man eben dann doch auf die teureren K-Modelle ausweichen was kein unwesentlich großes Loch in die Budgettasche reißen sollte.
Für viele wird dann doch ein ausweichen auf andere CPUs erfolgen, schlicht weil das Geld dafür fehlt.
Mal sehen was dann AMD mit seinem Buldozer dagegen setzen kann.
invalid
Datum: 1.09.2010
bnomis1
Datum: 1.09.2010
Real sind wohl rund 20% Performance als bei Nehalem zu erwarten, da diese Architekt nur überarbeitet wurde (AVX etc)
Freu mich auch schon auf das Duell
trunxsz
Datum: 1.09.2010
Wollte eigentlich auf Sandy Bridge warten und mir dann neuen Prozessor & Mainboard zulegen.
Werde dann aber wohl doch lieber zum Sockel 1156 greifen.
Schade eigentlich.
Oder ich warte auf Bulldozer und steig auf AMD um.
Datum: 1.09.2010
Die (sehr wahrscheinlich hohen) Preise und die "Anti-Overclocker-Sperre" stören mich aber schon an der ganzen Sache.
Reggea Gandalf
Datum: 2.09.2010
Wenn das mit dieser seltsamen Overclocking-Sperre stimmt, wäre das sehr ärgerlich.
Urkman
Datum: 2.09.2010
Das wäre nicht nur "ärgerlich" sondern wäre für Intel auch bedauerlich.
Sollte AMDs Budozer einen änlich großen (oder auch geringen) Abstand zum Sandy haben wie jetzt der PII zum i5/i7 aber AMD das schon durch einen höheren Standarttakt ja wieder bereinigt und die Intels dann nicht taktbar wäre, würde sich die besere Pro-Takt-Leistung wieder aufheben, einfach weil man dann seinen AMD taktet, was bei den Mainstream-Modellen von Intel ja nicht gehen würde.
So gesehen hätte man dann beim AMD die stärkere Mainstream-CPU.
Aber mal sehen wie es dann in der Realität wirklich bestimmt ist.
der_eismann
Datum: 2.09.2010
Die OC Sperre ist wirklich traurig. Klar, Turbo Boost bringt selbst schon einen nicht gerade unwesentlichen Schub, aber wer will denn nicht mal selbst Hand anlegen. Immerhin ist es schön, dass so starker DDR3 RAM unterstützt wird.
Urkman
Datum: 2.09.2010
Man sieht ja jetzt schon, wieviel eine CPU mit intergrierter Grafik nutzen bzw. diese grafiklösung überhaubt benutzen selbst wenn sie eine CPU haben die das bietet, dass sind relativ wenige.
Hier kann man sich die ganze Der große Sandy Bridge Report + erste Benchmarks Diskussion anschauen