Hallo,
nach langer Zeit mache ich hier mal wieder einen Thread auf, denn der Zusammenbau eines neuen Systems steht an.
Mein Core2Dou E6750 (2,66Ghz) hat vor ca. einem Jahr den Geist aufgegeben, es folgte ein AMD Athlon 64 X2 3800+ (real 2 GHz). Der ist doch schon ziemlich lahm, daher muss was neues her.
Ich gehöre eigentlich dem Intel-Lager an, aber da ich CPU, Board, RAM und Festplatte tauschen will, muss ich einfach auf den Preis schauen.
Kurz dazu, was ich mit dem Rechner machen möchte. Spiele sind bei mir nur an 2ter Stelle, wenn ich den neuen Rechner hab, will ich natürlich auch mal zocken. Aber hauptsächlich geht es mir darum, ein schnelles & schlankes System aufzubauen. CAD-Programme, Matlab/Simulink, FEM-Programme, die ich im Zuge meines Maschinenbaustudiums nutze, sind eigentlich der Hauptanwendungsbereich.
Ins Auge gesprungen ist mir der AMD FX-6100. Für rund 140 Euro bekommt man 6 Kerne, 6 MB L2-Cache und 8 MB L3-Cache. In den Benchmarks steht er aber nicht so super aus.
Aber der viel empfohlene Intel i5 2500K ist mir mit rund 200 Euro zu teuer.
Müsste der AMD, jetzt mal abgesehen von Spielen, nicht viel schneller rechnen als ein Intel, wenn viele Programme gleichzeitig laufen? Denn der i5 hat im Vergleich einen viel kleineren L2-Cache mit 4x 256kB und L3-Cache 6MB.
Die zweite Sache, hab ich es richtig verstanden, dass bei dem AMD FX die Kerne quasi nur virtuell vorhanden sind?
Sind die bei Intel dann 'wirklich' vorhanden, oder sind die auch virtuell?
Der i5 2500K ist aber eine ganze Ecke stärker als der FX-6100. Das ist den Aufpreis durchaus wert. Außerdem ist der Energiebedarf niedriger als beim AMD.
Bei den meisten Anwendungen wird der Intel auch ganz klar vorne liegen.
Wenn es ein AMD sein muss, würde ich eher zum Phenom II X6 raten, den dürfte es auch im Preisbereich von 140€ geben.
Zitat:
Die zweite Sache, hab ich es richtig verstanden, dass bei dem AMD FX die Kerne quasi nur virtuell vorhanden sind?
Sind die bei Intel dann 'wirklich' vorhanden, oder sind die auch virtuell?
Also bei den Bulldozer-Prozessoren sind die Kerne eher vorhanden als bei Intels SMT. Bei AMD ist sämtliche Integer-Logik doppelt vorhanden, aber nur eine FPU für zwei Kerne. Außerdem ist die interne Kommunikation anders aufgebaut als beim Vorgänger Phenom II, was letztlich auch zu einer geringeren IPC geführt hat.
Bei AMD heißt es aktuell auch Modul (ein Modul besteht aus zwei Integer-Kernen).
Hierdurch werden gegenüber vollwertigen Kernen Transitohren eingespart, aber dennoch wesentlich mehr benötigt als für Intels SMT.
Beim Intel 2500K sind es vier reale und vollwertige Kerne. Der i7 2600K hat beispielsweise SMT. Hierbei sind einige Register und wenige weitere Einheiten doppelt vorhanden, damit die Kerne bei parallelisierten Anwendungen besser ausgelastet werden. Es sind aber im Falle des 2600K trotzdem nur vier reale Kerne.
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@ Reggea Gandalf: Super ausführliche und kompetente Antwort, das sieht man leider zu selten im Netz!
Zitat:
Zitat von Reggea Gandalf
Bei AMD ist sämtliche Integer-Logik doppelt vorhanden, aber nur eine FPU für zwei Kerne.
Integer ist ja Ganzzahl, also meinst du mit FPU bestimmt die Fließkommazahlen, richtig?
Na da wurde ja mal geschummelt bei AMD! Fließkomma-Berechnungen treten doch bestimmt häufiger als Ganzzahloperationen auf, oder? Und du sagt, zwei Kerne teilen sich eine FPU...das kann ja nichts vernünftiges werden. (So reime ich mir das zumindest zusammen )
Der Phenom II X6 hat aber eine vernünftige Aufteilung, oder? Also eine Integer- und eine FPU-Einheit pro Kern?
Zitat:
Zitat von Reggea Gandalf
Beim Intel 2500K sind es vier reale und vollwertige Kerne. Der i7 2600K hat beispielsweise SMT. Hierbei sind einige Register und wenige weitere Einheiten doppelt vorhanden, damit die Kerne bei parallelisierten Anwendungen besser ausgelastet werden. Es sind aber im Falle des 2600K trotzdem nur vier reale Kerne.
Dass heißt, der i5 2500K hat kein SMT? Haben alle i5 kein SMT?
Welcher i5 wäre denn empfehlenswert (~ 150 Euro)?
Und was hat es eigentlich mit den Intel XEON auf sich? Ich dachte, dass wären Server-CPUs. Hab hier im Forum aber schon einige Mal gelesen, dass die empfohlen wurden. Wäre da vielleicht für mich was dabei?
21.11.2011, 13:16
ClisClis
Ja, beim x6 ist das anders..
Und nein, i5 haben eigentlich kein SMT.. Aber ich glaube es gibt so kastrierte i5, die eben nur 2 Kerne haben und SMT.. Ein "richtiger" i5 hat aber 4 echte und reale Kerne, die auch noch sehr stark sind..
i5 natürlich aus der neuen Sandy Bridge Reihe.. Da ist der empfehlenswerteste dieser ], da er sich sehr gut übertakten lässt.
In deinem Budget wäre dieser: ] und 100 mhz stärker auch dieser: ]
Ein wenig darüber und nochmal etwas mehr Takt wäre dieser: ]
Welchen du dann nimmst, musst du mit deiner Geldbörse oder deinem Gewissen vereinbaren.. Bei mir wäre es dann der 2500k, da man da nochmal gehörig an der Taktschraube drehen kann und da 4.5Ghz nicht mal so ne Seltenheit sind..
Wie gross der Unterschied zwischen 2300, 2310 und 2400 ist, weiss ich nicht.. Ich denke aber nicht, dass man da wirklich etwas merken wird.
Und ja, XEON sind Server CPU's .. Einige Hersteller haben es aber geschafft, dass diese auf ganz normalen Boards laufen.. Meist sind diese eben auch noch etwas günstiger..
Allerdings gibt es diese, soweit ich weiss nur wie den i7, mit SMT, was wieder über deinem Budget läge.
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Dann stellt sich mir noch die Frage der RAM-Anbindung.
Der AMD FX unterstützt bis zu DDR3-1866 MHz.
Intels i5 macht nur bis DDR3-1333 MHz. Theoretisch müsste das ein Performence-Nachteil sein. Ist das so?
Aber wenn ich mir so die Benchmarks im Internet anschaue...dann liegt AMD doch immer weit zurück und der i5 2500K scheint echt das beste Preis-/Leistungsverhältnis zu bieten.
21.11.2011, 13:36
Reggea Gandalf
Zitat:
nteger ist ja Ganzzahl, also meinst du mit FPU bestimmt die Fließkommazahlen, richtig?
Na da wurde ja mal geschummelt bei AMD! Fließkomma-Berechnungen treten doch bestimmt häufiger als Ganzzahloperationen auf, oder? Und du sagt, zwei Kerne teilen sich eine FPU...das kann ja nichts vernünftiges werden. (So reime ich mir das zumindest zusammen )
Der Phenom II X6 hat aber eine vernünftige Aufteilung, oder? Also eine Integer- und eine FPU-Einheit pro Kern?
Also der Phenom II X6 hat sechs vollwertige Kerne. Es ist eben eine andere Architektur mit anderen Vor- und Nachteilen. Der Phenom II basiert im tiefsten Grunde ja noch auf dem Athlon 64. Treotzdem bietet AMD mit diesen Prozessoren gute Rechenleistung fürs Geld.
Genau, die FPU ist für Gleitkommaberechnungen. Was jetzt wirklich häufiger vor kommt, ist schwer zu sagen. Bei einem optimalen Programmcode könnte man diese Besonderheit des AMD Bulldozer sicher effektiver nutzen. So einen Aufwand betreibt aber eben nicht jede Softwareschmiede.
Bei sehr stark parallelisierten Aufgaben kann sich Bulldozer ja auch teilweise recht deutlich vom Vorgänger absetzen. Der Energiebedarf ist aber leider viel zu groß.
Zitat:
Dass heißt, der i5 2500K hat kein SMT? Haben alle i5 kein SMT?
Welcher i5 wäre denn empfehlenswert (~ 150 Euro)?
Und was hat es eigentlich mit den Intel XEON auf sich? Ich dachte, dass wären Server-CPUs. Hab hier im Forum aber schon einige Mal gelesen, dass die empfohlen wurden. Wäre da vielleicht für mich was dabei?
SMT ist bei den Quad-Cores den i7 vorbehalten. Manche kleinere i5 haben aber auch SMT (dann eben mit zwei echten Kernen und SMT, was vier Threads macht).
Die Xeons passen teilweise auf die Desktop Boards. Ich glaube, für Sockel 1155 gibt es auch die Möglichkeit, da Intel Xeons für Home-Server vertreibt.
Vorteile bieten die Xeons aber für gewöhnlich nicht. Hier wäre erwähnenswert, dass es Xeons ohne integrierte Grafikeinheit gibt.
Zitat:
Dann stellt sich mir noch die Frage der RAM-Anbindung.
Der AMD FX unterstützt bis zu DDR3-1866 MHz.
Intels i5 macht nur bis DDR3-1333 MHz. Theoretisch müsste das ein Performence-Nachteil sein. Ist das so?
Aber wenn ich mir so die Benchmarks im Internet anschaue...dann liegt AMD doch immer weit zurück und der i5 2500K scheint echt das beste Preis-/Leistungsverhältnis zu bieten.
Das ist erst einmal nur die Geschwindigkeit, die der Speicher-Controller offiziell unterstützt. In Sachen Performance macht das aber höchstens in synthetischen Benchmarks einen Unterschied. In der Realität sind die Unterschiede marginal und etwa bei 1-3%, also meist innerhalb der Messtoleranzen.
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Ok, danke für die bisherige Beratung. Es wird kein AMD werden, sondern wohl der i5 2500K.
Nächste Sache wäre dann ein passendes Board. Muss ich dafür extra ins Mainboard-Forum wechseln oder geht das auch hier?
Ich fang einfach mal hier an.
Das Board sollte mir Übertakten erlauben, USB 3.0 haben, mindestens SATA-2 und nicht unbedingt mehr als 80 Euro kosten.
21.11.2011, 16:11
ClisClis
Sowas dann wohl: ] ?
21.11.2011, 16:24
Threadersteller
vwbasti
Hmm, AsRock?
Mit den AsRock und Biostar Boards war ich nie so ganz zufrieden...
Ich dachte eher an was von ASUS oder Gigabyte. Aber vermutlich wirds dann mit 80 Euro wieder knapp.
21.11.2011, 16:40
lucas188
ASRock ist mittlerweile ein guter Hersteller geworden. Die "Billigzeiten" sind vorbei. Alternativ kann ich dieses [ ]] empfehlen. Habe es selber und bin sehr zufrieden.
21.11.2011, 16:44
Trynda
Asrock baut seit der Abspaltung von ASUS solide und gute Boards. Ich würde dir dasselbe Board empfehlen.
EDIT: Da war einer schneller
22.11.2011, 07:37
2ELI0
Habe selber den ASRock P67 Pro 3 und bin vollkommenst zufrieden damit ;-)
22.11.2011, 12:09
Threadersteller
vwbasti
Hallo,
ich sehe in der Signatur von 2ELI0, dass du RAM mit 1600 MHz verbaut hast.
Macht das denn Sinn? Weil bei Alternate steht, dass der i5 2500k RAM bis 1333 MHz unterstützt.
22.11.2011, 12:22
Trynda
Ist eigentlich egal, dann taktet das Mainboard/der CPU den Arbeistpeicher automatiusch runter auf 1333
22.11.2011, 12:27
ClisClis
Jo, wird von selbst runtergetaktet.. geht von daher gut..
aber bringt eben auch nicht mehr. .
also kann man sich das Geld sparen.
22.11.2011, 13:06
Threadersteller
vwbasti
Okay, also so sieht meine Zusammenstellung aus (Preise bei Alternate):
CPU: Intel i5 2500K ~200 Euro
Board: Asrock P67 Pro3 ~ 90 Euro RAM: Corsair 8GB 1333 MHz ~ 30 Euro
Grafik: GeForce 9600 GT 512 MB (hab ich bereits, bleibt erst mal weiter drin)
Fehlt noch ein Netzteil. Wieviel Watt werde ich denn benötigen? Ca. 450W? Hab ein 350W drin, das wird wohl nicht mehr ausreichen, vermute ich.
Und eine 1TB Festplatte soll auch noch rein.
Wenn ich die CPU übertakte, spielen Board und RAM dann auch mit? Nicht, dass die den Geist aufgeben ;-)
22.11.2011, 13:12
lucas188
Ein gutes 350W Netzteil würde reichen. Allerdings hast du wahrscheinlich einen sogenannten "Chinaböller". Ok, keine voreiligen Schlüsse. Welches Netzteil hast du genau? Wieviel A auf 12V? (Steht auf dem Aufkleber).
Und ja, beim übertakten spielt das Board mit. Der RAM wird dadurch eig. garnicht mehr beeinflusst.
Wenn du allerdings mal aktuelle Spiele zocken willst, kommt du mit der 9600 GT nicht sonderlich weit. Da kann die CPU noch so schnell sein.
22.11.2011, 13:29
ClisClis
Ja, ein anständiges 350W Sys müsste das schon packen.. Falls du aber mal vor hast, auf eine aktuelle Karte zu setzen, würde ich schon ne Nummer (oder auch zwei xD) grösser gehen.
22.11.2011, 13:30
Threadersteller
vwbasti
Ja das mit der Grafikkarte ist mir bewusst. Aber die Anschaffung muss erst mal warten, die Kohle reicht vorerst nur für die anderen Komponenten.
Wo wir grad dabei sind, das ist eine DirectX10-Karte. Heißt das, dass ich damit keine DirectX11-Spiele spielen kann?
Also ich hab nachgeschaut. Es ist ein XILENCE XP350, also 350W.
115/230V bei 6A/3A.
+12V bei 13A; -12V bei 0,8A.
Und ATX 2.0 compatible steht drauf. Bei den aktuellen Netzteile steht was von ATX 2.2 oder 2.3. Muss ich da beim Aufbau was beachten?
22.11.2011, 14:00
lucas188
Nein, musst du nicht. Das Netzteil wird nicht reichen; ist quasi Schrott.
Schau dir mal das Cougar A350 an; mehr als genug Leistung!