hi an alle,
Ich hatte mir einmal eine Roccat Kova Gamingmaus gebraucht in einem Paket gekauft.
Im Prinzip ist das eine feine Sache, aber die Haltbarkeit ist etwas eingeschränkt, da man nicht sagen kann, wie oft die Maus gebraucht wurde. Besonders bei solchen Mäusen kann man annehmen, dass sie oft viele Stunden am Tag in Betrieb waren.
So kam es, dass bei meiner Maus seit einigen Tagen die Maustasten nicht mehr so funktionieren, wie sie sollten.
Die rechte Maustaste führt fast schon in Wellen einen Doppelklick statt einem einfachen Klick aus.
Besonders in Shootern wie Battlefield kann das nerven, wenn das Anlegen der Waffe so "verbuggt" ist.
By ] at 2011-07-17
Also beschloss ich, mein Glück bei einer Reparatur zu versuchen.
Dafür müsste ich die Maus öffnen und die Druckknöpfe der Maustasten auslöten und austauschen.
Dafür hätte ich "Maus-druck-knöpfe", die mein Vater mal aufbewahrt hat.
Das Öffnen:
Die Halteschraube, die den oberen und unteren Teil der Maus zusammenhängt, befindet sich unter dem hinteren Teil des "Infoaufklebers", auf dem der Hersteller und ein Strichcode drauf ist.
Leider kann man diesen nicht geschickt ablösen, zumindest könnte man ihn vermutlich nicht wieder so ankleben, wie er war.
Also beschloss ich, ein Loch in den Aufkleber zu bohren, um an die Schraube zu kommen.
By ] at 2011-07-17
Leider gab es keine hochauflösenden Bilder der offenen Maus, weshalb ich auch diese Dokumentation veröffentliche.
Hier die offene Maus:
By ] at 2011-07-17
By ] at 2011-07-17
Die Reparatur:
Wie gesagt, wollte ich nun die Druckknöpfe ausbauen und neue einlöten.
Dazu mussten erstmal alle Kabel von der Oberschale abgeschlossen werden. Es ist sinnvoll, von der Kabelverlegung ein Bild zu machen, um danach alles richtig anschließen zu können.
Anschließend wird der Lichtleiter ausgebaut. Dazu werden die hinteren Enden erst nach innen und dann nach oben drücken.
Hier die untere Hälfte der Maus, ohne Kabel und Lichtleiter:
By ] at 2011-07-17
Und noch eins mit Lichtleiter:
By ] at 2011-07-17
Übrigens hat mir das Design des Mausrades besonders gefallen, da eine Seite der Achse eigentlich nur auf dem Knopf aufliegt.
By ] at 2011-07-17
Nach dem Bewundern des Mausrades werden dann alle vier Schrauben gelöst, die die Platine halten. Beim Angeben sieht man auch einen Lichtleiter für den Laser. Dieser liegt einfach auf und kann einfach aus der Versenkung genommen werden.
By ] at 2011-07-17
Hier ist der eingesetzte Ersatzknopf. Ich entschloss mich nur die rechte Maustaste zu reparieren, da ich mir das Problem mit der linken entweder einbilde oder es kaum stört...
By ] at 2011-07-17
Übrigens werden in den meisten Computermäusen solche Knöpfe eingesetzt. Sie haben alle drei Lötkontakte und sind auch alle gleich groß.
By ] at 2011-07-17
Vom Löten habe ich leider keine Bilder, aber hier ist das Endergebnis:
By ] at 2011-07-17
Auch die Lötstelle sieht gar nicht mal so schlecht aus (die weißen Fäden sind übrigens von einem Wattestück, das ich mit Spiritus zusammen zum Entfernen von Flussmitteln verwendet habe):
By ] at 2011-07-17
Hier noch einmal mit Mausrad:
By ] at 2011-07-17
Als letztes muss die Maus nur noch zusammengebaut werden.
Das "vereinen" der oberen und unteren Maushälfte was übrigens fast so anstrengend wie die ganze Reparatur, da ein Einrasthaken nicht mitspielen wollte und der Mausdeckel schlecht saß.
Bei Bedarf kann ich auch eine Reparatur eines defekten Mausrades der "alten" Roccat Kone hochladen.
In neueren Modellen der Maus wurde das zu sensible Mausrad verbessert und sollte nicht mehr brechen.
Also sagt einfach Bescheid, ob ich auch davon eine Dokumentation hochladen soll.
Btw, die reparierten Mäuse landen dann bei Ebay, falls jemand eine abgreifen will
Grüße
Vlad
Achtung: Durch das Öffnen der Maus erlischt jeglicher Garantieanspruch! Deshalb ist ein solcher Umbau nur zu empfehlen, wenn die Garantie bereits erloschen ist.
Geändert von Vladexx (17.07.2011 um 14:15 Uhr).
Folgende 2 Benutzer haben sich für das Thema bedankt:
Coole Sache, hilft sicher einigen Leuten, die kleine Lötkenntnisse haben oder über entsprechende Freund verfügen Allerdings wäre es cool wenn du vielleicht noch eine Quelle nennen könntest, wo man entsprechende Taster herbekommt.
Also, danke für die Anleitung!
17.07.2011, 13:55
KonZe
Nette Dokumentation.
Wo hast du die Ersatzdruckknöpfe her?
Meine alte Kova hatte auch ein Problem mit dem rechten Mausknopf, der Druckpunkt war einfach unangenehm... Ob es da auf geholfen hätte den Taster auszutauschen?
Edit: Ich lese & schreibe zu langsam...
17.07.2011, 13:59
Threadersteller
Vladexx
ja, wenn man zum Beispiel die Taster der Roccat Kone nimmt, die klingen viel heller und sind lauter.
Man kann sie einfach austauschen, wenn einem der Druckpunkt nicht gefällt.
Ob sich der Aufwand lohnt, ist aber eine andere Sache...
Ich denke mal diese Druckknöpfe kann man in jedem Elektronikladen kaufen. Bein Conrad sicher auch, man muss nur suchen, was ich auf die Schnelle nicht geschafft habe
Hier ein kleines Update: Ich habe nun wieder das selbe Problem. Es ist gefühlt sogar schlimmer.
Vielleicht lag es daran, dass ich keine neuen Taster eingebaut habe, sondern gebrauchte.
Ich werde versuchen, jetzt neue zu kaufen und diese einzubauen.
Dadurch ergiebt sich wieder die Möglichkeit, neue Fotos zu machen. Also sagt bitte Bescheid, wenn ihr meint, dass noch etwas fehlt.
Geändert von Vladexx (05.09.2011 um 18:53 Uhr).
05.09.2011, 18:55
Threadersteller
Vladexx
Zitat:
Zitat von Vladexx
Hier ein kleines Update: Ich habe nun wieder das selbe Problem. Es ist gefühlt sogar schlimmer.
Vielleicht lag es daran, dass ich keine neuen Taster eingebaut habe, sondern gebrauchte.
Ich werde versuchen, jetzt neue zu kaufen und diese einzubauen.
Dadurch ergiebt sich wieder die Möglichkeit, neue Fotos zu machen. Also sagt bitte Bescheid, wenn ihr meint, dass noch etwas fehlt.
Ich habe ein Update gepostet, aber da der Thread nicht wieder nach vorne rutscht, mache ich eben einen neuen Post auf
24.09.2011, 03:33
sigi_der_erste
Tipp fürs Löten:
Als Flußmittel Kolophonium nehmen (Geigenbogenharz aus dem Musikgeschäft) das enthält keine Säure und kann auf der Lötstelle bleiben als Korrosionsschutz. In Spiritus gelöst kann es auch mit einem Pinsel aufgetragen werden.
Elektroniklot nehmen, möglichst LSn60 = 60% Zinn (hat auch Kolophonium drin und niedrigeren Schmelzpunkt gegenüber Bastellot, ich nehm da welches mit 1,5mm Durchmesser)
24.09.2011, 12:42
Threadersteller
Vladexx
Ich habe es mal verwendet, aber inzwischen hat Lötzinn ja ein Flussmittel in sich.
Außerdem würde ich Kolophonium nicht auf der Lötstelle lassen.
Ich habe gehört es sei ein Oxidationsmittel, also genau das Gegenteil vom Korrosionsschutz.