Für welches Gehäuse man sich letztendlich entscheidet ist Geschmackssache.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass auch günstigere Gehäuse brauchbar sind, allerdings dann logischerweise weniger Ausstattung mitbringen als teurere Modelle. Um welchen Hersteller es sich dabei handelt ist eigentlich nebensächlich.
Wie schon gesagt wurde, wird heutzutage vorwiegend der ATX Formfaktor für Mainboards und Gehäuse benutzt, von daher sind eigentlich die meisten "normal geformten" PC Gehäuse im ATX Format, ausgenommen diese Würfelförmigen "Gamer-Gubes", "Barebones" oder "HTPC"- Gehäuse, geeignet.
Folgende Faktoren spielen bei der Gehäusewahl eine Rolle:
Verarbeitung: Welches Material wurde benutzt? - Meistens findet sich graulackierter Stahl in den günstigeren bis "mittelteuren" Gehäusen, was meistens sehr stabil und funktional ist, allerdings optisch auf der Innenseite langweilig grau aussieht und relativ schwer ist. Teurere Modelle haben da meistens Aluminium, was besser aussieht, vorallem wenn man sich für ein Seitenfenster entscheidet, außerdem ist es leichter. Es sollte dabei allerdings gut genug konstruiert sein, damit es ausreichend stabil ist. Von billigeren Aluminiumgehäusen ist daher pauschal abzuraten.
Benutzerfreundlichkeit: Mit abgerundeten kanten, Schraubenlosem Design, Schienen- und Klappensystemen wird einem der Einbau erheblich erleichtert. Bei Gehäusen, die "schraubenlos" sind, ist ein System installiert, wo man Laufwerke und Steckkarten ohne Benutzung eines Schraubenziehers mit Schienen oder anderen Halterungen installieren kann, was Zeit und Nerven spart. Abgerundete Kanten kommen allein der Gesundheit zugute, denn oft gehts beim Einbau ziemlich eng zu, worunter zunehmends die Hände leiden, wenn man scharfkantige Oberflächen im Gehäuse hat. Einige Gehäuse haben auch einen Mainboardschlitten, wo man die Gesamte Mainboardpartie außerhalb des Gehäuses montieren kann und das ganze dann mit einem Schub ins Gehäuse verfrachten kann, was auch sehr praktisch ist.
Lüfteraussparungen: Am besten macht es sich, wenn man wenigstens vorne und Hinten einen Lüfter einbauen kann. Vorne sollte immer kalte Luft von außen hineingeblasen werden und hinten (bei den Anschlüssen) die warme Luft wieder abgesaugt werden. Umso besser ist es, wenn man jeweils hinter der Front und an der Rückseite einen 120mm Lüfter installieren kann, denn diese können mehr Luft bei weniger Drehzahl transportieren als 80mm lüfter und sind daher leiser. Manchmal kann man auch oben im Gehäusedeckel einen Lüfter installieren, der die aufsteigende warme Luft absaugen kann.
Dann gibts natürlich noch verschiedenste andere Features, wie eine Netzteilaussparung auf der Unterseite, Stabilisierungssysteme, weitere Lüfter in der Seitenwand, Tragesysteme, Wasserkühlungsoptimierungen, etc pp, auf die man bei Belieben noch Rücksicht nehmen kann, diese sollen allerdings nicht primär zur Entscheidung eine Rolle spielen. Ich persönlich bin immer gegen einen Seitenlüfter, da er den Luftstrom eigentlich nur stört und nicht wirklich viel Sinn hat.
Falls man eine ungerade Zahl an Lüftern verwendet gilt folgendes Gebot: Lieber raus- als reinblasen lassen, denn frische Luft gelangt immer irgendwo ins Gehäuse. Wenn zuviele Lüfter hineinpusten wird die Wärme nicht zwangsweise abgeführt.
Ich hoffe dieser kleine Crashkurs hat geholfen.