Das BIOS hat zum Teil Funktionen, die unabhängig vom Betriebssystem sind und da es vor dem Betriebssystem gestartet wird gibt es oft viele Dinge vor, an die sich natürlich dann auch Unix, Linux usw. halten müssen.
Einige Einstellungen des BIOS lassen sich aber im Nachhinein vom Betriebsystem verändern.
Ein Rechner funktioniert i.d.R. nicht ohne ein BIOS, daher darf man es nur löschen, wenn man möglichst gleich wieder eines installiert.
Einige Mainboards haben ein Backup-BIOS, das man aktivieren kann, wenn das eigentliche BIOS nicht funktionstüchtig ist oder fehlt. Das Backup-BIOS kann dann nicht verändert werden.
Es gibt eine Möglichkeit einen Linux-Kernel mit Bootloader und BIOS-Erweiterungen, statt eines gewöhnlichen BIOS, direkt in den BIOS-Chip zu flashen. In diesem Spezialfall ist das Betriebssystem gleichzeitig das BIOS, was den Rechner (minimal) schneller starten lassen soll.
Obwohl es i.d.R. recht einfach ist, die Einstellungen des BIOS (gebräuchlich aber fälschlicherweise als CMOS bezeichnet) zu löschen, startet der Rechner nicht wirklich mit gelöschten Einstellungen sondern nimmt einfach festgelegte Standardwerte. Je nach Art der Löschung wird das auch beim Start bemängelt, um dem Benutzer die Chance zu geben, die Einstellungen zu korrigieren.
Sowohl BIOS als auch BIOS-Einstellungen können i.d.R. von Software gelöscht/verändert werden. Ferner gibt es meist sog. Jumper oder DIP-Switches/-Schalter, die die BIOS-Einstellungen löschen können.
Das gilt sowohl für das BIOS von Grafikkarten, als auch für das von Mainboards. Bei Grafikkarten weiß ich jetzt aber nicht, ob die ebenfalls Einstellungen speichern können.
Wird ein BIOS des Mainboards (also nicht nur die Einstellungen) gelöscht, es gibt kein Backup-BIOS und der Computer wird deaktiviert, dann kann der Rechner nicht mehr gestartet werden, womit es auch unmöglich wird ein neues BIOS per Software einzuspielen.
In diesem Fall muss der BIOS-Chip entfernt und ersetzt oder in einem Spezial-Gerät oder dem BIOS-Sockel eines anderen Computers mit einem neuen BIOS bespielt werden. (Letzteres gefährdet dann auch die Funktionstüchtigkeit des zweiten Rechners...)
Dieses Verfahren ist recht aufwändig, da die BIOS-Chips meist festgelötet sind und erstmal ausgelötet werden müssen, wobei leicht das Board beschädigt werden kann. Man sollte
IMHO danach den wiederhergestellten oder neuen BIOS-Chip nicht wieder direkt ans Board löten, sondern die Gelegenheit nutzen und einen ZIF-Sockel dazwischen bauen, damit man es beim nächsten Mal nicht wieder so ein Aufwand wird.