Vorwort:

Wenn man sich im Internet schlau macht, so stellt man fest, dass es heutzutage für so ziemlich jedes Mainboard ein passendes Wasserkühlungs-Set zu kaufen gibt. Doch für das EVGA P55 LE sah es lange ziemlich düster aus. Nun hat der Custom-Wasserkühlungshersteller „ LiquidExtasy“ aber auch ein entsprechendes Set für das - im Vergleich zu seinen Brüdern - eher günstigere Board parat und verspricht somit einen Lichtblick.
Vielen Leuten mag der Name „LiquidExtasy (LE)“ zwar noch nichts sagen, Kenner hingegen wissen, dass „LE“ für höchste Qualität, gute Leistung und zeitloses - aber durchaus modernes – Design steht.

Aus diesem Grund möchte ich nun in einem Review, über das neue Wasserkühlungs-Set für das EVGA P55 LE, auch den Menschen Produkte „made in Germany“ näher bringen, die vorher noch keinen Bezug zu LiquidExtasy hatten, jedoch auf der Suche nach einer passenden Kühllösung waren.





Technische Daten:

• 2 Kühler: Spannungswandler und Southbridge
• Material des Bodens: Kupfer
• Material des Deckels: Plexiglas, weißes/ schwarzes Delrin nach Wahl
• Anschlussgewinde: G1/4 Zoll
• kompatibel zu: EVGA P55 LE (SpaWa auch zu EVGA P55 Micro)
• Zubehör: Montagematerial und Anleitung (deutsch)
• Preis: Spannungswandler 44,90€ , Southbridge 32,90€

Bezugsquellen: LiquidExtasy-Shop





Kühler im Detail:

Wer die Kühler von „LE“ kauft, wird an ihnen kaum etwas dran auszusetzen haben. Alleine das Kupfer könnte aus meinen Augen etwas mehr poliert sein. Marc , der Gründer von „LE“ und in vielen Foren als „al_bundy“ oder „Al_“ bekannt, sieht aber genau darin ein optisches Schmankerl. Also ist das schon einmal eine recht subjektive Sache und der ein oder andere wird seine Ansicht auch sicher vertreten können.
Ansonsten sind die Kühler für mich mitunter die schönsten, die es so auf dem Markt zu kaufen gibt. Schon das glasklare und nicht gravierte Plexiglas weiß zu überzeugen und sucht seines Gleichen. In Kombination mit schwarzen Schrauben und einem vernickelten Boden gibt es meiner Meinung nach kaum schönere Kühler.
Beim Material hat man als Käufer, wie nun zu vermuten, die Qual der Wahl: Plexiglas (wie bei mir), sowie Delrin in Schwarz und Weiß (kleiner Aufpreis) stehen für den Deckel zur Wahl. Der Kühlerboden ist wie gesagt aus hochreinstem Kupfer und kann auf Wunsch direkt zum A-C-Shop geschickt und dort glanzvernickelt werden (je Kühler ca. 5€ +V). Selbst bei den Schrauben steht neuerdings zur Option, ob man zwecks besserer Optik lieber auf bekanntes „Silber“ oder auf „Schwarz“ setzt.
Beim Design geht „LE“ immer einen etwas ungewöhnlichen oder, besser gesagt, anderen Weg. Die Kühler sind deshalb nicht typisch „quadratisch, praktisch gut“, sondern besitzen Rundungen an Stellen wo man sie nicht erwartet. So ist zum Beispiel der SpaWa-Kühler so gebaut, dass er die anliegenden Kondensatoren ein wenig überdeckt. Der SB-Kühler hingegen ist nicht nur äußerlich etwas „anders“, sondern besitzt in seiner kühltechnischen Funktion auch noch innenliegende Kühllamellen, die die Wärme noch einen Tick besser abführen sollen.



Welche Anschlüsse können verwendet werden?
Hierbei achtet Marc vor allem darauf, dass immer mindestens 16er Schraubanschlüsse verwendet werden können, um so beste Temperaturen bei möglichst guter Optik zu garantieren.





Montage:

„LiquidExtasy“ legt jedem einzelnen Kühler eine Montaganleitung bei, die zwar ein paar wenige Rechtschreibfehler beinhaltet und insgesamt sehr verallgemeinert ausfällt, jedoch für niemanden komplett unverständlich erscheinen dürfte.
Bei der Montage selbst wird auf ein Verfahren gesetzt, das die Boardhersteller selbst auch sehr häufig verwenden. Bei diesem lassen sich, dank rückseitiger Montage, keine Schrauben und - allzu klobige - Rändelmuttern mehr erkennen. Das sieht aber nicht nur deutlich besser - da cleaner - aus, sondern sorgt auch dafür, dass die Inkompatibilität der Kühler zu diversen Anschlusstypen der Vergangenheit angehört.
Am günstigsten ist es, wenn man den Kühler mit Gummihandschuhen auf den entsprechenden Bereich am Mainboard setzt, Board und Kühler umdreht, und eine stabile Position findet (Mainboard liegt jetzt auf dem Kühler und der Kühler wird mit einer Hand festgehalten). Dann steckt man die „Schrauben - Druckfeder - U-Scheiben – Kombi“ in die Mounting-Holes und zieht erst eine Schraube leicht an (nur bis die Schraube gefasst hat), dann eine Zweite. So liegt der Kühler vorerst stabil auf dem Board, ohne dass etwas abfallen kann. Jetzt muss man nur noch die übrigen Schrauben einschrauben und ersten beiden Schrauben richtig festdrehen.

Warum aber Druckfedern?
Die Druckfedern gleichen die unterschiedlichen Anpressmomente aus. Somit ist sichergestellt, dass die Kühler nach vollzogener Montage nicht verkanten können, und somit auch wirklich jeder zu kühlende Punkt angepresst wird.

Ein weiteres Plus für die Druckfeder ist folgender:
Die Druckfeder baut einen Gegendruck auf den Schraubenkopf auf und garantiert, dass die Schraube sich bei Langzeitanwendungen nicht lösen kann. Ohne Druckfeder hätte man nicht genügend Gegendruck um die Schraube wirklich richtig fest zu halten. Diesen Druck bekommt man dann nur über das Mainboard, was jedoch zur Folge hätte, dass sich das PCB dort verbiegen würde.





Temperatur-Check:

Hierbei ist nur zu sagen, dass sich die Wassertemperatur um maximal 1 Grad erhöht hat und das auch nur unter langer Belastung bei anspruchsvollen Anwendungen. Deshalb möchte ich diesen Punkt nicht genauer ausführen.





Durchfluss-Check:

Beim Durchfluss verhält es sich da schon etwas anders als mit den Temperaturen. Deshalb habe ich mir da zwangsläufig etwas mehr Mühe mit gegeben und ein paar vorher/nachher-Werte notiert und auch nochmal grafisch erstellt:



LE-Mobo-Set für EVGA P55 LE [ ]

• Stufe 5: 3797 mL/s – 227,82 L/Std.
• Stufe 4: 3226 mL/s – 193,56 L/Std.
• Stufe 3: 2674 mL/s – 160,44 L/Std.
• Stufe 2: 1906 mL/s – 114,36 L/Std.
• Stufe 1: 1119 mL/s – 67,14 L/Std.


LE-Mobo-Set für EVGA P55 LE [X]

• Stufe 5: 4644 mL/s – 278,64 L/Std.
• Stufe 4: 4043 mL/s – 242,58 L/Std.
• Stufe 3: 3212 mL/s – 192,72 L/Std.
• Stufe 2: 2471 mL/s – 148,26 L/Std.
• Stufe 1: 1466 mL/s – 87,96 L/Std.






Fazit:

Die Kühler aus dem Hause „LiquidExtasy“ stehen in Sachen Qualität den Kühlern anderer Wasserkühlungshersteller in nichts nach und können teilweise sogar durch bessere Optik, vor allem aber durch höchste Qualität, punkten. Zudem wird einem durch die verschiedenen zur Auswahl stehenden Materialien auch die Chance gegeben, sich zu individualisieren. Auch die Preise können sich durchaus sehen lassen und sind, in Anbetracht der Tatsache, dass es sich hierbei um Kühler „made in Germany“ handelt, sogar noch vergleichsweise günstig. Da „LiquidExtasy“ ein Custom-Hersteller ist, fertigt er auch für euer Board, oder andere Produkte, die passenden Kühler.
Die Durchflusswerte scheinen zwar auf den ersten Blick eine klare Sprache zu sprechen, und ein jeder HighFlow-Fanatiker mag dabei schon etwas nach Luft schnappen, jedoch ist dieser Abfall des Durchflusses typisch bei Mainboard-Kühlern und im Vergleich zu anderen Kühlern/Herstellern noch durchaus gut.

Insgesamt bietet „LiquidExtasy“ mit dem EVGA P55 LE Wasserkühlungs-Set ein Gesamtprodukt, das durchweg überzeugen kann und somit klar zu empfehlen ist.